Ist Grexit dramatisch genug?

#MontagskommentarIn Amerika wird kräftig dekonstruiert. Da gehen einem doch glatt die Schubladen aus. Ein Mann, der in der Öffentlichkeit durch seine sportlichen Leistungen als echter Mann wahrgenommen wurde, wird zur Frau. Eine Weiße gibt sich als eine schwarze Bürgerrechtsaktivistin aus und wird von den Eltern als „blondes Mädchen“ entlarvt. Nur aus Texas taucht ein Video auf, dass einen weißen Polizisten dabei filmt, wie er ein völlig aufgelöstes, heulendes Bikini-Mädchen auf den Boden drückt. Sie brüllt: Call my Mom und weiß auch nicht mehr weiter. Er zieht sogar die Waffe. Alles beim alten. Das Mädchen ist schwarz.

In Europa blickt die Tagespresse in das journalistische Sommerloch, weil keiner mehr Bock hat über Griechenland zu reden. Allerdings haben wir ein wundschönes neues Wort erfunden. Den Grexit, eine Mischung aus Exit und Griechenland. Gemeint ist damit der Ausstieg Griechenlands aus der €-Zone. Grexit klingt wie eine kurzer schmerzhafter Schlag, so vom Wortklang, mein ich. Und Exit ist hierzulande meistens der Notausgang, also durchwegs nicht Negatives. Ich würde mir ein dramatischeres Wort wünschen. Greabortion oder Grefall oder Grebroke, aber Grexit? Ich weiß ja nicht, Leute.

2 Kommentare

  1. Mich erinnert der Ausdruck an eine kleine niedliche Eidechse (vielleicht wegen Gecko?). Tatsächlich ein wenig zu niedlich für die Brisanz.
    Aber ich bin froh, wenn das jahrelange rumgeeiere endlich mal rum ist. Entweder man bekennt sich klar zu Griechenland und päppelt die weiter, oder eben nicht… Man kann in beide Richtungen konsequent sein. (Und wie wichtig es ist konsequent zu sein, weißt du als Mom wohl am besten, oder :))

  2. Ich hörte gestern erst das Wort „Greccident“ – vielleicht wäre das was für dich, etwas dramatischer? Weil es die Situation als Unfall natürlich verschärfen würde statt eines (mehr oder weniger) freiwilligen Exits…^^

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