Dinge aus meiner Kindheit

Ich hatte in meiner Kindheit keinen Fernseher im Zimmer. Als Teenager hatte ich allerdings eine quadratische Kiste, die das absolute technische Highlight meines Daseins verkörperte. In der Nacht habe ich einmal einen Horrorfilm gesehen. Die Szene eines verbrannten Mannes darin hatte mich später noch jahrelang verfolgt. Sei´s drum. Diese Kiste konnte VON ALLEINE Sendungen auf eine Vhs-Kassette aufnehmen, vorausgesetzt man hatte die Sendung anhand einer Nummer gefunden. Damit habe ich die Aufnahme meines ersten Freundes unabsichtlich ruiniert. Er hatte einen Film über unseren Abiball gemacht und ich habe die Vhs-Kassette überspielt. Dieser Film war wie eine stille Liebeserklärung und ich würde sie heute gern noch einmal sehen. Die Vhs-Kassette ist aber verloren und der Film mit meinem Freund verschwunden.

Öfter geht ein Raunen durch die heutige Elternschaft. Was früher nicht alles einfacher gewesen wäre. Was früher nicht alles besser war. Laptop, Iphone, Tablet, Smart TV….wer soll sich da noch ungestört entwickeln können? Dabei habe ich es geschafft mit einer Kiste, die kaum großer war als ein doppelter Schuhkarton, meinen ungestörten Nachtschlaf mit einem Horrorfilm zu ruinieren.

Alles also eine Frage der Perspektive.

5 Kommentare

  1. Oha – ich hab auch mal versehentlich ein Video (ein Urlaubsvideo meiner Familie) überspielt – die Serie, die ich damals aufgenommen hab, hab ich dann nie mehr geschaut, weil ich mich so geärgert hab :D
    (meine Schwester und ich haben damals den eigenen Fernseher bekommen, weil unsere Eltern nicht immer Star Trek schauen wollten :D aber Horrorfilme hab ich nie angeschaut, ich schau heute noch weg, wenn Leichen zu sehen sind)

    • fadenvogel

      24. Juni 2016 at 11:50

      Ja, diese Verluste sind wohl in den Zeiten von Datenwolken und hunderter technischer Geräte nicht mehr zu erwarten. Manchmal tippen meine Kinder verärgert auf meinem Laptop-Bildschirm und ich sage dann belustigt, dass des jetzt hier nicht funktionieren würd. Auch das Thema Fernsehen ist schwierig. Manchmal gucken sie sich eine Sendung an und sagen dann: „Nochmal.“ „Ich kann das jetzt nicht nochmal anmachen. Das ist Fernsehen. Das läuft immer weiter.“ Da ziehen sie dann enttäuscht ab und finden Fernsehen wohl sehr altmodisch.

  2. Ich war damals 18 und meine Oma hat sich furchtbar aufgeregt, warum „das Kind“ denn im Zimmer zwei Ferseher braucht – noch dazu so unpraktisch, dass die riesige Fernbedienung mit einem Kabel angeschlossen wird :-)

    Mein Mann Haut sich auch immer weg, wenn ich am Laptop-Bipdschirm rumtatsche – multimediale Uberforderung :-)

    LG Uli

  3. Ich habe mir als Teenie einen Fernseher mit meiner Schwester geteilt – da war Streit um die Fernbedienung vorprogrammiert. ;))

    Überspielt habe ich noch nix – aber einen ganzen Karton voller VHS-Kassetten, die ich eigentlich dringend mal Digitalisiern möchte.

    Liebe Grüße!
    Sarah

  4. Hihi, meine Oma hat den Commodore meines Cousins damals mit folgenden Worten beschrieben: „Stellt’s euch vor, der X hat jetzt an Fernseher, da kann er die Manschgal mit der Fernbedienung selber bewegen“ 😂

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