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Dreieckstuch – eine Strickliebe

Der Titel macht es klar: Ich liebe Dreieckstücher.

Dreieckstücher sind relativ einfach zu stricken, passen immer und je nach Material oder Muster wirken sie stets unterschiedlich. Man hat also eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten. Nicht nur im Machen, auch im Tragen. Als Schal oder als Schultertuch – ach ja, ein wirklicher Allrounder.

Aber, gerade wer zu stricken anfängt: Ein Schultertuch ist eine laaange Angelegenheit. Fix mal runtergestrickt ist das echt nicht. Meistens geht es am Anfang ganz erfreulich schnell und das Tuch wächst, aber dann – dann folgt die lange Flaute. Zumindest ist das bei mir so.

Schultertücher wachsen eigentlich bei den meisten Vorlagen an – und genau dieses Anwachsen macht es zum Ende hin zu dieser langwierigen Sache. Erst kleine Reihen hin und her – es wächst und wächst. Und dann, wenn mal eine ordentliche Maschenzahl mal auf der Nadel liegt, da strickt man dann schon lange an so einer Reihe.

Eine meiner Lieblingsdesignerinnen für Dreieckstücher ist

Sylvia McFadden

aus Vancouver, die gerade mit spielerischen, aber leisen Stücken bei mir hoch im Rennen ist. Auch das gezeigt Modell ist von ihr. Der Name ist „Water“ – die Technik ist auch interessant mit immer einem Musterabschnitt in verkürzten Reihen gestrickt. Ein bisschen habe ich gebraucht, um „reinzukommen“, weil mir nicht ganz klar war, wie und wo man verkürzt, aber schließlich hat es doch ganz gut geklappt.

Das verwendete Material ist ein sommerliches Verlaufsgarn von Lana Grossa „Shades of Merino cotton“. Eine Merinowolle mit Baumwollanteil. Leider bin ich nicht besonders zufrieden damit, weil ich erst hinterher gesehen habe, dass das schöne Muster damit untergeht. Eine Verlaufswolle ist wirklich geeignet für Tücher, die mit wenig Muster auskommen – eigentlich fast nur kraus rechts oder glatt recht gestrickt werden. Eine Tuch mit Muster braucht für mich ab jetzt eine kräftige Farbe, eine eindeutige Struktur – eine Wolle eben ohne viel Schischi.

Ein alter Beitrag von mir zu einem anderen Dreieckstuch findest du hier.

Heute ist ja Dienstag und das nicht ohne Grund. Da kann man mal in Ruhe stöbern. Hier die Liste der Verlinkung:

 

Dienstagsdinge

Lieblingsstücke

Handmade on Tuesday

 

 

Dieser Beitrag enthält natürlich Verlinkungen zu anderen. Ich erwähne auch Marken oder Firmen. Das ist ja der Kack-Sinn von so nem Blog!!!! Aber ich kriege dafür weder Geld noch Macht noch Lebenssinn noch Umsonstwolle noch sonst was. Es ist unbezahlte Werbung. Danke.

 

 

Dreieckstuch stricken: Jane Eyre Shawl by literary knits

Wenn ich wieder anfange zu stricken, dann werden die Tage kürze und die Temperatur fällt. Stricken ist eine November-Beschäftigung.

Manchmal werde ich gefragt, wann ich denn das ganze Zeug mache und ich muss sagen: Abends vor dem Fernseher. Ehrlich, ich stricke und sehe fern.

Sehr oft passiert es aber, dass mein Strickzeug den ganzen Sommer über unberührt, aber dekorativ neben der Couch steht. und es erst wieder kälter werden muss, bevor ich es fertig stricke. So erging es diesem Stück.

jane-eyre-shawl-literary-knits-front

Ursprünglich wollte ich aus der Trachtenwolle tatsächlich eine Trachtenweste stricken, aber dann wurde die Wolle von Lana Gross mit Namen *Ascot* ein Dreieckstuch aus diesem wundervollem Buch (Link zu amazon):

Das Buch enthält verschiedene Entwürfe zu den Klassikern der englischsprachigen Literatur, so eine Weste inspiriert von Jack Kerouac, einen Pullover nach Moby Dick und eben Jane Eyre. Die Vorlagen sind mal für Frauen, mal für Männer, mal für Kinder. Ein wirklich schönes Buch zum Verschenken an StrickerInnen.

jane-eyre-shawl-how-to-wear

Dieser Beitrag wird wieder verlinkt zu der Sammlung Rums – Rund ums Weib am Donnerstag. 

Heute mal ohne Entschuldigung leben

Samstagkaffee mit Puzzle_Diese Woche habe ich aus meinem Samstagskaffee ein Puzzle gemacht. Ein Puzzle deswegen, weil mein Leben aus winzig kleinen Puzzelstückchen besteht, dass sich zu einem großem ganzen Bild zusammenfügt. Manche kennen nur ein oder zwei Stückchen, andere kennen ganze Bildteile, hier hinterlasse ich manchmal ein paar Puzzleteile, aber je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass neben dem Mann an meiner Seite wohl nur ich selbst das ganze Bild überblicke. Und selbst er kennt nicht alle Teile.

Meiner Generation wird oft nachgesagt, dass wir zersplittert sind, uns nicht mehr für die Politik und die großen Utopien interessieren und dass wir uns bei der ersten Schwierigkeit scheiden lassen wollen, wir kriegen zu spät Kinder und machen zu lauwarm Karriere. Uns fehlt halt der Biss.

Wir haben aber auch ständig das Gefühl, zu wenig zu tun, zu wenig zu leisten.

Wir entschuldigen uns für unsere Kinder, wenn sie in einem Café zu laut sind.

Wir entschuldigen uns für unsere Fehlzeiten, wenn wir krank sind.

Wir entschuldigen uns für unsere späten Fortbildungen, da wir davor bereits eine Ausbildung, ein Studium und einen Job gemacht haben.

Wir entschuldigen uns, wenn wir auf einen Schlag in einem Freizeitbad zu viel Geld ausgeben.

Wir entschuldigen uns, wenn wir darüber nachdenken, wie geil es wäre, eine Putzfrau zu haben.

Wir entschuldigen uns für unsere sinnlosen Hobbys, die wir nur pflegen können, weil wir dafür unsere Kinder/unseren Haushalt und unsere Karriere vernachlässigen.

Also, alles in allem.

Heute entschuldige ich mich mal nicht, sondern lebe einfach in meinem Puzzleleben weiter. Lasse meine Kinder in einem Café herumbrüllen, lerne an meiner Fortbildung, freue mich auf einen Schwimmbadbesuch morgen und mache für meinen Blog sinnlose Photos von meiner Kaffeetasse, nicht zu schweigen davon, dass ich heute die Socken weiterschicke. Und das mit der Putzfrau, das fände ich heute auch mal einfach mal neidlos geil.

 

 

 

{creadienstag} Magic loop, Fair Isle und die Nachtigallen….

Nachtigallen SockenNachdem ich den Samstagskaffee mit parentalem Gejammere verbracht habe, muss ich jetzt doch meinen Blog-Blick auf ein paar Höhepunkte meines bescheidenen Daseins richten.

Stricken von Socken

Ja, das ist kein Scherz, ich finde es extrem entspannend, dieses Projekt nachts voranzubringen. Zum Muster und zum Sockenbeginn siehe HIER.

Das sind meine ersten Socken, die ich andersherum stricke. Die Yoga-socken, die ja diesen Hype hier ausgelöst haben, wurden von Bündchen zu den Spitzen gestrickt. Diese allerdings werden von den Zehen beginnend gestrickt.

Ich habe dabei die beiden Socken gleichzeitig auf eine Rundnadel aufgenommen und stricke nun parallel. Es gibt dabei pro Socke eine Vorderseite und eine Rückseite, die auch auf einem normalen Nadelspiel rundgestrickt werden würden. Bei dieser sogenannten Magic loop Methode wird Vorderseite der Socke A, dann neues Knäuel mit Vorderseite Socke B gestrickt, dann die Hinterseite der Socke B und schließlich mit dem anderen Knäuel die Hinterseite von A.

A B B A sozusagen….

Nachtigallen von hinten gesamt

Das Muster hat mich tiefer einsteigen lassen in das Stricken mit mehr als einer Farbe. Es gibt ja da unzählige Techniken, Namen und Traditionen. Ich würde dies hier nach Fair Isle einsortieren.

Das Fair Isle Stricken ist nach schottischer Tradition stets mit nur zwei verschiedenen Farben pro Reihe zu stricken. Die nicht benutzte Farbe wird hinter der verstrickten Farbe lose mitgeführt. Das Strickwerk wird dadurch sehr warm und dick. (Ideale Socken) Im Fair Isle werden mehr als zwei Farben im gesamten Strickwerk verstrickt, aber das ändert ja nichts am Grundkonzept von zwei Farben pro Reihe…

Nachtigallen Blumen hinten

Dieser Beitrag wird nun postwendend an den creadienstag geschickt, eine Linksammlung für kreative Werke veröffentlicht an einem Dienstag. (Passender Tag für diesen Artikel, unaufgeregt, mitten in der Woche einen Blick auf die Weißweinstunden im Leben)

Update: auf den Nadeln…

Nachtigallen auf Kniestrümpfe – ein Vogelknall in Sockenform

Vögel scheinen es mir angetan zu haben, obwohl ich diese Tiere weder für schön noch für besonders niedlich halte – ich würde mir nicht im Traum einfallen lassen, einen Vogel bei mir zu Hause zu halten – allerdings ist meine Internetidentität ein kleiner Spatz. Aber vielleicht hat es auch etwas mit einer gesunden Selbstreflektion zu tun, dass man sich als virtuelles Gravatar-Tier etwas aussucht, dass man selbst im realen Leben weder für schön noch für niedlich hält.

Mein Mann hat allerdings beim Anblick von Vögel verträumte Augen und macht mich immer auf die Kohlmeisen und Krähen in unserer Umgebung mit ganz leisen Worten aufmerksam. Und wenn er auf offenem Feld einen großen Greifvogel entdeckt und mit einem lauten Ausruf  auf die Bremse beim Autofahren tritt, bleibt mir regelmäßig das Herz stehen, weil ich denke, etwas Schlimmes wäre passiert – dabei soll ich nur meinen Kopf wenden und den großen Vogel bewundern. Meine Söhne wissen zumindest sofort, was ihr Vater meint – ich passe mich dieser Vogelliebe noch an.

Kein Wunder also, dass ich Vögel stricke.

Irgendwann bleibt der Realitäten-Knall im Kopf auch nicht mehr folgenlos und ich stricke tatsächlich Nachtigallen in Kniestrümpfe.

Und ich mache das mit einer glühenden Leidenschaft und komme unglaublich langsam voran – kein Wunder, ich stricke mit einer sehr sehr geringen Nadelstärke (je kleiner die Nadel, je kleiner die Masche – mehr Maschen, mehr Zeit?) und ich stricke zweifarbig. ( Jede Masche wird nach einem bestimmten Muster verstrickt, die zweite gerade ungebrauchte Farbe wird auf der linken Seite einfach mitgenommen. Man muss dabei aber sehr aufpassen, dass man die Masche nicht zu eng zieht, denn damit zieht man ja auch das Stück losen Faden hinter den linken Maschen enger – und irgendwann ist es zu eng und es wirft Wellen….)

Eine Technik, die ich aber noch nie ausprobiert habe, ist das Stricken der Socken von der Zehenspitze ab. Die Aufnahme der Maschen erfolgt ohne Naht und man kann ganz gemütlich mit einer Rundstricknadel stricken.

Wie ich festgestellt habe, braucht man zum erfolgreichen virtuellen Suchen vor allem den Namen: diese Technik heißt Magic Loop – bei Google kommen tausende von Videos dazu.

Die Aufnahme der ersten Maschen wurde anscheinend von eine gewissen Judy erfunden – es heißt nämlich Judy´s Magic cast-on. Es gibt noch andere Varianten, aber ich finde, Judy hat das schon gut gemacht…

Die Vorlage der Socken, die ich euch nun dienstagsweise bis gefühlt 2016 in minimalen Vorwärtsschritten zeigen kann, ist von ravelry – zu ravelry auch hier und hier.

Schon mal zweifarbig getrickt? Hat jemand noch Tips? Verlinkung von eigenen (auch älteren) Blogposts zu zweifarbigen Werken sind mir sehr willkommen. Ich steh ja heimlich auf fair isle…war da schon mal jemand?

Socken ohne Ferse und Zehen, neudeutsch Yogasocken – wtf?

Yoga - Socken Drops Design

Das Stricken im November geht fröhlich weiter. Diesmal habe ich versucht, Socken für das durch kühles Wetter eigentlich zu unterbrechende Tragen von flipflop-ähnlichem Schuhwerk ein Schnippchen zuschlagen – und diese mit zehenlosen Socken eben weiter tragen zu können. Meine Quelle, wie schon in diesem Artikel erwähnt, Drops Design – komplette kostenlose Anleitung hier.

Yoga Socken Drops Design Detail
Ich habe aber nicht das dafür vorgesehene Garn verwendet, sondern 6-fädige Regia Sockenwolle. Im Laden meines Vertrauens erworben, gibts aber überall. Leider stimmt die Nadelstärke nicht ganz zur Wolle, was man am unregelmäßigem Maschenbild bisschen sieht (ok, ICH sehe es), aber durch das ganze eher rustikale Flair gefällt mir das diesmal sogar.

Yoga Socken  Drops Design am Fuß_Fotor
Die Vorlage ist ideal für den Sockeneinstieg, weil sie die Ferse und die Zehen gewollt auslässt. Da ich selber keine Yoga-anhängerin bin, war mir gar nicht so bewußt, dass diese Socken wohl Yoga-ideal sind, da man dafür immer die Ferse nackig braucht (hat mir eine Kollegin erklärt). Im Winter ist Yoga barfuß wohl eine kühle Angelegenheit. Ich habe diese Socken ja ursprünglich aus dem oben erwähnten Grund gestrickt, aber das Zopfmuster kann man nicht in ein Flip-Flop-Bändchen pressen. Sieht mehr als affig aus. Jetzt habe ich wohl Yogasocken ohne Yoga…shit happens

Yoga Socken Drops Design am Fuß offene Ferse

Dafür ist aber eine neue Leidenschaft für Socken entflammt. Ich habe mir (ohne mit der Wimper zu zucken) ein nächstes (utopisches?) Ziel gesteckt. Hier der Link zur abgefahrenen Sockenvorlage: die Nachtigallen-socken.

Mehr zu ravelry – siehe diesen Artikel

*dieser Artikel ist Teil einer kreativen Sammlung zu aktuellen Projekten, immer gepostet an einem Dienstag: sprich creadienstag*

Stricken: die besten Internetseiten zum Thema

Stricken im Internet

Novembertage sind Stricktage. Höchste Eisenbahn (*hüstel* Wortwitz in sich), mal meine persönlichen knitting sides aus dem WWW zusammen zu stellen.

Traditionell sind ja die Damen hierzulande aufgewachsen mit Italienischem Strickdesign. Lana grossa heißt die große Marke und es gibt etliche Hefte und etliche Läden dazu. Meine Mutter schwört ja darauf. Man sollte ja schon ein bisschen darauf achten, dass man nicht nur Plastikfäden verstrickt und Lana grossa steht für Qualitätswolle, die seinen Preis hat.

Eine Alternative, die nur halb so viel kostet, aber auch ein hervorragendes Wollsortiment hat, ist Drops Design. Dazu muss man aber ein bisschen Federn lassen mit Blick auf die Frage, dass diese Wolle meistens schon eine Weltreise hinter sich hat. Ich lasse diese Federn regelmäßig, muss ich sagen, denn ich mag diese Wolle. Eine dicke Wolle mit Namen Eskimo habe ich schon einige Male verstrickt.

Drops Design hat eine tolle Videodatenbank, die einem wirklich jeden Nadeltrick von Grundlagen bis High End erklärt.

Mein Internet-Herzstück ist aber ravelry. ravelry ist zunächst mal eine Seite, die einem überhaupt nichts verrät. Auf einer rosa Wollewolke sitzen Comictiere und lachen einen freundlich an.  Man muss sich erstmal anmelden, um reinzukommen. Das schreckt wahrscheinlich einige Vorbeisurfer ab. Meldet man sich an, so gelangt man auf eine riesige Datenbank. Sämtliche Strickerinnen und Stricker, Häkler und Häklerinnen haben dort ein Profil und geben an, mit welcher Wolle sie welches Muster/Design nachstricken. Es gibt Fotos zu den Werken und man kriegt so einen viel besseren Ergebniseindruck.

Ravelry hat einen Blogpost, den ich immer missachte und Reiter mit der Unterteilung „my Notebook/ Patterns/ yarns / people/ usw. “ … das missachte ich auch. Ich suche ganz selten nach einer Wolle oder nach anderen usern

Meine Quelle ist die Suche.

Ich klicke ohne einen Suchbegriff eingegeben zu haben auf die Suche und dann komme ich zu einer Suche (meistens Pattern-Suche), die ich mit Filtern nach meinen Kriterien einstellen kann.

Sprache: In welcher Sprache soll das Strickstück aufgeschrieben sein?

Difficulty?

Needle size?

Attributes?

Gender? Age?

Category?

Ach ja, schön. Echte Raritäten finden sich dort. Designer, die sich auf ravelry spezialisiert haben und dort ihre (Kunst)werke für ein paar Dollar oder auch oft umsonst zum download anbieten. Inspiration ohne Ende. Ich habe schon ganze Abende nur mit dieser Suche verbracht.

Dabei lernt man natürlich schnell die englischen Ausdrücke, die für irgendwelche Strickbesonderheiten stehen. Ich mag zum Beispiel gerne runde Ausschnitte (circular yoke). Ich mag das Vernähen nicht so gerne (seamless) oder Stricke auch gerne das Stück in einem Stück ( one-piece).

Englische Anleitungen sind aber kein Hindernis. Ich finde inzwischen die deutschen Anleitungen anstrengender, weil in deutschen Heften viel mehr abgekürzt wird als in englischen. Mit k für knit = rechte Masche und p für purl = linke Masche, k 2 tog für knit 2 together = stick zwei rechte Maschen rechts zusammen und YO für Yarn Over = Zunahme mit dem yarn over the Nadel ist man schon ziemlich gut dabei. Im Internet gibt es aber ganze Listen mit Strickübersetzungen. Und wenn man etwas technisch nicht weiß, siehe oben die Drops Design Videos….

Ohne ravelry würde ich die wunderbaren Eulen von Kate Davies nicht kennen : klick hier

Oder die Konstruktionen von Stephen West: klick hier

Also, an alle Novembertage-stricker: kennt ihr ravelry? Wen oder welches Muster habt ihr dort gefunden? Und an alle, die dieses Portal noch nicht kennen: Anmelden. Jetzt. (Halt, vorher noch ne Tasse Tee bereit stellen, kann länger dauern)

{Creadienstag} UFO finished-der Zauberball im Dreieckstuch

Creadienstag mit StrickschalManchmal poste ich hier Dinge, die ich so vorhabe und plane und in großen Tönen darüber berichte. Wahrscheinlich fällt es niemanden außer mir auf, dass ich diese Dinge dann stillschweigend unter den Tisch fallen lasse und unbedarft weiterplappere.

Nun ist es aber so, dass ich mit Stolz verkünden kann, dass dieses hier:

the first few fallen leaves mit Zauberball

the first few fallen leaves mit Zauberball

zu diesem hier geworden ist:

Strickschal gespannt

Wolle: ein Knäuel Zauberball Schatten in schwarz/weiß
Muster: first few leaves falling

Strickschal Detail

Applaus, Applaus, ich freue mich. Ab damit zum Creadienstag!

frogged, UFO und der Phönix aus Wolle

frogged ist die englisch/urbane/knitting language Bezeichnung für „ziehe die Nadel aus den Maschen und trenne alles bis zum Fehler auf“. Es geht aber auch eine Stufe weiter: frogged projects sind Stricksachen, die man einfach aufgegeben hat: „Ziehe die Nadel aus den Maschen, trenne alles auf und bewahre die Wolle in deinem Archiv auf.“ Es gibt gar keinen deutschen Ausdruck dafür und eine direkte Übersetzung kenne ich auch nicht. frogged klingt ausgesprochen genau richtig. froooooooogggged.

UFO ist eine ähnliche Beschreibung. Unfinished Objects. UFOs umfliegen einen, werden immer mal wieder gesichtet, man sieht so seine Pläne und Kisten durch. Überall UFOs. Ein Ausdruck aus dem englischen Handarbeitskosmos, aber ich finde, es kann universal gebraucht werden. Bei Stricksachen oder Nähprojekten liegen diese UFOs nur so  real herum, es sind eben keine diffusen Pläne über Besuche oder Freizeitaktivitäten, die man wieder aufgibt oder Bücher, die nie geschrieben werden. Der Stoff liegt tatsächlich im Regal und erinnert einen an sein persönliches Durchhaltevermögen. Durchhaltevermögen gleich null.

Ich bin eher der UFO-typ als der frogged-Typ. Ich tue mir leichter, etwas auf später zu verschieben als etwas wirklich und tatsächlich aufzugeben. Sich von Plänen zu trennen ist manchmal ein langwieriger Prozess, man muss nämlich mal ehrlich mit sich selber werden.

Wenn jemand mal angefangen hat, ein Buch zu schreiben, löscht er es dann komplett, wenn klar wird, dass das niemals was wird? Wann wird klar, dass es eine Schnapsidee ist? Sicher, ein Dokument irgendwo auf einem Computer verrotten zu lassen, ist auch gar kein Problem. UFOs hingegen verstopfen einem irgendwann die Wohnung.

Wie dieses UFO: Der Kastenpullover von Lana Grossa mit dem herrlichen Garn Groove. Ich stricke und stricke vor Jahr und Tag und es wird immer klarer, dass ich es potthässlich finde. Echt potthässlich. Ich habe schon mehrerer meiner Stricksachen direkt zur Kleidersammlung gebracht, aber wenn mir das schon beim Stricken auffällt, dass ich hier grad für die Kleidersammlung stricke und ich dieses Teil niemals anziehen werde….pffff. Frog it, girl.

Also, gefroggt. Aber was mache ich jetzt mit dem Garn? Das ist ein Lana grossa Gran, für Nicht-Strickerinnen übersetzt: ein teurere Garn. Eines, dass man nicht so einfach aufgibt.

Ich suche also im WWW der Strickerinnen, sprich ravelry nach neuen Ideen für Groove und stoße auf The first few fallen leaves aus Vancouver. Englische Strickanleitungen sind kein Problem, meistens sind sie viel besser als deutsche, wenn man sich mal mit dem Vokabular beschäftigt hat.

 

Ein Dreieckstuch, schöööön.

Ich liebe Tücher. Da geht nicht viel daneben, man muss nicht erst groß rumrechnen und mir fällt auf: ich finde es echt schön, mir Sachen zu stricken…der romantisierten Version von mir, die gut aussieht in engen Strickpullovern oder in kleinen Jäckchens….meistens sehe ich nicht gut darin aus. Ich bräuchte eigentlich nur fürs Stricken und Nähen eine 55-Kilo-Version von mir. Nicht in echt, weil ganz so schlank sähe ich wohl seltsam aus, aber fürs Stricken wäre es schon chic, ging auch alles schneller dann. Also, warum stricke ich Winter für Winter seltsame Sachen für mich? Stricke ich doch einfach mal Tücher, wie alle anderen auch. Tücher mit Löcher für den Sonnenuntergang am Wasser….genial, das mache ich jetzt.

Also stricke ich mit meiner Lana Grossa Wolle das Lace-Tuch aus Vancouver.

Und ich finde es immer noch potthässlich.

Ich mag dieses Garn einfach nicht. Das wird kein Phönix aus Wolle hier, das wird die teure Wolle, mit denen die Kinder spielen dürfen.

Ich frogge also auch dieses Projekt und fange mit einem schönen Garn (Zauberball, so heißt das…) die The first few fallen leaves wieder an…Das war zwar nicht der Plan, aber der Weg ist beim Stricken ja auch irgendwie das Ziel…

 

 

 

 

 

 

 

an diesem kreativen Dienstag mit der Galerie an fertigen Projekten und wunderbaren Ideen…werfe ich jetzt mal mein frog in die Mitte und hoffe, ich mache bald Sonnenuntergangs-Photos mit diesem Tuch….

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