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Sophia Thiel: Abgebrochen

#sweating beauties und Sophia ThielBei Sophia Thiel geht man durch 3 Phasen durch. Es steigert sich die Anzahl der Kohlenhydrate und es steigert sich die Intensität des Trainings. Alles halb so wild. Trotzdem habe ich aufgehört.

So ein Aufhör-Prozess ist ja schleichend. Zuerst hörten die Videos auf. Mir war das alles viel zu pink, viel zu Mädchen, viel zu lange. Zu Beginn jedes Videos wird erst minutenlang die Übung erklärt – mit neumodischen Elektrosound und Sophia Thiel in Großaufnahme. Das nervte mich am meisten. Anschalten, loslegen aber halt, erst warten, denn: zuerst ewige drei Minuten auf Sophia Thiel starren und warten. Bin ich eine Mimose? Keine Ahnung, aber ich glaube, dass mir Detlef D. Soost zwar nie sympathisch war, aber ich muss ihn doch gemocht haben. Vielleicht ist es auch eine Frage des Alters. Ich habe ihm irgendwie geglaubt. Sophia glaube ich kein bisschen. Ich denke, sie hat ungesund abgenommen und ist dann total auf Kraftsport hängengeblieben. Manchmal betont sie lange, wie schwer ihr jene Übung früher gefallen sei, aber ich rolle dabei mit den Augen. Sophia Thiel tut so, als ob sie exakt diesen Weg gegangen wäre – oder sich zumindest sehnlichst gewünscht hätte, diesen Weg zu gehen. Ihre Mit-mach-Slogans verhallen in meinem Wohnzimmer. Das ist irgendwie hohl alles.

Dabei steht natürlich außer Frage, dass es funktionieren würde. Ich glaube all den Vorher-Nachher-Fotos. Den Leggingsbeinen, den im Spiegel aufgenommenen Ärschen im Knackformat. Ich bin nur nicht der Markt. Sie hat mich nicht erreicht und vielleicht wollte ich es auch nicht. Ich dachte, es wäre mir völlig egal, zu welcher Musik ich in meinem Wohnzimmer herumhüpfe, aber das stimmt nicht. Das junge Mädchen, dass immer ihren Pferdeschwanz vor jeder Übung zurechtlegt, ging mir auf die Nerven. So was steht und fällt mit der Galionsfigur.

Danach endete die Ernährung. Es ging ewig ums Abwiegen von Lebensmitteln, aber niemals natürlich ums Kalorienzähler. Das war halt ein verstecktes Kalorienzählen. Ist halt nicht modern, wenn man sagt, so ein Stückle Fleisch und so a Kartoffel wären jetzt soundsoviel Kalorien. Nein, die moderne Frau ist beyond. Die hat genau 139g Putenfleisch und 20g Kartoffeln zu kochen. Ernsthaft? Das ist doch dasselbe wie Kalorienzählen. Ich kann mich noch gut an das erste Video von 10 weeks body change erinnern: da standen ein Haufen Lebensmitteln und dann wurde gesagt: das da. Iss davon so viel du willst. Egal wie, egal in welcher Zusammensetzung, aber halt nur davon. Gut, damit waren ja bekanntlich die Vegetariern und die Veganer draußen aus dem Spiel und die Fleischesser konnten ne flatrate bei ihrem Metzger vereinbaren, aber ich habe nirgends irgendwas von 139g Putenfleisch lesen müssen….

Öfters wird ja darauf verwiesen, dass so ein Programm vor allem community und support bietet, aber über die community habe ich ja schon geschrieben: eine Facebook-Gruppe mit 16000 Mitgliedern – völlig ohne professionelle Moderation. Manchmal taucht ein Video von Sophia Thiel auf, in dem sie Fragen beantwortet. Ansonsten hört man die Mitglieder klagen über wenig Feedback bei speziellen Fragen. Und ein pausenloses Geposte von Mädchen in Unterwäsche, die sich dann untereinander kommentierend applaudieren. Manchmal gibt es einen Tipp. Der wird dann diskutiert, ob das jetzt konform sei oder nicht. Eine Moderation greift da dann natürlich nicht ein. Es endet in keinerlei Aufklärung, ob jetzt ein Früchtetee erlaubt sei oder nicht. Hat doch keine Kalorien, sagen die einen. Hat doch Früchte, sagen die anderen. Geht doch nicht um Kalorienzählen, sagt die nächste. Sehr oft gab es auch Beef. Da wurden dann die Zicken ausgepackt und es gab ein wildes hin und her. Da fehlte es auch nicht an einer Reihe von deplatzierten Post. Eine hat mal gefragt, wie sie ihr Meerschweinchen nennen sollte. Oder allen einen positiven Schwangerschaftstest präsentiert. Uff.

Ich habe den Eindruck, dass man eine DVD und ein *Kochbuch* für 99€ kauft. Geht man einmal an der Kasse vorbei, dann wünscht einem die Verkäuferin noch nen schönen Tag und ja, dann ist man dann halt zu Hause mit seinem Kochbuch und seiner DVD. Bei vielen funktioniert das. Bei mir ja eigentlich auch, aber ich befürchte – sie ist bestimmt eigentlich eine ganz Nette – ich mag halt Sophia Thiel ned. Also das Produkt, dass sie verkörpern soll. Es ist einfach nicht echt.

Dieses Jahr hat die Frühlingsdiät also 2 kg gebracht und war teuer und ich habe es nicht zum Ende gebracht. Mal sehen, ob ich nicht mal was anderes ausprobiere und mir beim nächsten Hype nicht einfach ein Buch kaufe und es  mal ganz ohne moderne Technik versuche.

Kurz gesagt: Schade und adios.

Sophia Thiel und der Konzern im Hintergrund

#sweating beauties und Sophia ThielDer Markt für Online-Diäten ist in den letzen Jahren echt explodiert. Mit Online-Diät meine ich, dass man sich Zugang zu einem Programm kauft, dass eben online angeboten wird und bei dem Woche für Woche bestimmte Videos oder pdf-Dateien freigeschalten werden, die dir deinen Weg zum Abnehm-Erfolg bereiten sollten. Die Videos drehen sich um Ernährung und um Sport. Verkauft wird das Ganze unter dem Namen eines Prominenten.

Zuerst kam 10 weeks body change mit Detlef D. Soost. Sympathisch war mir an diesem ganzen Gedönse vor allem, auf welchem Mist es gewachsen ist. Ein junges Star-up in München, zwei Jungs, wenig Startkapital und dann Zack. Ab durch die Decke. Hier mein Artikel zu den Hintergründen. Ich lasse die nicht mehr funktionierenden Videos mal drin. Sieht man schön, dass alles seine Zeit hat.

Bei Sophia Thiel ist es anders herum. Das Mädel hat ihren eigenen youtube-Kanal und wollte damit vor allem junge Frauen ansprechen. Gleichzeitig hat sie sich Instagram-Fame aufgebaut. The star is born online. Als jemand, der sich explizit an eine bestimmte Gruppe richtet. Zu dieser Gruppe gehöre ich nicht. Ich bin niemand, der sich Fitness-Videos oder Instagram-Waschbrettbäuche anguckt.

Das jetzt angebotene Online-Programm wird von einem Ableger der ProSiebenSat1 Gruppe produziert. Kein Wunder, dass diese ihre Bekanntheit mit Berichten in diversen Fernsehsendungen puschen. Der Überbau, also die Produzenten der ganzen neuen Sophia Thiel- Sache sind also alte Business-Hasen, die eine junge youtuberin neben vielen anderen jetzt abgrasen. Sie bedient ein weibliches Publikum, während die andere Galionsfigur der Moderator Daniel Aminati mit dem Programm *Mach dich krass“ ist. Vergleicht man die Internetauftritt der Programme, erkennt man schnell, dass es hier um Mädels und hier um Jungs geht.

Genau das Gegenteil von 10 weeks, meiner Meinung nach. Da war der Prominente schon vorher prominent und dann kam das Start-up und zusammen haben sie (hoffentlich, verdient hätten sie´s) Millionen verdient. Bei Sophia Thiel kam sie als kleine Instagram-Maus ins Geschäft und zusammen mit dem großen Medienhaus versuchen sie jetzt genau das Gleiche. Oder eher: das große Medienhaus versucht durch sie genau das Gleiche. 

Doch wer macht so eine Online-Diät? 65 % der Nutzer sind wohl Frauen. Ich lese in einem Artikel, dass Harkort – einer der Gründerjungs von 10 weeks body change – seine durchschnittliche Kundin als Mitte 30, junge Mutter und Lehrerin beschrieb. Haha, also ich. Gut, Lehrerin bin ich nicht, aber ich glaube auch, dass das Format vor allem Frauen (und auch Männer) in den 30ern angesprochen hat. Generation Thermomix, sozusagen.

Sophia Thiel nennt ihre Follower sweating beauties und ich glaube, die sind durchweg jünger. Beim Anmelden wurde mir eine Einladung zu einer geschlossenen Facebook-Gruppe gesendet. Die konnte ich jetzt doch noch annehmen…(Leute, echt, glaubt ihr, der medial vernetzte Mensch hat nur EINE Emailadresse und kauft damit fröhlich im Netz ein und dann lädt er noch ein paar Fotos in Facebook hoch und dann …ach, geh) Die Facebook-gruppe wird von einer Lena geführt. Null Profilinformation,aber wohl eine offizielle Abgesandte des Medienimperiums. Jobbeschreibung: sweating beauties moderieren.

Moderiert wird hier nur überhaupt nichts. In der Gruppe sind an die 16000 Nutzer registriert und tauschen sich aus. Manchmal geht es darum, sich gegenseitig aufzubauen. Manchmal geht es um eine Frage zur Ernährung. Manchmal geht es um Kritik. Da sich das Programm hauptsächlich ein junge Frauen richtet, gibt es auch wenig Scham, seine Vorher/Nachher-Fotos in Unterwäsche und Socken zu teilen. So *unter Mädels*. Der Beef ist aber auch vorprogrammiert. Allgemeine Kritik wird manchmal so verstanden, als ob man sich gegenseitig Erfolge nicht gönnt.

Insgesamt bin ich von dem Forum mehr als enttäuscht, vor allem, weil es sich lediglich um eine *geheime* Facebook-Gruppe handelt. Ein so großes Medienhaus hätte schon ein besseres Forum programmieren können, so teuer ist das jetzt auch nicht und sie hätten das Personal bereitstellen sollen, dieses Forum auch zu moderieren. Was bei 10wbc noch ein Start-up-Problem war, kann man bei dem Hintergrund jetzt nicht als *Geldproblem* ausmachen. Hier wurden ganz klar Kosten eingespart.

Sophia Thiel bleibt als Vorbild zurück. Sie soll inspirieren aus der Ferne und ihr Körper soll ein Programm verkaufen, dass explizit als *Anfänger-Programm* betitelt wird. Das Programm hat wenig mit ihrem Waschbrett-Bauch zu tun. Der versprochene *Traumbody* lässt sich erreichen, wenn man seinen persönlichen *Traumbody* realistisch einschätzt. Man läuft aber in 12 Wochen bestimmt nicht als kleine Sophia Thiel über den Strand. Den meisten Nutzern wird das wohl auch klar sein, aber die Werbestrategie zielt darauf ab, dass du das Programm mit diesem Körper verbindest. Werbung übertreibt immer und bei Waschmittel, Zahnpasta und Haarshampoo wird es ja auch nicht anders gemacht. Die schönsten Haare fallen dem Model gekonnt ins Gesicht und im Kopf ist es allen klar, dass man mit dem Shampoo jetzt nicht genau diese Haare bekommt, aber das Bild wird ja in einem anderem Gehirnteil mit dem Produkt verbunden und damit: Voila, beim nächsten Drogeriemarktbesuch bleibt nur noch ein unscharfes Bauchgefühl zurück und man greift zum Shampoo der Träume. Wie der Tipp einer guten Freundin.

Making money is ja nicht mein Problem. Alle sollen viel Geld verdienen. Ich vergönne jedem seinen ehrlichen Erfolg. Und ich freue mich für Sophia Thiel, dass sie als Youtuberin hoffentlich einen so guten Vertrag mit ProSieben unterschrieben hat, dass sich das auch auszahlt für sie. Professionelle Trainer mit Trainerlizenz und Ausbildung hört man zwar schon arg schnaufen, aber that´s bloody business. Mir drängt sich aber der Eindruck grad mit der *Nachbetreuung* und dem großen Medienhaus auf, dass da dahintersteht, dass es sich bei dem Programm tatsächlich um ein *Aufspringen* auf den Zug der online-Diäten handelt, weil man damit zwar nicht sein Hauptgeld macht, aber dennoch ordentlich Kröten abfallen. Authentisch ist definitiv was anderes.

Kleiner Vorteil ist, dass die Videos professionell gemacht sind. Ausgeleuchtet, im Vorspann immer eine Erklärung, wie diese Übung jetzt zu machen ist. Aber wenig Aufwärmen und überhaupt keinen Cool-Down am Ende. Auch die sonstigen Informationen sind hübsch aufbereitet. Ob das jetzt alles so super-effektiv ist, kann ich zu diesem Bereich überhaupt nicht sagen, aber es macht Spaß und verkehrt ist es ja nicht. Es erinnert aber alles stark an die Pioniere auf dem deutschen Markt mit 10wbc. Kochvideos und so. Was neu ist, sind diese anatomischen Erklärungsvideos oder die inszenierten *Trainer*-Videos mit verschiedenen Informationen zur Ernährung. Ob das jetzt alles so richtig ist, bleibt offen. Vielleicht gibt es bei diesen Themen auch gar kein richtig, sondern nur Trends. Wie gesunde Ernährung definiert wird, ist ja häufig auch eine Modeerscheinung.

Meine Ergebnis nach 3 Wochen mit Sophia Thiel ist bei 2,5 kg. Ich habe mich bei den Rezepten aber nur mengenmäßig inspirieren lassen und vieles ersetzt. Inzwischen kann Mudda kochen. War mit Anfang 20 auch noch ned so. Die Rezepte richten sich aber auch eher an Kocheinsteiger.

Die Trainingseinheiten fallen mir schwer, weil ich da noch nicht so in den Tritt mit *festen Trainingstagen* gekommen bin. Lustig ist, dass ich vor allem den Tipp mit dem Vorkochen umsetze und viele Rezepte in Mengen koche und mir dann Portionen abfülle und sie für den Rest der Familie mit Kolenhydraten bereichert schnell zu Hand habe. So sind Hackfleischchillis bei mir auch Nudelsoßen oder Erdnusshühnchen auch Reissoßen…Im Prinzip esse ich aber immer Gemüse mit Eiweiß. Außer morgens, da gibt Porridge. Beim nächsten Bericht zum fetten Vogel nehme ich mir mal mehr die Küche vor und zeige so *typische* Gerichte aus dem Programm.

 

Der erste Eindruck einer Online-Diät: Sophia Thiel

#sweating beauties und Sophia ThielSo, wie angekündigt der erste Hintergrundbericht zu einer neuen Runde fetter Vogel macht seine Frühjahrkur.

Letztes Jahr habe ich bereits ein Online-Programm gemacht: 10 weeks body change mit Detlef D. Soost. Hier zum Bericht der damaligen *Ersten Woche*.

Grundsätzlich kann ich euch verraten, dass es keinen großen JoJo-effekt gegeben hat.
Yeah!
Die damaligen 6 kg wurden zu 10 kg, weil ich mich danach noch ein wenig daran gehalten habe und mit Gymondo (ein Internet-Fitnessstudio) den Sportteil auch weitergemacht habe.

Aber, dieses Leben schwappt halt auch mal weg, wenn man nicht so konsequent dabei bleibt. Da pendelt man sich dann so ein bei einer Zahl auf der Waage. Richtig unzufrieden bin ich allerdings nicht mehr. Die 6 kg bleiben konstant weg. Aber die 4 kg von danach fielen der Weihnachtsgans zum Opfer. Und jetzt ist auch wieder Frühling. Und ich mach so was ja gerne. Echt jetzt. Ich bin ein Spieler. Ich halte mich an so Online-Spielen, fülle brav meine Werte aus und gucke mir Tortengrafiken dazu an. Es musste also wieder etwas Ähnliches sein.

Hier ist es also. Das total gehypte Sophia Thiels Programm.

Ganz ehrlich gesagt, weiß ich noch gar nicht, ob mir Sophia Thiel nun sympathisch ist oder nicht. Sie ist halt auch sehr jung, Anfang 20 und ist durch und durch Bodybuilderin. Sie hat sich vom dicken Teenager zur Instagram-Bauchmuskelqueen entwickelt und das scheint eine Menge Mädchen zu inspirieren.

Ich wußte also schon irgendwie, auf was ich mich einlasse. Dachte ich. So viel neues Zauberpulver kann jetzt Sophia Thiel auch nicht raushauen.

Das Programm ist wie gesagt online. Man kauft sich einen Zugang für eine bestimmte Zeit und kriegt dann Woche für Woche Videos und pdfs freigeschalten. So weit so gut. Die Videos, die ich erwartet habe,kommen auch und drehen sich um Ernährung. Der Sport kam bei 10wbc allerdings erst ab Woche 3 dazu. Hier ist das nicht so. Weiter unten erscheinen schon meine ersten 3 Work-out Videos. Toll. Gleich m Wohnzimmer rumhampeln.

Die Webseite ist insgesamt unangenehm pink und überall springen mich Sophias Bauchmuskeln an. Erst kapier ich nicht ganz, welche Information zuerst kommen sollte, aber dann bin ich doch dabei. Ok. Sophia Thiel begrüßt mich erst mal. Dann folgen mehrere Videos zum Thema Ernährung, Kalorien und so. Ah, ok. Sophia Thiel steht neben einem Flippchart und malt in einer super schönen Mädchenschrift die wichtigsten Punkte für mich auf. Ich bin in meinem persönlichen Gender-alptraum gelandet. (Erst letztens kam eine Kleine im Kindergarten auf meinen Sohn zu und hat versucht, ihn zu hänseln, weil er eine Mädchenfarbe getragen hat.) Von so was kommt so was. Ach ja. (seufzend) Obwohl mir Detlef ja nie sympathisch war, aber er hat nie ein bestimmtes Geschlecht angesprochen.
Zurück zu Sophia. Das hier ist also für Mädchen gemacht.

Der Inhalt ist nicht so easy-peasy wie bei 10wbc. Es geht schon um Mengen, es ist viel individueller. Klar, es gibt ein Rezepteteil. Die üblichen Sachen sind erstmal verboten: Brot, Nudeln, Reis… die Kohlenhydrat-Fallen halt. Obwohl es nicht so offen gesagt wird, sind hier Milch und Milchprodukte auch nicht sooo gern gesehen. Das sieht man aber eher bei den Rezepten. Es ist aber für Vegetarier und Veganer auf jeden Fall einfacher umzusetzen. Die Vielfalt wird halt mit einem höheren Maß an Information und individueller Gestaltung bezahlt. Es gibt eine Tabelle, in der man Lebensmittel korrekt austauschen kann. Es wird auf so Eiweiß-Pulverzeug in den Rezepten verwiesen. Das Bodybuilder-Ding kommt deutlich durch.

Ein großes Plus ist das Frühstück. Keine Eier, Eier, Eier, sondern Haferflocken, Obst und Mandelmilch. Ahhhh, großes Sternchen.

Sophia erklärt mir, dass es in diesem Programm 3 Phasen gibt. In der ersten Phase sollte ein wenig strenger mit der Ernährung umgegangen werden. Keine bösen Kohlenhydrate außer dem Frühstück. Bohnen sind erlaubt. Anscheinend sind die Mengen auch anhand meines Lebenstils ausgewählt. Inzwischen konnte ich herausfinden, dass es wohl so 4 verschiedene Rezeptbücher gibt, von denen du dann das bekommst, was du halt als *Job* bei der Anmeldung anklickst. Ich könnte trotzdem kotzen. Mengen abwiegen. Steh ich ja gar nicht drauf. Nach meinem ersten sehr strengen Mengengekoche muss ich aber sagen, dass sie sich das auch hätten schenken können. Es geht vor allem darum, von den *guten* Sachen viiiiel zu essen. Vielleicht findet sie aber auch, dass ich mich eh viel bewege und deswegen viel essen darf.

In der ersten Phase gibt es nach 6-7 Tagen einen sogenannten Cheat-Day. Also der altbekannte Fresstag, an dem du alles essen kannst, was du willst. Es klingt aber schon durch, dass das mal in den anderen Phasen nur ein Chat-essen werden wird. Das finde ich schwierig, weil die *Pause* eigentlich immer total toll war. Ein Tag Schokoladenwahnsinn. Aber gut, ich werde mal sehen, ob ich nicht tatsächlich nur ein Chat-meal pro Woche mache, kann ja einen Tag mal nicht aufhören zu essen – des wär dann ja auch nur ein Essen…..:-)

Es gibt natürlich ein Profil zum Ausfüllen und die Tortengrafik, die mir zeigt, wie nah ich meinem Zielgewicht bin. Ausmessen und Foto-hochladen. Jaja, das mit dem Foto in Unterwäsche finde ich immer noch bedenklich. Und kurz stelle ich mir vor, was für eine Menge an Daten die da haben und wie sie in einer Marketing-Sitzung den *durchschnittlichen Kunden* ermitteln.

Grundsätzlich möchte ich euch raten, solche Programme erst zu kaufen, wenn ihr sie wirklich starten wollt. Die Wochen, die freigeschalten werden, orientieren sich am Kaufdatum. Hast du also das Ganze am Mittwoch gekauft, so endet deine erste Woche auch am nächsten Mittwoch. Klar, der Zugriff bleibt erhalten, aber ich mag den Effekt, dass man immer erst dann neue Sachen erfährt, wenn man wirklich an dem Punkt ist.

Nach der ersten Woche sind 1,5 kg runter.

Das dies nur der erste Wassereffekt ist, ist mir auch klar. Ganz so überzeugt bin ich noch nicht. Ich finde das Programm läuft ganz schön lange (12 Wochen!) und das Programm hat mit 99€ einen sehr sehr stolzen Preis. Kritische Stimmen behaupten ja, dass du dir dies einfacher und billiger auch selbst erarbeiten kannst und auf freie Online-Sport-Videos zurückgreifen solltest. Das ist sicherlich richtig. Aber: Wer ich ned faul, dann wär ich auch ned fett. Haha. Leben und leben lassen. Ich beschäftige mich jetzt also mal mit pink gewordenen Bauchmuskeln und der neuen Girlie-power im Kraftraum. In den nächsten Wochen werde ich euch mal ein Rezept vorstellen, den Machern im Hintergrund aufspüren und verraten, ob das alles was Nachhaltiges gebracht hat.

Zunächst interessiert mich, was ihr so von der neuen Online-Diäten Welle haltet oder ob euch überhaupt der Name Sophia Thiel was sagt. Und was verbindet ihr mit dem Namen?

hello fresh: Erfahrung mit der Kochbox

hello fresh Erfahrung KinderDas Einkaufen am Land ist zäh. Für jede Flasche Milch fährt man hier erst mal ne Strecke. Kein Wunder, dass man mit Speisekammern und großen Gefrierschränken ausgestattet ist. Planung ist das Zauberwort – sich erst gegen 19 Uhr zu überlegen, was man denn kocht, um dann spontan noch um die Ecke einkaufen zu gehen. Geschichte für mich.

Da kamen mir die neumodischen Angebote für Kochboxen wie gerufen. Ich habe mich vor 3 Monaten für hello fresh entschieden und fasse euch mal hier meine Erfahrungen zusammen. Dieser Artikel ist keine Kooperation: Die wissen gar nix davon.

Zuerst einmal muss man sich klar machen, was man da einkauft. Es ist eine Kochbox, keine Gemüsekiste oder so. Eine Gemüsekiste liefert dir eine bestimmte Anzahl von Gemüsesorten, mit der du dann mache kannst, was du willst. Eine Kochbox liefert dir komplette Gerichte – mit Gewürzen, Milchprodukten und Sättigungsbeilage. Im Prinzip brauchst du nur noch Standardküchengeräte. Das ändert natürlich den Preis.

Wenn du eine Kochbox bestellst und dir die Lebensmittel mal auf den Tisch legst und dann denkst: Mann, für das habe ich jetzt diese ganzen Euronen ausgegeben, das lohnt sich doch nicht. Ja, dann ist das mit diesem Vergleich teuer. Aber: Na ja, du bezahlst auch die Idee, das Rezept. Und du bekommst bis zu den Gewürzen alles fertig nach Hause geliefert. Und von allem weder zu viel noch zu wenig. Ich habe eine Kochbox für 4 Personen bestellt und meistens hat mein Bruder mitgegessen, manchmal auch meine Eltern: Also 3-5 Erwachsene und 2 Kinder. Die Portionen sind schon variabel, aber es ist auch keinen Fall zu wenig.

Die Lebensmittel auf den Tisch auszulegen und dann nur deren Wert zu vergleichen mit dem, was du im Supermarkt bezahlt hättest, wären also Äpfel mit Birnen verglichen. Ich wollte mir doch keine Gedanken mehr machen müssen, was ich denn koche. Ich wollte grad die Idee.

hello fresh unboxing

Ich habe mich für die vegetarische Variante entschieden – vor allem deswegen, weil ich es echt komisch finde, mir Fleisch nach Hause liefern zu lassen. Mein Metzger vor Ort ist einfach zu gut und Fleisch im Supermarkt zu kaufen, das mag ich von Haus aus nicht. Jeden Tag Fleisch ist auch nicht mein Ding – also die vegetarische Box.

Schon ab der ersten Lieferung musste ich zugeben, dass die Box echt gut strukturiert ist. Die Rezepte sind schön aufbereitet – mit Bildern für den letzen Kochdeppen, aber für meinen Haushalt auch irgendwie süss, weil die Kinder mitmachen konnten und dabei selber das Gefühl hatten, sie hätten einen Plan. Mama, schau, da muss man die Paprika schneiden. Da schau, so.

hello fresh Rezeptkarten

Die Lieferung hat auch eine gute Recyclingoption für die Schafwolle und die Eisbeutel, die dabei waren zu kühlen. Die meisten Verpackungen sind aus Papier – man will sich da offensichtlich nicht den Vorwurf machen lassen, man würde Müllberge produzieren. Das war ja meine große Befürchtung: Da kommt dann ein riesiges Paket und ich wühle 3 Tomaten aus 5 Plastikschichten heraus. Nein, so ist es nicht.

hello fresh Kühlung 2

Die Gerichte sind überraschend gut. Echt jetzt. Wir haben lecker gegessen.

Die Zeitangabe auf dem Rezept: Ich brauche länger, aber ich bereite auch Dinge vor, weil es gegen Abend dann schon auch mal schnell gehen muss. Das ist schon eine Herausforderung machmal und ich überlege da, welches Gericht ich an welchem Tag den so hinbekomme – aber von nichts kommt nichts. Wer mit frischen Lebensmitteln kochen will, der schneidet erstmal viel Gemüse klein. Läßt sich so nicht verhindern.

Manchmal musste ich aber auch mit den Augen rollen. Hefeteig muss man doch nicht fertig kaufen, so tragisch ist es jetzt nicht Wasser, Hefe und Mehl zu mischen…oder bei plastikverpackten Semmeln. Hmmm.  Da gab es dann schon so Haken. Vor allem, wenn es um Teig ging. Der kommt dann aus der Plastiktüte. Aber die hello fresh-Kochbox ist auch nicht dazu da, das Kochen zu lernen oder irgendwie kulinarische Höchstleistungen zu vollbringen. Es geht eher darum, mit frischen Sachen und ein wenig unfrischen Sachen ein tolles Gericht zu zaubern. Und manchmal lassen sich auch unaufwendige Dinge gut in Szene setzen.

hello fresh Erfahrung

Die Box war immer zuverlässig da (bis auf den Wintereinbruch hier, aber da wurde nichts mehr geliefert von niemanden), allerdings fehlten machmal Inhalte. Das hat mich schon geärgert. Auch, wenn wir nur von nem Beutel Linsen sprechen. Der Kundenservice hat mir da konsequent 5 € gutgeschrieben. Die haben da auch keine Zicken gemacht. Bei 12 Kochboxen haben in meinem Fall bei 4 Boxen jeweils Kleinigkeiten gefehlt. Kann man mit leben, aber ich zahle ja den hohen Preis, um mir eben keine Gedanken mehr zu machen. Wenn ich jetzt dastehe, um den fehlenden zweiten Linsenbeutel mit Kartoffeln zu kompensieren, dann geht ja doch die ganze Grundidee flöten.

Der mit verkaufte Burner bei hello fresh sollen ja die Rezepte von Jamie Oliver sein. Die wähle ich immer konsequent ab. Jamies Rezepte sind meistens Burger (mein Unwillen Plastiksemmeln gegenüber habe ich ja schon angesprochen). Ich hoffe, dieser ganze Werbeunsinn mit Jamie Oliver hat den Preis nicht zu hoch getrieben. Ich finde das völlig unnötig. Positiv überrascht bin ich von den Currys.

hello fresh curry

Meiner Meinung nach gehöre ich mit meinen Anforderungen an Rezepten aber nicht unbedingt zur Zielgruppe. Ich habe schließlich kleine Kinder hier, die zwar alles essen, aber dann doch nicht immer. Zu abgefahren darf es nämlich auch nicht sein. Ich sehe mir die Gerichte schon an und mache dann eine Kinderversion aus manchen Sachen: bei zu scharf, bei Avocado und bei zu großem Gemische. Aber sie probieren meistens schon und bei manchen Sachen haben sie reingehauen (Currys…) das hat mich überrascht. Probieren geht eben doch über studieren. Kindern nur Pommes, Spaghetti und Fischstäbchen zu machen, is ja irgendwie nicht die Lösung. Und sich selber was zu suchen, da kommt man dann als Mutter schon ins Kopfkino und denkt: Nee, das essen sie doch bestimmt nicht. Die Kochbox hat mir da schon was gebracht. Einfach mal machen. Und machmal war es auch direkt was, was Kinderherzen höher schlagen läßt: Milchreis mit Kokosmilch und Früchten, zum Beispiel.

hello fresh Obst

Insgesamt hat es sich – trotz Abstriche – für mich gelohnt und ich kann die Kochbox ruhigen Gewissens weiterempfehlen. Vor allem, weil die vegetarische Variante nicht nur aus Nudeln mit Soße besteht. Die Rezepte waren eine Bereicherung. Und zu dem Preis? Für den Weg zum nächsten Supermarkt brauche ich mit dem Auto eine halbe Stunde, mit der Kochbox konnte ich den Großeinkauf (bei dem man ja auch immer Zeug einkauft, das man gar nicht braucht) reduzieren. Der Preis sollte im Kopf mit genau diesen Aspekten mitkalkuliert werden: Fahrtwege, Schrottzusatzkäufe und Rezepte.

Trotzdem werde ich die Kochbox jetzt erst mal pausieren (super einfach online zu machen) und mich einem anderen Plan widmen: der Frühjahrsdiät. Leute, die hier schon länger mitlesen, kennen vielleicht noch die wöchentlichen Erfahrungsberichte über 10 weeks body change – ja, Leute, das ist jetzt schon ein Jahr her. Dieses Mal bin ich mit dem Konkurrenzprodukt am Start. Ich sag nur Sophia Thiel! Ob es nach 10wbc einen JoJo-effekt gegeben hat, die Unterschiede zu Sophia Thiel und meine Erfahrungen allgemein mit Online-Diäten. Alles dazu bald hier lesen.

Der letzte Eintrag…..nur für dieses Jahr

Jahresende im Sonnenschein2014 galt mein letzter Jahreseintrag einer TV-Serie. Ich habe bei amazon die Outlander-Serie gekauft und war zwischen den Jahren in den Highlands. Im Verlauf dieses Jahres lief das Ganze auch in deutsch, auch im Fernsehen, aber da musste ich mich fremdschämen. Bei manchen Serien ist es ganz gut, wenn man nur die Hälfte versteht. Ein wenig hab ich mich dann aber doch erschreckt: Das soll jetzt schon ein Jahr her sein? Und das Titelphoto des Eintrages zeigte einen Haufen Schnee.

Schneelandschaft

Gut, Schnee gibt es hier bis jetzt noch nicht. Heute saß ich an fast derselben Stelle, bei der ich letztes Jahr das Foto aufgenommen habe – ohne Jacke und im Sonnenstuhl.

Zu Jahresende ziehen die meisten Menschen ja ihre emotionalen Bilanzen aus dem Jahr. Was hat sich verändert ? Was ist gleich geblieben? Was wurde erreicht ? An was ist man so gescheitert? Wer ist gegangen ? Wer ist gekommen?

Das Gute an einem Blog ist ja, dass man so einige Sachen für sich Revue passieren lassen kann, die man so vielleicht vergessen hätte. Gut, einiges fällt einem auch so auf – ich wohne nicht mehr in einer Stadt, sondern auf dem Land. Wäre mir jetzt ohne Blog auch nicht entgangen. Ich sitze heute vor einem eigenem Haus. Krasse Kiste. Richtig angekommen bin ich noch nicht. Es fühlt sich alles noch ziemlich neu an. Ungewohnt. Hat noch keinen Tritt. Keine Geschichte. Ist ziemlich unwirklich. Aber deswegen bereue ich den Auszug aus München nicht. Nicht angekommen zu sein bedeutet nämlich nicht automatisch, dass man noch wo anders ist. Man ist halt dazwischen.

Wie nach einer Nacht richtig langem Schlaf, wenn man mit dem Kindern am Abend eingeschlafen und dann gleich liegengeblieben ist. Und dann wacht man um 5 Uhr morgens auf, ist völlig ungewohnt hellwach und überlegt sich: Was mach ich jetzt bloß? Und dann fällt einem ein, was man am Abend zuvor noch alles hätte erledigen müssen, dass man jetzt verpasst hat und wo das denn jetzt in diesen einen kleinen Tag noch reinpassen würde – mit dem Ergebnis, dass man am besten gleich aufsteht und loslegt.

Alles frisch, alles Chaos, alles überfüllt. Typisch Umzug.

Seit meine Kinder auf der Welt sind, mache ich jedes Jahr ein Fotobuch. Sie sehen es sich echt gerne an, denn es geht in diesem Fotobuch nur um sie. Ich lasse mit den Bildern des Jahres auch damit gleich im Dezember mein Jahr ein bisschen an mir vorüber gleiten. Dieses Jahr war der Titel ihres Buches: 2015 – das Jahr der Veränderungen.

Sehr originell für ein Kinderbuch für 3jährige – wo sich ja praktisch jedes Jahr so viel verändert, aber Stadt/Land und Kinderkrippe/Kindergarten waren dann doch erwähnenswerte Passagen.

Aber jetzt mal weg von den Kindern. Das ist schließlich mein Blog. Was hat sich 2015 für mich im kleinen geändert? Im Mikrokosmos, sozusagen.

Ich glaube, dass ich es ziemlich toll finde, dass meine diesjährige Frühlingsdiät so gut geklappt hat. Beim letzten Mal auf der Waage Mitte Dezember waren es doch immer noch 12 kg weniger als zu Beginn des Jahres. Ohne es zu wollen, mache ich tatsächlich jedes Jahr in der Frühlingszeit irgendeinen Diäten/Erährungsversuch, aber dieses Jahr hat es sehr nachhaltig geklappt.

Ich bin dieses Jahr echt wenig zum Lesen gekommen. Im Jahr 2014 hatte ich noch 18 Bücher in meiner Liste, dieses Jahr sieht es nach sehr viel weniger aus. Aber nach dem letzten Rush mit Dark Canopy hatte ich echt keine Lust mehr, mich so fesseln zu lassen. Da war dann erst mal Pause angesagt.

In 2016 werde ich im Frühjahr eine große Prüfung für mich ablegen. Bei der Industrie- und Handelskammer. Das klingt jetzt für jemandem im Studium nach einer kleinen Nummer, aber ich lerne praktisch nachts. Mit den Jahren und Kindern und Haushalt und Job und Haus wird es immer schwieriger, sich Zeit raus zu schaufeln. Das ging früher einfacher. Jetzt kapsle ich an jeder Ecke ein bisschen Zeit für die IHK ab und hoffe, es wird reichen. Wenn diese Prüfung rum ist, dann ist mir ein ganz schön großer Klotz vom Bein abgefallen. Dieses Jahr war der erste Teil der Prüfung. Nächstes Jahr der zweite, dann ist auch mal gut.

Die Begegnungen veränderten sich. Ich habe lange in der Wohnung gewohnt, aus der ich von München gegangen bin. 10 Jahre oder so. Eine lange Geschichte. Mit sehr vielen Höhen und sehr vielen Tiefen. Meine Nachbarn dort habe ich zu manchen Zeiten regelrecht gehasst. Die Enge war wie ein Dorf. Von Großstadtanonymität keine Spur. Wir haben gestritten, waren falsche Schlangen, haben Wein getrunken und dann wieder gestritten. Ein anstrengendes Haus. Jetzt sehe ich nicht mehr morgens meine Nachbarin mit den Leopardenschuhen, sondern die Berge. Kann man als Verbesserung werten. Meine Blogparade 2015 zu den alltäglichen Begegnungen würde heute anders ausfallen. Aber es gibt sie inzwischen, die Begegnungen.

Kommt man an einen neuen Ort, zu einer neuen Arbeit, zu neuen Kollegen, zu fremden Müttern und setzt sich an einen Tisch, so ist es ein bisschen so, als ob man eine Serie ansieht und mitten drin erst eingestiegen ist. Nicht jeden Namen kennt man, nicht jede Geschichte sagt einem was, man versteht nicht jeden Witz. Oft sitzt man stumm da und hört zu. Versteht einfach noch nicht alles. Aber das macht mir im Gegensatz zu früher keine Angst mehr. Das ist wohl die größte Veränderung, die ich bemerkt habe an mir. Es macht mir nichts aus, nicht zum altem Schlag zu gehören. Obwohl ich mich heimisch bei den Frauen hier fühle, gerne mit ihnen spreche und es mich freuen würde, zu ihren Freundinnen zu zählen. Aber ich weiß, dass ich neu bin und viele hier bereits miteinander zur Schule gegangen sind. Mit Mitte 20 habe ich den Wegfall von meinen besten Freundinnen aus der Schulzeit immer als Manko empfunden. Ich war diejenige, die eben keine Schulfreundinnen hatte. Keine beste Freundin aus der Kindheit mit auf meiner Party saß. (Wir kennen uns schon ewig. Sind die allerbesten Freundinnen und kennen alle Geheimnisse. Wir sind *kicher* wie Schwestern.) Jetzt nicht falsch verstehen, ich habe alte Freundschaften und die bedeuten mir auch was, aber ich mache auch ziemlich gerne Sachen alleine. Oder ich muss nicht immer alles erzählen. Oder ständig was erleben. Und werte Freundschaften nicht mehr nach der Zeit, sondern irgendwie anders. Nach Gesten; Dingen, die mir gefallen; Sätzen; Gesprächen – ich muss nicht mehr mit jemanden 10 mal betrunken gewesen sein und ihn mein halbes Leben lang kennen, um ihn einen Freund zu nennen. Ich nehme die Menschen heute eher aus dem Bauch heraus. Kann lange Funkstille vertragen, glaube an die Freundschaft auf den ersten Blick (!) und nehme es nicht mehr übel, wenn ich merke, dass Menschen von mir nicht genauso begeistert sind wie ich von ihnen. Ich bin irgendwie zufrieden mit meinem Leben.

 

 

Rezept: Semmeln vom Vortag aufbrauchen oder Das Semmelei

Ei in der Semmel HeaderMein Blog beschäftigt sich ja manchmal mit Ernährung. Die 3-Liter-Wasser-am-Tag-Challenge mit meinem Bericht über den Monat konsequentes Leitungswassertrinken. Oder meine vegane Zeit, oder meine Erfahrung mit 10wbc (deren Konzept mich bis jetzt 10 Kilo leichter gemacht hat) Ich habe nämlich grad Pause und essen zwei Wochen nur echte Kalorienbomben. Umzug ohne Döner und Pizza geht nämlich nicht. Normalerweise schreibe ich ja wenig über diese Pausen, aber heute mache ich mal eine Ausnahme und stelle euch ein gutes Rezept vor, dass ordentlich Grundlage für alles Mögliche bietet und nebenbei noch Semmeln vom Vortag aufbraucht. Das ist freilich nicht meine Idee, sondern etwas, was ich mal irgendwo im Netz gesehen habe…schmeckt und macht satt.

Ei in der Semmel oder Das Semmelei 


 

Semmeln vom Vortag aufschneiden (Nicht mittig, sondern nur eine *Kappe* entfernen)

Semmel aushöhlen

zerlassene Butter draufträufeln

Bergkäse raspeln

Ei rein

kleines Alunest formen

noch mal Bergkäse raspeln

vielleicht bisschen salzen und pfeffern

in den Backofen bei guten 180° für ungefähr 20 Minuten


Ei in der Semmel 1

 

Ei in der Semmel 2

10wbc Resümee des fetten Vogels

Der fette Vogel_10wbcSo, 10 Wochen mit Detlef D! Soost wären jetzt mal durch und meine Waage zeigt 6 kg weniger an. G U T E 6 kg weniger…ich denke, ich war mit meinem Anfangsgewicht großzügig und habe abgerundet.

Da man sich ja bei diesem Programm vor allem ausmessen muss, so kann ich euch auch noch ein paar weitere Daten liefern:

Taille: -9,5 cm (hab ich da am Anfang falsch gemessen? kommt mir viel vor…)

Hüfte: -6,5 cm

Schenkelchens: so -4cm

Okay, das ist erfolgreich. Man nimmt mit diesem I make you sexy – 10 weeks bodychange ab. Keine Frage.

Zu Anfang steht ja erst mal der persönliche Entschluss. Ich habe eine Hardcore-Diät für den Frühling gesucht, und dachte, der zeitliche Rahmen und die mitverkaufte Motivation (dazu mein medialer Forschungsdrang: Wer hat das eigentlich erfunden?) täten mir gut.

Am Anfang beschäftigt man sich ja irgendwie mit dem Essen. Anders als meine Erfahrungen bisher muss man bei diesem Konzept NICHTS wiegen, messen, einschränken. Außer den Nüssen, von denen nur eine Handvoll erlaubt sind. Großes Plus. Mit 10 min Enführungsvideo ist der reduziert denkende Mensch durch. Dabei habe ich dieses Programm als Vegetarierin gestartet. Endergebnis: Ich bin keine Vegetarierin mehr. Dieses Programm ist absolut nichts für die Pflanzenesser…echt nicht…mit den Unmengen an Eiern geht es ja schon los, dann kommt hinzu, dass man ohne Fleisch sich außerhalb der eigenen vier Wände schwer über Wasser halten kann.

In der dritten Woche kommen die Sporteinheiten hinzu. *Wir trainieren jetzt zusammen* – die Videos sind online in einem persönlichem Bereich abrufbar, aber seinen Zeitplan macht man sich selber. Es gibt keinen Kalender, keine Erinnerungsfunktion, keinen Kalorienverbrauch, keinen automatisches Erfolgstool. Reduziert, könnte man auch das nennen. Aber effektiv.

Schnell muss man aber auch damit zurecht kommen, dass das Abnehmen eine langfristige Geschichte ist und schnelle Erfolge nicht erzielt werden können. Immer mal wieder hängt man an einem Gewicht fest und läßt sich bisschen demotiviert von dem Programm weitertreiben. Das Programm selbst nennt diese Durchhänger – Plateaus. Das klingt jetzt vielleicht doof, aber für mich war es schon wichtig, dass das normal ist. Die schnelllebige Zeit hat sich auch in meinem Kopf breitgemacht: wenn eine Kopfschmerztablette in 5 min nicht wirkt, dann bringt sie nichts – wenn ein Abnehmprogramm in 3 Tagen nicht 5 Kg schafft, is des wohl ein Witz…jaja, ich dachte zwar nicht aktiv so, aber es musst schon auch bei mir ankommen, dass es länger dauert….

Mit der Zeit lernte ich den Load-day richtig zu schätzen. einen Tag in der Woche darf man alles in sich reinstopfen, was man will: Pizza, Eis, Schokolade….es ist der Erholungstag und ist für ungehemmtes Sündigen gedacht. Eine schlaue Idee. Ich kenne andere Programme, bei denen man sich irgendwelche Cheat-points erarbeitet und die dann irgendwie einlösen kann. Dabei hat man aber ja nie Ferien im Kopf…alles wird kontrolliert und begutachtet. Bei 10wbc kann man wirklich eine echte Pause einlegen.

Aber im Laufe der Wochen vermisst man andere Dinge außer Pizza und Schokolade: Milch, zum Beispiel. Oder Käse. Milchprodukte sind absolut verboten und dürfen nur als Obst-Milch-Baustein nach den Sporteinheiten sein. (Auch so eine Motivation für das Sportvideo…) Vor allem Morgens esse ich echt gerne Müsli mit Joghurt, Milch und Früchten…hört sich doch eigentlich gesund an…das sind alles auch Gründe, warum der gute Vegetarier hier wohl scheitern wird. Ohne Milch oder wenigstens Soyaprodukte habe ich nur die Veganer leben sehen, nicht die Vegetariern…Käse hat ja einst meinen Veganismus beendet

Ich bin durch das Programm sanft wieder an den Sport geraten. Sanft, aber beständig. Schnell merkte ich, dass ich gerne vor dem Fernseher rumhample, es sich gut mit den Kindern vereinbaren lässt, die mithampeln, skeptisch auf dem Sofa sitzen und meine Übungen kontrollieren oder schlichtweg schlafen. Hört sich auch wieder doof an, aber auf die Idee musst ich erst mal kommen.

Mit der berühmten 10wbc-Community bin ich nicht mitgeflogen. Manchmal habe ich mir Kommentare in dem Programmforum angesehen, aber meistens eher nicht. Selbst bin ich nie in dem privatem Gruppen-Forum aktiv gewesen. Das ist wohl Geschmackssache. Ich bin nicht so die Foren-Frau.

Insgesamt halte ich das Programm für einen teuren, aber effektiven Einstieg in die Heimfitness-Liga, die ja zur Zeit boomt. Überall Online-Fitnessstudios. Yoga, Krafttraining, Abnehmprogramme…ich habe aber 10wbc NEXT, das Folgeprogramm, nicht gekauft. Ich glaube, dass es da draußen wesentlich günstigere und bessere Alternativen gibt,wenn man denn mal weiß, was man will. Gerade habe ich mich für gymondo angemeldet und finde diese Seite mal tausendmal ansprechender als 10wbc…Dort fand ich auch ein 10 Wochen Abnehmprogramm, aber war schnell genervt von der Messerei und dem Abwiegen des Essens.

Ich glaube, dass 10wbc ein teurer, aber guter Einstieg ist. Man kriegt das Programm im Alltag unter und ist nicht überfordert. Ohne 10wbc wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen, mal ein Online-Fitnessstudio zu testen. Ihr seht, ich bin zwiegespalten. Für 80 € kriegt man halt nicht eine tolle Seite mit vielen Extras, Kalendern und 1000 Videos, sondern Infos in Häppchenform in 3 Videos pro Woche. Das kann man jetzt wenig nennen, oder man sagt, es ist auf das Wesentliche reduziert ohne Tamtam….je nachdem, wie man es sieht…

Vielleicht geht es in Zukunft mit low carb und Fernsehgehüpfe für mich auch. Ich werde nächsten Monat euch mal meine Ergebnisse bei gymondo kundtun.

 

 

 

 

10 w b c – der sexy Vogel ist in Woche 8

Der fette Vogel_10wbcMein Sonntagsrückblick auf Detlef D! Soost und sein 10 weeks body change habe ich ja seit meiner trüben Stimmung vor so zwei,drei Wochen getrost sein lassen.

Warum?

Es gibt nichts Neues aus dem Programm. Jede Woche wird mir ein neuer Zugang freigeschalten. Der besteht in der Regel aus zwei Work-out-Videos und einer absichtlich unbeholfen wirkenden Kochsession mit Detlef aus der Rubrik *So einfach is das.*

Diese Woche gab es mal eine Motivationsansprache und die Aufforderung, den Tag mit 20 Liegestützen starten zu lassen. Es erinnert mich alles an Bob, der Baumeister: Schaffen wir das? Ja, wir schaffen das!

Mein Gewicht geht in Kurven runter. Mal hoch, dann wieder runter, dann wieder hoch. In dieser Achterbahn kann ich 5 kg weniger als sichere Bank nennen. Aber mein Umfang per cm sind 7 cm (Hüfte) und 8 cm (Taille) weniger geworden. Man sieht es auch. Ich bekomme die ersten Komplimente. Hartes Brot. Es sind jetzt immerhin 2 Monate.

Ich werde das Programm zu Ende machen und ein Resümee schreiben. Einige lustige Dinge über mich habe ich schon rausgefunden: ich bin voll der Heimsportler. Vor dem Fernseher irgendwelche Verrenkungen zu machen und mich danach mit einem Buttermilch-Erdbeer-shake zu belohnen, ist voll mein Ding. Bin halt doch in den 80ern geboren. Aerobic und so.

Es gibt aber viele online-Fitnessstudios, die für weniger Asche eine Menge Videos mehr anbieten als 10wbc. Klar, das Kochen ist dabei und auch der genaue zeitliche Rahmen. Es sind einfache Mittel, die sich wohl ganz gut als Einstieg eignen, aber die, wenn man mal im Zug sitzt, einem überteuert vorkommen….Allerdings, wie viel ist es einem wert, endlich in diesen Zug einzusteigen?

 

10wbc Woche 5 – getrübte Stimmung

10wbc Bericht 5Getrübte Stimmung beim Fetten Vogel…

Ich bin sehr sehr ernsthaft in dieser Angelegenheit, aber irgendwas Grundlegendes mache ich wohl falsch, denn ich wiege 1 kg mehr als letzte Woche. Bitter. Ich habe also in 5 Wochen genau 2,3 kg abgenommen. Das ist nicht nix, aber für 5 Wochen schon wenig, finde ich. Ich brauche also eher 20 Wochen als 10 Wochen, um auf meine 10 kg zu kommen.

Zeit für meine Fehleranalyse:

1. Du darfst Gemüse, Fisch, Fleisch und Hülsenfrüchte essen.

Mache ich sehr brav. Ich achte darauf, dass mir keine Fehler unterlaufen und kann wohl sagen, dass ich sehr wohl konform hier bin. Vielleicht gelingt es mir auswärts nicht immer 100%, aber zu 95% schon.

2. Zum Essen sind ein Glas trockener Rotwein oder eine Weißweinschorle erlaubt.

Okay,okay, der Alkohol. Ich habe sehr große Gläser in meinem Schrank. *hüstl* Da ich echt gerne Weißwein trinke und zwar extrem süßen, habe ich es in diesem Punkt wohl übertrieben. Ich gelobe feierlich: No wine for the bird anymore…

3. Trainiere 2x die Woche

Keines bis jetzt ausgelassen. Ich habe Muskelkater und mir zieht es heute beispielsweise an den Bauchmuskeln entlang. Ich sehe unter meinem Fett zwar keinen Sixpack, aber es fühlt sich so an, okay?

4. Geh zwischen 22 Uhr und 23 Uhr schlafen.

Na ja, Schlafen ist ja bekanntlich mit Kindern eh so eine Sache – Klick – Aber ich bemühe mich ernsthaft. Zweimal die Woche klappe ich eh um 21 Uhr zusammen und schlaf ein.

5. Stress macht dick.

Cooles Statement, aber ich verdiene meine Brötchen nicht mit Tanzshows und Motivationsvideos – SORRY. Ich bin Mutter von zwei Kleinkindern und lege nebenbei noch Prüfungen ab, damit diese verkackte Arbeitswelt mir am Ende des Tages keinen Idiotenjob gibt, sondern mich auch Halbtags ernstnimmt. Mütter müssen in allen Bereichen immer in die verfickte Zukunft investieren, damit ich alt und grau und ohne Witwenrente oder echte Rente meinen Söhnen nicht gleich noch auf der Tasche liege. Das macht jetzt auch noch dick? Stress ist weibliches Leben, ihr Freizeithüpfer ihr.

6. Muskeln sind schwerer als Fett

Ach so, ich weiß. Ich habe auch schwere Knochen. Ich hätte eigentlich Modelmaße, aber mein Gewicht sagte was anderes: das muss an den schweren Muskeln und den schweren Knochen liegen…alles klar. Bin schon wieder motiviert.

7. Geduld haben, der Erfolg kommt garantiert.

Gut, ich habe ja noch 5 Wochen. Ich gebe euch ja noch weitere Chancen auf den body change. Ich streiche jetzt mal das letzte Weißweinglas und knabbere weiter an der Handvoll Nüssen.

8. Trinke mindestens 3 Liter Wasser oder Ingwertee am Tag

Ach ja, die Sache mit dem Wassertrinken. Im Oktober habe ich mal den Selbstversuch gestartet (klick zum Start und klick zum Resümee) und mein Trinkverhalten analysiert. Da bin ich wohl immer noch schlecht drin und werde die Wassertrinkerei in den nächsten Wochen mehr als beobachten.

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