Enujaptas Fluch von Celeste Ealain

Enujaptas Fluch ist mein zweiter Roman von Celeste Elaine, diesmal freiwillig angeklickt und im vollem Bewusstsein geklicktkauft…und bereits gelesen. Ja, diese Bücher sind schnell durch, haps und weg. „Ich bin das Ende“ wurde ja unfreiwillig in mein kindle gespült und es hat sich ja bekanntermaßen gelohnt. Nun aber zu Enujapta. Die Welt, die dort entworfen wird, erinnert stark an Avatar. Ich habe die Wesen auch immer in blau gesehen, auch wenn Celeste mir weismachen wollte, sie wären grün.

Im Generellen pocht man ja auf Authentizität. Celeste hält aber nicht hintern Berg damit, dass sie von Avatar inspiriert worden ist. So what, dann ist das halt bisschen wie fanfiction zu sehen. Man muss ja auch nicht immer jedes Rad neu erfinden. Zu Avatar habe ich auch meine ganz eigene Einstellung. Ich habe den Film im Kino gesehen, noch auf der großen Leinwand, als es das Kino am Deutschen Museum noch gab. Ich fand ihn großartig. Mein Freund hat sich aber leider komplett in den Film verschossen und wurde wahnsinnig. Ich denke, er hat ihn sich rauf und runter angesehen, also er lief ständig, über Wochen, bis ich hier mal ein klares Avatar-Verbot aussprechen musste und den Film aus unserem Wohnzimmer verbannt habe. Irgendwann ist auch mal genug. Avatar-Überdosis.

Enujapta habe ich also mit Skepsis geöffnet. Ich habe auch ein bisschen gebraucht damit. Am Anfang war es nicht mein Ding, aber mit dem zweiten Buch von Celeste ist mir eines klar geworden: Celeste hat ihren ganz eigenen Höhepunkt. Dieser Höhepunkt hat eigentlich nichts mit dem Verlauf der Geschichte zu tun, es ist nicht die Endschlacht, nicht der große Feind, nicht die Flucht. Celeste schreibt sich neben dem Thema in eine Anziehung zwischen zwei Spezies hinein. Sie entfaltet alle Hürden, die das Anders-sein mitbringt. Alien und Mensch, Vampir und Mensch. Das hört sich unsexy an, aber das ist es nicht. Sie führt einen durch das eigene Unglauben durch und man findet sich selbst in einer Beziehung wieder, die man vorher nicht für möglich gehalten hat. Celeste spielt mit dem Warten aufeinander, das Nicht-berühren, das Nicht–Begehren-wollen-und-doch-begehren, den Missverständnissen. Das war schon bei „Ich bin das Ende“ so. Der Höhepunkt der Geschichte ist aber nicht plumper Geschlechtsverkehr, da hat Celeste mehr drauf, sie erfindet einen Weg, um die Brücke zwischen Alien und Mensch zu schlagen…und überrascht völlig. Und der Höhepunkt hat es in sich, Leute…Schamesröte hoch zehn, ich habe bei der Stelle wieder gequiekt beim Lesen. (das mache ich so, wenn ich mich lesend sexuell in was reinsteigere, sehr unsexy, und die einzige Antwort, die ich von meinem Freund kriege, ist schallendes Gelächter)

OK, also, Celeste kann spannend sein. Der Schreibstil ist bis auf ein bisschen 80er Jahre Flair (die Hauptfigur findet sich in roten High Heels super) wirklich gut und die Perspektive wechselt in kurzen Abständen, so dass man zwar einer Figur emotional folgen kann, dann aber wieder ein bisschen mehr weis und gespannt ist, wann die andere Figur das rausfindet.

Die Geschichte ist Avatar, wie gesagt. Ein Raumschiff muss auf einem Planeten notlanden, dort ist Dschungel und ein ursprüngliches Volk betet zu Enujapta, die Gottheit, die alles verbindet. Die Hauptfigur Fabienne trifft im Dschungel auf Nj-eyo und die Geschichte der beiden beginnt…

Am Ende habe ich mein kindle zugeklappt und zu meinem Freund gesagt, wir können jetzt wieder mal Avatar angucken. Er hat erst die Augenbrauen hochgezogen und dann ohne weitere Nachfrage den Film eingelegt. Bis kurz vor dem Ende er auf der Couch eingeschlafen ist.

2 Kommentare

  1. Liebe Sabine!

    Ich LIEBE dein Feedback! Ich sitze hier und lache Tränen, bin gerührt, total bewegt, stolz, hibbelig und mein Grinsen tut fast weh. Ich kann nur froh sein, dass meine Ohren das Rundumgrinsen verhindern. Und eines ist sicher, ich werde es öfter lesen ;o) Du schaffst es mich in mehreren Gemütszuständen gleichzeitig zu versetzen und meine Emotionen beim Schreiben von IBDE 2 fortzutragen – merci beaucoup, ma cher!
    Aber vor allem freut es mich auch, dass du Avatar daraufhin wieder in dein Leben gelassen hast, denn es ist auch mein absoluter Lieblingsfilm (no na!) ;o)
    Ich kann nur hoffen, dass ich dich weiterhin begeistern kann, dich zum Quieken und Rotwerden bringe, denn das sehe ich als meine Aufgabe, um weiter so tolles Feedback zu erhalten.

    lg Celeste

    • fadenvogel

      16. Juni 2014 at 22:26

      Schreib weiter

      ….und ich freue mich, mit dir Kontakt zu haben. Ich freue mich echt wahnsinnig.

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