Kinder ohne Stress – 9 Ideen für das Kriegsgebiet Elternschaft

Kriegsgebiet ElternschaftIch bin eine Mutter, die keinen Stress haben will. Das ist doch mal ein hohes Ziel. Bin ich im Stress, wird die Situation nicht mehr gut. Verloren. Kinder sind da nie Schuld dran, mal vorausgeschickt. Nur meine miese Organisation. Getreu dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Dabei haben mir oft kleine Kniffe und Überlegungen geholfen, die ich beim Beobachten anderer Mütter oder beim abendlichen Analysieren irgendwelcher Katastrophensituationen für mich mitgenommen habe. Auffallend ist dabei, dass es eigentlich total dämliche Dinge gefehlt haben, aber die haben dann wirklich gefehlt. Ich bin nicht so die Ratgeber-Tante, aber vielleicht führt eine Idee zu einer Idee, die auch euch nützt. Meine Kinder sind jetzt dann 3 Jahre alt.

1. Buggy or not. 

Bollerwagen

Keine Ahnung, aber irgendwann lassen sich Kinder nicht so ohne Weiteres durch den Supermarkt schieben. Oder über einen Kirmes. Oder einen Markt. Sie wollen raus und alles erkunden. Ich verstehe das. Ich lasse das auch gerne zu, aber nicht immer. Irgendwo geht es halt auch nicht. Ich habe eine Menge Transportmittel für Kinder: einen Fahrradanhänger, einen Buggy, einen Rollkoffer, einen Kinder-wander-rucksack. Aber ich muss hier mal die Lanze für den Bollerwagen brechen. Bollerwagen sehe ich kaum in der Stadt, aber er ist sein Geld wert gewesen. Das erste Mal kam er im Campingurlaub zum Einsatz, da Sand am Strand kein Hindernis darstellt. Kinder fahren einfach gerne damit. Es hat nichts von Kinder-einschnall-Baby-Transporter, wahrscheinlich liegt es daran. Ich gehe damit auch einkaufen, ja. Bisschen schwerer zu fahren, aber Hey, solange alle sitzen bleiben, wenn sie´s sollen…Für Zwillinge gibt es keine Einkaufwagen mit Kleinkindsitz für zwei…

2. Wertsachen am Spielplatz

Wertsachen am Spielplatz

Okay, der ist einfach. Ehrlich. Ich spaziere wie die anderen Mütter auch am Rand des Sandkastens und unterhalte mich. Ich sitze manchmal auch im Sand drin. Ich spiele Fussball. Handy, Geldbeutel und Hausschlüssel sind da gerne mal in der Manteltasche, aber im Sommer? Einfach auf der Mom-Decke liegen lassen und auf das gute Herz hoffen? Früh habe ich mir angewöhnt, einen Gürtelbeutel oder Hüfttasche oder wie immer man die Dinger nennt..zu tragen. Ich habe die Hände frei und im Notfall kann ich so mein ganzen Kinderwagen-Besitz stehen lassen und irgendeinem Kind nachrennen. Das sieht nicht unbedingt geil aus, aber es ist praktisch. Inzwischen besitze ich auch ein von einer lieben Freundin Selbstgenähtes für die schicken Momente.

3. Zitronenwasser und Limonade

Zitronenwasser

Okay, ich bin kein Freund von Süßgetränken, Apfelschorle ist der höchste Genuss aus meinem Kühlschrank. Meistens gibt es Sprudelwasser, das mögen meine Kinder auch am liebsten. Manchmal quetsche ich eine Zitrone aus und schütte Sprudelwasser drauf. Das kann man auch ohne Zucker beruhigt Limonade nennen, vor allem gibt das so einen Zitronenschaum, wenn man zuerst die Zitrone ins Glas schüttet und dann das Sprudelwasser drauf. Limonade ist immer ein Hit.

4. Iss deinen Teller auf

Kleinkinder am Esstisch

Mein Mann mag nicht, wenn man Essen wegwirft. Mit Kinder kommt das leider öfter vor. Ich habe immer hübsche Teller zusammengestellt. Nach meinem Besuch in Wien habe ich von Julia einen sehr simplen Tipp bekommen: Sie essen das, was sie sich selber auf den Teller legen. Bäm, was für eine brilliant einfache Idee. Es funktioniert aber tatsächlich. Kinder essen ihren Teller leer. IHREN, nicht meine Vorstellung davon. Wenn jemand heute nur Bock auf 3 Nudeln ohne Soße hat, gut. Selbstbewußtsein hat auch was damit zu tun, dass man lernen muss, sich bewußt zu werden, wie viel man von was essen möchte. Ich persönlich arbeite jetzt an mir. Ich kann das nämlich gar nicht gut und stelle jetzt meinen Teller immer heimlich in die Küche….

5. Eis zum Frühstück

Eis zum Frühstück

Ab und an habe ich seltsame Ideen. ich stelle mir vor, dass ich es besser fände, wenn Kinder so was wie Pfirsiche und Buttermilch zum Frühstück essen würde statt Honigbrote oder Müsliriegel. Nichts gegen Honig und Müsli, aber wie gesagt, ich fand Pfirsiche und Buttermilch plötzlich ganz groß. Ab und an hole ich jetzt an heißen Tagen Buttermilch mit Pfirsichen heraus – meine Kinder nennen es Frühstückseis oder Milcheis. Keine Ahnung, ob Eis jetzt der pädagogische Food-Gipfel ist, aber ich finde es toll. Pfirsiche ganz mit Buttermilch pur in den Mixer geben und in so Fertigeisformen schütten. Gibt es überall – im Netz, bei IKEA, usw. Honig, Zucker und so weiter sind da von Haus aus schon drin und müssen nicht extra zugegeben werden.

6. Wasserschuhe

wasserschuhe

Meine Kinder besitzen nicht viele Schuhe. Aber sie haben so Wasserschuhe. Zuerst war ich nicht sehr begeistert davon, weil ich sie fürs Schwimmen bisschen klobig finde, aber es sind die idealen Spielplatzschuhe, vor allem bei Spielplätzen mit Wasserstellen und kleinen spitzen Steinen. Klar, Kinder sollten auch barfuß herumlaufen – im weichen Gras, im warmen Sand, aber nicht dort, wo auch Glassplitter und Zigarettenstummel herumliegen. Und diese Art von Schuhen halten auch noch die Füße warm. Das mag im Sommer absurd wirken, aber das meiste Wasser an Spielecken ist nicht soooo warm. Und mehr Trittsicherheit bieten sie auch.

7. Plastiktüten

Jetzt kommt etwas, was ich in keinem Foto festhalten konnte und wollte. Ich bemühe mich immer, mindestens zwei Plastiktüten auf Ausflügen oder Spielplatzbesuchen mitzunehmen. Eine für die nassen Sachen, die bei den sommerlichen Wasserspielen anfallen. Die andere für den würdigen Moment, nicht mit einer versch+++ Windel in der Hand zum Mülleimer spazieren zu müssen, sondern mit einer Plastiktüte, wo man all den Müll aus Taschentüchern und Steckerleispapier auch hineingeben kann. Simpel, aber keine schlechte simple Idee.

8. Naturjoghurt und Kinder

Naturjoghurt und Kinder

Hand aufs Herz, wer will nicht, dass die eigenen Kinder lieber Naturjoghurt essen würden als „Omas Apfelkuchen“ oder „Fantasia“ oder – worse – Schokoriegel-versionen von Joghurt. Manchmal gebe ich ihnen die volle Dröhnung Zuckerjoghurt, manchmal mische ich Naturjoghurt darunter, um es bisschen abzumildern, manchmal peppe ich den Naturjoghurt auf – mit Lebensmittelfarbe und Honig. OK, das ist natürlich nicht, was alle Eltern wollen: Die Kinder, die bei weißen nackten Joghurt anfangen zu jubeln, aber man muss mit dem arbeiten, was man kriegt…und notfalls das Essen mit Farbe aufpeppen. Hat schon seine Dienste erfüllt. Blauer Joghurt ist hat tausendmal interessanter als der weiße…keine Ahnung, wieso.

9. Kinder sollen auch mal ruhig sitzen können

Tisch und Spiele

Das ist schwer, vor allem, wenn es um Essengehen geht. Ich habe mich ja schon hier gefragt, ob man Kinder mit Iphones stumm schalten darf. Unabhängig davon, dass ich es gut finde, wenn sie ein bisschen Medien mitkriegen, habe ich jetzt einen Jutebeutel zusammengestellt, den ich im Auto lagere. So kann ich in den Momenten, an dem ich todsicher vergessen habe, Malheft mitzunehmen, darauf zurückgreifen. Auch bisschen simpel, aber effektiv.

Seit langem spielen wir auch ein Spiel, wenn es sehr unerträglich wird, noch 5 Minuten auf etwas zu warten…ich stelle Dinge am Tisch in eine Reihe: Salzstreuer, Pfefferstreuer, Messer, Gabel, meine Sonnenbrille und sage ihnen die Reihe vor. Dann müssen sie wegschauen und ich entferne eine Sache. Sie müssen dann raten, welche. Mit Zweijährigen reichen vier Sachen, jetzt sind sie schon sehr viel besser und ich muss manchmal die Reihe heimlich verschieben. Damit es kniffliger wird.

9 Sachen, weil es immer unvollständig ist und man nie bis Punkt 10 kommt.  9 Sachen, weil man nie bis zum Schluss alles planen und sich überlegen kann. Das muss man auch gar nicht. Die beste Idee ist immer noch, dass man sich einfach Zeit nimmt und sich nicht stressen läßt. Stress ist dann nur da, wenn man eine andere Vorstellung hatte und Kinder dann in diese Richtung bringen will. Oder sich irgendwas vorgenommen hat, dass man dann nicht erledigt kriegt. Bei der Liste bemerke ich, dass mir Ernährung ziemlich wichtig ist, obwohl ich es toll finde, mit ihnen zu McDonald´s zu fahren und Picknick im Auto zu machen. Kindererziehung kommt mir vor wie ein Cocktail – die Mischung macht´s: sind zu wenig Früchte drin,schmeckt er nicht – aber auch, wenn zu viel Alkohol (sprich Gift) drin ist. Ich übe und hoffe, dass die Bar heute läuft…

 Bildquelle Artikelbild: pixabay

 

 

2 Kommentare

  1. Punkt 4 ist ja eigentlich logisch, wenn man mal drüber nachdenkt. Ich meine, ein Neugeborenes entscheidet ja auch schon selbst, wie viel es trinken will. Und wenn es zehn Minuten später feststellt, dass es doch noch Hunger hat – okay, passiert mir auch noch manchmal. Aber kaum sind die Kinder der Brust entwachsen, geben wir ihnen vor, wann sie wie viel Hunger haben. Das kann ja eigentlich nicht richtig sein.

    • fadenvogel

      12. Juni 2015 at 11:53

      Fand ich auch…als ich es begriff, war das einer der vielen *mann,bistdudoof* – Momente, aber viele Sachen schleifen sich so ein und da ist es ganz gut, wenn man von außen so einen Input bekommt. Dazu kommt natürlich, dass es nur Nachtisch gibt, wenn man aufgegessen hat….bisschen Anreiz muss sein. Und ja, sie glauben mir, dass ich es aushalte, wenn nach Nachtisch gebrüllt wird und ich gesagt habe: Aus diesen oder jenen Gründen heute nicht. Warum sie mir das glauben? Weil es schon getestet wurde. Großes Drama. Aber ist man einmal durch, dann wird an die *Gesetzgebung* auch geglaubt. Dazu muss ich sagen, dass ich zweimal dem einem nichts gegebnen habe, weil es vorher irgendeinen Grund gab. Wegen Teller-leer-essen gab es deswegen noch keinen Rebellionsversuch. Aber ich weiß genau: Knicke ich ein, so hat sich das wieder. Ich bin aber nicht so der Einknicker, weil ich Inkonsequenz für ein ganz furchtbares Klima für Kleinkinder halte. Die Welt ist schon verwirrend genug, da muss man wenigstens das für bare Münze halten, was die Eltern sagen. Da muss ich mir aber auch viele Gedanken machen, wie ich den berühmten Satz: Wenn ich bis drei zähle und du machst das oder das noch, dann….ja, dann…(Gedanke:klatsche ich dich an die Wand/gehe ich sofort nach Hause/ dusche ich dich mit dem Gartenschlauch ab)…gibt es…ähhh…kein Eis für dich…

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