Medien

Buchrezensionen, Filmkritiken und Fernsehabende

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    Dark Canopy und Dark Destiny von Jennifer Benkau

    Kennt ihr das? Wenn man von einem Buch so gnadenlos in den Bann geschlagen wird, dass es eigentlich keinen Spaß mehr macht? Wenn man die halbe Nacht liest und sich verzweifelt im Internet spoilern will, es aber nicht schaffte, weil keiner die entscheidenden Informationen verrät? Wenn man wirklich erleichtert ist, wenn man das Buch ausgelesen hat und es einem damit wieder entlässt? Mir passiert das nicht oft. Ich lese dystopische Jugendbücher und ich bleibe als erwachsene Frau dann doch eher Herrin der Lage, spiele in Gedanken bisschen mit der Idee, träume ein wenig, aber entlarve dann meist die lächerlichen Details und spotte in Gedanken über das eine oder andere. Nicht…

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    Die Partials Serie von Dan Wells

    Eine Weltmacht hatte einen simplen Plan: Nicht mehr die eigenen Soldaten in ihre Kriege zu schicken, sondern genmanipulierte, menschenähnliche Wesen, die zu diesem Zweck gezüchtet wurde. Partials. Sie gewonnen den Krieg, doch dann blieben sie übrig. Mit Empfindung ausgestattet, stellten sie plötzlich eine neue Spezies dar. Doch die Integration in die menschliche Gesellschaft scheiterte. Die Revolte war unvermeidlich. Die Partials starteten einen Bürgerkrieg, der letztendlich zur Auslöschung von über 90% der Erdbevölkerung führte. Eine Seuche, von der man glaubte, es sei eine biologische Waffe der Partials, raffte alle dahin. Ein kleiner Rest Menschheit blieb übrig und überdauerte fast 20 Jahre.  Doch die Menschheit hat einen schweren Schaden aus der Seuche mitgenommen:…

  • Medien,  Tagebuch

    Kälberbrüten von Wolfgang Ramadan

    Es geht nicht bergab, wir nehmen Anlauf nach bergauf. Ich war um die Ecke beim Frisör. Meine Frisöse ist aus NRW und schwärmt von ihrem Leben in Geretsried. Außerdem kennt sie Wolfgang Ramadan, wie viele hier. Wolfgang Ramadan ist der Landpoet, der Musikmacher, der Alltagslyriker des Oberlandes. Im Kurhaus lief drei Monate lang jeden Sonntag die Premiere seines ins bayrisch übersetzte Kälberbrüten von Hans Sachs. Angekündigt sind weiter Aufführungen. Es ist Slapstick, sehr bodenständige Unterhaltung, eingeschränkt auf eine Bühne, nicht wie bei dem Riesending des Naturschauspiels am Blomberg. Aber es gibt Wortkunst und herbe Schläge gegen die Biolandkultur. Ein Yoga für den bayrischen Bierbauch wird zelebriert, statt Rescue-Tropfen gibt es…

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    Alles will episch werden. – Kommentar zum Feuilleton

    Ich habe ein Abo der Süddeutschen Zeitung gewonnen. Großartig. Unendliches Papier. Gut, wenn man wie ich umzieht. Jetzt habe ich heute doch mal durchgeblättert. Die Zeitung als  Zeitung gelesen. Ich lese täglich Zeitung, aber nur digital, in youtube verpackt, in Newsfeed sortiert. So eine gedruckte große Zeitung kann einen schon nostalgisch stimmen. Längst sind ja Zeitungen handlicher geworden und haben sich verkleinert, sind handtaschengroß. Die Süddeutsche ja nicht. Da kann man seine eigene weltoffene Wissbegierde noch mit ordentlichem Rascheln untermalen. Unter Studenten wurden Zeitungen auch manchmal gesammelt, als Indiz für den eigenen Intellekt. Ich kenne jemanden mit seinem eigenem kleinen Archivstapel. Der erste Artikel, dem ich eine Chance gebe, ist…

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    Das Verlorene Dorf von Stefanie Kasper

    In der Mitte des 19.Jahrhunderts findet diese Geschichte statt, in der Abgeschiedenheit, irgendwo in einem Dorf. Die Stimmung ist kalt, düster und es riecht nach Wald und Nebel. Die Autorin verknüpft eine alte Legende mit einem bereits verlassenem real existierendem Dorf für eine Art Gruselgeschichte. Dabei wirken die Figuren hölzern und unnahbar, sie schafft es nicht, ihnen genug Leben einzuhauchen, aber seltsamerweise hat mich das nicht sonderlich gestört. Es ist eher ein Film, den ich ansehe ohne mich zu identifizieren. Die Hauptfigur ist Rosalie, eine Waise. Sie heiratet Romar und er bringt sie in sein Dorf, dass abgeschieden in den Wäldern liegt. Sie findet das erste Mal in ihrem Leben…

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    Griechenland ist Europa

    Der reiche Norden und der arme Süden. Eine europäische Realität. Griechenland hat also gewählt. Keiner weiß so richtig, was die Frage war. Eine Ja oder ein Nein zu Europa? Ein Ja oder ein Nein zu den Schuldbedingungen und Rückzahlungsklauseln? Ein Ja oder ein Nein zu der neuen Regierung? Um die Ecke bei mir hat ein neuer Feinkostladen aufgemacht. Es ist ein älteres griechisches Ehepaar. Sie verkaufen Oliven und Obst. Meine Kinder dürfen da fast alles probieren. Sie kennen die Oliventheke bereits und langen da immer kräftig zu. (Meine Kinder lieben Oliven und Fisch, ich weiß, sie sind komisch) Die Frau winkt immer ab, wenn ich meine Jungs vom Plündern abhalten…

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    I am going gay for…not only Ruby Rose

    Ruby Rose geistert durch mein Newsfeed. Who the f*** is Ruby Rose? Ein australisches Model,eine Seriendarstellerin, hat sie auch irgendwas gesungen? Keine Ahnung. Ruby hat vor einer gefühlten Ewigkeit ein youtube-Video veröffentlicht, dem nachgesagt wird, dass selbst die straighte Hetero-Hausfrau ganz feucht im Höschen wird. I kissed a girl and I Liked it ist so 2008. Aber die Debatte um die Kategorisierung von Sexualität ist mal wieder im vollem Gange. Gender-fluid ist die Kategorie der Stunde und meint, dass man sich weder als Mann noch als Frau fühlt oder aber mal als Mann und mal als Frau. Fluid, halt. Wenn man jetzt aber davon ausgeht, dass Gender eh ein gesellschaftliches…

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    Ist Grexit dramatisch genug?

    In Amerika wird kräftig dekonstruiert. Da gehen einem doch glatt die Schubladen aus. Ein Mann, der in der Öffentlichkeit durch seine sportlichen Leistungen als echter Mann wahrgenommen wurde, wird zur Frau. Eine Weiße gibt sich als eine schwarze Bürgerrechtsaktivistin aus und wird von den Eltern als „blondes Mädchen“ entlarvt. Nur aus Texas taucht ein Video auf, dass einen weißen Polizisten dabei filmt, wie er ein völlig aufgelöstes, heulendes Bikini-Mädchen auf den Boden drückt. Sie brüllt: Call my Mom und weiß auch nicht mehr weiter. Er zieht sogar die Waffe. Alles beim alten. Das Mädchen ist schwarz. In Europa blickt die Tagespresse in das journalistische Sommerloch, weil keiner mehr Bock hat über Griechenland zu reden.…

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    Frisch aus dem Meer gefischt : Liste der besten Blogs Teil 1

    Wer mit dem Bloggen anfängt, der erkennt schnell, dass es alles bereits gibt. Es gibt Tausende von Blogs. Ein Meer. Ein Ozean persönlicher Statements zum persönlichem Tagesgeschehen. Dabei gibt es große Fische und kleine Fische. Die meisten streben danach, ein großer Fisch zu werden. Was man mit dem Blog dann eigentlich macht, wenn er eine bestimmte Leserschaft erreicht hat – keine Ahnung. Manche schreiben weiter, manche werden zu Werbeplattformen. Blogs sind für Unternehmen attraktiv. Es gibt Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, Bloggbetreiber anzuschreiben und zu fragen, ob sie nicht ein bestimmtes Kontingent bezahlter Artikel aufnehmen – mit Links zu Produkten, Produkttests und Kaufempfehlungen. Dabei wird auch gerne gleich des…