Schlagwort: Wolle

Nachtigallen auf Kniestrümpfe – ein Vogelknall in Sockenform

Vögel scheinen es mir angetan zu haben, obwohl ich diese Tiere weder für schön noch für besonders niedlich halte – ich würde mir nicht im Traum einfallen lassen, einen Vogel bei mir zu Hause zu halten – allerdings ist meine Internetidentität ein kleiner Spatz. Aber vielleicht hat es auch etwas mit einer gesunden Selbstreflektion zu tun, dass man sich als virtuelles Gravatar-Tier etwas aussucht, dass man selbst im realen Leben weder für schön noch für niedlich hält.

Mein Mann hat allerdings beim Anblick von Vögel verträumte Augen und macht mich immer auf die Kohlmeisen und Krähen in unserer Umgebung mit ganz leisen Worten aufmerksam. Und wenn er auf offenem Feld einen großen Greifvogel entdeckt und mit einem lauten Ausruf  auf die Bremse beim Autofahren tritt, bleibt mir regelmäßig das Herz stehen, weil ich denke, etwas Schlimmes wäre passiert – dabei soll ich nur meinen Kopf wenden und den großen Vogel bewundern. Meine Söhne wissen zumindest sofort, was ihr Vater meint – ich passe mich dieser Vogelliebe noch an.

Kein Wunder also, dass ich Vögel stricke.

Irgendwann bleibt der Realitäten-Knall im Kopf auch nicht mehr folgenlos und ich stricke tatsächlich Nachtigallen in Kniestrümpfe.

Und ich mache das mit einer glühenden Leidenschaft und komme unglaublich langsam voran – kein Wunder, ich stricke mit einer sehr sehr geringen Nadelstärke (je kleiner die Nadel, je kleiner die Masche – mehr Maschen, mehr Zeit?) und ich stricke zweifarbig. ( Jede Masche wird nach einem bestimmten Muster verstrickt, die zweite gerade ungebrauchte Farbe wird auf der linken Seite einfach mitgenommen. Man muss dabei aber sehr aufpassen, dass man die Masche nicht zu eng zieht, denn damit zieht man ja auch das Stück losen Faden hinter den linken Maschen enger – und irgendwann ist es zu eng und es wirft Wellen….)

Eine Technik, die ich aber noch nie ausprobiert habe, ist das Stricken der Socken von der Zehenspitze ab. Die Aufnahme der Maschen erfolgt ohne Naht und man kann ganz gemütlich mit einer Rundstricknadel stricken.

Wie ich festgestellt habe, braucht man zum erfolgreichen virtuellen Suchen vor allem den Namen: diese Technik heißt Magic Loop – bei Google kommen tausende von Videos dazu.

Die Aufnahme der ersten Maschen wurde anscheinend von eine gewissen Judy erfunden – es heißt nämlich Judy´s Magic cast-on. Es gibt noch andere Varianten, aber ich finde, Judy hat das schon gut gemacht…

Die Vorlage der Socken, die ich euch nun dienstagsweise bis gefühlt 2016 in minimalen Vorwärtsschritten zeigen kann, ist von ravelry – zu ravelry auch hier und hier.

Schon mal zweifarbig getrickt? Hat jemand noch Tips? Verlinkung von eigenen (auch älteren) Blogposts zu zweifarbigen Werken sind mir sehr willkommen. Ich steh ja heimlich auf fair isle…war da schon mal jemand?

Socken ohne Ferse und Zehen, neudeutsch Yogasocken – wtf?

Yoga - Socken Drops Design

Das Stricken im November geht fröhlich weiter. Diesmal habe ich versucht, Socken für das durch kühles Wetter eigentlich zu unterbrechende Tragen von flipflop-ähnlichem Schuhwerk ein Schnippchen zuschlagen – und diese mit zehenlosen Socken eben weiter tragen zu können. Meine Quelle, wie schon in diesem Artikel erwähnt, Drops Design – komplette kostenlose Anleitung hier.

Yoga Socken Drops Design Detail
Ich habe aber nicht das dafür vorgesehene Garn verwendet, sondern 6-fädige Regia Sockenwolle. Im Laden meines Vertrauens erworben, gibts aber überall. Leider stimmt die Nadelstärke nicht ganz zur Wolle, was man am unregelmäßigem Maschenbild bisschen sieht (ok, ICH sehe es), aber durch das ganze eher rustikale Flair gefällt mir das diesmal sogar.

Yoga Socken  Drops Design am Fuß_Fotor
Die Vorlage ist ideal für den Sockeneinstieg, weil sie die Ferse und die Zehen gewollt auslässt. Da ich selber keine Yoga-anhängerin bin, war mir gar nicht so bewußt, dass diese Socken wohl Yoga-ideal sind, da man dafür immer die Ferse nackig braucht (hat mir eine Kollegin erklärt). Im Winter ist Yoga barfuß wohl eine kühle Angelegenheit. Ich habe diese Socken ja ursprünglich aus dem oben erwähnten Grund gestrickt, aber das Zopfmuster kann man nicht in ein Flip-Flop-Bändchen pressen. Sieht mehr als affig aus. Jetzt habe ich wohl Yogasocken ohne Yoga…shit happens

Yoga Socken Drops Design am Fuß offene Ferse

Dafür ist aber eine neue Leidenschaft für Socken entflammt. Ich habe mir (ohne mit der Wimper zu zucken) ein nächstes (utopisches?) Ziel gesteckt. Hier der Link zur abgefahrenen Sockenvorlage: die Nachtigallen-socken.

Mehr zu ravelry – siehe diesen Artikel

*dieser Artikel ist Teil einer kreativen Sammlung zu aktuellen Projekten, immer gepostet an einem Dienstag: sprich creadienstag*

Stricken: die besten Internetseiten zum Thema

Stricken im Internet

Novembertage sind Stricktage. Höchste Eisenbahn (*hüstel* Wortwitz in sich), mal meine persönlichen knitting sides aus dem WWW zusammen zu stellen.

Traditionell sind ja die Damen hierzulande aufgewachsen mit Italienischem Strickdesign. Lana grossa heißt die große Marke und es gibt etliche Hefte und etliche Läden dazu. Meine Mutter schwört ja darauf. Man sollte ja schon ein bisschen darauf achten, dass man nicht nur Plastikfäden verstrickt und Lana grossa steht für Qualitätswolle, die seinen Preis hat.

Eine Alternative, die nur halb so viel kostet, aber auch ein hervorragendes Wollsortiment hat, ist Drops Design. Dazu muss man aber ein bisschen Federn lassen mit Blick auf die Frage, dass diese Wolle meistens schon eine Weltreise hinter sich hat. Ich lasse diese Federn regelmäßig, muss ich sagen, denn ich mag diese Wolle. Eine dicke Wolle mit Namen Eskimo habe ich schon einige Male verstrickt.

Drops Design hat eine tolle Videodatenbank, die einem wirklich jeden Nadeltrick von Grundlagen bis High End erklärt.

Mein Internet-Herzstück ist aber ravelry. ravelry ist zunächst mal eine Seite, die einem überhaupt nichts verrät. Auf einer rosa Wollewolke sitzen Comictiere und lachen einen freundlich an.  Man muss sich erstmal anmelden, um reinzukommen. Das schreckt wahrscheinlich einige Vorbeisurfer ab. Meldet man sich an, so gelangt man auf eine riesige Datenbank. Sämtliche Strickerinnen und Stricker, Häkler und Häklerinnen haben dort ein Profil und geben an, mit welcher Wolle sie welches Muster/Design nachstricken. Es gibt Fotos zu den Werken und man kriegt so einen viel besseren Ergebniseindruck.

Ravelry hat einen Blogpost, den ich immer missachte und Reiter mit der Unterteilung „my Notebook/ Patterns/ yarns / people/ usw. “ … das missachte ich auch. Ich suche ganz selten nach einer Wolle oder nach anderen usern

Meine Quelle ist die Suche.

Ich klicke ohne einen Suchbegriff eingegeben zu haben auf die Suche und dann komme ich zu einer Suche (meistens Pattern-Suche), die ich mit Filtern nach meinen Kriterien einstellen kann.

Sprache: In welcher Sprache soll das Strickstück aufgeschrieben sein?

Difficulty?

Needle size?

Attributes?

Gender? Age?

Category?

Ach ja, schön. Echte Raritäten finden sich dort. Designer, die sich auf ravelry spezialisiert haben und dort ihre (Kunst)werke für ein paar Dollar oder auch oft umsonst zum download anbieten. Inspiration ohne Ende. Ich habe schon ganze Abende nur mit dieser Suche verbracht.

Dabei lernt man natürlich schnell die englischen Ausdrücke, die für irgendwelche Strickbesonderheiten stehen. Ich mag zum Beispiel gerne runde Ausschnitte (circular yoke). Ich mag das Vernähen nicht so gerne (seamless) oder Stricke auch gerne das Stück in einem Stück ( one-piece).

Englische Anleitungen sind aber kein Hindernis. Ich finde inzwischen die deutschen Anleitungen anstrengender, weil in deutschen Heften viel mehr abgekürzt wird als in englischen. Mit k für knit = rechte Masche und p für purl = linke Masche, k 2 tog für knit 2 together = stick zwei rechte Maschen rechts zusammen und YO für Yarn Over = Zunahme mit dem yarn over the Nadel ist man schon ziemlich gut dabei. Im Internet gibt es aber ganze Listen mit Strickübersetzungen. Und wenn man etwas technisch nicht weiß, siehe oben die Drops Design Videos….

Ohne ravelry würde ich die wunderbaren Eulen von Kate Davies nicht kennen : klick hier

Oder die Konstruktionen von Stephen West: klick hier

Also, an alle Novembertage-stricker: kennt ihr ravelry? Wen oder welches Muster habt ihr dort gefunden? Und an alle, die dieses Portal noch nicht kennen: Anmelden. Jetzt. (Halt, vorher noch ne Tasse Tee bereit stellen, kann länger dauern)

{Creadienstag} UFO finished-der Zauberball im Dreieckstuch

Creadienstag mit StrickschalManchmal poste ich hier Dinge, die ich so vorhabe und plane und in großen Tönen darüber berichte. Wahrscheinlich fällt es niemanden außer mir auf, dass ich diese Dinge dann stillschweigend unter den Tisch fallen lasse und unbedarft weiterplappere.

Nun ist es aber so, dass ich mit Stolz verkünden kann, dass dieses hier:

the first few fallen leaves mit Zauberball

the first few fallen leaves mit Zauberball

zu diesem hier geworden ist:

Strickschal gespannt

Wolle: ein Knäuel Zauberball Schatten in schwarz/weiß
Muster: first few leaves falling

Strickschal Detail

Applaus, Applaus, ich freue mich. Ab damit zum Creadienstag!

Vintage Bolero

Retro Rogue So, nun doch nochmal ein kurzes Vorstellen eines schnellen Strickanfalls. Von ravelry unter Retro Rogue von Anika St.Louis für umsonst zu haben, ist dieser kleine Bolero entstanden. Mit großen dicken Nadeln runterzunadeln. Die Wolle in einem Laden um die Ecke von Rico Design. Rico Design hat eigentlich überhaupt nicht meine Wolle. Zu bunt und zu sehr 80er. Aber für den Bolero wirken die Farben passend – bisschen melancholisch und dunkel. Es ist beim Stöbern auf ravelry auch manchmal schwierig, die passende Wolle in Deutschland zu finden, wenn das Design aus den USA kommt. Der Boöero ist aber echt gut geworden. In einem Stück zu stricken und dann näht man die Ärmel zu und verbindet Anfang mit Ende. Kann man eigentlich gar nicht gut erklären, erst wenn man das Teil fastfertig hat, ergibt die Anleitung Sinn….

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The Looking Glass Sweater

20131110-211441.jpgIch bin gern auf ravelry unterwegs, ich suche nach Ideen, schaue mir die stolzen Fotos der Frauen dort an, meistens in den Spiegel geschossen. Im Hintergrund ein Einblick in fremde Leben. Wenn es kälter wird und ich mehr und mehr Lust auf Wolle und Stricken habe, wird die Suche immer konkreter. Stricken ist echt eine Saisonleidenschaft. Und ich mache jedes Jahr denselben Fehler: eine Stricksache bleibt übrig, denn der Sommer kommt letztendlich doch. Heute am Martinssonntag sah es aber so aus, als ob es noch Monate dauern würde. Und so wage ich mich nach anfänglichem Strickgeplänkel bestehend aus Mütze und Bolero an den Looking Glass Sweater. Ich habe von Drops Design eine weiche Merinowolle gekauft, in schönem saftigem Grün und Hellgrün. Meine Mutter hat bisschen die Stirne gerunzelt wegen dem Design, mein Mann hat auch nichts konkretes dazu gesagt. Ich denke, ich bin die Einzige mit Begeisterung. Spießig, ist mal äs Wort gefallen. Ich habe schon versucht, die Wolle in einem anderen Projekt unterzubringen, aber mein Bruder hat mich schließlich back on track gebracht. Wieso auf andere hören, bei dem, was man strickt? Das ist ein Hobby, eine Fernsehbeschäftigung, eine Teebegleitung. Die Wolle soll sich gut in der Hand anfühlen, das Muster soll interessant sein und einen weiterbringen. Es ist völlig egal, was andere davon halten. Es ist völlig egal, ob es was bringt oder irgendwie nützlich ist. Es soll gar nichts sein. Und mir gefällt das Looking Glass.

Strick den Sommer herbei….

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Stricken ist saisonal, nur endet die Saison laut Wetterbericht irgendwie nicht. Eigentlich bin ich kein Fan von Sommerstrick, aber man kanns ja versuchen…vor allem, wenn die ersten Osterglocken von Schnee bedeckt werden.

Garn: Lana Grossa Groove

Vorlage kommt vom Sommerheft 2013 von Lana Grossa mit dem malerischen Titel
Kastenpulli im Wellenmuster

 

My Greensleeve boy

Die Ärmel wurden eingenäht, die Seiten geschlossen. Der Pullover ist fertig. Ich habe den Pullover von Haus aus länger gemacht und dennoch ist er grad so lang genug. Drops Design liefert eine gute Beschreibung, gut, wenn man Basics machen möchte. Die Wolle Eskimo kann man bedenkenlos im Internet bestellen, ist allerdings ein ziemlich warmer Pullover. Schwere und warme Schurwolle. Winterschön.

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Morgenstunde by Annette Danielsen

MorgenstundeZugegeben, ihr Buch ist wunderschön. Allein der Titel der Strickmustersammlung: „Stricken für Zeitvergesser. Raffinierte Muster inspiriert von der Schönheit des Alltäglichen“! Und so ist es auch: Eine Jacke heißt ‚Flieder‘, ein aufgeblühter Flieder daneben. Oder das ‚Süße Wochenende‘ als Mütze mit Schal, daneben in ähnlichen Farben einen Haufen Lakritze. Und dann auch ‚Morgenstunde‘, im Original Rot und mit dem Bild einer aufgebenden Sonne über Wasser abgedruckt. Zeitvergesser ist ein guter Titel: Man muss nämlich die Zeit vergessen, die man daran strickt. Ein Ewigkeitswerk. Die Wolle: grob, naturnah und dünn. Isagar Twinni, nennt sich die hauchdünne Merinowolle. Ich stand vor Jahr und Tag in Murnau im Strickpunkt, einem Lädchen mit lauter Regalen seltener Wolle. Na ja, selten ist relativ, kommt darauf an, von wo man kommt. Für mich ist alltäglich die italienische Wolle. Der Laden blickt nach Norden. Von Murnau aus weit in den Norden. Aber auch bis nach Japan. Jaja, japanische Garne gibt`s auch. Der Laden ist ganz weiß, wie eine Schneekugel und in den Regalfächern liegen bunte bunte Sachen. Ich bin ja mit Verlaufswolle an mir immer ein bisschen überfordert, aber ich verstricke sie gerne. Vielleicht sollte ich mich doch nochmal mehr mit den Sockenstricken beschäftigen. Ist ja bekanntlich kürzer. Morgenstunde hat mir nämlich den Schlaf geraubt. Runde um Runde um Runde. Am Ende hatte ich dann das Gefühl, das Stück ist doch zu klein, aber die Wolle hat sich dermaßen ziehen lassen beim Spannen..Wahnsinn. Jetzt trage ich es gar nicht so oft. Man braucht schon eine Hutnadel, um es vorne zu verbinden. Jedesmal, wenn ich ein Baby hochhebe, dann muss ich die Nadel abnehmen. Mach ich nicht. Trag ich also nicht. Na ja, noch nicht.

Nachtrag…..eine Katastrophe, wenn das Teil doch in die Wäsche gerät…..Morgenstunde eingelaufen

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