Kategorie: Rabeneltern (Seite 3 von 7)

Kriegsgebiet Elternschaft – Freud und Leid

Dinge aus meiner Kindheit

Ich hatte in meiner Kindheit keinen Fernseher im Zimmer. Als Teenager hatte ich allerdings eine quadratische Kiste, die das absolute technische Highlight meines Daseins verkörperte. In der Nacht habe ich einmal einen Horrorfilm gesehen. Die Szene eines verbrannten Mannes darin hatte mich später noch jahrelang verfolgt. Sei´s drum. Diese Kiste konnte VON ALLEINE Sendungen auf eine Vhs-Kassette aufnehmen, vorausgesetzt man hatte die Sendung anhand einer Nummer gefunden. Damit habe ich die Aufnahme meines ersten Freundes unabsichtlich ruiniert. Er hatte einen Film über unseren Abiball gemacht und ich habe die Vhs-Kassette überspielt. Dieser Film war wie eine stille Liebeserklärung und ich würde sie heute gern noch einmal sehen. Die Vhs-Kassette ist aber verloren und der Film mit meinem Freund verschwunden.

Öfter geht ein Raunen durch die heutige Elternschaft. Was früher nicht alles einfacher gewesen wäre. Was früher nicht alles besser war. Laptop, Iphone, Tablet, Smart TV….wer soll sich da noch ungestört entwickeln können? Dabei habe ich es geschafft mit einer Kiste, die kaum großer war als ein doppelter Schuhkarton, meinen ungestörten Nachtschlaf mit einem Horrorfilm zu ruinieren.

Alles also eine Frage der Perspektive.

Das erste Mal mit Kindern als Rollenspieler (Larp)

Letztes Wochenende waren wir weg. Und mit weg, meine ich richtig weg. Wir waren in den Zwischenwelten, den Fantasietürmen, auf mittelalterlichen Geisterwegen.

Wir waren das erste Mal mit Kindern bei den Rollenspielern.

Rollenspiel oder Larp (also Live action role play) ist ein weit verbreitetes Hobby und findet doch im Verborgenen statt. Viele kennen noch Mittelaltermärkte oder große touristische Schauspiele, aber das Ganze gibt es auch ganz ohne Zuschauer – nur für die Menschen, die das gerne machen.

Die mieten sich dann große Zeltplätze, bauen Lagerbefestigungen, Tempeln und Badehäuser. Ein Meer aus weißen Zelten, ganz ohne Plastik-Trakking-Wurfhügel. Wirkliche Jurten.

Organisiert in Vereinen, denken sie sich ganze Länder, Religionen und Traditionen aus. Namen, Geschichten und Ständesysteme.

Es gibt Orks, Zwerge, Elben und Menschen. Es gibt Adelige Damen und Bauern, Ritter und Schildmaide.

Mein Mann spielt seitdem er ein Teenager war. Aus dem Hobby haben sich lebenslange Freundschaften für ihn entwickelt, aber mit den Jahren wurde es schwieriger, die Zeit zu investieren. Larp ist eine aufwendige Beschäftigung. Die Arbeit kam, die Kinder kamen. Die alte Form, wie er es betrieb, passte nicht mehr in sein Leben. Ich selbst war vor 10 Jahren schon dabei, aber es war schwer für mich, in einer Gruppe von alten Männerfreundschaften einen Platz einzufordern.

Diesmal war es leicht. Die Zeiten haben sich geändert, die Leben haben sich geändert. Und ich und die Kinder konnten mit im Lager ihre Rolle finden und es war für sie eine Explosion.

Zu Beginn mussten wir uns eine eigene Geschichte ausdenken. Die Kinder haben sich Namen überlegt. Hin und her. Sie hatten eine eigene Kleidung und versteckten sich erst hinter uns. Aber der Bann war schnell gebrochen und sie liefen 3 Tage lang zwischen den Rittern, Edelleuten und Soldaten hindurch, entdeckten das Bogenschießen für sich, forderten die anderen Kindern in den anderen Lagern zu Schwertkämpfen in den Gassen heraus und schliefen abends so schnell ein, dass man sie kaum umziehen konnten.

Kinder sind halt keine Hauskatzen, die sich den ganzen Tag auf das Sofa legen sollten. Sie sind Huskys, die viel Auslauf, Sonne und Bewegung brauchten. Sie husteten bei der kalten Luftfeuchtigkeit in den Stoffzelten nicht ein Mal und lernten den Luxus einer heißen Dusche am Morgen kennen.

Und sie haben ihr persönliches Ziel erreicht: einen Ork sehen. Und sie haben einen Ork gefunden und blieben mit offenen Mündern vor ihr stehen. Sie hatte auch ein Kind dabei und war wohl – nach ihrer Aussage – ein sehr netter Ork.

Das Treffen hieß *die Turney der Südlande* und ist eine große Veranstaltung mit 400 Teilnehmern oder mehr oder weniger. Es finden viele Wettkämpfe statt. Man versucht, eine rohes Ei so zu verpacken, dass es nicht zerplatzt, wenn man es vom Turm fallen läßt. Einer hat es mit Magie versucht. Seine Magie hat wohl nicht gereicht und meine Kinder lachten laut auf. Die anderen haben ein Nest mit einem Fallschirm gebaut. Das war eher von Erfolg gekrönt.

Alle Adligen haben einen Kampf ausgetragen untereinander. Das Gestampfe. Aber es gab einen Eklat zu Beginn. Ein Schreiber mit Schweigegelübde wurde wohl missverstanden und verletzt. Keine Ahnung, ob er es überlebt hat und der Kampf wurde nicht gewertet. Meine Kinder himmelten eh nur Lilly an, die ihnen auch erlaubt hatte, ein paar ihrer Waffen auszuborgen und als sie von einem großen Kämpfer halb niedergerungen wurde, schrieen sie auf und ich musste ihnen ins Ohr flüstern, dass dies ein Spiel war. Weiß ich, Mama. Kam ein wenig säuerlich zurück und dann ging das Gejubel wieder los.

Turney der Südlande

Unser Lager hatte einen Feuerknecht und eine Köchin, die schon ganz früh am Morgen einen Kaffee gekocht hatte und Brot und alles weitere auf einen Tisch legte. Sie wurden gänzlich verdorben mit der Erkenntnis, dass es Schokolade gab, die man sich aufs Brot schmieren konnte.

Lagerleben Turney der Südlande

Ihr seht, es war ein Fest. Ich konnte es kaum fassen, wie frei sie sich bewegten und ich musste mehrmals schlucken, denn ich hatte keine Babys mehr. Sie liefen einfach herum und waren weg.

Und wir selbst haben einen Weg zurück ins Rollenspiel gefunden. Als Teehänder, als Bürgerliche. Als Familie. Wir stehen mit dieser Idee noch ganz am Anfang, aber das erste Mal hat mehr geklappt als wir uns ausgedacht hatten. Und dies ist nicht unser eigener Verdienst, sondern das der Gruppe. Der Kusshand einer Mutter an das Lager Ak´Marant.

Rulana Drachenberg

Vom Einschlafen und Durchschlafen

Familienbett verstecktMeine Kinder teilen sich ein Zimmer. Es ist groß, hat sogar eine zweite Ebene und da sie in diesem Haus ja nicht alt, sondern nur erwachsen werden sollen, denken wir gar nicht an zwei Zimmer. Alleine das Spielzeug gehört ihnen zusammen. Das auseinander zu diskutieren – unmöglich. Jeder besitzt aber einen eigenen Schrank und seit Neuestem eine handbemalte Kiste aus dem Baumarkt. Darin legen wir die Kleidung für den nächsten Tag. Unsere Langschläfer-Familie hat morgens nämlich überhaupt keine Zeit, sich um die Anziehfragen zu kümmern. Unsere Kinder sind jetzt 3 Jahre alt. Im Sommer werden sie 4.

Ihre Betten stehen Kopf an Kopf – dazwischen steht ein kleiner Stuhl. Wenn ich sie ins Bett bringe, dann sitze ich auf dem Stuhl: singend und kopfstreichelnd. Ich bete auch mit ihnen. Manchmal ist es rührend, für wen und für was sie ihr Gebet sprechen wollen.

Der Papa sitzt und liest ein Märchen vor.

Manchmal lassen wir auch immer noch den Silberkopf laufen. Das selbst erstellte Hörbuch zum free download findet ihr hier: >Klick<

Der Onkel liest Rudi Rüssel, sitzt aber wo anders, denke ich.

Was ich damit sagen will, ist, dass sie NICHT alleine ins Bett gehen. Der Deal der Erwachsenen sieht so aus: der eine räumt die Küche auf, der andere bringt die Kinder ins Bett. Klar, dass ist mehr Aufwand, aber ich verstehe das auch.

Manchmal dauert das Zu-Bett-bringen länger, so eine halbe bis Dreiviertel Stunde, aber nur, wenn sie irgendwann unter tags geschlafen haben. Sonst sind es so 20 Minuten. Ich versuche das Schläfchen zwischendrin zu vermeiden. Ich glaube, jeder versucht das zu vermeiden. Aber es ist eben nicht immer zu vermeiden. Dann ist das Zu-Bett-gehen eine zähere Angelegenheit.

Doch dann, wenn sie gegen 8 Uhr schlafen, und so die erste Tiefschlafphase hinter sich haben, wird gewandert. Es finden hier jede Nacht Wanderungen statt und das schon seit längerem: vom Kinderzimmer ins Wohnzimmer mit dem obligatorischen „Duuuuurst„. Vom Kinderzimmer stillsschweigend ins Elternbett – ohne das wir das im ersten Moment mitbekommen. Ich gehe dann zu Bett und sehe, dass quer über meinem Kopfkissen schon einer schläft. Oder irgendwo im Gang mit dem Geheule *Ich will ins Elternbett.*. Dann wird das Kind dann geschnappt und in unser Bett getragen – mit noch nem extra Kuss. Manchmal werde ich auch abgeholt von der Couch. Wie eine innere Uhr kommt jemand am Sofa vorbei und ich sehe auf die Uhr. oK, es wäre auch für mich Zeit, ins Bett zu gehen. Und dann gehe ich mit. Bis ich mal fertig bin mit dem Bad-Tamtam schläft das betreffende Kind meistens schon. Manchmal wird sich auch in der Zeit geirrt und ich hole jemanden heulend im leeren dunkeln Wohnzimmer ab. Wir schlafen doch schon, sage ich dann leise. Es ist immer anders, die meiste Zeit aber findet der eine seinen Weg ganz alleine, meistens auch später in der Nacht, und der andere möchte nochmal ein Gekuschle haben. Menschen sind verschieden, Zwillinge ganz besonders.

Unser Bett ist jetzt nicht mehr 140 cm breit, sondern 220 cm breit und es macht uns nichts mehr aus. Vor einem Jahr habe ich ja schon mal über diese Situation geschrieben und wir haben uns halt mit dem Umzug ein fettes Bett gekauft. Nicht nur wegen der Kinder, wir mögen Platz. Und deswegen haben sich unsere Nächte auch extrem verbessert, denn jeder findet jetzt seinen Platz. Unter der Decke, über der Decke – wie auch immer.

Mein Handy klingelt morgens mit der Weckfunktion und einem echt nervigen Sound – jedes Mal denke ich, ich muss das ändern – und ich drücke auf *Snoooooze*. Einer meiner Söhne ist ein echter Frühaufsteher – der einzige von uns. Er wartet immer bisschen ungeduldig und sagt, wir müssen jetzt dann echt frühstücken. Manchmal kuschelt er noch und erzählt mir Geschichten. Manchmal steht er bisschen genervt früher als wir anderen auf und geht spielen. Den anderen Zwilling müssen wir immer als letztes aus dem Bett hauen. Der versteht, was wir meinen, wenn wir verschlafen sagen, wir müssten noch ausbacken. Es ist nie gleich mit dem Aufstehen. Wir haben keine Familien- Choreographie, Wochenenden sind anders als unter der Woche, aber:

Im Prinzip haben wir ein verstecktes Familienbett.

Wenn wir alleine aufwachen, weil es mal in der Nacht ausnahmsweise keine Nachtwanderung gegeben hat, sind wir kurz erschrocken und gucken nach, ob es allen gut geht.

Manchmal sagt mein Mann, ob wir sie nicht irgendwann rausschmeißen müssen. Zwengs der Entwicklung oder so. Aber ich denke, wir haben erst ein Problem, wenn zwei halbwüchsige junge Männer zu uns ins Bett kommen – und nicht Kindergartenkinder. Zeit vergeht sowieso. Wir müssen nicht hetzen.

Trotzdem lassen wir sie unabgesprochen immer (mit Krankheitsausnahme) in ihren eigenen Betten einschlafen. Ich glaube, weil wir uns sicher sind, dass es eines Tages aufhört mit der Wanderung. Von ganz alleine. Manchmal lachen wir, weil es so unsinnig erscheint, sie wandern zu lassen anstatt sie gleich mit ins große Bett zu nehmen, aber auf den zweiten Blick macht das für uns schon Sinn. Das ist unser Bett. Es wird auch so genannt: das Eltern-Bett. Es ist eben nicht ihr Bett.

Vielleicht ist das Ganze auch eine vertrackte, sich eingeschlichene *Erziehung* von uns und total blöd, dass Kinder in der Nacht herumwandern und es wäre eigentlich viel besser für sie, wenn wir ihnen das wieder austreiben. Indem wir sie immer wieder zu sich ins Bett legen. Und nicht zu uns. Ein paar harte Nächte und dann würde es keine Nachtwanderung mehr geben.

Um uns herum existieren so viele Meinungen und Ratschläge. Ich bin mir sicher, dass sich alle Eltern da ab und an verunsichern lassen. Was denn nun das Beste ist. Aber da sollte man sich vor Augen halten, dass es das Beste gar nicht gibt. Es gibt für jeden Menschen ein unterschiedliches Bestes. Unsere Kinder wachsen in unserer Familie auf und bei uns ist das halt so. Basta. Als Eltern ist man eben auch nur ein Mensch mit gewissen Vorstellungen über Harmonie, Glück und Alltag. Anders herum:

Ich frage mich immer, ob mich was stört, ob uns als Eltern was stört. Wenn mich das stören würde, dass Kinder zu mir ins Bett gekrochen kommen, dann muss ich das ändern. Ich mein, wir sind doch hier eine Kleinst-Gesellschaft. Da machen wir selber aus, was die Regel sind und wie sich jeder wohl fühlt. Ich muss mich doch als Mutter nicht verbiegen und mich in ein *Frauenzeitschrift/Erziehungsratgeber*-Modell hinein quetschen. Kinder merken Unaufrichtigkeit. Kinder sollten die Chance haben, in authentischen Regeln zu leben – und nicht in Trend-Regeln. Uns stört es eben nicht. So von Grund auf.  Deswegen ändern wir das auch nicht von uns aus. Leben und leben lassen. Der Regenbogen hat viele Farben.

Bei uns sind damit die beiden wichtigsten Punkte erfüllt: alle schlafen gut und alle sind glücklich.

7 Sachen Sonntag

Back 7 Sachen SonntagBevor ich wußte, was genau ein Blog ist, habe ich bereits mit Begeisterung den Blog von Frau Liebe verfolgt. Gegen Ende des öffentlichen Schreibens war eigentlich nur noch jeden Sonntag 7 Fotos zu sehen, mit dem sich die Jessica an dem Sonntag eben beschäftigt hat. Kleine Ausschnitte ohne Zusammenhang, manchmal mit Erklärung, manchmal ohne. Viele haben mitgemacht. Ich fand´s schön.

Es ging immer darum, dass man Fotos zeigen sollte von Dingen, die man in der Hand gehabt hat – ob 2 Stunden oder 5 Minuten war total egal.

Jessica hat ihren öffentlichen Blog aufgegeben. Ich glaube, ihr war der Rummel irgendwann mal zu viel. Klar, Frau Liebe und ihr Kredo von 2 Hände. 24 Stunden und was sich damit anfangen läßt war für viele Blogger ein erster Kontakt zu Blogs überhaupt.

Ihre Idee der 7 Sachen hat überlebt. Ein anderer Blog hat die Sammlung weitergeführt.

Da ich mich selbst grad in einer Krise mit diesem Blog befinde, weil ich einerseits das Internet zur Zeit grad nicht besonders mag, andererseits meine eigenen Themen grad nicht finden kann, dachte ich, es wäre ein guter neue Anfang, dort wieder zu beginnen.

Mit den kleinen 7 Sachen – ein unbedeutender privater Ausschnitt von Leben

7 Sachen Sonntag Blume

Heute ging es schon vor dem Frühstück raus und mir wurden Blumen gepflückt. Zur Zeit üben wir, die Blumen nicht am Kopf abzureißen, sondern sie unten am Stiel abzupflücken. Es gibt erste Erfolge.

7 Sachen Sonntag Frühstück

Frühstück gab es dann auch draußen – obwohl wir uns noch alle in Decken eingeschlagen haben, weil es doch frisch war.

7 Sachen Sonntag Johannisbeere

Im Garten wachsen schon die ersten neu eingegrabenen Pflanzen. Auf diese Johannisbeere freue ich mich schon sehr. Bald ist das Kräuterbeet dran.

7 Sachen Sonntag Hefe

Zu Mittag Hefe aufgelöst für Pizza. Ein bisschen stolz bin ich schon, dass bei Wall E und der darin vorkommenden „Pizza-Pflanze“ meine Jungs immer lachen und mir sehr wichtig mitteilen, dass es keine Pizza-Pflanzen gäbe. Pizza mache man aus Hefe.

7 Sachen Sonntag Sachen hinterhergetragen

Sachen hinterhertragen mache ich auch an anderen Tagen sehr viel. Hier eine Mütze und eine Jacke.

7 Sachen Sonntag Auto

Aus herumstehendem alten Holz hat der Papa eine Autorutschbahn gebaut. Ich kam nicht aus. Ich musste sie ausprobieren. Dabei konnte ich einen kleinen Wutanfall beobachten, weil ich losgelassen habe BEVOR mein Sohn die Bretter wieder akkurat aufgerichtet hat. Notiz an mich: Ich muss was gegen dieses So-und-nicht-anders-Gebaren unternehmen.

7 Sachen Sonntag Dinos

Nach dem Baden der Kinder ist mir aufgefallen, dass ich tatsächlich das Badespielzeug wieder schön hinrichte. So, als ob es zu meiner persönlichen Badedekoration gehört – statt Kerzen und Rosen halt Dinosaurier.

 

Disneys Frozen – warum man die Elsa-mania als Eltern ertragen sollte

Elsa girls collage frozenNehmen wir an, ihr habt Kinder. Kleine Kinder. Kinder mit Faschingskostümen. Dann kennt ihr den Wahlspruch der jungen Mädchen dieser Tage. Ihr kennt den meterlangen blauen Tüll, der verarbeitet wurde. Ihr kennt die Laute, die sie machen und  dann kommt – Zischzisch– irgendwas aus ihren Fingerspitzen. Mädchen haben einen eigenen Spiderman,Batman und Jedi-Ritter dieser Tage. Ob sie nun den Film gesehen haben oder nicht, es ist eine mächtige Königin, es ist die Eisprinzessin herself:

Elsa

Disney hat 2013 einen neuen Film rausgebracht: Frozen oder zu deutsch Die Eiskönigin – völlig unverfroren

The perfect girl is gone.
(Zitat aus dem Titelsong: let it go)

Natürlich ist das ein Disney-Film – voller Stereotypen und einfachen Erklärungen. Wer denkt, dass sich hier ein feministisches Manifest verbirgt, der wird enttäuscht sein. Aber es hat eine erstaunliche Wirkung auf Kinder – selbst meine kennen die Eisprinzessin. (Ganz ehrlich habe ich ihnen den Film gezeigt, nachdem mir klar wurde, dass die 5jährigen Mädels im Kindergarten ihnen entweder die Rolle von Kristof oder von einem Schneemonster geben. Ich wollte irgendwie, dass sie wenigstens einen Ansatz von Plan haben, warum das ganze Zimmer jetzt Elsa-Land heißt)

Dabei ist dieser Film allgegenwärtig. Selbst Kinder, die ihn nicht gesehen haben, kennen lose Wörter, Bezugspunkte – es ist einfach eine sehr sehr mächtige Königin, die Eisblitze machen kann. Ich bin mir sicher, keiner dieser kleinen Spidermänner hat ernsthaft eine Verfilmung desselben gesehen. Das ist halt ein Superheld. Das reicht doch wohl. Für viele Elsas reicht das auch. Aber dennoch, ein Blick auf den Film lohnt sich.

Elsa und ihre Schwester Anna verkörpern zwei Seiten der klassischen Disney-Prinzessin: Humorvoll, verliebt, dünn, weiß und schön. Aber es gibt eben zwei. Während Anna, die Hauptfigur, sehr wohl noch klassisch ist und zur Identifizierung gut herhalten kann, ist Elsa eine Neuschöpfung. Sie wählt die Einsamkeit, hat keinen Bock auf Prinzessinnen-verpflichtung, kreiert einen Eispalast und SCHNEEMONSTER!, hat magische Fähigkeiten und ist eben gefährlich.

Ich sehe kaum Annas in den Kindergärten, auch wenn Anna am Schluss die wahre Liebe in Form von Kristoff findet. Es ist die gefährliche Elsa, die die Mädchenherzen höher schlagen lassen. Scheiß auf die Liebe, wenn du einen Eispalast erschaffen kannst.

Prinz Charming

Ganz zu Beginn des Filmes wird ein Ball gefeiert. Elsas Krönungsball. Ihre Schwester Anna verliebt sich Hals über Kopf in Hans, einen Prinzen aus einem anderen Königreich. Alle Prinzen-Stereotypen werden erfüllt: Hans ist schön, zuvorkommend und fragt sie, ob sie ihn heiraten will.

Elsa ist dagegen. Sie sagt, man heiratet niemanden, den man nicht kennt.

Wow – seit wann das denn nicht? Arielle und ihr Prinz haben geheiratet, nachdem sie zwei Wörter an ihn richten konnte.

Elsa wird wütend, ihre Kräfte kommen zum Vorschein und sie flieht.

Anna will sie zurückholen und beauftragt Hans mit der Verwaltung des Königreiches. Hans kümmert sich um Decken, Hans ist ein phantastischer Prinz.

Elsa verletzt Anna mit ihren Kräften so sehr, dass nur ein Akt wahrer Liebe ihr noch das Leben retten kann. Annas neuer Gefährte – Kristof – versucht, sie zu Hans zu bringen. Doch Hans zeigt jetzt – fast am Ende – sein wahres Gesicht: Er liebt Anna gar nicht, er läßt sie zurück zum Sterben – er wollte nur ihr Königreich.

Wow, wow, wow – muss ich jetzt etwa bei Disney-Filmen tatsächlich aufpassen, wer der Böse ist? Und wird hier tatsächlich ein perfekter Prinz präsentiert, die sich 3/4 des Filmes auch so verhält und dann erst ganz zum Schluss sein wahres Wesen offenbart? und er sieht immer noch genauso hübsch aus – ich meine, er wurde gar nicht verzaubert und ist in Wirklichkeit hässlich. Er bleibt ein hübscher Junge und die Lösung des Problems ist gar nicht der Schneewittchen-Kuss? Der Dornröschen-Kuss? Überhaupt, warum muss denn hier niemand geküsst werden für sein Seelenheil? Nein, Kissing for saving is over.

Anna stirbt danach schon ein bisschen. In einem fast schon symbolischen Sturm rettet sie aber Elsa anstatt sich selbst – und das war der Akt der Liebe, der ihr Herz letztendlich rettete und sie heilte. Oder aber es ist Elsa, die über ihre Schwester weinte und so den Fluch brach. Schließlich hat sie dadurch erkannt, dass sie ihr Kräfte im Griff hat – durch die Liebe nämlich.

Ok, nochmal…sie muss niemanden küssen, um gerettet zu werden? Sie kann das ganz selber? Und es hat kein Mann etwas damit zu tun? Es geht um die schwesterliche Liebe zwischen den beiden? Krass.

Neben den üblichen Stereotypen von dünner Schönheit und wahrer Liebe, die Disney normalerweise bringt, haben wir hier noch dazu
– eine weibliche Superheldin, die nicht durch einen Mann wieder auf Kurs gebracht wird
– einen Prinz Charming, der nicht so gut ist wie er aussieht.
– eine Definition von wahrer Liebe, die nichts mit einem Kuss zwischen Mann und Frau zu tun hat

Ja, das ist tief gestapelt. Ich weiß, es hätte noch mehr, noch besser sein können, aber wir sind seit Cinderella einen weiten Weg gegangen. Und all die Elsas aus Elsaland werden ihn weitergehen.

Das weiße Land – von Autos, Winterdiensten und der königlichen Elternschaft

WinterdienstEs schneit. Endlich, sagen einige. Von anderen hört man gar nichts mehr. Die sind wohl eingeschneit. Letztens habe ich bei Sonnenschein noch ein Fachgespräch unter Müttern mitgehört – über Schneeschaufeln. Wo man welche kriegt – und wo sie bald ausverkauft sein könnten. Man erinnere sich da an ein Jahr, da waren Schneeschaufeln mal Mangelware. Eine Horrorvorstellung.

Ich kenne Schneeschaufeln. In München schippt man auch. Aber da ist es eher eine Frage der nassen Füße. Bis man aus seinem Hinterhaus hervorgekrochen ist und die öffentliche Straße betritt – Tonnen an Streu liegen da rum. Und dann die Sache mit den öffentlichen Verkehrsmitteln! Kaum etwas, was bei Schneefall nach Plan fährt. Die Bahn gesteckt voll. Ein Geruch aus Wollfilz, Schweiß und Matsch. Die Viren schwirren dann so dicht, dass man das Gefühl hat, man könne sie sehen.

Schneeschaufeln haben aber nie existenzielle Sorgen ausgelöst.

Hier sind Schneeschaufeln eng mit der Frage verknüpft, ob man das Haus verlassen kann oder nicht. So generell. Jetzt mal wurscht, ob man dazu nasse Füße hat oder nicht. Denn das Auto muss aus der Garage kommen. Wenn es denn eine Garage hat und nicht unter einem Haufen Schnee liegt. Bei anderen fahren Landwirte mit Traktoren rum und räumen. Bei uns auch. Wir müssten wohl um 5 Uhr morgens aufstehen, wenn wir mit der Hand schippen müssten. So den Erstschnee. Ganz ohne Schippen geht nicht, aber nicht existenziell. Ich bin mir sicher, ich begegne aber Menschen im Kindergarten, die bereits eine Stunde geschnippt haben.

Klar, es gibt einen Bus. Der fährt so zwei Mal am Tag. Also nehmen die meisten das Auto.

In einer Großstadt eine völlig unsinnige Wahl der Fortbewegung, aber hier kann man Autofahren ohne je einparken zu müssen. Natürlich hat der Kindergarten einen Parkplatz. Gibt es denn Kindergärten ohne Parkplatz? Muhaha, ich hab bis jetzt keinen MIT gesehen, aber gut.

Trotzdem fällt es einigen Eltern schwer, diesen auch zu benutzen. Da muss man nämlich vom Parkplatz noch 10 Meter gehen. Also direkt vorm Eingang geparkt. Dieses Verhalten – verboten und saugefährlich – erschließt sich mir zwar nicht, aber das ist wohl ein kultureller Unterschied. In München hält man jeden Parkplatz für *in der Nähe*, wenn er in einem Radius von 500 Metern vom Zielort liegt. Wobei kultureller Unterschied jetzt bös formuliert ist. Es parken nicht Land vs. Zugezogene richtig oder falsch, sondern eher die Fraktion der königlichen Elternschaft – und die ist bunt gemischt. Und ich glaub, jeder, der sich unter Eltern bewegt, weiß, wer unter ihnen die Königseltern sind.

Am Land hab ich mein Auto lieben gelernt – obwohl es eine Diesel-Drecksschleuder ist. Ich kenne auch inzwischen die Leuchtlampe, die angeht, wenn er am Rutschen ist. Da haben wir dann beide ein bisschen Angst, aber er macht das schon. Und ich habe Automatik. Aber inzwischen kann ich die Automatik abschalten und wieder mit Gang fahren – hilft, wenn der Motor bremsen soll und nicht die Bremse. Ist in hügeliger Landschaft mit gefrierender Nässe eine äußerst beruhigende Funktion. Hab ich bis jetzt nicht geschnallt, wozu das gut sein soll. Automatik abschalten? Wer macht das schon? Aber in den letzten Tagen ist es auch mir klar geworden.  Mein Auto und ich halten sich immer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen – und jetzt fahren wir eh im Schneckentempo. Manchen hinter uns macht das ja fertig. Aber das ist mir egal. Und Wuppi auch. Er und ich wissen, dass er sauschnell kann. Aber wir wollen nicht. Es ist einfach gefährlich. (Ja, mein Auto hat einen Namen. Er heißt Wuppi – weil er alles wuppen kann) Aber die geübten Landfahrer sehen das wohl noch nicht als apokalyptische Zustände hier an und kleben manchmal ungeduldig an mir dran. Ich steig gleich aus und huste euch ins Gesicht, ihr Pisser. Auch von dem Arsch eines Autos sollte man Abstand halten. Fahr halt früher los, wenn´s dir ned ausgeht alles.

Ich sehe an meinem Hügel gefühlt alle Stunde den Schneepflug räumen – ich winke immer, wenn ich grad draußen bin. Der Fahrer winkt belustigt zurück. Ohne den Räumdienst wäre hier Essig. Ich könnte praktisch gesehen nicht mehr weg. Kein Job, kein Kindergarten, kein Essen – nix. Wie so ein kleines Element wie der orangefarbene Winterdienst das Zünglein an der Waage sein kann – ob mein Leben funktioniert oder nicht. Ihr versteht, Ich winke immer und lächle dabei. Der Fahrer friert sich wahrscheinlich den Arsch ab. Mein Held.

 

 

Eltern packen ihre Ellenbogen aus: Tatort Kinderkarussell

Kinderkarusell_TumultWeihnachtsmärkte sind beliebte Ausflugsziele hierzulande. Fast überall gibt es einen. Letztes Jahr standen wir noch bei Honigwein am Tollwood in München herum, jetzt sind wir halt bei den Alpenhörnern. Die Kinder finden es großartig. Vor allem, weil auf dem Christkindlmarkt in Bad Tölz ein Karussell seine Runden dreht.

Alles ist so harmonisch. Stellt euch vor, die ersten Schneeflöckchen tanzen im Wind, man hält einen nicht gepanschten Glühwein in der Hand, alles ist schon erledigt, alles in schon getan. Extra Lebenszeit. Die Füße werden ein bisschen kalt, aber man freut sich auf die kuschelige Couch daheim, während man von pausbäckigen Kindern aus kleinen Feuerwehrautos ein *Huhuuuuu, Mama, hier bin ich.* zugerufen bekommt.

Goldig, alles.

Ich glaube, für die Kinder ist es auch so.

Die Eltern stehen aber in Trauben vor dem Karussell und wenn die Glocke ertönt und das Karussell stoppt, bricht der Tumult los.

Eine Frau packt ihr Kind (im roten Wollmantel sieht er aus wie ein Weihnachtself) und schiebt ihn in das Feuerwehrauto. Ich lasse einen amüsierten Kommentar fallen. Sie fährt mich an, dass IHR Kind schon seit 3 Runden auf das Feuerwehrauto warte. Ich erschrecke ein wenig. Das ist nicht lustig hier, das ist total ernst. Die Frau trägt einen hippen Turban aus gebatikten Tüchern. Es lehnt ein Kinderfahrrad aus Holz an ihrem Kinderwagen. Sie bringt ihrem Sohn sicherlich die westlichen Werte aus Toleranz, Biokaffee und Holzspielzeug bei, aber beim Kinderkarussell hört der Spaß auf. Kein Zucker in den ersten 3 Lebensjahren,aber das Feuerwehrauto wird mit Ellenbogen durchgesetzt.

Ich sehe mich um. Viele Eltern reagieren so, schieben ihre Kinder auf eines der sechs Fahrgeräte. Viele, nicht alle. Aber viele sehen zu, dass ihr Kind nicht zu kurz kommt. Vor allem die Eltern der Jüngeren. Die Älteren können sich schon ohne Mama durchsetzen. Aber es ist wie die Reise nach Jerusalem – es sind einfach nicht genug da. Oder etwa doch? Es gibt nur ein Feuerwehrauto, ein Auto in Regenbogenfarben, ein Kreisel. Mein erster Impuls ist es, auch meinen Kinder den gewünschten Platz zu sichern. Ihnen ihre Wünsche zu erfüllen. Gerecht geht es nämlich nicht zu. Der erste mahlt zuerst. Wer wartet, verliert. Auf dem Kinderkarussell regiert das Recht des Stärkeren.

Aber das Feuerwehrauto hat vier Plätze. Zwei vorne, zwei weiter hinten. ich erkenne, dass wir Erwachsenen die hinteren als schlechtere Wahl empfinden. Die Kinder müssen vorne sitzen. Immer in der ersten Reihe.

Mein erster Impuls lässt nach und ich setze keinen Platz für meine Kinder durch. Ich gebe ihnen ihre Karten und lasse sie ziehen. Klar, der eine sitzt jetzt nicht ganz vorne. Aber – während ich im leichten Nieselregen stehe (von Schneeflocken keine Spur) – sehe ich auch, wie scheißegal ihnen das ist. Ihnen geht es ums Karussellfahren. Nicht, um irgendwelche Plätze. Sie verhandeln mit mir schon während der Fahrt, weil sie mir – immer wenn sie an mir vorbeifahren – zurufen: Noch eine? Noch eine?

Gut, noch eine. Ich lasse den Tumult der anderen am Ende der ersten Fahrt an mir vorbeiziehen. Die Mutter mit Holzfahrrad (ich muss zugeben, wir haben dasselbe, wir spielen eigentlich in der gleichen Bio-Liga, oder?) rät ihrem Weihnachtselfen, einfach sitzen zu bleiben. Ein anderer Vater versucht, sein schreiendes Kind auf ein Holzpferd zu hieven. Offensichtlich mag die Kleine keine Karusselle. Sie schreit und er nimmt sie schließlich runter. Er redet mit seiner Frau. Ratlosigkeit. Sie haben bereits den Sparpreis mit 7 Fahrten und eine umsonst gekauft. Schenkelklopfer. So ein Karussell scheint ein Kleinkosmos von Elternwünschen zu sein. Welcher Platz der beste ist. Was denn alles den Kindern Spaß machen MUSS. Manche Kinder wollen einfach nicht auf Holzpferden im Kreis fahren. Das soll es auf dieser bunten Welt auch geben.

Ich habe keine Ahnung, ob es Kinder gibt, die nur glücklich werden, wenn sie im Regenbogenauto rechts vorne sitzen. Vielleicht gibt es auch stille Schüchterne, die nie zu einem Ritt auf dem Holzpferd kommen, wenn man sie nicht drauf sitzt und das ältere Kind böse anguckt dabei. Vielleicht sollte man aber auch gar nicht hinschauen und sie machen lassen. Vielleicht ist es auch eine Kettenreaktion. Fängt irgendjemand an, sein Kind vorzuschieben und durchzuboxen, haben alle anderen auch das Gefühl, dass jetzt mal für ihr Kind auch richten zu müssen.

Der Tumult ist nach einer knappen Minute auch wieder vorbei. Alle Eltern stehen wieder besinnlich um das Fahrgeschäft und winken ihren Kindern zu. Die Frau mit dem Holzfahrrad macht Handyphotos von ihrem Weihnachtselfen. Und lächelt stolz dabei. Bei der dritten und letzten Fahrt sitzen meine Kinder auf der Kuh. Ich finde die Kuh doof. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kuh besser sein soll als das Feuerwehrauto. Aber ich fahre ja nicht mit dem Karussell. Und meine Kinder turnen auf der Kuh rum und winken mir pausbäckig zu. Ihre Wahl, ihr Platz, ihre Fahrt.

Es weihnachtet sehr.

Frühstück mit Kinder: Saras weltbestes Müsli

Müsli selbstgemachtMeine Kinder sind Frühstückskinder. Um 6 Uhr 30 steht der eine senkrecht im Bett und singt Frühstück! Frühstück! Früüüühstück!

Der andere liegt da eher noch länger faul herum, aber gegen 7 Uhr wird gefrühstückt.

(An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich ein totaler Morgenmuffel bin und als Letztes aufstehe und die ganze Frühstückskiste ein Papa-Job bei uns ist. Der Papa hat mal versucht, mich mehr zu involvieren, indem er den Kindern sagte, sie sollen doch mal zu mir gehen für die Frühstücksgesänge, aber da kamen dann entsetzte Blicke und ein Flüstern..die Mama schläft doch noch…ok, ich bin ein Morgenmuffel und meine Kinder machen da wohl respektvoll einen Bogen um mich…Ich möchte ja nicht, dass dieser Blog den Eindruck von SuperMOM macht, deswegen diese Erwähnung der tatsächlichen Verhältnisse…ich komme schon zum Frühstückstisch und setze mich zum Kaffee. Nach 10 Minuten werde ich auch angesprochen…jeder hat seine dunklen Seiten)

Aber zurück zum Frühstück. Wenn ich dann komme, gibt es meistens Honigbrote.(Das finde ich noch gut.)  Oder auch mal Müsliriegel. (Jetzt geht es dann um komisches Erdbeermilchgedönse) Oder dieses Plastikschokomüslizeug. (Jetzt essen dann lustige Tiger/Bären/Sonstwas bei uns mit) Es wurde auf jeden Fall immer süßer. Wobei die Süße nicht mein Problem ist, eher die *Plastiksüße* (Versteht man da, was ich meine?) Das habe ich selbst in meiner Morgenmuffelstimmung bemerkt.

Müsli selbstgemacht Frühstück

Deswegen kam mir das selbstgemachte Müsli von Sara präsentiert von Early Birdy gerade recht. Ich habe mal versucht, Haferflocken als Frühstück zu etablieren, aber das scheiterte. Jetzt haben wir das Müsli selbst gemacht und damit stieg das Interesse an. Das Rezept findet ihr auf diesem tollen Blogbeitrag. Ich bin also grad eher ein Blog-Trittbrettfahrer, aber manchmal lese ich irgendwo irgendwas und setze es dann auch tatsächlich um und hinterlasse dem Blog noch nicht mal einen lausigen Kommentar. Blogs sollen ja auch still inspirieren, aber schöner ist es doch, wenn man es mitbekommt. (An dieser Stelle werde ich mir vornehmen, jetzt mal mehr Blog-Trittbrettfahrer zu sein und Sachen auch öfter kommentieren oder sie hier gar vorstellen)

Müsli selbstgemacht 2

Das Müsli war also eine erfolgreiche Frühstücksidee. Gut, der eine von meinen Kindern isst jetzt morgens am liebsten nur Rosinen, aber der andere findet das Müsli mit Joghurt und Apfelmus *echt lecker*. Und wenn einer es toll findet, dann zieht der andere meistens irgendwann mit. I hope so.

Danke an Early!

 

Mach mal das Ipad aus. Kindererziehung 2.0

Ipad und KinderBis vor kurzen sah ich in der Verwendung des Ipads als Kinderspielzeug kein Problem. Wer viel draußen ist, darf auch bisschen mit dem Ipad herumspielen. Es gibt auch wirklich schöne Kinderspiele. Und ein youtube-Video von Dinosauriern zu zeigen – so what.

Dann kam aber relativ schnell der Sog. Meine Kinder sind 3 Jahre alt. Ich beobachtete eine beängstigende Fixierung auf das Gerät. Ich habe angefangen, einen Wecker zu stellen und nach der vorgegebenen Zeit sollten sie mir das Ding wieder bringen und dann ist die Ipad-Zeit halt vorbei. Das hat auch gut geklappt. Es ging viel besser, weil sie das Gefühl hatten, nicht ich komme (übermächtige Mutter) rein und beende ihr Zocken, sondern der Wecker klingelt und sie beenden es selber. Manchmal habe ich so getan, als ob ich den Wecker nicht gehört habe und mir die Diskussion angehört. Das Ergebnis war aber immer, dass sie das Ding ausgemacht haben. Manchmal aber mit Schluchzen.

Kinder sind halt Abziehbilder ihrer Eltern. Der Papa spielt auch gerne Computerspiele und ich hänge auch gerne an meinem Laptop herum.

Trotzdem. Als sie angefangen haben, zu fragen, wann denn wieder Ipad-Zeit ist, war mir das alles zu viel. Es war uns zu viel. Kinder mit 3 Jahren brauchen doch wohl nicht vor dem Ipad rumhängen. Auch nicht kurz vor dem Schlafen, auch nicht Sandmännchen. Ein Bilderbuch tut es doch da auch. Wir haben also als Eltern beschlossen, dass Ipad irgendwie wieder abzuschaffen.

Leichter gesagt, als getan. Unser Horrorszenario von sich auf den Boden werfenden Wutbündeln blieb aber aus. Wir haben ihnen gesagt, dass Ipad brauche der Papa in der Arbeit und er hat es morgens mitgenommen. Das Ganze wurde über das Wochenende immer wieder erwähnt. Dann kam der Montag und das Ipad war weg.

Ich wartete gespannt auf die Reaktion und versuchte mich auf Ruhe zu schalten.

Und es passierte….nichts.

Sie spielten nach dem Kindergarten mit ihrer Eisenbahn, wollten raus zum Fahrradfahren und kein Ton über Computerspiele.

Aber damit viel auch ein Stück meiner Zeit weg, dann mit dem Ipad kannst du ja Kinder stumm schalten und deinen eigenen Kram machen. Und mir dämmerte es: Ich bin diejenige, die das Ipad benutzt hat: Um zu kochen, um aufzuräumen, um auf der Couch zu sitzen.

Ohne Ipad musst du halt manchmal mitspielen bei der Eisenbahn.

Nach geschlagenen 3 Tagen fiel es einem der beiden wieder ein: Ipad?  Das hat doch der Papa in der Arbeit. Ach, stimmt.

Fertig war die medienkonsumfreie Woche.

Am Wochenende ist es wieder erlaubt (Papa ist ja auch nicht im Büro), aber sie wollen da dann viel lieber Sendungen ansehen. Wir sitzen also alle vor dem Fernseher, essen zu Abend und machen Kino. Für uns eine ideale Lösung.

Und wie immer habe ich meine Kinder unterschätzt. Es ist sehr wohl möglich, ungewünschte Tendenzen zu unterbinden und bei bestimmten Sachen wieder zurückzurudern. (Keine Ahnung, ob und wie man das mit älteren Kindern dann macht, ich werde es noch herausfinden…) Man braucht nur Eltern, die sich hundertprozentig einig sind, Konsequenz und den Willen, selber wieder aktiv zu werden. Kippt man einmal um, weil es grad *praktisch* wäre, dann klappt das alles nicht. Ziehen nicht beide Eltern an einem Strang, klappt das nicht. (DAS gilt doch wohl auch bei älteren Kindern) 

Dieses Thema wird mich noch lang Zeit begleiten. In der heutigen Zeit ist der Umgang mit elektronischen Medienkonsum einfach ein Thema. Und wie immer hilft es nicht, sich zu versteifen, sondern man muss sich irgendwie anpassen und selber als Vorbild vorangehen. (Kinder sollen beim Essen nicht auf ihre Handy gucken? ja, aber dann bitte die Eltern auch nicht…) Das ist anstrengend. Kinder zu erziehen ist anstrengend. Es hat einfach sehr viel damit zu tun, dass man sich selbst einschränkt. Man muss sich ein bisschen selber erziehen. Aber dabei authentisch bleiben. Sich selbst begeistern. Pffff, mach das mal an einem Migränemontag…

I´ll do my very best.

 

 

Bildquelle: Pixabay

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