Kategorie: DIY (Seite 1 von 6)

Faden, Fäden, Wolle, Stoff

Kleiner Mann – neu eingenäht: ottobre 1/2016

Manchmal komme ich nicht dazu. Manchmal schon.

Wir alle haben unser eigene Zeitkonto und wenn da mal im Plus ist, dann kommen wir auf die verrücktesten Ideen: mal 5 Minuten länger duschen, mal die Milchleitung der Kaffeemaschine reinigen und einen echten Cappuccino rauslassen, mal ein Buch lesen, mal was nähen.

Vor kurzem habe ich das jüngste Familienmitglied eingenäht. Mit einem ärmellosen Strampler aus der Ottobre vom Frühjahr 2016. Ich habe von meiner Mama einen kuscheligen Sweat ‚geborgt‘ und ihm ein kleine Eichkatzerl drauf gestickt. Das Stickmuster kommt von urban threads – toller Shop, by the way.

Mit nur einem Body drunter sind Strampler meine Lieblingsgarderobe für Zwergerl. Das ist dann wie: mit einer kleinen Decke umhüllt.

 

Dieser Beitrag findet seinen Weg zum

creadienstag

made for boys

 

Dreieckstuch – eine Strickliebe

Der Titel macht es klar: Ich liebe Dreieckstücher.

Dreieckstücher sind relativ einfach zu stricken, passen immer und je nach Material oder Muster wirken sie stets unterschiedlich. Man hat also eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten. Nicht nur im Machen, auch im Tragen. Als Schal oder als Schultertuch – ach ja, ein wirklicher Allrounder.

Aber, gerade wer zu stricken anfängt: Ein Schultertuch ist eine laaange Angelegenheit. Fix mal runtergestrickt ist das echt nicht. Meistens geht es am Anfang ganz erfreulich schnell und das Tuch wächst, aber dann – dann folgt die lange Flaute. Zumindest ist das bei mir so.

Schultertücher wachsen eigentlich bei den meisten Vorlagen an – und genau dieses Anwachsen macht es zum Ende hin zu dieser langwierigen Sache. Erst kleine Reihen hin und her – es wächst und wächst. Und dann, wenn mal eine ordentliche Maschenzahl mal auf der Nadel liegt, da strickt man dann schon lange an so einer Reihe.

Eine meiner Lieblingsdesignerinnen für Dreieckstücher ist

Sylvia McFadden

aus Vancouver, die gerade mit spielerischen, aber leisen Stücken bei mir hoch im Rennen ist. Auch das gezeigt Modell ist von ihr. Der Name ist „Water“ – die Technik ist auch interessant mit immer einem Musterabschnitt in verkürzten Reihen gestrickt. Ein bisschen habe ich gebraucht, um „reinzukommen“, weil mir nicht ganz klar war, wie und wo man verkürzt, aber schließlich hat es doch ganz gut geklappt.

Das verwendete Material ist ein sommerliches Verlaufsgarn von Lana Grossa „Shades of Merino cotton“. Eine Merinowolle mit Baumwollanteil. Leider bin ich nicht besonders zufrieden damit, weil ich erst hinterher gesehen habe, dass das schöne Muster damit untergeht. Eine Verlaufswolle ist wirklich geeignet für Tücher, die mit wenig Muster auskommen – eigentlich fast nur kraus rechts oder glatt recht gestrickt werden. Eine Tuch mit Muster braucht für mich ab jetzt eine kräftige Farbe, eine eindeutige Struktur – eine Wolle eben ohne viel Schischi.

Ein alter Beitrag von mir zu einem anderen Dreieckstuch findest du hier.

Heute ist ja Dienstag und das nicht ohne Grund. Da kann man mal in Ruhe stöbern. Hier die Liste der Verlinkung:

 

Dienstagsdinge

Lieblingsstücke

Handmade on Tuesday

 

 

Dieser Beitrag enthält natürlich Verlinkungen zu anderen. Ich erwähne auch Marken oder Firmen. Das ist ja der Kack-Sinn von so nem Blog!!!! Aber ich kriege dafür weder Geld noch Macht noch Lebenssinn noch Umsonstwolle noch sonst was. Es ist unbezahlte Werbung. Danke.

 

 

Ein Schal für´s Leben

Seit ein paar Jahren gibt es so Anfang November das Strickpaket *Ein Schal fürs Leben*. Ein Wohlfühl-Projekt auf allen Ebenen. Zuerst ist es mal eine Spende, denn beim Kauf einer Box gehen 10€ an ein Hilfsprojekt für syrischen Kinder. Abgesehen davon sind  die 45 € so oder so gut investiert, denn die Wolle und eben das ganze Projekt sind echt schön. Schön zu stricken und schön zu tragen.

Gestrickt werden 4 Wollknäuel von Lana Grossa, der hier wohl führenden Wollmarke eng mit Italien verbunden und der Produzent von so 20 Millionen Wollknäuel jährlich. Die Wolle aus dem Projekt heißt *Cloud* ist ein Fluscheflausch aus Alpaka und Schurwolle mit Polyamid.

Der fertige Schal ist fast 2 Meter lang und in Halbpatent gestrickt. Das bedeutet, dass in einer Reihe rechte und linke Maschen verstrickt werden und in der Rückreihe nur die rechten Maschen, die linken Maschen werden abgehoben und das Garn wird nur so drüber gelegt. Ist wirklich super einfach, das Gestrickte wird dadurch noch flauschiger, weil es damit alles bisschen dicker wird. Die rechten Maschen auf der rechten Seite werden auf 2 Reihen *langgezogen*. Sehr schön also alles. Sehr sehr schön.

Ich habe das Projekt zufällig bei Instagram gesehen, bei denen sich neuerdings ja alle tummeln und ihre unwichtigen Dinge photographiert. Ich auch. Werde ich hier wohl auch einbetten. Auf jeden Fall bin ich so über den Schal gestolpert und habe ihn d sofort wieder vergessen. Später habe ich die Pakete im Handarbeitsladen vor Ort gesehen und hatte Lust darauf. In ein paar Tagen gestrickt – also werde zu lang noch zu kurz.

Über Weihnachten also ein Schal. Als Geschenk für die Oma, die abwesend war. Dann war sie doch dabei. Ich bin gespannt, was sie sagt.

 

Samstagskaffee

Heute habe ich lange geschlafen. Hmmm, das stimmt natürlich so nicht. Ich schlafe überhaupt nicht lange oder viel. Ich habe ein Baby und das bestimmt meinen Schlaf. Ich lag nur lange im Bett und damit haben wir eher ein Brunch als ein Frühstück.

Mein Mann ist selbstständig und wir haben vor, noch ein paar Tage wegzufahren. Es ist aber auch gleichzeitig viel los im *Geschäft*. Deswegen arbeitet er samstags. Das Brunchen macht es möglich, heute auch spät Mittag zu essen. Vielleicht kommt er zu Mittagessen nach Hause. Er ist oft und viel zu Hause. Aber er ist nie ganz *frei* wie ein Angestellter. Vielleicht sollte ich das mal erwähnen, weil vieles hier manchmal so einfach aussieht.

Das Bild vom Brunchen wird jemanden zum Lachen bringen. Darauf sind nämlich versteckt nur Dinge zu sehen, die Anna gekocht hat. Eingekocht hat.  Marmelade und Zwetschgen. Da wir uns trotzdem sehen wollten, hat sie bei mir ihre Zwetschgen eingekocht und ein paar Gläser dagelassen. Dabei habe ich gelernt, wie einfach das Einkochen geht, was für einen phantastischen Dampfgarer ich doch habe und mit meinen Tomaten im Garten gleich damit weitergemacht.

Ich weiß, jetzt werden sich einige meiner Freundinnen ans Hirn fassen und sich fragen, wie man in seinem Leben das Einkochen von Tomatensoße hat auslassen können, aber ich habe es ausgelassen. Ich habe es nie gebraucht, denn die Industrie hat mir eh vorgegaukelt, dass ich Tomatensoße im Glas nie selber machen könnte, deswegen kann man ja auch Tomatensoße im Glas kaufen. Gut, ist einfach. Werde ich wohl auch einfach in Zukunft mehr machen. Dinge einkochen.

Was ich aber diese Woche tatsächlich gemacht habe, ist Sauerteig. Einige Versuche gingen daneben, aber jetzt ist aus Mehl, Salz, Wasser und dem Atem dieses Hauses Brot gebacken worden. Ein Prozess über Tage. Aber der Sauerteig vom Sommer werde ich jetzt liebevoll füttern und weiter Roggenbrot backen. Brot zu kaufen ist an bestimmten Tagen nämlich das einzige, was ich so wirklich besorgen muss und dafür dann ins Auto? Klar, wenn normaler Betrieb ist mit Kindergarten und Larifari ist das ja kein Problem, aber nur und einzig wegen Brot wegfahren? Nervt mich total. Und der Winter wird auch kommen und damit das Problem von wirklich unfahrbaren Tagen. Selbermachen liegt da ab und zu nahe. Aber ich wollte kein Hefe-Baguette im Schnellverfahren. Ich wollte ein schönes Brot ohne alles.

Wenn man Blogs so liest, so kommt es einem ja manchmal so vor, als ob sich bestimmte Menschen nur in Schönheit hüllen. Brotbacken, Marmelade einkochen, ein neues Baby. Ach ja.

Dabei habe ich eine Tonne Wäsche gewaschen, die heute aufs Einräumen wartet. Wie ein Monster sitzt der Wäscheberg neben der Waschmaschine. Und auf dem Bild ist eh nur die Hälfte zu sehen. Das ist nicht schlimm. Ich und das Wäschemonster – wir verstehe uns und meistens ist er eh mein sekundärer Kleiderschrank. Aber ich sollte auch das mal erwähnen, weil machmal hier alles zu einfach aussieht.

Manchmal schreit mein Baby auch die Bude hier zam und einer von meinen Zwillingen braucht einen persönlichen Sklaven. Der andere beschäftigt sich selber, aber einer von beiden steht immer mit vorwurfsvollen Gesicht neben mir und möchte ein Spiel spielen, ein Glas Wasser, ein Spiel spielen, Mittagessen, alles gleich, sofort und jetzt.

Das macht mich zur Zeit wahnsinnig. Ich spiele gerne, wirklich, aber ich hab das Gefühl, dass es nie genug ist. Kinder können einem auch das Gefühl vermitteln, dass es nie genug ist. Was du vor einer halben Stunde gemacht hast, ist für sie nämlich Schnee von vorgestern. Nie hast du Zeit, Mama.

Diese Woche habe ich einen Entschluss gefasst. Dieser Entschluss dreht sich darum, wie ich die Dinge sehe. Ich finde nämlich, dass diese Kinder hier eine ausgezeichnete Kindheit haben. Und ich lass mich nicht mehr davon wegbringen. Auch von einem vorwurfsvollen Kindergesicht nicht. Ich habe manchmal Zeit, manchmal nicht. Und ich finde, dass sich jeder hier auch mal mit seinem eigenen Scheiß beschäftigen kann.

Mein Scheiß ist ja neben dem Einkochen und Brotbacken ja oft das Nähen. Wenn ich hier alles zeigen würde, was ich so nähe, pffff. Ich nähe zur Entspannung abends. Manche gehen in ein Schaumbad, manche sitzen vor dem Fernseher. ich nähe am liebsten. Klar brauch ich dafür auch einen bestimmten Schwung, Ab und zu bin ich so müde, da komm ich tagelang nicht vom Fernseher los, aber in guten Zeiten nähe ich, wenn alle Kinder schlafen…oder auch, wenn nur das Baby schläft.

Dem Baby habe ich gestern dafür auch noch kleine Schuhe genäht. Eher Socken. Und es ihm heute morgen gleich alles angezogen. Mich nervt es, dass Menschen dann als erstes zu meinen Nähobjekten dann Sachen sagen wie *Dass du dafür noch Zeit hast….* oder so ähnlich. Ich lasse das dann so stehen. Nähen ist für die meisten dann doch eher *Arbeit*. Und vielleicht unterschätzen sie auch, wie lange man braucht für manche Sachen. Wer viel näht, wird halt auch immer schneller. Für so einen Strampler brauche ich keine 2 Stunden. Vielleicht ist es auch ein Vorwurf. Dass man solche überflüssigen Dinge wie Nähen nicht mehr machen darf als Mutter. Weil man nur eine gute Mutter sein kann, wenn man sich aufopfert. 24/7. So Sklavenmäßig. Dass würde meinem einem Sohn ja gefallen. Immer eine Mama, die Ja und Amen sagt zu seinen Vorstellungen. Ich hätte keine Lust darauf zu sehen, was da für ein Mensch dann rauskommt.

Alles sieht im Internet so einfach aus. Manches ist einfach, anderes sieht nur so aus. Ich habe meinen schnell genähten Strampler übrigens bereits in der Waschmaschine. Das Baby hat ihn vollgeschissen – so schnell wie ich ihn genäht habe.

Samstagskaffee … am Sonntag im Garten

Diesen Samstag habe ich es nicht geschafft, einen kleinen Beitrag zum Kaffee zu schreiben. Deshalb gibt es den Samstagskaffee am Sonntag.

Obwohl noch August ist, spüre ich schon an manchen Ecken den Herbst. Morgens, wenn die Luft bisschen kühler ist und ganz nass vom Nachtregen.

Unsere Gartensaison neigt sich damit dem Ende entgegen und wir haben einen Haufen Tomaten, Gurken und Bohnen gehabt/haben. Die letzte/erste Zucchini versucht noch ihr Glück. Wir halten ihr beide Daumen.

Gartenarbeit bindet. So eine Pflanze wächst zwar von allen, aber man muss sie zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort setzen. Und ich muss gestehen, ohne meine Schwiegermutter und ihr herzhaftes Eingreifen in unser Hochbeet wäre das nicht möglich gewesen. Meine Schwiegermutter ist aus Kroatien und da pflegt man seinen Nutzgarten mit Liebe. Da wachsen aber auch Feigen, Datteln und Aprikosen. Dass wir hier im Norden sind und wir uns auf robustere Pflanzen spezialisieren müssen, sieht sie zwar immer wieder nicht ein, aber die Tomaten, die sie vorbeigebracht hat, die wachsen wie Unkraut.

Beim Kaffee besprechen wir unsere Pläne für das nächste Jahr. Die Bohnen brauchen höheres Klettergerüst, die Tomaten brachen einen eigenen Kasten. Welche Pflanzen wollen wir noch einpflanzen, welche lassen wir weg. Ein typisches Gartengespräch für Ende August.

Babydecke häkeln … mit Schnullerband

Ich kann nicht gut häkeln. Mein erster Versuch liegt Jahre zurück. Es ging um eine kleine Tasche und sie hat sich so verzogen, dass man sie gar nicht benutzen konnte. Viel Arbeit für nix.

Jetzt habe ich die Granny Squares entdeckt. Quadrate, die sich zu Decken oder eben allen möglichen verbinden lassen. Ich mag an Häkeln, dass man nicht so viel Gewurschtelt hat und das Häkelzeug leicht mitnehmen kann.

Mein erstes Projekt war diese Häkeldecke, das aus dem *originalem* Granny Square, sozusagen dem ursprünglichen Muster ohne Schnickschnack, in *Endlosschleife* besteht.

Da das Käferle ein Schnuller-Kind st, habe ich den (immer verloren gehenden) Schnuller kurzerhand drangehäkelt. Eine Freundin machte mich darauf aufmerksam, dass man ihn so nicht mehr auskochen kann. Gut, er wird ab und an unter kochendes Wasser gehalten. Wenn er zu klein wird, wird er abgeschnitten. Ist ja bloß Häkelzeug….

Ganz gut hier erklärt:

Dieser Beitrag wird verlinkt mit dem Creadienstag und dem Kiddikram.

Wickelunterlage für unterwegs nähen 

Ich bin eine Pinterella – also jemand, der sich gerne mal bei Pinterest vom schönen Schein inspirieren lässt und gleichzeitig genau weiß, dass er nie und nimmer alles umsetzen kann, was auf seinen Pinnwänden mit schmucklosen Namen wie *Nähen*, *Garten* oder *Kindergeburtstag* so herumgepinnt wurde.

Ha, das habe ich schon umgesetzt: Eine Wickelunterlage.

Großartiges Teil, weil ich mein drittes Kind eh nur mit mir herumziehe und so die Wickelsachen kompakt verstaut habe.

Hauptsächlich habe ich mich an diesen Vorschlag gehalten. Der Baumwollstoff, den ich dazu benutzt habe, ist ein Dekostoff aus unserem allseits beliebten schwedischen DIY-Möbellager und dafür bestens geeignet. Sollte ja alles ein bisschen was aushalten können und sich auch problemlos waschen lassen.

Die Auflage habe ich aus einem Spucktuch genäht. Es sind mehrere, damit ich nicht immer die ganze Unterlage waschen muss, sondern nur den Stück Stoff, auf den das Baby wirklich drauflegt. Mit Snaps- Knöpfen habe ich die Unterlage mit der jeweiligen Auflage verbunden.

Wie das Original-Schnittmuster zeigt, kann man die Wickelunterlage zusammenfalten. Die verschiedenen Taschen sind  dazu da, um Windeln, Creme, Fruchttücher und Co. zu verstauen.

Zuerst die Taschen einklappen, dann unten und oben auch. 

Dann nochmal und mit einem Klett zugemacht. Genial.

Dieser Beitrag wird verlinkt mit Kiddikram im August 2017, Made for boys, Sew Mini  und dann noch zum Crafting Café.

Zu Hochzeiten wird Geld verschenkt

Das Baby hat dafür gesorgt, dass wir von den drei Hochzeitseinladungen diesen Sommer zwei sausen lassen mussten. Noch im Krankenhaus liegend, musste mein Mann zu der dritten alleine hingehen.

Was halt so alleine heißt bei uns die Tage.

Mit 2/3 der Kinder halt hingehen.

Hier am Land gibt es Frauen, denen sträuben sich die Nackenhaare bei Hochzeiten, weil *de so deier san* (weil die so teuer sind)

Versteh ich ja nicht. Obwohl Geldgeschenke jetzt auch bei modernen Stadt-Hochzeiten üblich sind, aber dann habe ich mir mal erzählen lassen, was an den großen Bauernhochzeiten im Voralpenland zwischen Bad Tölz, Bad Heilbrunn, Garmisch und Tegernsee so teuer sein soll.

Mahlgeld wird veranschlagt. Zu dem üblichen Geldgeschenk zwischen 50-100 € kommt das Mahlgeld, das schon auf der Einladungskarte steht. Der Gast zahlt seine Mahlzeit selber. Keine Ahnung, wie das taktvoll eingesammelt wird.

Irgendwann kommt das *Braut vaziang*. Ein kleinerer Brautraub also.

Ich selbst als Braut wurde auch geraubt und saß in der Pracht meines Hochzeitskleides unter einem Kastanienbaum auf dem Viktualienplatz. Schnaps wurde auch getrunken. Ein bisschen. Es war ein sonniger Tag. Ich erinnere mich gerne.Manchmal laufe ich über den Münchner Viktualienmarkt und denke daran.

Das *Braut vaziang* wird hier meiner Bauernhochzeit-Quelle nach mit Wein begossen und findet wohl eher in der Kegelbahn der Gaststätte statt. Der Wein dabei zahlen die Brautleute nicht. Das zahlen die Gäste selber und im dusligen Licht der Kegelbahn wird der Nachmittag schnell zu einem handfesten Saufgelager. Das kann wirklich schnell teuer kommen. Dazu kommen Trinklieder. *Wer im Januar geboren wurde…sauf aus sauf aus sauf aus* Glück, wer da im Dezember erst Geburtstag hat. Genug Zeit, um zu verschwinden.

Und dann, dann wird noch für eventuelle Kinderkleidung Geld eingesammelt.  Meine Quelle nannte das *Diachalgeld*. Das geht selbst mir zu weit. Aber mit einer Hochzeit sollte man Gewinn machen. Und mir wird klar, warum nicht alle über Hochzeitseinladungen glücklich sind. Allein die Tracht, die man zu tragen hat, kann einem teuer kommen.

Die dritte Hochzeit bei uns war keine Bauernhochzeit, sondern eine städtische. Zu der eine Aufmerksamkeit in Form von genügend Scheinen nötig war und kein Mahlgeld, Brautgeld, Weingeld oder Kinderkleidung.

Was für Bräuche rund ums liebe Geld kennt ihr auf Hochzeiten?

Dieser Beitrag wird verlinkt auf Creadienstag.

Löwenzahnsirup selber machen

Lange ist es still gewesen auf diesem Blog. Das hat natürlich Gründe – aber, ganz ehrlich, ist auch egal. Man darf sich von seinem eigenen Hobbys schließlich nicht unter Druck setzen. Die Welt setzt einen schon genug unter Druck – das kann man selber auch sein lassen.

Deswegen zum Wiedereinstieg mal was Leichtes für zwischendurch.

Der Löwenzahnsirup

Löwenzahnsirup ist sehr spannend – vor allem für Kinder. Dabei handelt es sich um Löwenzahnblüten, die man mit einem Liter Wasser zu einem Sud kocht. Wirklich nur die Blüten, sonst wird das eine bittere Angelegenheit.

Danach wird der Sud mit 1 kg Zucker und Zitrone geliert. Ich würde das nächste Mal mit 500g normalen Zucker und 500g Gelierzucker arbeiten. Die Zuckersoße muss nämlich extrem lange köcheln – so 5/6 Stunden, bis da mal was fester wird.

Jetzt haben wir einen schönen Honigersatz im Haus – wobei ich ihn am liebsten zum süßen von Tee verwende. Sommerlicher Eistee ist damit bestimmt eine Wucht.

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