Spiele spielen: das schönste Gesellschaftsspiel für Vorschulkinder

So, kurz vor Weihnachten möchte ich Euch ein paar Gesellschaftsspiele vorstellen, die wir in den letzten Monaten gespielt haben. Dabei muss man wissen, dass diese Vorlieben natürlich total individuell sind. Meine Zwillinge sind nämlich sehr unterschiedliche Spieltypen. Das kann von Vorteil sein, weil sie permanent Kompromisse schließen. Das kann vor Nachteil sein, weil sie ständig Kompromisse schließen müssen.

Mein Kind mit den vielen kleinen Herzen im Brustkorb ist ein Rollenspieler durch und durch. Wenn wir ein Gastkind haben mit einem hohen Sinn für Rollenspiel, dann bietet er Dinos, Schlangen und Hunde an. Mädchen sind ebenso beliebt bei ihm. Vater-Mutter-Kind oder Pferde mit Flügeln – kein Thema für ihn.
Ein Kompromiss ist für ihn, wenn ein Kind mit weniger Lust auf Rollenspiel kommt (und das ist sein Bruder meistens eben auch), dann versucht er es mit Ninjago oder Kämpfen. Er kann sich stundenlang in seiner eigenen Geschichtenwelt bewegen. Für ihn ist es also wichtig, dass wir den Anteil an Rollenspiel nicht zu kurz kommen lassen – es muss zumindest eine Geschichte dabei sein.

Mein Kind mit dem einen großem Herzen ist ein Erbauer. Er mag Konstruieren – Lego, Bausteine, Kugelbahnen. Er mag es, wenn die Welt strukturiert und mit Regeln daherkommt. Gesellschaftsspiele sind für ihn ein sehr großes Thema.

Ihr seht, die Kunst ist nun, diese beiden Typen zu vereinen und sie gemeinsam ein Gesellschaftsspiel spielen zu lassen, dass ihnen beiden Spass macht.

Not an easy job.

Dschungelbande

Da erste Spiel, das ich euch gerne ans Herz legen möchte, ist die Dschungelbande. Leider ist die Geschichte nicht so wichtig für das Spiel, machen also eher das Setting aus: Verschiedene Tiere rutschen verschiedene Wasserrutsche hinunter. Dabei werden von vier rutschenden Tieren immer zwei verdeckt. Der Spieler muss sich jetzt merken, welche zwei Tiere das sind, weil man kann nämlich nur vorwärts gehen, wenn man genug von einer Tierart sieht. Kommt man also mit *Affen* diesmal weiter, so legt man ein Plättchen so an eine der Rutschen, dass möglichst viele *Affen* zu sehen sein werden, wenn das neue Tier anfängt zu rutschen. Dazu muss man sich natürlich merken, wo sich diese verstecken. Eine Form des Spiels *memory*. Für mein Baumeister/Regel-Kind ein tolles Spiel. Für den Rollenspieler eher mau, aber er sieht ganz gerne zu.

Spiegelspukschloss

Spiele von dem Verlag *Die drei Magier* haben den Vorteil, dass immer mehr Geschichte dabei ist. Bei diesem Spiel geht es darum, herauszufinden welcher Geist ein echter Geist ist und welche nur verkleidete Kinder sind. Der echte Geist hat nämlich kein Spiegelbild, d.h. die Spiegel klappen nach unten weg. Wir leihen die meisten Spiele aus und hier war ein Spiegel schon beschädigt, was für uns bisschen blöd war, aber es ist wirklich eine schöne Spielvariante.

Das magische Labyrinth

Beim magischen Labyrinth wird mit Magneten gearbeitet. Unter dem Spielbrett sind Mauern gesteckt, die eine Magnetkugel von der Spielfigur trennt und so weiß man überhaupt, dass eine Mauer da ist. Ansonsten muss man eben durch das unsichtbare Labyrinth ziehen und seine Figurenplättchen zusammensuchen…eigentlich ein total schöne Spiel, aber ich fand es echt noch bisschen zu schwer für Vorschulkinder – ein gutes Spiel für ab der 1. Klasse. Vielleicht auch etwas, um jüngere Geschwisterkinder mit einzubeziehen.

Schach

Keine Angst vor den Klassikern. Eigentlich spielen wir sehr viel sehr klassische Spiele. Schach war ein Wunsch von meinem Baumeister-Kind und ich verstehe es. Ist es doch ein Spiel ganz ohne Zufall oder Glück. Beim Schach kommt es nur auf das eigene Können an. Hier seht ihr eine der Varianten für Vorschulkinder: man stellt alle Bauern auf und dann dürfen die Bauern auch nur so ziehen, wie die eben können. Zwei Felder zu Beginn und ein Feld immer vorwärts. Gewonnen hat der, der als erstes einen seiner Bauern ganz zum Spielfeldrand gebracht hat. Dabei wird natürlich ganz normal geschlagen. Interessant ist hier, dass sich für Kinder ja mitten im Spiel das Ziel verändert: Zuerst schützen sie ihre Bauern, aber dann muss man ein paar opfern, damit es einer schafft bis zum Rand des Gegners zu kommen. Das fällt natürlich total schwer, ist aber auch bisserl aufregend. Es gibt auch andere Varianten für Kinder. Ich schreib da mal was drüber….

Der verzauberte Turm

Jetzt kommt das Spiel, dass wir uns auch echt kaufen werden, weil es alle Bedürfnisse hier abdeckt: eine Geschichte, Rollenspiel und Regeln. Great.

Eine Prinzessin wurde von dem Zauberer Rübenzahn in einen Turm gesperrt. Dabei hat der Zauberer das Schloss verzaubert und den Schlüssel im Zauberwald versteckt. Ein Kind spielt jetzt den Zauberer und versteckt den Schlüssel. Die anderen Kinder gehören zum Team Robin, der versucht, den Schlüssel zu finden.

Es gibt zwei Würfel, die gleichzeitig geworfen werden. Alle Kinder bleiben so immer wachsam und beim Spiel. Ein Würfel entscheidet, ob Team Robin zuerst ziehen kann oder der Zauberer. Der andere Würfel bestimmt, wie viel Felder. Der Zauberer und Robin gehen also durch den Zauberwald und während der Zauberer genau weiß, wo der Schlüssel ist, muss Robin ihn suchen. Er beobachtet dabei den Zauberer und ist aber bisschen schneller unterwegs. Schließlich findet einer den Schlüssel und steckt ihn in eines der 6 Schlösser am Turm. Weder der Zauberer noch Robin wissen, welches das richtige Schloss ist. Wenn die Prinzessin in die Höhe springt, dann ist das Spiel vorbei. Wenn sie das nicht tut, fängt alles von vorne an. Mit dem einzigen Unterschied, das der Zauberer den Schlüssel nicht an derselben Stelle verstecken darf. Es werden also immer weniger Verstecke.

Ihr seht, so viele tolle Dinge kommen vor: Schlüssel, Rollen, Geschichte, Suchen, Würfel….ein Geschenk vom Christkind. Definitiv.

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3 Kommentare

  1. Oh schön. Ich spiele auch gern Gesellschafts- und Rollenspiele abseits von Mensch-ärgere-dich-nicht und ärger mich oft, dass für Vorschulkinder immer nur Memory vorgesehen ist (Wieviele Memorys kann man besitzen???). Schön, wenn man mal andere empfohlen bekommt. Oft sind Kinderspiele so doof. Dabei muss es nur spannend sein, und dann bleiben sie schon alle am Ball.

    Den verzauberten Turm haben wir auch schon gespielt, das Kind war da noch 3 und hat trotzdem eifrig mitgemacht.

    Was ich auch empfehlen kann ist „Wettkampf der Burgbaumeister“ (https://www.moses-verlag.de/der-wettkampf-der-burgbaumeister-kartenspiel.html). Für den Geschichtenerzähler gibt es die Sonderkarten mit Figuren, wenn das bloße Zahlenpuzzlen langweilig wird.

  2. Ich kann euch auch noch einige Spiele empfehlen: Ich spiele total gern Blokus mit den Kindern im letzten Kindergartenjahr. Von Ravensburger gibt es ein Lernspiel „Wir spielen einkaufen“ – das lieben die meisten. Außerdem spielen wir gerne Ligretto, sowohl in der Karten- als auch in der Würfelvariante.
    Für die Geschichtenerzähler mag ich das Regenbogenland von Amigo.

    Allgemein bin ich eher der Zocker, der Karten spielt als klassische Brettspiele. Für die jüngeren Kinder ist die Schokohexe wunderbar.
    Skipbo und Elfer raus ist gerade für die Kinder kurz vor der Schule eine spannende Herausforderung.

    Worauf ich aber wirklich neugierig wäre, sind die Schachvariationen. Das wäre wirklich interessant und für meine Kindergartenkinder sicher auch spannend.

    Lg Carmen

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