Geschichten zum Gruseln: Podcasts aus den Abgründen

Seit kurzem höre ich mir Podcasts an. Den Hype darum kenne ich bereits schon länger, aber wirklich beschäftigt habe ich mich mit dem gesprochenem Wort im Netz noch nicht. Irgendwie hatte ich immer die Idee, dass diese Podcasts vor allem Lebenshilfen, Bloggerkram und Selbstbeweihräucherung ist.

Weit gefehlt.

Podcasts können spannende Geschichten ein. Erst bei einem meiner letzten Posts über den Oktoberspaziergang habe ich mich bei den Landschaften an einen berühmten Mord erinnert gefühlt. Dieser Mord aus den 20er Jahren in Hinterkaifeck ist nicht nur gruselig an kalten Herbsttagen anzuhören, in dem Podcast geht es auch darum, sich selbst zu hinterfragen.

Hier nun meine drei Empfehlungen für einen gruseligen Halloween- Abend. An alle, die sich nicht verkleiden und auch auf keine Parties gehen, sondern in der Nacht vor Allerheiligen ganz ohne viel Hokuspokus ein wenig Gänsehaut bekommen wollen:

Hinterkaifeck ist der Name eines Bauernhofes, der Tatort eines wirklich schaurigen Verbrechens wurde. Der alte Bauer, seine Frau, die Magd, die erwachsene Tochter und deren beide Kinder wurden erschlagen. Im Dorf findet man Gründe dafür, aber keinen Täter. Es gibt Theorien und Familiengeheimnisse. So ist nicht klar, wer der Vater des jüngsten Kindes ist. Es gibt auch begründete Vermutungen, dass der alte Bauer seine Tochter missbraucht hat. Der Ehemann der Tochter ist angeblich im Krieg geblieben, aber kann man sich da sicher sein? Im Laufe der 8 Folgen entwickelt jeder eine eigene Theorie. Und man findet für jede Theorie genügend Beweise.

Das Wissen und Nichtwissen von Dingen, das Geheimniskrämertum und die Täuschung ist auch Thema eines anderen Podcasts. Eines viel jüngeren Mordfalls. Christin und ihre Mörder... Christin ist ein junges Mädchen aus Brandenburg, die sich in den falschen Mann verliebt. Auf einem Pferdehof kommen die dunklen Familiengeschichten zu Tage: es geht um Versicherungsbetrug und schließlich Mord. Keiner weiß es genau, aber alle scheinen Bescheid zu wissen. Es gibt nicht nur einen Mörder, es gibt viele, die sich schuldig gemacht haben.

Die Redaktion der Zeit bringt mehrere Podcasts heraus, aber einer hat es mir besonders angetan: ZEIT Verbrechen.  Sabine Rückert aus der Zeit-Chefredaktion spricht als Expertin für das Ressort Verbrechen über die Fälle ihres Lebens. Sie fasst sie im Gespräch mit Andreas Sentker, dem Leiter des Ressorts Wissen, zu neuen Fragestellungen zusammen, gibt Beispiele aus Abgründen und vergisst dabei nicht, uns selbst dabei zu hinterfragen. Eine Folge geht um das Wesen von Geständnissen und warum es so schwierig ist, sich selbst dabei nicht aufzugeben. Eine andere Folge dreht sich um die Rechtsmedizin und warum Morde so oft übersehen werden. Es geht um Psychopathen, Serienkiller und den netten Nachbarn von nebenan.

Einen guten letzten Oktoberabend an Euch!

 

 

 

 

2 Kommentare

  1. Hallo! Hinterkaifeck war eine der schrecklichsten Geschichten meiner Kindheit! Ich habe das Buch in einem Bücherschrank der Eltern einer Freundin gefunden mit einem Bildteil in der Mitte. Diese Bilder haben wir öfters durchgeschaut und uns soooo gegruselt. Waaaa, lange nicht daran gedacht, aber nur der NAme hat mich sofort wieder daran erinnert. Happy Halloween – mögen die Götter uns schützen!

    • fadenvogel

      1. November 2018 at 08:30

      Hi Verena.
      schön, dass ich dich an was aus deiner Kindheit erinnern konnte. Nun ja, vielleicht. Bisschen schön vielleicht.

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