Schlagwort: Samstagskaffee (Seite 1 von 3)

Yoko Tsuno und meine Kinder

Yoko Tsuno_SamstagskaffeeMeine Kinder haben meine Sammlung mit Comics entdeckt. Mehr noch, meine Sammlung Yoko Tsuno Comics. Schwere Kost für knapp Dreijährige. Zuerst dachte ich nur, sie suchen in den vielen Bildern alle Drachen heraus und geben sich damit zufrieden. Jetzt wandern sie abends mit dem riesigen Comicband von ihrem Bett wieder heraus und wollen genauer wissen, was da abgebildet ist und wie die Geschichte geht und was das da ist und wo das Mädchen hier hingeht und und und.

Ich war wohl zu voreilig und habe ihren Horizont unterschätzt.

Yoko Tsuno ist eine Comic-Heldin von 1970. Sie ist Japanerin und Elektrotechnikerin. Begleitet wird sie von zwei treuen Freunden: dem Tollpatsch Knut und dem smarten Vic. Sie gerät in fantastische Abenteuer, in futuristische und in mystische. Sie kann Aikido und kämpft natürlich auch mal gegen einen Drachen. Der Künstler ist Roger Leloup, der vor der japanischen Heldin Tim und Stuppi zeichnete.

Ich blättere durch meine Comics.

Nicht das Schlechteste – aus pädagogischer Sicht. Klar, es ist nicht für Kinder gedacht, aber es kommen keine Zombies vor, keine Nazis, keine nackten Brüste, keine erigierten Penisse und keine Toten oder abgetrennte Körperteile. (Ähh, anscheinend habe ich seltsame Auswahlkriterien für Kinderliteratur, kommt mir im großen Stil aber vernünftig vor, irgendwie) Technik ist hier Mädchensache, aber alle Figuren sind natürlich schön und schlank. Na ja, man kann nicht alles haben. Ich begnüge mich also mit dem positiven Effekt einer Technikerin

Jetzt muss ich aber auch eine Menge Elektronik erklären (ohne Smartphone oder Tablet, mit Funk und mit großen Computern…) und stelle mein Wasserglas (bin ja inzwischen in Woche 9 von 10wbc, ich habe weitergemacht nach meinem Tief, Resümee kommt nach Woche 10) zu den Samstagsleuten.

Jeder Mensch trägt in sich ein Motiv

Samstagskaffee mit MotivDiese Woche habe ich ein echt gutes Buch gelesen und sinniere noch ein wenig über die Geschichte zu meinem Samstagskaffee.

Eine Stelle daraus hat es mir besonders angetan.

*Jeder Mensch trägt in sich ein Motiv, ein Thema, dass die Partitur und Melodie seines Lebens prägt.
Meistens ist es so, dass dieses Motiv stark verwoben ist mit der Herkunft und sich dann über das gesamte Leben ausbreitet und stärker wird.
Man schafft es nicht, davon loszukommen, ganz egal, wie sehr man sich bemüht, es zumindest blasser werden zu lassen. Manchen Menschen ist ihr Lebensthema durchaus bewusst, zumindest in gewissen Lebensphasen, manchen wiederum nicht, oft deshalb nicht, weil sie nicht in der Lage sind, es sich einzugestehen.
Und oft umspielt ein zweites Motiv das erste und gibt ihm die besondere, persönliche Note.*
Zitat: Taschler, Judith W: Die Deutschlehrerin, Büchergilde Gutenberg 2013, S. 157

Der Roman nennt einige Motive. Treue, Schwermut, Lebenstüchtigkeit, Eitelkeit.

Außerdem geht es sehr stark um die Reue. Die Reue, Dinge so gemacht zu haben wie man sie gemacht hat und den Wunsch, sich ein zweites Mal an der Stelle seines Lebens gänzlich anders zu entscheiden und dies nicht zu können. In vielen Blogs wird zu einem Aspekt der Reue, und zwar der, Mutter geworden zu sein mit dem Schlagwort regretting motherhood, in diesen Tagen heftig diskutiert.

Ich frage mich, was mein Thema ist, meine Melodie. Aber vielleicht bin ich mit dieser Lebensdebatte noch zu jung. Aber, keiner weiß ja, wann das eigene Leben oder das der anderen zu Ende ist und deswegen sind Gedanken, wie viel man vom Leben noch wirklich übrig hat, absurd an sich.

Mein Leben ist geprägt vom Alltag. Ich mag Alltägliches. Ich kenne mich gerne aus. Tage, an denen ich das Gefühl habe, viel geschafft zu haben, sind immer Tage, an denen ich viel von dem Wiederkehrenden geschafft habe. Wenn ich es hinkriege, dass irgendetwas zu meinem Alltag gehört (Ein Blog, ein Nähprojekt, eine Prüfungsvorbereitung, eine Fernsehsendung, eine Arbeitsstelle, täglich das Bett zu richten, Mittagessen kochen), dann spielt es mir mehr in die Hände als wie wenn ich an einem Tag irgendetwas Nicht-Alltägliches mache. (Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich einmal fast täglich um 12 Uhr ein warmes Mittagessen auf den Tisch stelle, dann hätte ich ihn ausgelacht. Mittagessen kochen gehörte lange nicht zu meinem Alltäglichen und es war eine große Herausforderung, wenn ich es aus irgendeinem Grund doch mal machen musste)

Ein Motiv ist als der Alltag, der Rhythmus.

Aber das ist ja irgendwie bei allen so, oder nicht?

Vielleicht ist es leichter, von anderen das eigene Lebensmotiv vorgesetzt zu bekommen. Vielleicht finden meine Kinder, wenn sie so alt sind wie ich heute und in ihrer eigenen Kindheit herumstochern, im Netz diesen Blog, völlig verschüttet, und stöbern darin wie ich gerne im Tagebuch meiner Mutter herumstöbern würde, wenn sie denn eines geschrieben hätte. Vielleicht rufen sie mich dann genau jetzt an und sagen mir mein Motiv, obwohl ich diesen Beitrag und dieses Zitat schon lange vergessen habe. Hoffentlich können sie mich anrufen.

Ein Tag am Achensee

Samstagskaffee Achensee
Die Sonne scheint.

Die Kinder sind gesund und quietschen.

Jemand anderes als ich kümmert sich um das Essen.

Mein Mann hat Zeit.

Ich glaube an den Sommer…

ein Tag am Achensee.

Achensee

*Samstagskaffee ist eine Aktion von Ninjassieben*

Mitmachen bei der Blogparade: Menschen, die ich nicht bemerke.

Manchmal ist man ein Schluck Wasser in der Kurve

Samstagskaffee Schluck Wasser in der KurveHeute mal ein kurzer schwarzer Kaffee zum Samstagskaffee in Ninjas Runde.

Ich habe fertig.

Nach Geburtstagsausflug, nach Prüfung am Donnerstag, nach *Warum habe ICH eigentlich keinen Platz in MEINEM Bett*-Nächten, nach Ebbe im Kühlschrank und nach Großeinkauf mit Kleinkindern am SAMSTAG, nach Detlefs NULL-Kohlenhydrate-Plan, bin ich jetzt mal durch.

Ich bin der sprichwörtliche Schluck Wasser in der Kurve, der verwelkte Salatkopf im Supermarkt, der vergammelte Spielplatzsand in den Turnschuhen meiner Kinder.

Aus Faulheit habe ich heute den Fahrradanhänger mit Fahrrad einfach draußen stehen lassen, anstatt ihn wieder aufzuräumen. Habe dafür schon einen Stirnrunzeln-blick meines kinderlosen Sportler-nachbarn kassiert. Hätte mir fast gewünscht, er macht mich deswegen an. Dann wäre meine schlechte Laune kanalisiert rausgebrochen und es hätte nicht so einen Falschen getroffen. Apropos, Sportlernachbarn. Meine Blogparade zum Thema: *Menschen, die ich nicht bemerke* läuft ja gerade. Die gute Larissa von NoRobotsMagazine hat ja schon teilgenommen, vielleicht hat ja auch eine von der Samstagsrunde Lust dazu. Ich würde mich sehr freuen.

In diesem Sinne: Auf einen Langen Mittagsschlaf meiner Kinder heute und ein guten Spielplatznachmittag. Danach räume ich auch den Fahrradanhänger weg. Versprochen.

Heute mal ohne Entschuldigung leben

Samstagkaffee mit Puzzle_Diese Woche habe ich aus meinem Samstagskaffee ein Puzzle gemacht. Ein Puzzle deswegen, weil mein Leben aus winzig kleinen Puzzelstückchen besteht, dass sich zu einem großem ganzen Bild zusammenfügt. Manche kennen nur ein oder zwei Stückchen, andere kennen ganze Bildteile, hier hinterlasse ich manchmal ein paar Puzzleteile, aber je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass neben dem Mann an meiner Seite wohl nur ich selbst das ganze Bild überblicke. Und selbst er kennt nicht alle Teile.

Meiner Generation wird oft nachgesagt, dass wir zersplittert sind, uns nicht mehr für die Politik und die großen Utopien interessieren und dass wir uns bei der ersten Schwierigkeit scheiden lassen wollen, wir kriegen zu spät Kinder und machen zu lauwarm Karriere. Uns fehlt halt der Biss.

Wir haben aber auch ständig das Gefühl, zu wenig zu tun, zu wenig zu leisten.

Wir entschuldigen uns für unsere Kinder, wenn sie in einem Café zu laut sind.

Wir entschuldigen uns für unsere Fehlzeiten, wenn wir krank sind.

Wir entschuldigen uns für unsere späten Fortbildungen, da wir davor bereits eine Ausbildung, ein Studium und einen Job gemacht haben.

Wir entschuldigen uns, wenn wir auf einen Schlag in einem Freizeitbad zu viel Geld ausgeben.

Wir entschuldigen uns, wenn wir darüber nachdenken, wie geil es wäre, eine Putzfrau zu haben.

Wir entschuldigen uns für unsere sinnlosen Hobbys, die wir nur pflegen können, weil wir dafür unsere Kinder/unseren Haushalt und unsere Karriere vernachlässigen.

Also, alles in allem.

Heute entschuldige ich mich mal nicht, sondern lebe einfach in meinem Puzzleleben weiter. Lasse meine Kinder in einem Café herumbrüllen, lerne an meiner Fortbildung, freue mich auf einen Schwimmbadbesuch morgen und mache für meinen Blog sinnlose Photos von meiner Kaffeetasse, nicht zu schweigen davon, dass ich heute die Socken weiterschicke. Und das mit der Putzfrau, das fände ich heute auch mal einfach mal neidlos geil.

 

 

 

Samstagskaffee mit Spuren

samstagskaffee Spuren im Schnee TasseNachdem ich in diesem Blog diese Woche gedanklich bei der Gedenkstätte Auschwitz war, fällt es mir schwer, einen locker-beschwingten Samstagskaffee zu verfassen.

Manchmal ist es auch gut, einfach mal ein bisschen zu schweigen.

Spuren im Schnee Samstagskaffee

 

 

{Samstagskaffee} Trotz bei Kleinkindern – ungewöhnliche Lösung bei Spaziergangsverweigerer

Samstags-PilsEigentlich wollte ich diesen Blog nutzen, um NICHT über meine Kinder sprechen zu müssen, aber die Begegnungen mit Trotz, eigenem Willen und Wut in Zwergengröße treibt mich doch immer wieder zum Erzählen. Ist halt auch ein sehr donnernder Lebensabschnitt, in dem man als Eltern mal ordentlich herausgefordert wird.

Und bevor ich hier verschönte Fotos über Mittagessenrezepte aufschreibe, stelle ich mein Pils zum heutigem Samstagskaffee mit der Vorstellung der (momentanen) Spaziergangslösung.

Rückblick:

Mein einer Sohn hasst spazieren gehen und wirft sich heulend auf den Boden bei dem Thema.

Mein anderer geht brav mit und mag das eigentlich ziemlich gerne.

Trage ich das eine heulende Kind, fängt der andere auch an, getragen werden zu wollen.

Gehe ich mit dem großen Kinderwagen, fehlt mir eine Hand: eine Hand am Kind, die andere am Kinderwagen – ok. Wollen aber doch beide laufen, was mache ich mit dem Kinderwagen? Zum ohne-Hand-laufen sind einige Passagen doch zu autoreich, das ginge nur im Park, aber ganz ehrlich – soo einfach ist es dann auch nicht mit den Wünschen – wenn er laufen will, sollte er laufen.

Beide zurück in den Kinderwagen? Na toll, das Ziel der Übung ist ja, dass sie müde werden, und nicht ich….

Ich habe einen Rollkoffer, schön groß und stabil. Den kann ich auch ohne Kind noch mitzerren und trotzdem gehen beide an der Hand – das Kofferkind, ohne Drama durch die Gegend gerollt – und dann? dann…. doch selber gelaufen, als es die Option gab, immer doch gezogen werden zu KÖNNEN. Auch praktisch: der andere sieht unserem Treiben extrem skeptisch zu. Magst du auch rollen? Nein. Entsetzter Blick…laufen will.

Koffer als Buggy

*grins*

 

{Samstagskaffee} Chaos, Heulkinder und die geilen Zeiten

Samstagskaffee im ChaosHier steht er, der erste Samstagskaffee seit Wochen. Mitten im Chaos zwischen halbkranken Kindern, aufgerissenen Käsescheiben und einem Mann mit jobmäßigem Termindruck. Geile Kiste zur Zeit.

Innerlich fühle ich mich zerrissen und kraftlos, das nasskalte Wetter spielt mir negativ in die Karten. Was machen mit Kindern und diesem Wetter?

Kneten, Malen, Schneiden und immer mal wieder Wintersport gucken. Aber nachdem meine Kinder beschlossen haben, sie werden jetzt Skispringer..nun gut, dann guck ich mir den langweiligen Käse auch an. Wenn die Snowboarder dazwischen fahren, dann wankt der Beschluss mit dem Skispringen und sie werden kollektiv Snowboarder.

Ach recht, ihr seht, ich bin entnervt. Wir verlassen grad die Phase „Baby sweeeet“ und kommen in die „Trotz, Heul, Wutanfall„-Phase, die wohl mehr oder weniger gesellschaftsfähig entfaltet wird und anhält bis sie ausziehen.

Wie gesagt, geile Kiste hier grad.

Ich habe mir gestern ausgedacht, ich male mit ihnen Katzenmasken an.

Katzenmaske fertig

Die erste Reaktion: Heulen, weil man Angst vor den Masken hat.

Dann wurde doch gemalt. Mit Bastelfarbe (empfehlenswert, im Ernst jetzt, geht überall wieder weg: von Kleidern, Kindern und Tischen) Und die Federn wurden mit Washi-Tape beklebt, eine weitere Benutzung. Meine ersten Versuche mit diesem Klebeband habe ich schon mal beschrieben.

Katzenmasken bemalen

Mit den Marken wurde aber nicht gespielt, da sie es überhaupt nicht mögen, wenn da echte Augen durchgucken. Jetzt hängen die Masken als Staubfänger an der Wand und jedem, der reinkommt, wird erzählt, dass die Masken von ihnen bemalt wurden…und dass sie davor Angst haben.(Verstehe ich auch…im Nachhinein)

Pädagogisches Waterloo

Marmeladendeckel

Egal, was ich aber benutzen konnte, waren die Deckel der Marmeladegläser,
die ich hier schon mal erwähnt habe und die ich ja wegen der „Minimalisieren wir die Wohnung“-Phase mal entrümpeln konnte. Also, ich werde wohl nie Marmelade einkochen, aber Marmeladendeckel sind echt gut für Farbe…alles macht irgendwann Sinn…auch diese Tage jetzt…

{Samstagskaffee} Puppen für Jungs

Samstagskaffee mit der PuppenfrageIch habe Kinder. Diesen Kinder gebe ich Sachen in die Hand, mit denen sie spielen dürfen. Manchmal sind es Dinge, die mir gehören. Manchmal sind es Dinge, die die große weite Industrie für Kinder in ihrem Alter entwickelt hat. Spielzeug eben. Alle diese Dinge sollen zwei Sachen erfüllen:

1. Es soll ihnen Spaß machen.

2. Sie sollen irgendwas lernen.

Die meiste Zeit erkenne ich nicht, was sie jetzt genau lernen sollen, sprich, meine Geschenke folgen keinem Lern-masterplan. Ich sehe, was ihnen Spaß macht und dann gebe ich Ihnen Dinge, die dazu passen (oder sie suchen es sich selbst)

Wenn Kinder jünger sind, dann sind das für Mädchen und Jungs die gleichen Sachen. Steckwürfel, Mamas Schlüsselanhänger, Holzpuzzelspiele, Wasserfarben.

Jetzt langsam fängt es aber an, dass die Spielzeuge nach Geschlecht aufgeteilt werden. Dabei sind die Spielsachen für Jungs (Bagger, Autos, ect.) oft neutral in Farben und Formen. Ein Feuerwehrauto in klein sieht halt aus wie ein Feuerwehrauto in groß. Was soll man da auch rosa anmalen?

Was passiert aber mit speziellen Mädchenkram?

Aus meiner Kindheit sind noch Puppen übrig. Und Ja, Jungs spielen auch gerne mit Puppen. Meine Jungs machen das zumindest und füttern ihre Puppen, legen sie zum schlafen und versuchen sie zu wickeln…

Jetzt habe ich sie gefragt, ob ich dem Christkind fragen soll, ob es Puppen für sie bringen könnte….

Sie standen beide mit leuchtenden Augen da und haben „Jaaa!“ gerufen.

Also stöbere ich durch Online-händler und reale Spielzeugläden auf der Suche nach Puppen…eine rosa Glitzerwelt droht mich zu erschlagen. Spielen alle Mädchen wirklich nur mit Dingen aus Rüschen und rosafarbenen Plüsch?

Wo liegt meine persönliche Gender-Schmerzgrenze? Kaufe ich meinen Jungs rosafarbene Glitzerpuppen, die eigene Personalausweise haben, wo sich die „Puppenmama“ eintragen darf?

Bei einem bekannten Händler lese ich zum Thema „warum mit Puppen spielen?“ : …fördert die Fantasie und unterstützt nachweislich die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und Werte wie Verantwortung, Kommunikation und Einfühlungsvermögen. Quelle babyborn

Ja, das hätte ich auch gerne…ohne Glitzer…gibt es keine Puppenpapas da draußen? Wieso separiert die Spielzeugindustrie wie in den 50er Jahren noch Spielzeug so stark? Ist unsere Gesellschaft nicht längst wo anders angekommen?

Sollen Puppen für Jungs anders sein als Puppen für Mädchen?

Es gibt bei Jako-o den berühmten Krümel.

Es gibt auch von Haba Puppen, die mich nicht sofort an einen Kleinmädchentraum aus den 80er Jahren erinnern.

Ich muss ehrlich sein. Ich finde schon, dass Jungs mit Puppen spielen dürfen. Aber ich habe keine Lust, dass mein Kinderzimmer zu einem Politikum wird. Ich habe keine Lust, dass ich Rosa-Zeug anschaffe, nur um anderen Müttern zu beweisen, wie genderneutral ich meine Jungs doch erziehe. Wie modern das alles hier ist.

Einem Mädchen eine kleine Bohrmaschine zu kaufen, ist längst kein Thema mehr. Was ist aber mit den Jungs? Ist es auch kein Thema mehr, ihnen Puppen zu kaufen, die wirklich alles (vom Kinderwagen bis zur Windelhose) in rosa und pastell haben?

Versteht mich nicht falsch, ich habe nicht vor, alles rosa zu verbannen. Ich habe nur was gegen diese einseitige Farbgebung. Bin ich jetzt unmodern? Traditionell? Eine verkappte CSU-Wählerin, weil ich nach Puppen Ausschau halte, die blau, braun, grün, rot UND rosa tragen?

Zu den Puppen werde ich wohl dann doch die meiste Kleidung selbst herstellen, also nicht wundern, wenn hier mal ein kleiner Puppenpullover auftaucht…ich muss gestehen, ich habe bereits nach Strickmuster und Schnittmuster gegoogelt…

Strickkorb gender SpielzeugApropos gender-Spielzeug und stricken. Ich habe einen Strickkorb. Meinen Kindern ist es wirklich verboten, diesen Strickkorb auch nur nahe zu kommen. Deswegen haben sie jetzt auch einen eigenen Strickkorb und sitzen friedlich herum und zerwuseln Wolle. Gott sei Dank, ist das weder männlich noch weiblich, sondern bunt. Kinder ( Jungs wie Mädchen) wollen nämlich vor allem ihre Welt imitieren. Und wenn Mama strickt, dann wollen sie auch „stricken“. Wenn Papa kocht, wollen sie auch kochen. Soll ihnen doch ohne Farbschablone und Politikum einfach gewährt werden…

Strickkorb Gender Spielzeug 2

Diese Gedanken stelle ich samstags seufzend und unfertig zu Ninjas Samstagskaffee.

Ältere Beiträge

© 2019 Fadenvogel

Theme von Anders NorénHoch ↑