Schlagwort: Kinderhotel

On the road: Augsburger Zoo. Kinderferien 5 von 5

Nach Sonnenbühl mit der Bärenhöhle und dem Traumland war Augsburg unsere letzte Station. In einem zentrumsnahem Hostel zu günstigen Preisen und schönem Ambiente haben wir eine letzte städtische Nacht erlebt.

Leider hat sich der kleine Sommervirus bis zu mir durchgeschlagen und mir ging es gar nicht gut.

Der nächste Tag im Augsburger Zoo fiel also aufgrund allgemeinem Kränkeleien bisschen kurz aus. Nichtsdestotrotz war es ein gelungener Abschluss – ein kleiner romantischer Zooausflug.

Gut, nicht alle finden Tierpark romantisch. Eingesperrte Tiere betrachten, die weit weg von hier eigentlich ihr Zuhaue haben – damit hatte und habe ich immer noch meine Schwierigkeiten, aber inzwischen kann ich durch solche Anlagen laufen ohne es völlig furchtbar zu finden.

Unsere Ferien hatte also 5 Stationen.

zuerst eine Nacht in Lindau

dann ein Ausflug ins Ravensburger Spieleland

danach einmal eine Höhlenwanderung

und ein kleiner Freizeitpark mit Namen *Traumland*

abschließend Augsburg

 

Ich habe neu die Jugendherbergen als gute Adresse für Kinderferien für uns entdeckt und bin heilfroh, dass wir Vagabunden-Kinder haben, die gerne unterwegs sind. Gut, mal kann man auch länger wo bleiben, aber ein bisschen Reiseluft tut uns gut.

 

On the road: Traumland auf der Bärenhöhle. Kinderferien 4 von 5

Die Bärenhöhle ist nicht die einzige Attraktion, die es dort um die Ecke gibt. Direkt daneben gibt es einen kleinen Freizeitpark. Das Traumland.

Der Park liegt ein bisschen versteckt im Wald und beginnt mit einem kleinen Märchenrundgang.

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Die meisten Besucher kommen wohl auch aus nostalgischen Gründen. Viele kennen den Park noch aus Kindertagen. Trotzdem sieht es hier nicht runtergekommen aus. Viel wurde investiert, wurde neu gemacht. Aber an manchen Stellen seufzt wohl die schwäbische Mutter und erinnert sich an ihre Kindheit – weil´s noch genauso aussieht.

traumland-baerenhoehle

Die Fahrgeschäfte sind allerdings ganz anders als im Ravensburger Spieleland. Es geht vieles im Kreis und ist eher Actionlastig. Trotzdem gibt es wunderschön angelegte Spielplätze. Weiter hinten kann man grillen.

Trotzdem blutet ein bisschen mein Herz, wenn ich in Freizeitparks echte Tiere entdecke. Ich mag es nicht. Tiere gehören nicht zu tausend Kindern und ihren photographierenden Müttern. Ponyreiten auf echten Ponys! Ich kotz gleich.

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Bis auf diesen kleinen Stich hatten wir eine sehr schöne Zeit in diesem Freizeitpark, der genau auf das erste Jahrzehnt einer Kindheit ausgelegt ist. 4jährige, 5jährige, 6jährige – das sind genau die Altersstufen, die im Traumland eine Traumzeit haben werden.

traumland-kettenkarusell

 

 

 

On the road: Bärenhöhle in Sonnenbühl. Kinderferien 3 von 5

Nach dem Spieleland Nähe Ravensburg waren unsere Kinder erstmal durch mit Blingbling und Maus und allem. Ein guter Zeitpunkt, um in die Abgeschiedenheit der Schwäbischen Alp zu fahren.

Die Jugendherberge Sonnenbühl-Erpfingen sieht aus wie aus einer anderen Zeit. Es schmeckt dort auch so. Damit meine ich nicht, dass es irgendwie schlecht dort ist. Es ist nur altmodisch. Von dem Ravensburger Spieleland gut 2 h entfernt, genau die richtige Dosis Autofahrt.

Angekommen haben wir auch noch ein Abendessen bekommen, herzlich und schwäbisch war der Empfang.

Am nächsten Tag war das Wetter schlecht. Ein bisschen Regen hing am Himmel und wir haben uns für eine kleine Höhlentour entschieden.

Zuerst waren wir in der Bärenhöhle.

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Die Höhle ist übersichtlich und klein. Am Montag Morgen waren wir auch die einzigen Besucher und haben die Stille genossen. Die Höhle ist gut gesichert und für Kinder sehr leicht zu bewältigen. Der Höhepunkt sind die Bärenknochen, die der Höhle auch ihren Namen gegeben haben. Die Sonnenbühler mögen es zudem, ihre Höhle aufwendig zu illuminieren. Es gibt ganze Lichtshows an manchen Abenden.

baerenhoehle-illuminiert

Danach haben wir noch einen Abstecher zur Nebelhöhle gemacht, die wirklich sehr groß ist und schon echte Kletterpartien hat. Mir persönlich ist das Thema *Höhlen* ja total suspekt und ich habe herausgefunden, dass ich so eine leichte Panikerin bin bei massivem Stein über mir. Ich kann dafür in die Höhe hinauf, aber die Tiefe ist nicht mein Fall.

Da war ich aber die einzige.

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Draußen vor den Nebelhöhlen ist eine kleine Gaststätte, der Maultaschenwirt. Der wurde seinem Namen wirklich gerecht. Ein netter Spielplatz ist auch noch dabei.

Gelungener Vormittag.

Blieb noch genug Zeit, um nach Reutlingen zu fahren und ein Eis zu essen.

reutlingen

On the road: Ravensburger Spieleland. Kinderferien 2 von 5

Von Lindau ist es nur ein Katzensprung zum nahe Ravensburg gelegenen Spieleland – so heißt ein echt großer Freizeitpark, den der große Spielehersteller *Ravensburger* dort angelegt hat.

Seit diesem Sommer kann man dort auch übernachten – entweder in so kubushaften Holzhäusern oder in sogenannten *Forscherzelten*. Das war also unsere zweite Station. Über Preise reden wir da aber lieber nicht. Dafür eher darüber, wie großartig dieser Park ist. Die Zielgruppe ist ganz klar jüngere Kinder – 4jährige können schon eine Menge machen.

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Auch mal ohne die Eltern ein bisschen herumpaddeln, zum Beispiel. Der Park ist so groß und in verschiedene Themenbereiche unterteilt, dass ein Tag gar nicht ausreicht, um alles zusehen. Wir haben vier Stunden gebraucht, um einmal rumzulaufen. Deswegen rechnet sich das *Übernachten* doch wieder, weil man zwei Tage Eintritt damit inklusive hat.

Viele Fahrgeschäfte sind auf Spielen ausgerichtet und gar nicht so sehr auf Action. Manche Spiele erkennt man wieder. So gibt es viele Stationen und Spielplätze, bei denen man Riesenpuzzles machen kann. Oder einfach nur sehr sehr lange rutschen.

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Die beliebteste Attraktion für unsere Kinder war die Fix & Foxi– Raketenbahn im Abenteuerland. Ich kenne noch die alten Fix &Foxi – Comics und als ich mal so 12 jährige vor mir in der Schlange fragte, ob ihnen die Figuren überhaupt was sagen, da kam ich mir alt vor. Die hatten nämlich keinen Plan, wer Fix & Foxi sind. Und als ich wie die alte Tante von der Parkbank erklärte, dass des mal ein Comic war, den vorzugsweise Omas mitgebracht hatten, haben die mich angeguckt wie Mondkälber. Nun gut, als Raketenbahn wahrgenommen zu werden – es gibt schlimmere Comicschicksale aus den 80ern.

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Die Spiele sind sehr unterschiedlich. Mal kann man einfach nur in einem Loch buddeln – wie hier im Abenteuerland. (Der erste rosa Bagger, den ich je gesehen habe. Mein Gender-Herz hüpfte)

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Das war mein persönliches Lieblingsspiel. Ein riesiges Memory, dass mit vier Hubschrauber gespielt wird. Bei einem richtigen Tipp geht der Hubschrauber in die Höhe, bei einem falschen senkt er sich ab. Gestartet wird von einer mittleren Position. Der Hubschrauber ist aber sehr eng – klar, er ist für Kinder gemacht.

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Beim Schnecken-Scooter für Kinder ab 3 oder 4 Jahren bleiben die Eltern draußen. Manchmal ist auch ein Höchstalter angegeben. Damit die 12jährigen Wichtigtuer-Pubertier-Säcke den Mäusen nicht den Spaß verderben.

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Ihr seht, viele Fahrgeschäfte sind eigentlich Spiele. Hier muss man als Team das Feuerwehrauto bis nach hinten fahren, dann rausspringen und den *Brand* löschen. hinterher wieder zurück fahren. Viele Spiele gehen auf Zeit und Highscore. Eigentlich unmodern, weil der Spieltrend eher in Richtung *Wir gegen das Spiel* geht. Also eher Teambildung und so. Aber der ganze Themenpark hatte so viele schöne Ecken, dass ich fleißig gegen den Highscore angekämpft habe.

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Zwei Sachen sind mir aufgefallen: das Eine ist die echt super Altersangabe, die vor jeder Attraktion steht. Die Mitarbeiter achten auch darauf, dass sich keiner durchmogelt.

Das ist das positive.

Das absolut Negative ist das Essen. Eine lieblose Fast-Food Pampe. Überteuert und fettig. Im Park selbst und auch im Feriencamp. Beim Übernachten konnte man ein Büffet dazu wählen. Da gibt es auch so ein Restaurant. Das Essen sah im Vorbeigehen besser aus, aber 25 € pro Person und die Kinder 9 € pro Kind. Ohne Getränke. Total übergeschnappt. Und alternativlos. Es gibt auf dem Gelände dann auch nix anderes.

Die Schwaben sind da pragmatisch und schleifen ihre Kühlbox in den Park. Die essen dann höchstens einen frischen Crepes für 3 €. Alles andere wird mitgebracht. Das kann man auch wirklich nicht anders machen. Da wir aus Lindau von einer Jugendherberge gekommen sind, wäre das für uns auch kein Thema gewesen. Ich werde mir jetzt angewöhnen, immer etwas zu essen mitzunehmen, wenn ich in einen Freizeitpark gehe.

Ds Übernachten war spannend. Eine echt schöne Anlage mit frischen Duschen und Betten. Modern, spartanisch, kindgerecht.

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On the road: Lindau für eine Nacht. Kinderferien 1 von 5

Diese Ferien waren anders – weg von den bekannten Routinen mit Sonne, Strand und Spaghetti Napoli. Dieses Mal haben wir Urlaub gemacht wie wir das gerne machen: unterwegs sein. Dabei haben wir natürlich Kleinkinder dabei, die wir beobachten mussten: Gefällt ihnen diese Art der Ferien? Ist es zu viel hin und her? Oder ist unsere Brut wie wir: im Herzen Vagabunden.

Die Route war klein, nur ein paar Tage und enthielt viel Kinderkram. Keine Frage, sie waren begeistert. Und fuhren von jedem Ort wieder mit Spannung weg. Vagabunden halt.

Die erste Station war Lindau am Bodensee.

Die historische Altstadt von Lindau liegt auf einer Insel und ist über eine Brücke erreichbar. Der Bodensee spielt dabei ein wenig mit dem Gedanken, doch ein kleines Meer zu sein und die Hafenstadt sieht nicht mehr nach Binnengewässer aus.

Es riecht auch ein bisschen nach Meer. Die Vögel kreischen, der Wind weht und kündigt einen wundervollen Altweibersommer an.

Irgendwo in den Gassen finden sich kleine Lokale. Wir waren bei einem Sarden und haben uns einen Haufen Oliven, Tomaten, Schinken und Käse bestellt. Die Jungs waren ganz scharf auf dieses haudünne knackige Brot, dass so ein bisschen nach Leinsamen schmeckt. Und haben sich die Oliven reingehauen. Und ein paar Nudeln.

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Jugendherberge Lindau

Die erste Nacht haben wir in der Jugendherberge in Lindau verbracht. Eine wirklich großartige, moderne Jugendherberge, die mit heller Architektur, einem schönem Spielzimmer für Kinder und gutem Frühstück aufwarten kann. Der Innenhof hat eine kleine *Kneipe* und im Gang findet sich eine *Quelle* mit Sprudelwasser und stillem Wasser. Die Zimmer sind mit Stockbetten ausgestattet – keine Frage, wie toll das die Kinder fanden. Im Winter ist in Lindau ein wunderschöner Weihnachtsmarkt – wir werden dann wieder ein Zimmer in dieser der Bodenseeinsel recht nahen Herberge nehmen – aber mit eigener Dusche/WC. Im Sommer macht mir das nicht so viel aus, in der Nacht über einen Gang zu laufen zu den nächsten Toiletten, aber im Winter – brrr. In den meisten Jugendherberge gibt es diese Zimmer, die sich von normalen Hotelzimmern nicht groß unterscheiden – außer im Preis.

Fährt man am Bodensee entlang, so scheint es nur eine einzige Berufung zu geben: Apfelbauer. Die Äpfel reihen sich kilometerlang. Irgendwo haben wir angehalten und eine Kiste gekauft. Köstlich.

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Lindau war auch ein strategisches Ziel – 20 Minuten davon entfernt liegt ein kleines Dorf, in dem sich ein berühmter deutscher Spielehersteller mal so richtig ausgetobt hat. Mehr davon im nächsten Beitrag.

Camping mit Kindern – 5 Tipps für die Auszeit

Camping Kleinkinder TippsIch bin ein Zelt-Typ, ein Camper-Girl, ein Freiluft-Schlafer. Unsere letzte große Reise *on the road* haben wir 2012 unternommen – vor den Kindern. Mit den Babys haben wir uns nicht mehr getraut, in einem Zelt mit den Ungewissheiten und Temperaturschwankungen zu übernachten und haben uns auf Kinderhotels spezialisiert.

Aber unsere Kinder sind jetzt 3 Jahre alt und der Sommer ist heiß – wir haben es also einfach gemacht und sind auf einen Bauernhof mit Zeltplatz gefahren. Es war super. Die Kinder waren super aufgeregt und haben es genossen, mit Mama und Papa in dem 3-Mann-Zelt zu kuscheln.

Camping Kinder Zelt

Dabei sind mir einige Sachen aufgefallen, die man beim Camping mit Kleinkindern doch einiges beachten sollte.

1. Thema: die Auswahl des Campingplatzes

Unsere Idee, auf einem Bauernhof zu übernachten, war schon spannend, aber ich würde empfehlen, dass man auf einem *echten* Campingplatz übernachtet. Vor allem, wegen der Grundversorgung mit Essen. Klar, man nimmt was mit, aber auf den meisten Campingplätzen bricht der Kaffee-und-Brötchen-Verkauf um 7 Uhr morgens an. Und das war auf dem eigentlichen *Tagesausflugsziel* Bauernhof nicht der Fall.

Kleiner Verstau-Tipp von Obst: Alte Eierschachteln…
Camping Verstauen Obst

2. Thema: Ordnung

In unserem Zelt ist nicht genug Platz, um den ganzen Kram, den man für Kinder und Camping braucht, unterzubringen. Ich habe aber zu Hause für ganz anderen Kram diese Boxen:

Really useful Boxes.

Der Vorteil ist, dass man damit Kleidung auch über Nacht draußen lagern kann.

Camping Kisten

Gleichzeitig dienen sie als Tische und Sitzgelegenheiten.

Beim Thema Ordnung fällt mir noch ein, dass ich Schmutzwäsche gerne gleich separiere. Normalerweise kann man auf den *echten* Campingplätzen auch waschen (auch so ein Grund…) und zum Separieren eignet sich neben Plastiktüten, die man gerne unbedacht wegschmeißt und die auch gammelig aussehen, einfach Kissenbezüge…

Camping Aufbewahrung Schmutzwäsche

3. Thema: Spielzeug, Technik und die Ruhe

Ganz klar, ein Wochenende ohne Fernseher, geregeltem Spühlmaschinengängen, Laptop und Essen am Tisch kann sehr befreiend sein. Ein Gespräch unter Erwachsenen, alle am Spielplatz und Zeit für den Sonnenuntergang ist mit Camping sehr gut zu realisieren. Wir haben auf Spielsachen verzichtet, das nächste Mal würde ich Ball und Sandförmchen mitnehmen. Aber es hat auch so gut geklappt.

4. Thema: Licht und andere nützliche Dinge

Man kann es nicht oft genug sagen, aber man sollte folgende Sachen mitnehmen:

Licht!!!!! Die Nacht ist dunkel. Wer in der Zivilisation lebt, vergisst das oft.

Müllsäcke

Spühli

Reiseapotheke ( Fenistil gegen Mückenstiche, Wunddesinfektion und Pflaster, bei allem schwereren wird heimgefahren oder zur Apotheke)

immer Pullis, egal, was der Wetterbericht sagt.

5.Thema: nicht so viel nachdenken…

Mit Kindern macht man sich schnell zu viele Gedanken. Klar, ein paar Gedanken zum Thema Windeln, Essen und Kleidung sind bestimmt wichtig, aber irgendwann sollte man einfach mal machen. Es ist nicht die Wildnis, es ist nur ein Zelt.

 

Kinderhotels – Urlaub auf dem Silbertablett

KinderhotelsBüffets mit Pizzascheiben und Pommer in Smiley-Form, Wellnessangebote für Schulkinder und Betreuung von 9 bis 20 Uhr…Kinderhotels sind Menschen ohne Kinder kein Begriff. Ab Kindern ticken die Uhren anders.

Da ist man gestresst von der schöne durchgestylten Welt der modernen Gastronomie, von der rotweingeschwängerten Atmosphäre des Diners und von der kühlen Stille der Hotellobbys. Man ist gestresst, weil das alles so gestört wird durch kleine Kekse, die nicht gehen, sondern laufen und nicht essen, sondern schmatzen.

Manche Hotels haben diese Störenfriede auch schon bemerkt und verbieten Kinder. Ja, echt jetzt. So was gibt es nicht nur im Nacktbereich moderner Saunalandschaften. Es gibt Hotels mit Kinderverbot. Erst ab 10 Jahren. Da denkt man wohl, dass diese Ausgaben ausreichend sozialisiert sind. Klar, ab Kindern fährt man auf den Campingplatz. Mach ich auch. Im Sommer. Der Rest der Zeit gibts halt keinen Urlaub.

Die durchgestylten Hotels haben aber reagiert auf das zahlungskräftige Klientel der Kleinfamilie. Ihre Antwort: Kinderhotels…leider geil, Leute, leider geil.

Also, noch mal auf Anfang. Was sind Kinderhotels?

Kinderhotel ist ein Label, unter dem man Hotels findet, die sich auf die Bedürfnisse von Familien spezialisiert haben. Ich kenne inzwischen zwei Labels: Familotel und Kinderhotels – Urlaub mit der ganzen Familie.

Manchmal kommt man in modern konstruierte Gebäude, die sich wohl schon lange mit dieser Thematik beschäftigen, manchmal findet man aber auch alte Hotels, die mit dem neuen Klientel sich aus der Standort-miese rausziehen wollen.

Zu den Punkten der Kinderhotels gehören:

1. Immer was zu essen, sprich Frühstück, Vormittagssnack, Mittagessen mit Büffet, Nachmittagskuchen, Abendessen, Eisbox zum Selberentnehmen, Saftbar, Babybrei rund um die Uhr, All-Inklusiv-Drinks und Kaffeevollautomat.

2. Kinderlätzchen inklusive. Alle kämpfen beim Abendessen mit ihren Bälgern und Eltern können nebenbei seelenruhig ihren Rotwein schlürfen. Die hohen Tonlagen werden einfach ausgeblendet. Großartig. Mein Kind pfeffert gerade die Nudeln auf den Boden und grinst böse dabei. Der Kellner macht einen Scherz und geht weiter. Ach, man ist gleich entspannter in der Öffentlichkeit, wenn man nicht immer gleich an den Pranger gestellt wird.

3. Notfall-Wickelplätze
mit freien Windeln…

4. Indoor-Spielplätze
Regenwetter- no problem.

5. Outdoor-Spielplätze

6. Kinderbetreuung
Ja, jetzt kreischen die Vollkost-Mamis wahrscheinlich auf. Wieso fahre ich in ein Hotel, um mein Kind dort abzugeben? Hmm, das ist eine gute Frage. Erstmals, weil es den Kindern Spaß macht. Wenn ein Kind nicht gerne von Mamis Rockzipfel abläßt, dann ist das natürlich Quatsch, aber wenn es das doch tut: Geh mit Gott, mein Engelchen…Kinderbetreuung kommt in den besten Familien vor. Aber gibt man den Sprössling bei liebenden Verwandten ab, dann kriegt man meistens nicht die schönen Momente ab, sondern nur die anstrengenden…mit dem Kind zum Spielplatz gehen: Omajob, mit dem Kind im Schwimmbad planschen: Omajob, mit dem Kind das erste Ponyreiten erleben: Omajab. Mit dem Kind abends beim Essen kämpfen: Mamijob.
Ja, was will ich damit sagen: Ich finde es großartig, dass man die ganzen geilen Omajobs in so einem Kinderhotel machen kann und dann, kurz nach dem Kinder-Abendessen die Kinder zum betreuten Spielen schicken darf und man dann das gemütliche Hotelessen mal mit seinem Mann verbringen darf. Versteht ihr, was ich meine? Die nervenden Momente können kompensiert werden, die schönen richtig ausgekostet. Dabei sollte man aber darauf achten, dass die eigenen Kinder in das entsprechende Angebot des Hotels altersmäßig passen. Manche bieten erst Kinderbetreuung ab 3 Jahren an. Und Vorsicht: Es gibt immer mal wieder Tage ganz ohne Betreuung. Die Aussage: *Sonntag bis Freitag* schließt beispielsweise den Samstag aus. Wenn ihr das Ganze also nur für das Wochenende plant, dann wäre ein klassisches Wochenende mit Freitag bis Sonntag ziemlich doof.

Ich kann aber euch auch mitteilen, dass die schöne neue Welt der Hotels mit dem Label „Kinder willkommen“ ziemlich teuer sind. Ich würde mir wüschen, dass wir in einer Welt leben würden, in der Kinder mit Kinderlachen assoziiert werden und nicht mit Kindergekreische, in der es selbstverständlich ist, dass die pelzbekleidete Alte eher das Restaurant verlassen muss als der kleine Keks auf zwei Beinen, in der Türen nicht immer automatisch aufgehen, sondern mit einem Knopf,damit die Kinder nicht unbeobachtet rauslaufen können, kurz: in der Kinder einfach eine Bereicherung sind.

Obwohl ich leider keine Vergünstigung bekomme, nenne ich euch trotzdem die Hotels, die wir getestet haben.

Felben

Felben war der Tipp einer Freundin, die hier sehr gute Erfahrungen gemacht hat. Ich persönlich fand das Gelände auch sehr schön. Das Haus ist zwar arg verwinkelt, aber es gibt einen Streichelgehege und gerade für Kinder im Kleinkindalter, die noch keine große Rutschenanlage brauche, wäre das ein guter Ort. Ich persönlich fand das Essen nicht so toll, mir hat aber auch der ganze Raum nicht so gefallen. Meinem Mann hat´s geschmeckt.

Schreinerhof

Der Schreinerhof hat mein *ich liebe schöne Gebäude*-Herz höher schlagen lassen. Ein architektonischer Traum, in Grundzügen. Das Schwimmbad wie überall klein, aber es gibt einen Naturteich für den Sommer. Da verbringe ich nur meine Zeit tatsächlich eher im Low-Budget-Urlaubsbereich und deswegen interessiert mich immer mehr, was man in diesen Kästen bei Regenwetter machen kann. So 3 oder 4 Tage lang. Der Schreinerhof hat sehr schöne helle Kinderräume, für Babys ist es aber grundsätzlich zu kalt in dem Ding, so ging es mir. Das Essen fand ich hier nicht so der Brüller, aber vielleicht bin ich da auch schwierig.

*Da eine Begegnung in diesem Essensraum des Schreinerhofes mich nachdenklich und sehr zum lachen gebracht hat. Nebentisch: Familie mit großer schlanker Frau und zwei Kindern, so um die 5 oder 6 Jahre. Keine Babys mehr, die Jungs haben vollständige Sätze gesprochen. Vater liest Zeitung. Er bespricht über die Zeitung hinweg mit ihr den Tagesplan. Es ist im Tonfall deutlich zu spüren, dass das im Allgemeinen eher ihre Aufgabe ist. Ihr Mund kräuselt sich öfters spitz. Er will grad bestimmen, dass die Kinder irgendetwas nicht mehr essen. Ich höre nur mit halben Ohr hin. Da sagt sie plötzlich laut und deutlich: „Die Kinder halten es doch nicht bis 12 Uhr mittags ohne Essen aus!“ Ich bin verwirrt und sehe jetzt die Kinder am Nachbarstisch an und sehe meine damals grade mal 1jährigen Zwetschken an. Es ist 8 Uhr morgens, wir essen gerade an einem riesigen Frühstücksbüffet. Wieso sollen Kinder es nicht 4 Stunden ohne Essen aushalten? Ich gebe meinen Kindern keine 10-Uhr-Banane…da wurde mir klar, dass alle Kinder unterschiedlich sind, weil es alle Eltern sind. Unterschiedlich, mein ich. *


Buchau

Das Essen war großartig! Hier stand zum Beispiel überall Sterilisationszeug herum. Kannte ich auch noch nicht, aber das Hotel hat mal den Bogen von *Unser erstes Kind ist 10 Wochen alt und wir freuen uns, hier zu sein* – Familie bis zu den älteren Preteenangern alles abgedeckt. Die Rutsche ist der Hammer. Klare Empfehlung.

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