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{Samstagskaffee} Unter Spielern

Unter Spielern_FotoIch bin mit einem Spieler verheiratet.

Mein Mann liebt Rollenspiele, Brettspiele, Computerspiele.

Am Anfang unserer Beziehung hatte er einen Schlüssel in der Hand und sperrte für mich die Welt der Spieler auf. Darin geht es die meiste Zeit zauberhaft zu. Es werden Schlachten auf offenen Feld geschlagen, mit Wikingertöchtern getrunken, Kleider von Hand genäht. Es gibt aber auch andere Spiele, mit Charakterbögen und regelmäßigen Treffen. Oder es werden riesige Brettspiele aufgebaut und bis tief in die Nacht hinein gezockt.

Alle halbe Jahr kommt eine Gruppe eines Spielerfreundeskreises zusammen, mieten eine Jugendherberge und spielen und feiern mit Kind und Kegel das ganze Wochenende lang. Sie feiern Geburtstage und ich habe das Glück, als loses Ende eines Beziehungsstranges auch dort zu sein. Aber auch als loses Ende bin ich fest verwoben. Unter Spielern ist es nicht wichtig, wie nah oder fern du jemandem bist. Man kennt sich eben. Als Freund eines Freundes bist du ein Freund. Dieser Samstagskaffee steht meine Kaffeetasse also auf einem Tisch in einer Jugendherberge. Unter Spielern. Unter Freunden.

Da wir unsere Kinder krankheitsbedingt zu Hause gelassen haben, kamen wir dieses Wochenende so richtig zum spielen. Wobei meine Definition von „richtig zum Spielen“ wohl nicht die in Spielerkreisen Übliche ist. Alle bringen Berge ihres Brettspielfundus mit, stapeln sie auf langen Tischen und man wählt sich eines aus und eröffnet eine Runde. Dabei wird meistens alles andere beiseite gelassen – Name und Beziehungsgrad, Statussymbole und Berufsgruppen, Alter und Geschlecht. Ein 14jähriger Spieler ist ein Spieler, wenn er ein Spieler ist. Genauso wie ein 40jähriger Spieler.

Packe ich an einem Tisch mein Strickzeug aus, so bleibe ich nicht alleine. Andere Frauen haben auch ihre Handarbeitsspiele dabei und nadeln mit. Wir sprechen und tauschen Geschichten, trinken oder trinken nicht. Die Welt der Spieler ist ungeschminkt und stets mit Hausschuhen zu betreten.

Dieses Jahr habe ich folgendes Spiel dort gefunden. Ein Klassiker, eigentlich. Ist mir schon begegnet, ich habe es aber noch nicht gespielt.

Das Spielprinzip ist einfach. Man hat einen Haufen kleiner einfarbiger Züge (im Sinne von Lokomotiven) und versucht, eine Strecke für sich in Anspruch zu nehmen. Die Strecken kauft man mit Farbkarten, die jede Runde nachgezogen werden. Simpel und Spannend. Ich liebe ja so was. Dieses Spiel gibt es in mehreren Versionen. Mit Deutschlandkarte oder auch als Original mit Amerikakarte. Ich fand die Version mit Europa sehr toll. Ich denke, dass man es auch gut mit Kindern spielen könnte. Eine Sache für eure Weihnachtsfeiertage? Bestimmt!

P.S. ich benutze einen Link zu amazon, um halbwegs legal das Cover auf meinem Blog zu zeigen. Ihr braucht diesen Link, der erscheint, wenn man die Maus über das Coverbild zieht, nicht benutzen. Er bringt mir auch finanziell eigentlich fast nichts. Also bis jetzt hat mir amazon noch 0.00 € ausgezahlt. Kauf das Spiel also wo ihr wollt.

{Samstagskaffee} der authentische Blog

Samstagskaffee mit Löffel in der Tasseder erste Kaffee am Samstag Morgen – mit Löffel in der Tasse und einfach mal da stehen gelassen, wo er eigentlich auch steht -. hinter dem Müsli, neben dem Honig. Unspektakulär.

Die große Frage beim dem Thema Warum schreibt man einen Blog?  gehört auch dem Thema Authentizität. Wie authentisch kann man sein und was ist das überhaupt – authentisch sein?

Authentisch sein bedeutet echt sein, das Original.

Als die Fotographie aufkam, haben die Menschen das Foto erst als die genaue Abbildung der Realität verstanden. Heute denken wir bei Nachrichten und News auch gerne noch an das authentische Foto und lassen uns täuschen von Hochglanzmagazinen und Werbefilmchen, wissen es aber schon längst besser. Das Foto ist nur der Ausschnitt der Realität, den der Fotograph uns zeigt und danach kommt noch eine Menge an Bearbeitungsmöglichkeiten, die nichts mehr mit der Realität zu tun haben. Das Foto ist wie ein Kommentar der Realität, aber nicht die Realität selbst.

Bei Fotos haben wir das schon längst verstanden. Was ist aber mit den Internettagebüchern? Mit den berühmten Blogs?

Je „unprofessioneller“ ein Blog wirkt, desto mehr Authentizität wird ihm machmal zugesprochen. Oft habe ich in Kommentaren und Blogartikeln schon gelesen, dass man müde wird, die ganzen Hochglanz-Blogs zu betrachten und das perfekte Leben dahinter zu bewundern.

Dabei hat – wie bei der Fotographie – die Professionalität nichts mit Authentisch-sein zu tun. Natürlich ist uns das Unauthentische (Unechte? Nicht das Original Seiende?) daran nur sofort klarer. Eine Mutter von vier Kindern hat kein aufgeräumtes stylisches Badezimmer, das sie uns als Foto im Blog präsentiert. Eine berufstätige Frau backt nicht perfekte kleine Muffins, die in der Retro-küche so unbedarft herumstehen. Wahrscheinlich hat die Mutter das Bad in einer Megaaktion für den Blog hergerichtet und die berufstätige Frau hat ihre Muffins extra mit dem ersten Sonnenstrahl photographiert und das ganze Chaos ist im Spülbecken verschwunden – aus dem Blick des Fotos weggenommen.

Ist das jetzt umauthentisch?

Im ersten Moment: Ja.

Im zweiten: Nö.

Das Bad kann so aussehen, wenn man es lässt und die Muffins sind auch hübsch geworden, die weniger Hübschen sind für das Foto halt so hingerichtet, dass man es nicht sieht. Deswegen sind beide Dinge doch irgendwie so echt oder unecht wie der photographische Ausschnitt einer Realität halt sein kann.

Der böse Gedanke kommt ja erst damit, wenn wir als Leser annehmen, dass dieses Bad immer so aussieht und das diese Muffins überhaupt keine Anstrengung darstellten. Der böse Gedanke kommt erst mit dem Neid, warum das bei einem selbst grad nicht oder nie so ist.

Aber die „unpofessionellen“ Blogs – sind die wegen der weniger arrangierten Fotos und der weniger stylischen Headerschrift deswegen authentischer? ich sage nein. Auch hier stehen Leben dahinter, die uns nur einen gewählten Ausschnitt zeigen. Einen Kommentar zum eigenen Leben bieten und nicht das Leben selbst repräsentieren.

Das Leben selbst kann nicht gezeigt werden, es kann nur gelebt werden. 

Ich lese inzwischen eine Menge Blogs und kann nur sagen, dass ich oft nicht an den Fotos oder der Aufmachung erkenne, ob mich das wirklich interessiert – nur am geschriebenen Wort.

Und da kommen wir zu der eigentlichen Frage: das hier sind Worte. Worte, die irgendetwas auf einem Leben beschreiben, aus der Gedankenwelt, aus den Gefühlen oder auch nur Tips geben oder Geschichten erzählen.

Das ist es, was mich an Blogs interessiert und das ich auch authentisch finde. wenn mir jemand etwas mitteilt und ich das Gefühl habe, es ist echt. Egal – wie professionell oder unprofessionell der Schnodder drum herum aussieht.

Blogs sind also nicht die Photos und nicht die Aufmachung und das sonstige digitale Blingbling, sondern es sind letztendlich Worte, die ich hören möchte oder eben nicht. Ein Brief an den unbekannten Leser, ein Tagebuch, eine Geschichte. Manche Boge halte ich für authentisch, auch wenn ich fast nichts aus deren Privatleben erfahre, machen Blogs halte ich für unauthentisch, selbst wenn mir jeder Geburtstag und jedes neue Kind präsentiert wird. Für mich hat es also eher nichts mit der Nähe an der privaten Person zu tun, sondern nur an der Aufrichtigkeit des geschriebenen Wortes.

Wenn die Worte echt sind, ist der Blog authentisch. 

Das ist jetzt mal mein Resümee dazu und ich stelle meine Frühstückstasse als Ausschnitt und Kommentar zu meinem Leben zu Ninjassieben und den anderen BloggerInnen. Bin gespannt, welche Blickwinkel zum Thema Authentizität euch noch einfallen. Würde mich freuen, wenn ihr kommentiert.

 

{Samstagskaffee} Kindsein mit Laternen – eine Mahnung an die perfekte Mutter

Samstagskaffee mit den jungen Künstlern

Letzte Woche habe ich in der Kaffeerunde geschwänzt. Wir waren zu Gast auf einer Taufe bei Menschen, die das digitale Leben weder kennen noch kennen lernen wollen und ich finde das gut so. Aus Respekt knipse ich dann dort weder meine DIY-Geschenke noch meine Kaffeetasse. Mal schwänzen ist ja auch ok.

Diese Woche habe ich meine Kaffeetasse in der Mittagspause auf den Notenstapel auf dem Klavier abgestellt, um mal ein anderes Foto zu machen. Dahinter sind auch gleich die Tortenboden-Mal-Kunstwerke meiner Söhne zu sehen und ich war wieder im Zweifel. Klar, ich finde das toll, aber ich bin ja auch die Mutter…aber dann, dann kam mir der Gedanke von Authentizität und von Realität und das Bloggen, dass ja immer die wunderschönen Momente im Netz bewahren möchte. (Siehe auch: Warum schreibt man einen Blog?) Und im Kuddelmuddel dieser Gedanken fiel mein Blick auf die Laternen, die ja bestimmt in allen Häusern dieser Tage gebastelt werden. (Oder auch schon vom Kindergarten)

Samstagskaffee Laterne
Ich habe gestern in einem planlosen Mix aus Pergamentpapier, Malkreide, Kinderschere und washi-tape (bereits hier mal erwähnt) mit meinen beiden Zweijährigen auch Laternen gebastelt.

Ich bin handwerklich geschickt. Ich stricke, spiele Klavier, ich tippe beruflich auf Tastaturen herum. Ich könnte Laternen basteln, die man in der kühlen Novembersonne wohl perfekt für einen Blog fotographieren könnte.

Meine Kinder (noch?) nicht.

Aber es sind ihre Laternen und sie haben mit Leidenschaft auf dem großem Papier herumgemalt, haben die Bordüre geschnitten (das erste Mal eine eigene Schere in der Hand, ein großes Ereignis), waren für über einer Stunde bei der Sache.(Für alle Nicht-Mütter: das ist echt laaange)

Samstagskaffee Laterne 2
Ich habe das Tape aufgeklebt und die Laterne rund gemacht. Ein minimaler notwendiger Mami-einsatz sozusagen.

Sie platzen beide vor Stolz und ich bin seltsam gerührt, weil ich weiß, dass etliche Kinder am Dienstag in dem Alter oder auch später mit perfekten Laternen kommen werden. Laternen, die von Müttern am Abend liebevoll gebastelt wurden.

Laterne innen kleiner
Im Horizont von Zweijährigen gibt es das Wort „perfekt“ gar nicht, es gibt höchstens das Wort „selber“. Und etwas selber machen ist das Beste auf der Welt – finden zumindest Kinder.

In diesem Sinne möchte ich mich selber mahnen, dass ich es schaffe, meine Kinder Kinder sein zu lassen, nicht alles in „schön“ haben möchte, nicht alles in „sauber“. Ich möchte, dass sie alles mit Begeisterung mitmachen und nicht denken, dass sie etwas nicht gut genug könnten und deswegen zögern, überhaupt mitzumachen.

Und das bedeutet wohl, dass ich viele Jahre an Laternenumzügen teilnehme mit Laternen, die man nicht bei dawanda verkaufen könnte. Ich muss lächeln. Wenn das alles ist: das halte ich aus.

Vielleicht interpretiere ich die Blicke der anderen Mütter mit den perfekten Laternen aber auch falsch. Vielleicht sehen sie mich ungläubig an und meinen eher: Oh Gott, du hast dir den Stress gegeben, die Laternen von ihnen selber machen zu lassen? You are the perfect one, baby.

Denn wunderschön finde ich diese Laternen, mit dem Nachmittag Kleben und Schneiden, mit den begeisterten Ausrufen, mit der stolzgeschwellten Brust. Es war mir ein Fest, meine Zwerge.

Aber das ist ja nur der halbe Artikel, in der anderen Hälfte geht es um die Mütter-Society. Die, mit den Vergleichen, den Blicken, den Halbsätzen. Zu der keine gehören will und trotzdem alle dabei sind. Aber ich denke da zu viel rein. immer. Ich trinke jetzt mal meinen Kaffee und warte, bis die Truppe wieder aufwacht.

*Samstagskaffee ist eine Aktion von Ninjassieben.

Warum schreibt man einen Blog?

Warum schreibt man einen BlogDas berühmte Blog-Konzept. Komisch, dass man sich am Anfang des Bloggens so mit der Frage beschäftigt, in was für eine Schublade der eigene Blog denn gehört. Ein DIY-Blog? Ein Mami-Blog? Ein Food-Blog? Mit was will ich die Netzgemeinschaft denn erheitern?

Das finde ich genau die falsche Herangehensweise…sorry, dass ich das jetzt mal so platt ausdrücke, aber who fucking cares? Das hier ist das Internet, das weiße Rauschen unserer Zeit. Jeder redet, alle posten, hunderte liken, pinnen und teilen…von den ganzen Fotographen mal abgesehen…

Ich habe am Anfang des Bloggens auch darüber nachgedacht, was für ein Blog der Fadenvogel denn werden soll und habe mich für einen reinen DIY-blog entschieden. Nähen und vernäht werden, sozusagen. Es wurde bald langweilig. Ich habe wochenlang nichts Neues darauf gemacht. Ich habe mir selbst mit dieser Einschränkung des Mund zugenäht. Bei jedem Post dachte ich: Passt das jetzt hier rein? Gehört das dazu? So ein Quatsch, sag ich euch.

Im Endeffekt ist es natürlich schön und streichelt der Seele, wenn einem jemand zuhört, aber ganz ehrlich: Am Anfang des Bloggens sollte man selbst stehen. Der Schreiberling, sozusagen. Man muss sich ja erst mal selbst zuhören können, um andere zum Zuhören zu gewinnen.

Das Mantra des Bloggens ist man also selbst.

Das Bloggen ist für mich wie meine eigene kleine Therapiesitzung, in der ich mich frage: Und, was interessiert DICH denn eigentlich? Was hat DICH heute beschäftigt? Ging es heute mal um DICH?

Das Leben von Frauen ist ausgefüllt mit den Wünschen anderer: Kinder, Männer, Arbeitgeber. Alle wollen sie ein Stückchen haben und dann, am Ende des Tages, ist alles aufgegessen…für DICH persönlich bleibt nichts übrig. Für meinen Blog hebe ich ein Stückchen auf und entscheide mich Tag für Tag bewusst ein bisschen für mich.

Ein Blog als moderner Egoismus? Selbstdarstellung?

Ja, wahrscheinlich. Wobei ich sagen muss, dass diese Selbstdarstellung eher einer Selbsterrettung gleichkommt. Wie gesagt, so oft geht es in meinem nichtdigitalem Leben nicht um mich. Der Blog ist meine große Schwester, die abends anruft und mich zu Dingen überredet: Gehen wir doch auf diese oder jede Veranstaltung. Lesen wir doch gemeinsam dieses Buch. Stricken wir das Teil doch gemeinsam fertig. Viel zu oft würde ich Dinge einfach unter den Tisch fallen lassen, wenn ich mir nicht denken würde: Hey, das könntest du deiner großen Schwester erzählen, wenn´s fertig ist…

Traurig? Eigentlich nicht. Ich halte das eher für sehr gesund. Es gibt nämlich in der modernen Welt kaum noch Nachbarinnen, die sich für Patchworkdecken begeistern lassen, die mal auf einen Samstagskaffee vorbeikommen oder einfach mal kurz grüßen. Hier gibt es diese Nachbarinnen. Wenn ich verschwinde, würde ich doch wenigstens von einem oder zwei Mitlesern ein Klingeln in meinem Emailpostfach kriegen mit den Worten: alles ok? Denke ich zumindest…

Aber das ist nicht der springende Punkt beim Bloggen. Zumindest nicht bei dem Bloggen, dass mich interessiert. Ich finde eine große Leserzahl natürlich total spannend und würde jetzt keinen von der Lesekante stoßen wollen, aber ich blogge für mich. Um mich selbst mir vorzustellen, um mich selbst an mich zu erinnern. Ein eigenes Seelenlesezeichen im weißen Rauschen.

Warum dann öffentlich? Na ja, weil man sich selbst am besten im Austausch mit anderen erkennt. Weil man erst im Gespräch eine Antwort ordentlich formulieren muss, weil man erst im Sichtbaren sichtbar werden muss.

Die Frage nach einem Konzept, einer Schublade wird da sehr schnell unwichtig. Beschäftigt man sich am Anfang noch mit den Fragen von Außenwirkung, wird einem schnell bewusst: die Innenwirkung ist viel wichtiger.

{Samstagskaffee} I so f***ing earned it.

Samstagskaffee – eine Aktion von Ninjassieben.

Gastbeitrag gesucht? Gemüsesuppe und eine große Liebe

FotoIch darf mit Freuden verkünden, dass ich in letzter Zeit zwei Gastbeiträge schreiben durfte – einer ist noch in Planung. Ich mache das echt gerne, wenn jemand also einen Schreiberling sucht für Urlaubsvertretung oder auch so – gerne gerne.

Gemüsesuppe und ein Münchenort beim Municorn

Die große Liebe zu einer Schriftstellerin – Margaret Atwood bei No Robots Magazine

{Samstagskaffee} auf dem Weg durch die Jahre

Samstagskaffee auf der BrückeDer Münchner Zoo Hellabrunn liegt von mir aus gesehen auf der anderen Seite einer Brücke.

Die Brücke ist nach dem Stadtteil genannt – Thalkirchen, also Thalkirchener Brücke. Ich bin heute mit dem Fahrrad morgens zum Tierpark gefahren und damit fahre ich auch immer durch ein Stück meiner eigenen Vergangenheit.

Von meinem Stadtteil aus fahre ich am Kreisverwaltungsreferat vorbei. Dabei muss ich an meine eigene Heirat dort denken, oder ich denke an eine Schulfreundin, die jetzt dort arbeitet und die ich aus den Augen verloren habe.

Ich fahre am Café Blue vorbei, in das ich mit meinem ersten Freund zum Frühstücken gegangen bin und auch mit meinem letzten, der immer noch behauptet, dass er sich just dort in mich verliebt hat.

Ich komme an die Bushaltestelle, an der ich immer ausgestiegen bin, um zu meinem ersten Freund zu kommen und ich fahre an Straßennamen vorbei, die nach kleinen Dörfern im Tölzer Land benannt sind und mich daran erinnern.

Heute hat die Oktobersonne auf München geschienen und im kurzen Moment auf der Brücke -unter mir die weite Isar- flogen die Jahre an mir vorbei.

Auf der Thalkirchner Brücke werden Schlösser von verliebten Paaren angebracht. Ich frage mich, warum ich das mit meiner Teenagerliebe nicht gemacht habe und wie gruselig das jetzt wäre, das Schloss mit dem ewigen Liebesschwur zu suchen und zu finden. Aber die Schlösser sind ein neuer Brauch in dieser Stadt und wir sind noch ohne ein Schloss über diese Brücke spaziert. Ich schieße ein Foto mit meinem Kaffeebecher auf dem Lenkrad und halte einen Augenblick inne – bis ich mich und meine Kinder in das Menschengewühls im Affenhaus stürze.

Samstagskaffee auf der Brücke 2

Dieser Beitrag ist ein Teil vom Samstagskaffee bei Ninjassieben.

{Samstagskaffee} Frankfurter Buchmesse …

Samstagskaffee Frankfurt_Teaser

Ich sitze gerade noch im Zug auf dem Weg nach Frankfurt. Kaffee gab es noch keinen, aber ich hoffe da auf Frankfurt! Die Teaser Idee kommt von fragmentage. Und über eine große Liebe von mir geht es später bei No robots! Verlinkungen folgen.

{Samstagskaffee} im urbanem Kinderglück

Samstagskaffe im urbanem Kinderglück

Heute ein Samstagskaffee im urbanem Kinderglück. Stadtkinder, eine Feier in einem MutterVaterKindZentrum. Der Boden aus Linoleum in Holzoptik, das Haus ein halb zerfallener Altbau, hohe Decken, verwinkelte Räume, alte Kacheln und eine normale Kaffeemaschine. Die Kinder spielen in allen Räumen, Hausschuhe sind Pflicht. Wir Eltern sitzen um einen großen Tisch, kommen ins Gespräch und unterbrechen die Gespräche auch plötzlich wieder. Manchmal sagt man einen Satz, doch dein Gegenüber ist schon mit den Ohren und Augen bei seinem Kind und hört dich nicht mehr. Manchmal passiert dir das selbst. Mütter begegnen sich wie Weggefährtinnen, haben tausend Themen und teilen sich trotzdem nichts Persönliches mit oder teilen mehr miteinander als irgendjemand je mitkriegen könnte. Das Wassertrinken fällt mir heute schwerer, es ist nicht einfach, einen Rhythmus zu finden. Es ist laut und urban und es wird ungewöhnlich spät. Nach Hause kommen wir mit den Fahrrad – durch die letzen Oktoberfestgänger, die bereits jetzt taumeln. Der Himmel ist hell erleuchtet und die Zuckerwatte pappt süßlich in der Luft. Ich seufzte und bin trotzdem glücklich heute.

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