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Kinder ohne Stress – 9 Ideen für das Kriegsgebiet Elternschaft

Kriegsgebiet ElternschaftIch bin eine Mutter, die keinen Stress haben will. Das ist doch mal ein hohes Ziel. Bin ich im Stress, wird die Situation nicht mehr gut. Verloren. Kinder sind da nie Schuld dran, mal vorausgeschickt. Nur meine miese Organisation. Getreu dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Dabei haben mir oft kleine Kniffe und Überlegungen geholfen, die ich beim Beobachten anderer Mütter oder beim abendlichen Analysieren irgendwelcher Katastrophensituationen für mich mitgenommen habe. Auffallend ist dabei, dass es eigentlich total dämliche Dinge gefehlt haben, aber die haben dann wirklich gefehlt. Ich bin nicht so die Ratgeber-Tante, aber vielleicht führt eine Idee zu einer Idee, die auch euch nützt. Meine Kinder sind jetzt dann 3 Jahre alt.

1. Buggy or not. 

Bollerwagen

Keine Ahnung, aber irgendwann lassen sich Kinder nicht so ohne Weiteres durch den Supermarkt schieben. Oder über einen Kirmes. Oder einen Markt. Sie wollen raus und alles erkunden. Ich verstehe das. Ich lasse das auch gerne zu, aber nicht immer. Irgendwo geht es halt auch nicht. Ich habe eine Menge Transportmittel für Kinder: einen Fahrradanhänger, einen Buggy, einen Rollkoffer, einen Kinder-wander-rucksack. Aber ich muss hier mal die Lanze für den Bollerwagen brechen. Bollerwagen sehe ich kaum in der Stadt, aber er ist sein Geld wert gewesen. Das erste Mal kam er im Campingurlaub zum Einsatz, da Sand am Strand kein Hindernis darstellt. Kinder fahren einfach gerne damit. Es hat nichts von Kinder-einschnall-Baby-Transporter, wahrscheinlich liegt es daran. Ich gehe damit auch einkaufen, ja. Bisschen schwerer zu fahren, aber Hey, solange alle sitzen bleiben, wenn sie´s sollen…Für Zwillinge gibt es keine Einkaufwagen mit Kleinkindsitz für zwei…

2. Wertsachen am Spielplatz

Wertsachen am Spielplatz

Okay, der ist einfach. Ehrlich. Ich spaziere wie die anderen Mütter auch am Rand des Sandkastens und unterhalte mich. Ich sitze manchmal auch im Sand drin. Ich spiele Fussball. Handy, Geldbeutel und Hausschlüssel sind da gerne mal in der Manteltasche, aber im Sommer? Einfach auf der Mom-Decke liegen lassen und auf das gute Herz hoffen? Früh habe ich mir angewöhnt, einen Gürtelbeutel oder Hüfttasche oder wie immer man die Dinger nennt..zu tragen. Ich habe die Hände frei und im Notfall kann ich so mein ganzen Kinderwagen-Besitz stehen lassen und irgendeinem Kind nachrennen. Das sieht nicht unbedingt geil aus, aber es ist praktisch. Inzwischen besitze ich auch ein von einer lieben Freundin Selbstgenähtes für die schicken Momente.

3. Zitronenwasser und Limonade

Zitronenwasser

Okay, ich bin kein Freund von Süßgetränken, Apfelschorle ist der höchste Genuss aus meinem Kühlschrank. Meistens gibt es Sprudelwasser, das mögen meine Kinder auch am liebsten. Manchmal quetsche ich eine Zitrone aus und schütte Sprudelwasser drauf. Das kann man auch ohne Zucker beruhigt Limonade nennen, vor allem gibt das so einen Zitronenschaum, wenn man zuerst die Zitrone ins Glas schüttet und dann das Sprudelwasser drauf. Limonade ist immer ein Hit.

4. Iss deinen Teller auf

Kleinkinder am Esstisch

Mein Mann mag nicht, wenn man Essen wegwirft. Mit Kinder kommt das leider öfter vor. Ich habe immer hübsche Teller zusammengestellt. Nach meinem Besuch in Wien habe ich von Julia einen sehr simplen Tipp bekommen: Sie essen das, was sie sich selber auf den Teller legen. Bäm, was für eine brilliant einfache Idee. Es funktioniert aber tatsächlich. Kinder essen ihren Teller leer. IHREN, nicht meine Vorstellung davon. Wenn jemand heute nur Bock auf 3 Nudeln ohne Soße hat, gut. Selbstbewußtsein hat auch was damit zu tun, dass man lernen muss, sich bewußt zu werden, wie viel man von was essen möchte. Ich persönlich arbeite jetzt an mir. Ich kann das nämlich gar nicht gut und stelle jetzt meinen Teller immer heimlich in die Küche….

5. Eis zum Frühstück

Eis zum Frühstück

Ab und an habe ich seltsame Ideen. ich stelle mir vor, dass ich es besser fände, wenn Kinder so was wie Pfirsiche und Buttermilch zum Frühstück essen würde statt Honigbrote oder Müsliriegel. Nichts gegen Honig und Müsli, aber wie gesagt, ich fand Pfirsiche und Buttermilch plötzlich ganz groß. Ab und an hole ich jetzt an heißen Tagen Buttermilch mit Pfirsichen heraus – meine Kinder nennen es Frühstückseis oder Milcheis. Keine Ahnung, ob Eis jetzt der pädagogische Food-Gipfel ist, aber ich finde es toll. Pfirsiche ganz mit Buttermilch pur in den Mixer geben und in so Fertigeisformen schütten. Gibt es überall – im Netz, bei IKEA, usw. Honig, Zucker und so weiter sind da von Haus aus schon drin und müssen nicht extra zugegeben werden.

6. Wasserschuhe

wasserschuhe

Meine Kinder besitzen nicht viele Schuhe. Aber sie haben so Wasserschuhe. Zuerst war ich nicht sehr begeistert davon, weil ich sie fürs Schwimmen bisschen klobig finde, aber es sind die idealen Spielplatzschuhe, vor allem bei Spielplätzen mit Wasserstellen und kleinen spitzen Steinen. Klar, Kinder sollten auch barfuß herumlaufen – im weichen Gras, im warmen Sand, aber nicht dort, wo auch Glassplitter und Zigarettenstummel herumliegen. Und diese Art von Schuhen halten auch noch die Füße warm. Das mag im Sommer absurd wirken, aber das meiste Wasser an Spielecken ist nicht soooo warm. Und mehr Trittsicherheit bieten sie auch.

7. Plastiktüten

Jetzt kommt etwas, was ich in keinem Foto festhalten konnte und wollte. Ich bemühe mich immer, mindestens zwei Plastiktüten auf Ausflügen oder Spielplatzbesuchen mitzunehmen. Eine für die nassen Sachen, die bei den sommerlichen Wasserspielen anfallen. Die andere für den würdigen Moment, nicht mit einer versch+++ Windel in der Hand zum Mülleimer spazieren zu müssen, sondern mit einer Plastiktüte, wo man all den Müll aus Taschentüchern und Steckerleispapier auch hineingeben kann. Simpel, aber keine schlechte simple Idee.

8. Naturjoghurt und Kinder

Naturjoghurt und Kinder

Hand aufs Herz, wer will nicht, dass die eigenen Kinder lieber Naturjoghurt essen würden als „Omas Apfelkuchen“ oder „Fantasia“ oder – worse – Schokoriegel-versionen von Joghurt. Manchmal gebe ich ihnen die volle Dröhnung Zuckerjoghurt, manchmal mische ich Naturjoghurt darunter, um es bisschen abzumildern, manchmal peppe ich den Naturjoghurt auf – mit Lebensmittelfarbe und Honig. OK, das ist natürlich nicht, was alle Eltern wollen: Die Kinder, die bei weißen nackten Joghurt anfangen zu jubeln, aber man muss mit dem arbeiten, was man kriegt…und notfalls das Essen mit Farbe aufpeppen. Hat schon seine Dienste erfüllt. Blauer Joghurt ist hat tausendmal interessanter als der weiße…keine Ahnung, wieso.

9. Kinder sollen auch mal ruhig sitzen können

Tisch und Spiele

Das ist schwer, vor allem, wenn es um Essengehen geht. Ich habe mich ja schon hier gefragt, ob man Kinder mit Iphones stumm schalten darf. Unabhängig davon, dass ich es gut finde, wenn sie ein bisschen Medien mitkriegen, habe ich jetzt einen Jutebeutel zusammengestellt, den ich im Auto lagere. So kann ich in den Momenten, an dem ich todsicher vergessen habe, Malheft mitzunehmen, darauf zurückgreifen. Auch bisschen simpel, aber effektiv.

Seit langem spielen wir auch ein Spiel, wenn es sehr unerträglich wird, noch 5 Minuten auf etwas zu warten…ich stelle Dinge am Tisch in eine Reihe: Salzstreuer, Pfefferstreuer, Messer, Gabel, meine Sonnenbrille und sage ihnen die Reihe vor. Dann müssen sie wegschauen und ich entferne eine Sache. Sie müssen dann raten, welche. Mit Zweijährigen reichen vier Sachen, jetzt sind sie schon sehr viel besser und ich muss manchmal die Reihe heimlich verschieben. Damit es kniffliger wird.

9 Sachen, weil es immer unvollständig ist und man nie bis Punkt 10 kommt.  9 Sachen, weil man nie bis zum Schluss alles planen und sich überlegen kann. Das muss man auch gar nicht. Die beste Idee ist immer noch, dass man sich einfach Zeit nimmt und sich nicht stressen läßt. Stress ist dann nur da, wenn man eine andere Vorstellung hatte und Kinder dann in diese Richtung bringen will. Oder sich irgendwas vorgenommen hat, dass man dann nicht erledigt kriegt. Bei der Liste bemerke ich, dass mir Ernährung ziemlich wichtig ist, obwohl ich es toll finde, mit ihnen zu McDonald´s zu fahren und Picknick im Auto zu machen. Kindererziehung kommt mir vor wie ein Cocktail – die Mischung macht´s: sind zu wenig Früchte drin,schmeckt er nicht – aber auch, wenn zu viel Alkohol (sprich Gift) drin ist. Ich übe und hoffe, dass die Bar heute läuft…

 Bildquelle Artikelbild: pixabay

 

 

Heute mal ohne Entschuldigung leben

Samstagkaffee mit Puzzle_Diese Woche habe ich aus meinem Samstagskaffee ein Puzzle gemacht. Ein Puzzle deswegen, weil mein Leben aus winzig kleinen Puzzelstückchen besteht, dass sich zu einem großem ganzen Bild zusammenfügt. Manche kennen nur ein oder zwei Stückchen, andere kennen ganze Bildteile, hier hinterlasse ich manchmal ein paar Puzzleteile, aber je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass neben dem Mann an meiner Seite wohl nur ich selbst das ganze Bild überblicke. Und selbst er kennt nicht alle Teile.

Meiner Generation wird oft nachgesagt, dass wir zersplittert sind, uns nicht mehr für die Politik und die großen Utopien interessieren und dass wir uns bei der ersten Schwierigkeit scheiden lassen wollen, wir kriegen zu spät Kinder und machen zu lauwarm Karriere. Uns fehlt halt der Biss.

Wir haben aber auch ständig das Gefühl, zu wenig zu tun, zu wenig zu leisten.

Wir entschuldigen uns für unsere Kinder, wenn sie in einem Café zu laut sind.

Wir entschuldigen uns für unsere Fehlzeiten, wenn wir krank sind.

Wir entschuldigen uns für unsere späten Fortbildungen, da wir davor bereits eine Ausbildung, ein Studium und einen Job gemacht haben.

Wir entschuldigen uns, wenn wir auf einen Schlag in einem Freizeitbad zu viel Geld ausgeben.

Wir entschuldigen uns, wenn wir darüber nachdenken, wie geil es wäre, eine Putzfrau zu haben.

Wir entschuldigen uns für unsere sinnlosen Hobbys, die wir nur pflegen können, weil wir dafür unsere Kinder/unseren Haushalt und unsere Karriere vernachlässigen.

Also, alles in allem.

Heute entschuldige ich mich mal nicht, sondern lebe einfach in meinem Puzzleleben weiter. Lasse meine Kinder in einem Café herumbrüllen, lerne an meiner Fortbildung, freue mich auf einen Schwimmbadbesuch morgen und mache für meinen Blog sinnlose Photos von meiner Kaffeetasse, nicht zu schweigen davon, dass ich heute die Socken weiterschicke. Und das mit der Putzfrau, das fände ich heute auch mal einfach mal neidlos geil.

 

 

 

10 Regeln für die Nacht mit Kleinkindern

Schlafen mit KleinkindernHeute Nacht bin ich aufgewacht und ein Fuß lag auf meiner Nase.

Der Fuß war ein kleiner Fuß, ganz glatt und ohne Hornhaut, nur 26 cm lang, aber er roch bisschen nach Käse mit Babyöl.

Als ich untersuchte, zu wem dieser Fuß gehört und wie sein Besitzer in meinem Bett liegt, damit ich ihn so quer über der Nase habe, musste ich feststellen, dass dieser Fuß wohl einem meiner Kinder gehört (was machen die eigentlich hier in meinem Bett?) und dass sein Besitzer quer und nicht längs liegt.

Wer nachts ins Eternbett steigt, sollte sich zumindest an die allgemeine Liegerichtung halten…Sardellenschlafen, sozusagen und nicht einfach quer zwei Kopfkissen belegen.

Ich schaue auf die Uhr. Wenn es schon gegen morgen geht (also ab 4 Uhr) ist es schlecht, ein Kind aufzuwecken und in die richtige Schlafposition zu befördern, da die Gefahr einfach zu groß ist, dass es dann mit großen Augen mitten auf deinem Kopfkissen sitzt und „Frühstück.“ sagt.

Alles vor 4 Uhr wird gnadenlos herumgezerrt und wieder in Sardellenlage gebracht…

Es ist noch nicht mal 2 Uhr morgens, also: Kind wird herumgedreht.

Dabei fällt mir auf, dass da noch ein Kind liegt. (Die Zwillingsüberraschung hört nicht auf. Das erste Mal beim Frauenarzt mit dem süffisanten: Ach, da ist ja noch eins. zum Ultraschallbild. Jetzt, fast 3 Jahre später, nachts im Bett: Ach, da ist ja noch eins…)

Das andere Kind hat sich eingekeilt und liegt auf meiner Bettdecke auf Papas Fuß.

Papa grunzt bisschen. Er kann sich eigentlich nicht mehr bewegen im Schlaf. Ich kann mich nicht mehr richtig zudecken. Chapeau – zwei Fliegen mit einer Klappe, das muss man ihm lassen, dem Zwerg.

Ich seufze und versuche zu rekapitulieren, wie ich in die Lage gekommen bis, um 2 Uhr morgens meine Bettdecke und mein Kopfkissen verloren zu haben…

Was habe ich falsch gemacht? Eigentlich nichts, denke ich mir und krümmle mich wieder in die freie Stelle zurück. In den letzten Jahren bin ich gelassen geworden was der richtige Umgang mit Kleinkinder beim Einschlafen und beim Durchschlafen und beim Eltern-Kind-Co-sleeping ist. Die Wahrheit? Es gibt kein Patentrezept für alle und jeden. Ich habe aber einen 10-Punkte-Leitplan für mich, die ich euch hier mal aufschreibe:

Die 10 Erkenntnisse für die Nacht mit Kleinkindern:

1. Schlaf ist das Wichtigste überhaupt. Alles andere wird untergeordnet. (alles andere: Erziehungsideale, Vorstellungen von deiner Schwiegermutter, Vorstellungen von dir selbst, Vorstellungen deines Partners) Ist alles nicht so wichtig wie Schlaf.

2. Falls du ein Kind erwartest und in einem gemütlich-kuscheligem Ehebett in Löffelchenstellung eng mit der großen Liebe deines Lebens liegst: Kauf dir das größte Bett, dass in dein Schlafzimmer passt. Irgendwann kommen sie alle…und da ist es besser, in einem großen Bett zu liegen, als in einem hübschen kleinen…(an dem Fehler arbeite ich noch…)

3. Glaube nicht, die Schlacht ist gewonnen, nur, weil dein Baby mit seinem Babybettchen jetzt im eigenem Zimmer schläft: sie kommen zurück, wenn sie laufen können…

4. Kinder haben keine Ahnung von Platzdimensionen. Seit kurzem quetsche ich mich in das Gitterbettchen von Kind A, um ihn davon abzuhalten, direkt in meinem Bett einschlafen zu wollen…da kam Kind B und wollte sich dazulegen…und sagte, ich solle rutschen…nein, es heulte, ich solle rutschen…ich habe versucht, ihm klar zu machen, dass ich nicht rutschen KANN…irrelevant, ich solle rutschen…Heultirade…

5. Wer seinen Kindern abends ungesundes Zeug wie Pizza oder Pommer zu essen gibt, der muss damit rechnen, dass vor dem Einschlafen mehrmals Wasser gefordert wird. Deswegen ist es auch schlafpolitischen Gründen sinnvoll, abends leichte Kost mit wenig Salz zu geben…

6. Einschlafrituale sind toll. Ich bete mit meinen Kindern, lösche das Licht, küsse sie und denke, dass es diesmal klappt. …dann dürfen sie doch noch lesen, doch noch ein Hörspiel hören, doch noch ein Glas Wasser trinken… versuche, nicht genervt zu sein. Es ist überall so. Kinder haben halt einen langen Atem…er ist immer länger als deiner…gewöhn dich dran.

7. Kenne deine Grenze und orientier dich nur an ihr und nicht an dem Gelabere von anderen Müttern. Es ist dein Leben. Wenn du deine Kinder in deinem Bett einschlafen lassen möchtest, weil sich damit am besten Punkt 1 erfüllt: do it. Wenn du das nicht möchtest, weil sich damit nicht am besten Punkt 1 erfüllt: Don´t do it. Bei uns ist das Im-Bett-Einschlafen total ausgeufert und ich habe feststellen müssen, dass es eben Nachtwanderer sind. Einschlafen in ihrem Bett und dann aufwachen in unserem. Okay, okay, dann machen wir das für unsere Familie eben so.

8. Die Zeit heilt alle Wunden. Stell dir vor, dass ist jetzt ein Baby, morgen ein Kleinkind, aber übermorgen ist es ein erwachsener Mensch. Irgendwann gehört dir dein Bett schon wieder selbst. Einfach mal gelassen bleiben und die Sache aussitzen.

9. Sei nie genervt. Egal, was du machst, schrei nicht rum. Droh nicht mit dem bösem Wolf, denke nicht an deinen Fernsehabend. Es ist einfach so. Wenn ein Kind wieder aus seinem Bett aussteigt und dich vorne im Wohnzimmer besucht, dann lächle, schalte den Ton ab, trag ihn wieder zurück und küsse ihn. Schlafen gehen ist keine Strafe. Der Mensch ist so gemacht, dass er schlafen muss. Deswegen ist es unsinnig, darauf zu pochen. Kinder essen, weil sie Hunger haben und schlafen, weil sie schlafen müssen. Hör auf, daraus eine Regel oder eine Pflicht zu machen. Du bist Eltern, dein Job endet nicht um 20.15 Uhr.

10. Finde heraus, was der Grund für Schwierigkeiten beim Einschlafen sein könnte. Und gewöhn dich daran, dass dieser Grund sich auch wieder ändert. Einer meiner Söhne ist nachts immer aufgeschreckt und hat uns gesucht. Irgendwann bin ich drauf gekommen, dass er vielleicht Verlustangst hat. Ich habe ihn darauf hin ein Foto von Mama und Papa an sein Gitterbettchen geklebt und gesagt, ich passe immer auf ihn auf, auch wenn ich vorne beim Fernseher sitze. Hat ein paar Mal geklappt Jetzt ist es halt wieder ein anderer Grund. Ich suche noch. Manchmal ist man als Erwachsener aber schon zu sehr sozialisiert und gedanklich eingekastelt, um Kinder zu verstehen. Dann greife auf Punkt 9 zurück und hoffe, dass Punkt 1 sich erfüllt.

 

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Trotz bei Kleinkindern – die erste Begegnung mit dem eigenem Willen

Trotzkopf_1Letzte Woche bin ich mit meinen beiden zweieinhalbjährigen Zwillingen ohne Kinderwagen die Straße entlang gegangen. Mein Ziel war ein Lokal bei uns in der Nähe, die Idee war Mittagessen. Plötzlich wirft sich einer der beiden auf den Boden, heult unerlässlich und will getragen werden. Geht nicht. Wenn ich einen trage, dann will der andere auch getragen werden – und beide gleichzeitig? Sorry. Geht nicht. Ich beuge mich zu ihm runter und rede ihm gut zu. Ich lasse ihn zurück und sage, dass ich jetzt weiter gehe. Ich kehre wieder zurück und rede wieder gut zu. Das ging so bis zum Lokal. 100 m haben eine Stunde gekostet. Beim Zurückgehen ereilt mich dasselbe Schicksal. Ich bin in einer ausweglosen Situation, kann das Kind ja schlecht mit einem Post-it zurücklassen (Abzugeben nach Wutanfall bei der und der Adresse), ich kann aber beide auch nicht tragen. Es geht nichts mehr. Ich werde wütend, drohe. Ich werde sanft, rede gut zu. Ich suche in mir meine eigene Geduld und erkenne: das ist eine neue Dimension von Auseinandersetzung. Das ist ein echter Konflikt. Passanten werfen mir strafende Blicke zu. Okay, Ich bin gescheitert. Mein halbkrankes, total müdes Kind liegt gerade wütend auf dem dreckigem Bürgersteig und heult mit offenem Mund gegen eine Pfütze. Es sieht erbärmlich aus. Ich sehe wohl verzweifelt aus. Mit der richtigen Erziehungsmethode würde man diese neumodischen Allüren schon austreiben können. Das zumindest sagen die Blicke der älteren Frauen, die mir begegnen. Ich versuche es mit immer besseren Versprechungen. Komm schon, Junge, jeder Mensch ist käuflich. Was ist dein Preis? Ich erahne schon, dass Vernunft, Verhandlung und Zukunftsaussichten nicht unbedingt der Horizont von Kleinkindern ist, aber was anderes fällt mir nicht ein…Schließlich verspreche ich, dass wir im Mama-Bett zusammen eine Folge ihrer Kindersendung auf dem Ipad angucken, sofort, wenn wir nach Hause kommen, wenn er jetzt nur aufsteht und nach Hause geht. Es ist eine von hundert Versuchen, ihn zum Mitmachen zu bewegen. Plötzlich klappt es. Aus heiterem Himmel. Er wischt sich die Tränen aus den Augen, steht auf und geht nach Hause. Boah, was ist das jetzt, denk ich mir und erkenne: Ich hab so was von keine Ahnung von Kindern. Gut, dass ich welche habe. Vielleicht lerne ich ja was. Neuste Lektion: TROTZ

Zur allgemeinen Erheiterung meiner Abendstunden habe ich mir 3 Erziehungsratgeber geholt:

Jan-Uwe Rogge: Wenn Kinder trotzen. rororo

Annnette Kast-Zahn: Gelassen durch die Trotzphase. GU Verlag

Gertrud Teusen: Trotzalarm. Anleitung zur Gelassenheit. urania Verlag

Eines habe ich schon gelernt: Der typische Trotz ist mir also noch nicht begegnet. Der Trotz, der aus dem Zusammentreffen von Wunsch und Wirklichkeit entsteht und Kinder rasend macht, weil sie noch nicht alles so können, was sie wollen. (oder doch?)

Mein in dieser Episode trotzender Sohn findet im Allgemeinen spazieren gehen ziemlich scheiße. Er mag rennen, gut. Er mag klettern, gut. Aber von A nach B trotten? Ätzend. Das weiß ich auch, ich leb ja mit ihm. Er hat bis jetzt nur immer mitgemacht, bisschen heulend, aber immerhin. Aber wirklich was entgegen setzen? Nicht unbedingt in der Dimension, mit der ich nicht zurecht gekommen wäre. Er wirft sich also auf den Boden und rebelliert so richtig und echt gegen meine Idee. Er kann eigentlich nichts selbst bestimmen. Ich wische ihm den Mund ab, wenn er Marmelade isst. Ich bestimme seine Kleidung. Es wird gegessen, was ich koche. Ich sage, ob er fernsehen darf oder nicht. Ich sage selbst an, wann es Abend wird und wann er ins Bett zu gehen hat.

Okay, vielleicht verstehe ich seinen Trotz. Der kleine Punk in mir würde sich auch auf den Boden werfen, wenn mir jemand die ganze Zeit meine Welt beschränkt und sich dann auch noch zwischen mir und meinem Mittagessen mit der schlimmsten aller Fortbewegungsmöglichkeiten kommt: spazieren gehen…pfff

Wenn ich diese Erziehungsratgeber mal durchgelesen/überlesen/überflogen oder studiert habe, werde ich euch eine kleine Zusammenfassung geben. Ich bin gespannt, ob ich was lerne oder ob meine eigene Beobachtung schon ausreicht. Ihr seht, im Moment bin ich gelassen und zuversichtlich….ändert sich auch wieder…

{Samstagskaffee} Chaos, Heulkinder und die geilen Zeiten

Samstagskaffee im ChaosHier steht er, der erste Samstagskaffee seit Wochen. Mitten im Chaos zwischen halbkranken Kindern, aufgerissenen Käsescheiben und einem Mann mit jobmäßigem Termindruck. Geile Kiste zur Zeit.

Innerlich fühle ich mich zerrissen und kraftlos, das nasskalte Wetter spielt mir negativ in die Karten. Was machen mit Kindern und diesem Wetter?

Kneten, Malen, Schneiden und immer mal wieder Wintersport gucken. Aber nachdem meine Kinder beschlossen haben, sie werden jetzt Skispringer..nun gut, dann guck ich mir den langweiligen Käse auch an. Wenn die Snowboarder dazwischen fahren, dann wankt der Beschluss mit dem Skispringen und sie werden kollektiv Snowboarder.

Ach recht, ihr seht, ich bin entnervt. Wir verlassen grad die Phase „Baby sweeeet“ und kommen in die „Trotz, Heul, Wutanfall„-Phase, die wohl mehr oder weniger gesellschaftsfähig entfaltet wird und anhält bis sie ausziehen.

Wie gesagt, geile Kiste hier grad.

Ich habe mir gestern ausgedacht, ich male mit ihnen Katzenmasken an.

Katzenmaske fertig

Die erste Reaktion: Heulen, weil man Angst vor den Masken hat.

Dann wurde doch gemalt. Mit Bastelfarbe (empfehlenswert, im Ernst jetzt, geht überall wieder weg: von Kleidern, Kindern und Tischen) Und die Federn wurden mit Washi-Tape beklebt, eine weitere Benutzung. Meine ersten Versuche mit diesem Klebeband habe ich schon mal beschrieben.

Katzenmasken bemalen

Mit den Marken wurde aber nicht gespielt, da sie es überhaupt nicht mögen, wenn da echte Augen durchgucken. Jetzt hängen die Masken als Staubfänger an der Wand und jedem, der reinkommt, wird erzählt, dass die Masken von ihnen bemalt wurden…und dass sie davor Angst haben.(Verstehe ich auch…im Nachhinein)

Pädagogisches Waterloo

Marmeladendeckel

Egal, was ich aber benutzen konnte, waren die Deckel der Marmeladegläser,
die ich hier schon mal erwähnt habe und die ich ja wegen der „Minimalisieren wir die Wohnung“-Phase mal entrümpeln konnte. Also, ich werde wohl nie Marmelade einkochen, aber Marmeladendeckel sind echt gut für Farbe…alles macht irgendwann Sinn…auch diese Tage jetzt…

Puppen für Jungs {Teil 2}

Haba Puppen Jungs Vor Weihnachten habe ich ja mal über die Genderwelt der Spielzeugindustrie geseufzt und nach Puppen für meine beiden Zweieinhalbjährigen Ausschau gehalten.

Hier zum 1.Teil der Puppen für Jungs – Geschichte: *Klick*

Zu Auswahl standen mehrere Modelle und wir haben uns für zwei Haba-Puppen in der 30 cm- Größe entschieden. Wer meine Kinder persönlich kennt, der wird verstehen, warum ich da nicht drumrum kam : die beiden Haba-Puppen haben schon ziemliche Ähnlichkeit mit ihren neuen Puppenpapas

Die Reaktionen

Zunächst einmal wurde diese Puppen unter dem Weihnachtsbaum so überhaupt nicht beachtet. Die Reizüberflutung Vorweihnachtszeit hat einfach ihren Tribut gekostet. So viele neue Sachen (Wunderkerzen, Weihnachtsbäume, Christbaumkugeln, Geschenke, Plätzchen) – zu viele, um sie alle einzusortieren.

Eine paar Tage später habe ich meine Kinder gefragt, wie ihre Puppen denn heißen. Groß war das Interesse da auch noch nicht, aber sie haben überlegt.

Inzwischen denke ich mir, dass sie halt gerne mit Babypuppen spielen und das Aussehen dieser Puppen sie eher an noch mehr Kinder erinnert und sie mich dann nur angucken und sagen, sie wollen jetzt nicht auch noch ihr Spielzeug mit den Puppen teilen, wenn man schon immer mit dem anderen Zwilling teilen muss…

Aber das mit der Namensgebung fanden sie dann doch irgendwie spannend.

Die Puppe des einen Kindes heißt ab jetzt FINDUS

Die Puppe des anderen ist NIKOLAUS.

Mit der Namensgebung fing auch das Spielen damit an. Inzwischen wird für Findus und Nikolaus gekocht, sie werden mit zum Schlafen genommen und dürfen im Kinderzimmer mitspielen.

Ich musste über die Namenswahl der beiden nachdenken.

Findus ist die Katze aus „Petterson und Findus“ ein Bilderbuch, das beide kennen. „Petterson und Findus“ gibt es auch als TV-Serie und wir haben uns eine CD mit Liedern zu diesen Figuren aus der Bibliothek ausgeliehen. Alles also eher medial geprägt – ganz wie der dazugehörige Puppenpapa, der sehr großes Interesse an allen Formen von Medien hat – Bücher, Fernseher, Fotographie und iPad, iPhone und weiß der Geier noch alles, wenn ich die Sachen nicht dosieren würde…

Nikolaus ist wohl durch die Vorweihnachtszeit entstanden, mein anderer Sohn war ein großer Fan von allen Aktivitäten darum herum: Skifahren (nicht selber…er würd aber gern) , Rodeln, Plätzchen backen…und vor allem Geschenke.
Das Prinzip „Geschenke auspacken“ fand er schon sehr faszinierend und ich glaube, deswegen ist dieser Name so übrig geblieben…

Kinder sind witzige Zeitgenossen….

Weihnachten..und weg…

Drück mal kurz auf PAUSE

Ganz im Sinne des non-digitalen Geist der Weihnacht drücke ich mal auf Pause im Blog und wünsche allen Lesern und Mitbloggern ein schönes Weihnachtsfest. Ich melde mich wieder. Bald.

{Samstagskaffee} Puppen für Jungs

Samstagskaffee mit der PuppenfrageIch habe Kinder. Diesen Kinder gebe ich Sachen in die Hand, mit denen sie spielen dürfen. Manchmal sind es Dinge, die mir gehören. Manchmal sind es Dinge, die die große weite Industrie für Kinder in ihrem Alter entwickelt hat. Spielzeug eben. Alle diese Dinge sollen zwei Sachen erfüllen:

1. Es soll ihnen Spaß machen.

2. Sie sollen irgendwas lernen.

Die meiste Zeit erkenne ich nicht, was sie jetzt genau lernen sollen, sprich, meine Geschenke folgen keinem Lern-masterplan. Ich sehe, was ihnen Spaß macht und dann gebe ich Ihnen Dinge, die dazu passen (oder sie suchen es sich selbst)

Wenn Kinder jünger sind, dann sind das für Mädchen und Jungs die gleichen Sachen. Steckwürfel, Mamas Schlüsselanhänger, Holzpuzzelspiele, Wasserfarben.

Jetzt langsam fängt es aber an, dass die Spielzeuge nach Geschlecht aufgeteilt werden. Dabei sind die Spielsachen für Jungs (Bagger, Autos, ect.) oft neutral in Farben und Formen. Ein Feuerwehrauto in klein sieht halt aus wie ein Feuerwehrauto in groß. Was soll man da auch rosa anmalen?

Was passiert aber mit speziellen Mädchenkram?

Aus meiner Kindheit sind noch Puppen übrig. Und Ja, Jungs spielen auch gerne mit Puppen. Meine Jungs machen das zumindest und füttern ihre Puppen, legen sie zum schlafen und versuchen sie zu wickeln…

Jetzt habe ich sie gefragt, ob ich dem Christkind fragen soll, ob es Puppen für sie bringen könnte….

Sie standen beide mit leuchtenden Augen da und haben „Jaaa!“ gerufen.

Also stöbere ich durch Online-händler und reale Spielzeugläden auf der Suche nach Puppen…eine rosa Glitzerwelt droht mich zu erschlagen. Spielen alle Mädchen wirklich nur mit Dingen aus Rüschen und rosafarbenen Plüsch?

Wo liegt meine persönliche Gender-Schmerzgrenze? Kaufe ich meinen Jungs rosafarbene Glitzerpuppen, die eigene Personalausweise haben, wo sich die „Puppenmama“ eintragen darf?

Bei einem bekannten Händler lese ich zum Thema „warum mit Puppen spielen?“ : …fördert die Fantasie und unterstützt nachweislich die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und Werte wie Verantwortung, Kommunikation und Einfühlungsvermögen. Quelle babyborn

Ja, das hätte ich auch gerne…ohne Glitzer…gibt es keine Puppenpapas da draußen? Wieso separiert die Spielzeugindustrie wie in den 50er Jahren noch Spielzeug so stark? Ist unsere Gesellschaft nicht längst wo anders angekommen?

Sollen Puppen für Jungs anders sein als Puppen für Mädchen?

Es gibt bei Jako-o den berühmten Krümel.

Es gibt auch von Haba Puppen, die mich nicht sofort an einen Kleinmädchentraum aus den 80er Jahren erinnern.

Ich muss ehrlich sein. Ich finde schon, dass Jungs mit Puppen spielen dürfen. Aber ich habe keine Lust, dass mein Kinderzimmer zu einem Politikum wird. Ich habe keine Lust, dass ich Rosa-Zeug anschaffe, nur um anderen Müttern zu beweisen, wie genderneutral ich meine Jungs doch erziehe. Wie modern das alles hier ist.

Einem Mädchen eine kleine Bohrmaschine zu kaufen, ist längst kein Thema mehr. Was ist aber mit den Jungs? Ist es auch kein Thema mehr, ihnen Puppen zu kaufen, die wirklich alles (vom Kinderwagen bis zur Windelhose) in rosa und pastell haben?

Versteht mich nicht falsch, ich habe nicht vor, alles rosa zu verbannen. Ich habe nur was gegen diese einseitige Farbgebung. Bin ich jetzt unmodern? Traditionell? Eine verkappte CSU-Wählerin, weil ich nach Puppen Ausschau halte, die blau, braun, grün, rot UND rosa tragen?

Zu den Puppen werde ich wohl dann doch die meiste Kleidung selbst herstellen, also nicht wundern, wenn hier mal ein kleiner Puppenpullover auftaucht…ich muss gestehen, ich habe bereits nach Strickmuster und Schnittmuster gegoogelt…

Strickkorb gender SpielzeugApropos gender-Spielzeug und stricken. Ich habe einen Strickkorb. Meinen Kindern ist es wirklich verboten, diesen Strickkorb auch nur nahe zu kommen. Deswegen haben sie jetzt auch einen eigenen Strickkorb und sitzen friedlich herum und zerwuseln Wolle. Gott sei Dank, ist das weder männlich noch weiblich, sondern bunt. Kinder ( Jungs wie Mädchen) wollen nämlich vor allem ihre Welt imitieren. Und wenn Mama strickt, dann wollen sie auch „stricken“. Wenn Papa kocht, wollen sie auch kochen. Soll ihnen doch ohne Farbschablone und Politikum einfach gewährt werden…

Strickkorb Gender Spielzeug 2

Diese Gedanken stelle ich samstags seufzend und unfertig zu Ninjas Samstagskaffee.

{Samstagskaffee} Unter Spielern

Unter Spielern_FotoIch bin mit einem Spieler verheiratet.

Mein Mann liebt Rollenspiele, Brettspiele, Computerspiele.

Am Anfang unserer Beziehung hatte er einen Schlüssel in der Hand und sperrte für mich die Welt der Spieler auf. Darin geht es die meiste Zeit zauberhaft zu. Es werden Schlachten auf offenen Feld geschlagen, mit Wikingertöchtern getrunken, Kleider von Hand genäht. Es gibt aber auch andere Spiele, mit Charakterbögen und regelmäßigen Treffen. Oder es werden riesige Brettspiele aufgebaut und bis tief in die Nacht hinein gezockt.

Alle halbe Jahr kommt eine Gruppe eines Spielerfreundeskreises zusammen, mieten eine Jugendherberge und spielen und feiern mit Kind und Kegel das ganze Wochenende lang. Sie feiern Geburtstage und ich habe das Glück, als loses Ende eines Beziehungsstranges auch dort zu sein. Aber auch als loses Ende bin ich fest verwoben. Unter Spielern ist es nicht wichtig, wie nah oder fern du jemandem bist. Man kennt sich eben. Als Freund eines Freundes bist du ein Freund. Dieser Samstagskaffee steht meine Kaffeetasse also auf einem Tisch in einer Jugendherberge. Unter Spielern. Unter Freunden.

Da wir unsere Kinder krankheitsbedingt zu Hause gelassen haben, kamen wir dieses Wochenende so richtig zum spielen. Wobei meine Definition von „richtig zum Spielen“ wohl nicht die in Spielerkreisen Übliche ist. Alle bringen Berge ihres Brettspielfundus mit, stapeln sie auf langen Tischen und man wählt sich eines aus und eröffnet eine Runde. Dabei wird meistens alles andere beiseite gelassen – Name und Beziehungsgrad, Statussymbole und Berufsgruppen, Alter und Geschlecht. Ein 14jähriger Spieler ist ein Spieler, wenn er ein Spieler ist. Genauso wie ein 40jähriger Spieler.

Packe ich an einem Tisch mein Strickzeug aus, so bleibe ich nicht alleine. Andere Frauen haben auch ihre Handarbeitsspiele dabei und nadeln mit. Wir sprechen und tauschen Geschichten, trinken oder trinken nicht. Die Welt der Spieler ist ungeschminkt und stets mit Hausschuhen zu betreten.

Dieses Jahr habe ich folgendes Spiel dort gefunden. Ein Klassiker, eigentlich. Ist mir schon begegnet, ich habe es aber noch nicht gespielt.

Das Spielprinzip ist einfach. Man hat einen Haufen kleiner einfarbiger Züge (im Sinne von Lokomotiven) und versucht, eine Strecke für sich in Anspruch zu nehmen. Die Strecken kauft man mit Farbkarten, die jede Runde nachgezogen werden. Simpel und Spannend. Ich liebe ja so was. Dieses Spiel gibt es in mehreren Versionen. Mit Deutschlandkarte oder auch als Original mit Amerikakarte. Ich fand die Version mit Europa sehr toll. Ich denke, dass man es auch gut mit Kindern spielen könnte. Eine Sache für eure Weihnachtsfeiertage? Bestimmt!

P.S. ich benutze einen Link zu amazon, um halbwegs legal das Cover auf meinem Blog zu zeigen. Ihr braucht diesen Link, der erscheint, wenn man die Maus über das Coverbild zieht, nicht benutzen. Er bringt mir auch finanziell eigentlich fast nichts. Also bis jetzt hat mir amazon noch 0.00 € ausgezahlt. Kauf das Spiel also wo ihr wollt.

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