Kategorie: Ernährung (Seite 1 von 5)

Ernährungsformen, Diäten, Herausforderungen, Challenge

Samstagskaffee mit Zucker oder: der neuste Schrei ist zuckerfrei

Ernährung ist ja in unseren Tagen eher eine spirituelle Frage. Sinnsuche im Bodymassindex. Da reicht es einfach nicht mehr, Freitags halt Fisch zu essen, um religiös zu wirken. Da muss schon mehr her für das innere Chi. Chia-Samen zum Beispiel oder Tofuwurst.

Ja, ich beschäftige mich gerne mit den neuen Göttern der Ernährung. Vor ein Paar Jahren war *Vegan* das neue Vegetarisch. Als ich als Teenager in einer katholischen Schulmensa zu Mittag gegessen habe und alle Formen des Fertigpuddings bis hin zum Mangogeschmack kennen lernen durfte, da hat ein Mädchen verlangt, ab jetzt vegetarisch essen zu dürfen. Es war ein Riesenthema. Vegetarisch! So eine Rebellin! Was ist mit dem Freitags-Fisch? Und geht jetzt Hühnchen noch? Die Schülerinnen durften darüber abstimmen, ob die Schulmensa ihr eine vegetarische Variante des Mittagessens ausgeben durfte oder nicht. Ich stimmte dagegen. Aber mehr aus persönlichen Gründen als aus politischen: ich galt als ihre beste Freundin und Schwester Lioba vermutete, dass ich zu abhängig von ihr war. Indem ich dagegen stimmte, wollte ich der Schwester zeigen, dass ich nicht so unter der Fuchtel stand  wie sie meinte. (Mein Sohn hat jetzt übrigens das gleiche Thema. Er wird immer als derjenige wahrgenommen, das unter der Fuchtel seines Zwillingsbruders steht. Aber so wenig wie ich damals, so wenig ist er es heute: kopflos.) 

Gut, ich würde mich mal interessieren, was man heute für Rebellenernährungen durchziehen könnte als knapp 12Jährige: Vegan? Paleo? Oder der neuste Schrei: Zuckerfrei.

Anastasia Zampunidis hat ein Buch darüber geschrieben. eine Mischung aus Biographie und Ernährungsberatung. Ihre Geschichte mit dem Zucker.

Anastasia wer? Ja, meine Generation kennt die Frau schon. Sie war Moderatorin bei MTV und mir kam sie aber auch nur vage bekannt vor. Ich kannte sie nicht wirklich, aber ich hab das Gesicht schon irgendwo mal gesehen. Sie ist 15 Jahre älter als ich, hatte also eine Karriere als ich anfing, dieses Wort schreiben zu lernen. Irgendwie habe ich sie bestimmt in der einen oder anderen Sendung wahrgenommen.

Ich habe angefangen, ihr Buch zu lesen. Das fällt mir bisschen schwer, weil ich diese Art von Lebensberatung trifft F-Prominenz nicht besonders gerne habe. Aber diese kinderlose Frau mit einem Jetset-Job ist genau das, was mir im Moment gefehlt hat. Sie kommt von einem anderen Stern. Ich kenne diese Frauen nicht, ich treffe sie nicht in meinem Alltag und ich vermisse sie auch nicht, aber ich bin froh, dass es sie gibt. Liga Beyonce-Frauen: Girls, we rule this world. Und so weiter und so fort. Frauen mit handelsüblichen Karrieren: Damen hoch.

Gut, Anastasia hat den Zucker für sich entdeckt. Sie hält ihn für reines Gift und nennt ihn im gleichen Atemzug wie Koks. In ihrer zuckerfreien Ernährung geht sie sehr sehr weit: bis in die traditionelle chinesische Medizin hinein und sie beschäftigt sich mit ihrem Chi und mit veganer Ernährung und mit der Fünf-Elemente-Küche. das Chi muss fließen, das ist uns allen klar.

Nur wie wir es zum Fließen bringen, das ist schwierig und sie räumt ein, dass man in Kantinen und bei Backstage-Catering  selten zuckerlose Gerichte findet. Das finde ich süß. (An dieser Stelle sei auf das Buch verwiesen, dass auch irgendwo auf unsere Sprache eingeht und sagt, dass man *süß* immer mit positiven Eigenschaften verbindet und wie falsch das doch wäre.) ich finde es süß, weil ich vor 10 Jahren das letzte Mal in einer Kantine gegessen habe und ich noch nie ein Backstage-Catering gesehen habe, aber ich habe auch ein anderes Leben geführt. Vielleicht fällt es mir leichter, Zucker aus meiner Ernährung herauszulassen, vielleicht fällt es mir schwerer. Vielleicht hat Anastasia auch keine Ahnung, dass es tatsächlich Leben gibt, die mit Kantinen nichts zu tun haben. Oder mit Restaurants.

Manches aus dem Buch hat mich aber doch zum Nachdenken gebracht. Zum Beispiel, dass es wirklich immer in Ordnung ist, einem anderen zum Geschenk ein bisschen Zucker mitzubringen. In Form von Pralinen oder von Gummibärchen. Zucker geht immer, in allen Generationen.

Oder dass man Kinder gerne mit Zucker belohnt oder bestraft. Meine innere Mutter schreit da natürlich auf und sagt: Niemals, das tue ich nicht. Und dann tue ich es doch. Bei uns gibt es Nachspeise und das ist eigentlich immer so Zucker pur: gefroren oder in Gelatine oder so. Und wenn jemand sich nicht an die Regeln hält, dann sag ich schon: Dann ist halt deine Nachspeise gestrichen. Und ich streiche die sehr gerne. Ist so schön effektiv, weil die kleinen neuen Zuckersüchtlinge natürlich dann sofort spuren.

Ich schaue also von meinem Buch hoch und sage meinen Kindern so nebenbei mal beim Frühstück: Bei uns gibt es jetzt nur noch sonntags Nachspeise. 

Im ersten Moment dachte ich, jetzt bricht der Sturm los. aber meine Kinder haben nur gefragt (weil sie eben eine Bestrafung witterten:) Wieso?

Dank dem Kindergarten und bestimmten Vorwissen habe ich nur geantwortet, dass zuviel Zucker ungesund sei. Ah, ungesund. ja, damit können sie was anfangen. Und sie zuckten mit den Schultern und sagten : Okay.

Okay, echt? Ich entziehe euch das Nachmittags-Eis und dann krieg ich nur ein: Okay?

Aber es ist seit zwei Wochen wirklich nur ein Okay gewesen.

In der ersten Woche kam dann eine kleine Delegation in die Küche und hat nochmal diplomatisch nachverhandelt: Ist jetzt Süß an sich ungesund oder nur Zucker? Das fand ich sehr interessant. Sie machen da schon Unterschiede und sehen ein, dass Äpfel an Bäumen wachsen aber Marshmallows halt nicht. Und das das schon was mit gesund und ungesund zu tun hat: ob es an einem Baum hängt oder nicht.

Sie wollten dann an meinen persönlichen Vorrat Trockenobst und Nüssen, haben alles durchprobiert und verlangen jetzt Datteln, weil se Datteln und Cashewnüsse mögen, aber keine Walnüsse und so schaue ich erstaunt auf meine Kinder, die sich echt gut anpassen können. Und dann halt Studentenfutter statt Gummibärchen in sich reinstopfen.

Und ich fühle mich ertappt, weil ich so einfach Dinge verändern kann von denen ich glaubte, sie wären so wichtig. Wie eben das Nachmittagseis. Aber das war nur mir wichtig, weil ich mir ja auch ganz gerne eines *gönne* weil ich ja so schwer arbeite und mich eben auch mit Zucker belohne.

Richtig an dem Buch ist auch, dass Zucker inzwischen wirklich überall beigemischt wird und man praktisch nur eine Chance hat, indem man viele Dinge selber kocht und vorbereitet. In unserem Naturjoghurt ist Zucker, in Müslis sowieso, in Tomatensoße, in Senf, in Suppenwürfel. Das wußte ich schon, aber das macht mich immer nochmal extra wütend. Ich schmecke salzige Brühwürfel und dann ist da immer noch Zucker drin. Irgendwie gemein. Hinterhältig. Zuckerdamönen.

Überall gibt es sie und so schaffen wir es halt auf durchschnittlich 30 Kilo Zucker im Jahr.

Es hilft also wenig, seinen Kaffee ohne Zucker zu trinken, aber damit kann man ja mal anfangen. Und auch sonst so einfach mal mehr auf seinen inneren Zuckerhund zu schauen. 30 Kilo im Jahr sind auch einfach zu viel. Wie man dem entgeht ohne sich selbst zu kasteien, das macht mich schon nachdenklich. Und lässt man Zucker mal für ne Zeitlang weg, dass schmecken Datteln tatsächlich extrem süß.

Ich glaube auch wie Anastasia, dass wir Opfer der Industrie sind, die uns sagt, wir hätten keine Zeit, um Dinge selber zu machen. Wir bräuchten die Industrie mit den 1000 verschiedenen Joghurtsorten und den Fertigprodukten, weil wir sonst unser modernes Leben nicht mehr leben könnten. Dabei ist nicht Zeit das Problem, sondern nur Geduld. Ich glaube, dass wir alle wenig Zeit haben, aber wir können eine Menge Zucker weglassen, indem wir Geduld aufbringen. Einen Joghurt zu machen kostet keine 8 Stunden Zeit, aber 8 Stunden Geduld halt.

Ich denke, ich finde das Buch von der MTV Moderatorin inspirierend und dämlich zugleich. Inspirierend, weil richtige Dinge drinstehen über die man mal nachdenken könnte. Dämlich, weil Zucker nicht aus der Hölle kommt und man Kindern nicht vegan und mit Kräutersud groß bekommt.

Aber ich finde es mit Lesen dieses Buches auch folgendes seltsam und da bin ich Anastasia schon ein bisschen dankbar, dass es mir auffällt:

So ne Dokumentation lief dieser Tage im Fernsehen. Es ging um einen Magersüchtigen Teenager. Der lebt in einer Einrichtung und muss jetzt zunehmen. Er und seine Therapeuten stehen in einer bayerischen Konditorei und er muss sich was aussuchen und es essen. Das scheint irgendwie ein Therapieerfolg zu sein, dass er wieder Torten isst. Lebensfreude mit Zucker und so. Kameraschwenk auf die Kuchentheke: Bienenstich, Sahnetorte, Himbeerschnitte. Die Therapeuten spricht mit leiser Zunge zu ihm: Geh, das ist jetzt schwierig für dich, oder? er tippelt von einem Fuß auf den anderen und weint ein bisschen. Ja, sagt er, das ist schwierig.

Das Buch von Frau Zampounidis würde ihm jetzt ein wenig recht geben. Sie findet die zuckerlastige westliche Fett-Ernährung nämlich alles andere als normal und gut für unseren Körper. Sie würde jetzt ihm NICHT recht geben, denn gar nichts essen ist keine Lösung.  Aber sie fände es bestimmt unverantwortlich, dass er sich ausgerechnet an Zucker (zurück) gewöhnen muss. Vielleicht sollte man ihm eher ein paar Datteln geben und ihm Milchreis mit Honig hinstellen. Vielleicht hat er recht, wenn er sagt, er findet diese Torten ekelig. Vielleicht sollte man ihn lassen und ihm sagen, dass unser *Normal* auch nicht mehr normal ist, aber das gar nichts essen auch nicht hilft.

Ach ja, mein Samstagskaffee beschäftigt sich wieder mit den großen Fragen der modernen Götter: Du bist was du isst. Und tief in mir weiß ich, dass all diese Fragen lächerlich sind, denn es ist Luxus, gegen die Zuckerdämonen kämpfen zu können. Wir alle leben im Luxus. Wer aussuchen darf, was er zu sich nimmt, der lebt auf der Sonnenseite dieses Planeten. Und so muss ich langsam zum Schluss meines Samstagskaffees kommen und die Linsensuppe auf den Herd stellen. Es wird ja schon Mittag hier.

Fortsetzung folgt bestimmt.

 

 

Frühstücksidee: Overnight Oats

Wer diesen Blog bisschen verfolgt, der weiß, dass ich echt Wert auf die erste Mahlzeit des Tages lege. Wir haben Müsli selber gemacht und haben Bananen-Muffins gebacken.

Seit das dritte Kind hier eigezogen ist, fällt mir aber auf, dass ich nicht mehr dahinter sein muss, dass alle anderen frühstücken – die machen das von Herzen gerne (alle) – sondern vor allem auf mich achten sollte.

Mama muss frühstücken und hat dafür so um die 3-5 Minuten Zeit.

Deswegen bin ich ein Fan von den berühmten Overnight Oats geworden. Gut, früher ham ma Bichermüsli dazu gesagt. Des Ganze gibt es in unzähligen Varianten. Ich stelle euch hier mal meine vor.

Meine Basis sind Haferflocken

Mit einem Schuss Milch 

Darauf ein bisserl Joghurt 

 

Vielleicht Leinsamen, aber auf alle Fälle Nüsse. Walnüsse, beispielsweise.

Und darauf noch gefrorene Früchte. Und Honig – soll ja nicht zu gesund sein…

Inzwischen habe ich auch Varianten mit vorher eingefrorenen Früchten. Ich habe beispielsweise eine Schale Brombeeren gehabt, die zu schimmeln anzufangen drohte und die sonst das Schicksal von Muffins gehabt hätte. Einfach in diese Schraub-Gläser portionieren und dann mit den Haferflocken anfangen. Auch Smoothie kann man so einfrieren und dann zu diesem Frühstück weiterverarbeiten – gerade wenn mal wieder was kaputt zu gehen scheint an Bananen oder Pfirsichen. Typisch Mama – Resteessen. Was weg muss, muss weg. Kann man aber trotzdem sich selbst schön und viel wichtiger echt lecker machen.

Über Nacht in den Kühlschrank – morgens ein schnelles Frühstück.

 

Joghurtbombe

Ganz ehrlich, ich mag die Frauen aus dem Alpenland. Im Prinzip schütteln die nämlich mit Thermomix und kitchen aid ausgestattet gerne mal eine Sonntagstorte aus dem Ärmel. Oder laden zum üppigen Frühstück ein. Man darf sich da nur nicht unter Druck setzen lassen. Tue ich auch nicht. Wer mich einlädt, der bekommt vielleicht ein besticktes Geschirrtuch oder mal nen Sandkuchen oder so. Ich bin nämlich weit entfernt von den Primabella-Köchinnen, aber noch ist das nicht so aufgefallen (hoffe ich). Ich schätze vor allem eine beliebte Frühstücksgabe hier: die Joghurtbombe. (an dieser Stelle möchte ich den italienisch-bayerischen Kaffeetisch, der Bad Heilbrunn für das letzte Kaff auf Gottes weiter Erde hält, ausdrücklich danken)

Und die ist so einfach zu machen, damit habe selbst ich schon Pfingstsonntag bei der Horde Besuchskinder geglänzt.

Joghurtbombe

500 g Joghurt

60g bis 120 g Zucker

Vanillezucker

2 Becher Sahne

Selbst wenn man beim Zucker deutlich variieren kann, das da bleibt eine Nachspeise…bisschen wie Schokolade zum Frühstück.

Am Abend schlägt man die Sahne steif und rührt sie unter den Joghurt mit dem Zucker. Man kann auch einen Spritzer Zitronensaft dazutun. Danach füllt man die Masse in ein mit einem Geschirrtuch ausgelegten Sieb und lässt die Flüssigkeit über Nacht im Kühlschrank abtropfen. Der Joghurt wird dann wie Fruchtzwerge steif und läßt sich am nächsten Tag *kippen*. Mit Früchten dekoriert ist man der Held am Kaffeetisch – oder am Kindertisch.

 

Löwenzahnsirup selber machen

Lange ist es still gewesen auf diesem Blog. Das hat natürlich Gründe – aber, ganz ehrlich, ist auch egal. Man darf sich von seinem eigenen Hobbys schließlich nicht unter Druck setzen. Die Welt setzt einen schon genug unter Druck – das kann man selber auch sein lassen.

Deswegen zum Wiedereinstieg mal was Leichtes für zwischendurch.

Der Löwenzahnsirup

Löwenzahnsirup ist sehr spannend – vor allem für Kinder. Dabei handelt es sich um Löwenzahnblüten, die man mit einem Liter Wasser zu einem Sud kocht. Wirklich nur die Blüten, sonst wird das eine bittere Angelegenheit.

Danach wird der Sud mit 1 kg Zucker und Zitrone geliert. Ich würde das nächste Mal mit 500g normalen Zucker und 500g Gelierzucker arbeiten. Die Zuckersoße muss nämlich extrem lange köcheln – so 5/6 Stunden, bis da mal was fester wird.

Jetzt haben wir einen schönen Honigersatz im Haus – wobei ich ihn am liebsten zum süßen von Tee verwende. Sommerlicher Eistee ist damit bestimmt eine Wucht.

Maracuja-Cheesecake mit Kokosboden

Letztens war ich in der Bibliothek. Bad Tölz hat eine wirklich schöne Bibliothek. Ein ganzes altes Haus voller Bücher. Manchmal gibt es Vorlesenachmittage und meine Kinder nennen es *Bilderbuchkino*.

Ich habe vor, dort jetzt wieder öfters hinzugehen. Auch, weil es da einen Haufen Zeitschriften gibt, die in einer Art Café die ganze Wand schmücken. Nun ja, man darf jetzt nicht die neustes Ausgabe ausleihen, aber alle anderen.

Hier habe ich die Zeitschrift *Sweet dreams* entdeckt. Sieht pappsüß aus. Aber seitdem ich festgestellt habe, dass ich gar nicht so ungern koche und backe – manchmal stellt sich tatsächlich so was wie Entspannung dabei ein.

Leider bin ich noch überhaupt nicht gut darin.

Ich bin auch ziemlich empfindlich, was meine Gerichte angeht. Selten, dass ich jemanden etwas zu essen gebe ohne ein wenig nervös zu sein. Sweet dreams teilt seine Hochglanz-Torten in verschiedene Schwierigkeitsstufen ein. Und in Themen: Maracuja, weisse Schokolade, Kokos, Lakritze. ich glaube, man nimmt schon zu, wenn man sich nur die Fotos ansieht.

Der Maracuja-Cheesecake mit Kokosboden hatte da seine Vorteile: er sieht super aus, mein Mann liebt Maracuja und er wurde als *Anfänger* geeignet eingestuft.

Boden

Der Boden besteht aus 150 g Kokoszwieback und 75 g Butter – zerkrümelt, gemischt und gekühlt. Ich habe normalen Zwieback genommen, weil ich den noch im Haus hatte. Und dazu Kokosraspeln.

Cheesecake 

2 Päckchen Vanillepulver

4 EL Zucker

500 ml Milch

1 kg Magerquark

3 Eiweiß

1 Eigelb

480ml Milch mit dem Zucker und dem Puddingpulver aufkochen lassen. Das ist ein ziemliches Gebatze, wenn man da nicht aufpasst. In den noch warmen Pudding den Magerquark einrühren und dann Eischnee unterheben. Klingt machbar und wird auch überhaupt nicht so süß am Ende des Tages. Die Masse auf den gekühlten Zwiebackboden geben, glatt streichen, das Eigelb mit dem restlichen Schluck Milch vermischen, über den Kuchen geben  und bei 80 Grad Umluft eine Stunde backen. Danach muss man bisschen aufpassen. Der Kuchen muss gut auskühlen.

Maracuja

6 Maracujas und 100ml Maracujasaft aufkochen lassen, mit Speisestärke (1 EL in ein bisschen Wasser auflösen) eindicken, abkühlen lassen und über den Kuchen geben.

Gut, der Kuchen sieht ehrlich gesagt besser aus, als das er schmeckt. Aber schlecht ist er nicht. Er ist das, was er sein soll: ein ganz guter Anfang.Und ein Grund zum Freuen. Und heute ist ein Freutag.

Haferflocken Bananen Muffins mit Blaubeeren

Heute hat gar nichts geklappt. Heute morgen, mein ich. Dabei kann ich gar nicht klagen. Bei uns wirft sich in der Regel kein Kind heulend auf den Boden. Nicht, dass es das nicht gibt, aber heute waren alle Kinder tiefenentspannt und trotzdem hat nichts geklappt. Mein Wecker war auf lautlos und ich habe bereits morgens die Zeit vergessen. Aber nicht nur ich, auch mein Mann kämpfte mit einer üblen Erkältung und lag um 7 Uhr morgens noch in der Badewanne. Eines der Zwillinge hat sich ausgezogen und auch in der Badewanne geplantscht, der andere hat sich selber angezogen – mit seiner neu erworbenen Skimedaille und wollte eigentlich sofort frühstücken. Gut, hat nur keiner von uns reagiert. Hat ja jeder die Zeit verloren.

Am Ende gab es Jogurt mit einem Haufen Zucker und die Kaffeemaschine wollte auch nichts mehr machen.
Wir waren viel zu spät.
Wir sind zu spät und zu planlos aufgestanden.

Also nutze ich grad den Nachmittagskinderbesuch (was bedeutet, ich werde nicht mal angeguckt, weil DAS Mädchen bei uns ist) und habe im Internet ein Haferflockenmuffin rausgesucht. Das heißt, ich habe mir mehrere durchgelesen und ein eigenes daraus gemacht. Frau M. hat mir immer wieder Bananenkuchen mitgebracht und irgendwie war das doch inspirierend. Gut, dass wird uns zwar nicht helfen, wenn wir zu spät aufstehen, aber zumindest habe ich das Gefühl, das Frühstück für morgen steht schon bereit.

Ihr braucht

einen ordentlichen Schuss Honig (2 EL)
Bananen, die niemand mehr isst, weil sie zu schwarz sind (2 oder 3)
250 g Haferflocken
250 ml Milch
2 Eier
150 g Heidelbeeren TK
Vanille
1 EL Backpulver

Alles zermanschen, Heidelbeeren vorsichtig unterrühren und
in Muffinformen füllen. Anschließend für 30 Minuten in den Backofen – bei 190 Grad Ober-Unterhitze.

Was sind eurer Lieblingsfrühstücksideen? Was lässt sich gut vorbereiten? Esst ihr immer dasselbe oder gibt es Varianten?

Popcorn, überall Popcorn – wie man Popcorn selber macht

Es gibt tatsächlich nix auf dera Welt, was sich so einfach machen läßt wie Popcorn.

Und trotzdem verkauft sich des fertige Popcorn in den Plastiksäcken immer noch – völlig überteuert und pappsüß.

Zugegeben, ich war genauso…eine Fertig-Popcorn-Käuferin, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass man ohne hypermoderne Maschine sowas wie Popcorn herstellen könnte. Ich habe einfach ned so weit gedacht. Ich war faul.

Aber jetzt ist freilich alles anders. Haha. Nein, ich bin immer noch faul, aber Popcorn machen wir inzwischen selber.

Man nehme handelsüblichen Mais. Hier ein Beispiel aus dem großen Reich von Amazonien.

Man nehme zwischen 50 und 70 Gramm. Das schaut wirklich nach wenig aus, aber des reicht. In einem Topf Öl erhitzen, so ein Spritzer Öl, einen kleinen Schwenk, dass grad so der Topfboden bedeckt ist. Und stellt so auf Stufe 6 oder 7 den Herd an. Also nicht superheiß, aber schon so ordentlich.

popcorn-selber-machen-2

Mais rein, Deckel drauf und warten – vielleicht 5 Minuten.
Dann kommen seltsame Geräusche aus dem Innenren des Topfes – es poppt geradezu auf. Vielleicht eine halbe Minuten, ich schüttle ein wenig am Topf bis es aufhört.

Öffnet man den Topf, sieht es so aus:
popcorn

Zucker drüber oder Salz. Ab vor den Fernseher, Wollsocken an, Regenwetter aus dem Wohnzimmer zuwinken.

Sophia Thiel: Abgebrochen

#sweating beauties und Sophia ThielBei Sophia Thiel geht man durch 3 Phasen durch. Es steigert sich die Anzahl der Kohlenhydrate und es steigert sich die Intensität des Trainings. Alles halb so wild. Trotzdem habe ich aufgehört.

So ein Aufhör-Prozess ist ja schleichend. Zuerst hörten die Videos auf. Mir war das alles viel zu pink, viel zu Mädchen, viel zu lange. Zu Beginn jedes Videos wird erst minutenlang die Übung erklärt – mit neumodischen Elektrosound und Sophia Thiel in Großaufnahme. Das nervte mich am meisten. Anschalten, loslegen aber halt, erst warten, denn: zuerst ewige drei Minuten auf Sophia Thiel starren und warten. Bin ich eine Mimose? Keine Ahnung, aber ich glaube, dass mir Detlef D. Soost zwar nie sympathisch war, aber ich muss ihn doch gemocht haben. Vielleicht ist es auch eine Frage des Alters. Ich habe ihm irgendwie geglaubt. Sophia glaube ich kein bisschen. Ich denke, sie hat ungesund abgenommen und ist dann total auf Kraftsport hängengeblieben. Manchmal betont sie lange, wie schwer ihr jene Übung früher gefallen sei, aber ich rolle dabei mit den Augen. Sophia Thiel tut so, als ob sie exakt diesen Weg gegangen wäre – oder sich zumindest sehnlichst gewünscht hätte, diesen Weg zu gehen. Ihre Mit-mach-Slogans verhallen in meinem Wohnzimmer. Das ist irgendwie hohl alles.

Dabei steht natürlich außer Frage, dass es funktionieren würde. Ich glaube all den Vorher-Nachher-Fotos. Den Leggingsbeinen, den im Spiegel aufgenommenen Ärschen im Knackformat. Ich bin nur nicht der Markt. Sie hat mich nicht erreicht und vielleicht wollte ich es auch nicht. Ich dachte, es wäre mir völlig egal, zu welcher Musik ich in meinem Wohnzimmer herumhüpfe, aber das stimmt nicht. Das junge Mädchen, dass immer ihren Pferdeschwanz vor jeder Übung zurechtlegt, ging mir auf die Nerven. So was steht und fällt mit der Galionsfigur.

Danach endete die Ernährung. Es ging ewig ums Abwiegen von Lebensmitteln, aber niemals natürlich ums Kalorienzähler. Das war halt ein verstecktes Kalorienzählen. Ist halt nicht modern, wenn man sagt, so ein Stückle Fleisch und so a Kartoffel wären jetzt soundsoviel Kalorien. Nein, die moderne Frau ist beyond. Die hat genau 139g Putenfleisch und 20g Kartoffeln zu kochen. Ernsthaft? Das ist doch dasselbe wie Kalorienzählen. Ich kann mich noch gut an das erste Video von 10 weeks body change erinnern: da standen ein Haufen Lebensmitteln und dann wurde gesagt: das da. Iss davon so viel du willst. Egal wie, egal in welcher Zusammensetzung, aber halt nur davon. Gut, damit waren ja bekanntlich die Vegetariern und die Veganer draußen aus dem Spiel und die Fleischesser konnten ne flatrate bei ihrem Metzger vereinbaren, aber ich habe nirgends irgendwas von 139g Putenfleisch lesen müssen….

Öfters wird ja darauf verwiesen, dass so ein Programm vor allem community und support bietet, aber über die community habe ich ja schon geschrieben: eine Facebook-Gruppe mit 16000 Mitgliedern – völlig ohne professionelle Moderation. Manchmal taucht ein Video von Sophia Thiel auf, in dem sie Fragen beantwortet. Ansonsten hört man die Mitglieder klagen über wenig Feedback bei speziellen Fragen. Und ein pausenloses Geposte von Mädchen in Unterwäsche, die sich dann untereinander kommentierend applaudieren. Manchmal gibt es einen Tipp. Der wird dann diskutiert, ob das jetzt konform sei oder nicht. Eine Moderation greift da dann natürlich nicht ein. Es endet in keinerlei Aufklärung, ob jetzt ein Früchtetee erlaubt sei oder nicht. Hat doch keine Kalorien, sagen die einen. Hat doch Früchte, sagen die anderen. Geht doch nicht um Kalorienzählen, sagt die nächste. Sehr oft gab es auch Beef. Da wurden dann die Zicken ausgepackt und es gab ein wildes hin und her. Da fehlte es auch nicht an einer Reihe von deplatzierten Post. Eine hat mal gefragt, wie sie ihr Meerschweinchen nennen sollte. Oder allen einen positiven Schwangerschaftstest präsentiert. Uff.

Ich habe den Eindruck, dass man eine DVD und ein *Kochbuch* für 99€ kauft. Geht man einmal an der Kasse vorbei, dann wünscht einem die Verkäuferin noch nen schönen Tag und ja, dann ist man dann halt zu Hause mit seinem Kochbuch und seiner DVD. Bei vielen funktioniert das. Bei mir ja eigentlich auch, aber ich befürchte – sie ist bestimmt eigentlich eine ganz Nette – ich mag halt Sophia Thiel ned. Also das Produkt, dass sie verkörpern soll. Es ist einfach nicht echt.

Dieses Jahr hat die Frühlingsdiät also 2 kg gebracht und war teuer und ich habe es nicht zum Ende gebracht. Mal sehen, ob ich nicht mal was anderes ausprobiere und mir beim nächsten Hype nicht einfach ein Buch kaufe und es  mal ganz ohne moderne Technik versuche.

Kurz gesagt: Schade und adios.

Rezept für Chicken Fata

Ich kenne Chicken Fata als indisches Gericht, aber in meiner Sammlung zu internationales Gerichten wird es unter *Tahiti* geführt. Gut, es ist kein europäisches Essen – darauf kann man sich ja einigen.

1 Gemüsezwiebel

Knoblauch as much as you like

6 Kartoffeln

2 Tomaten

400 g Babyspinat

Grüne Chillischoten

1 kg Hühnerbrustfilet

1 l Hühnerfond

1/2 Teelöffel Kurkuma

200 ml cremige Kokousnussmilch

2 Limetten

Salz, Pfeffer, brauner Zucker

Fleisch klein schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen und scharf in Öl anbraten, anschließend wieder aus der Pfanne nehmen.

Zwiebeln und Knoblauch in dem verbleibenden Öl in der Pfanne anschwitzen, Hühnerbrust wieder zurück in die Pfanne und mit Hühnerfond aufgießen. Kurkuma und klein geschnittene Kartoffeln. dazu kämen jetzt ach noch die Chilis in kleinen Ringen. Es gibt aber keine grünen Chilis im Dorfsupermarkt, deswegen haben ich mir mit etwas Chilliflocken ausgeholfen. 

Das Ganze gute 20 Minuten köcheln lassen. 

Danach Spinat, Tomaten geschnitten und Kokosmilch dazugeben und 5 Minuten weiter kochen lassen. 

Mit Limette, Salz, Pfeffer und braunem Zucker abschmecken. 

Ein grundsolides Abendessen mit Reis und ordentlich Soße. Kinder haben zwar vorsichtig um den Babyspinat drumrum gegessen, aber nach Matschpfützenspielen und Badewanne waren sie dann doch extrem dankbar für Hühnchen, Reis, Kartoffeln und Tomaten. Es ist noch so viel da, dass ich das wohl auch gut mal für Gäste kochen könnte. Es ist nicht scharf (klar, hatte auch keine Chilis…) Wenn man den Sommer draußen nicht sehen kann, muss man ihn mit exotischen Gerichten herbeikochen.

Ältere Beiträge

© 2018 Fadenvogel

Theme von Anders NorénHoch ↑