Schlagwort: Quilt

Ein Quilt über Jahre, begonnen beim couchsurfing

Öfters habe ich hier schon den Blick auf einen Quilt gelegt, der als sogenanntes UFO (unfinished object) durch die Jahre gezerrt wurde. Immer wieder weggepackt, immer wieder irgendwo heraus gekramt.

Warum ist das so? Warum kann man sich von den DIY-Sachen, die man nicht beendet, nicht einfach auch mal trennen. Zack und weg.

Vielleicht, weil man damit etwas sehr Unangenehmes zugeben müsste: und zwar, dass man nicht wirkliches Durchhaltevermögen hat. Dass man ein Strohfeuer ist und keine wirkliche Leidenschaft hat. Oder weil man sowas genauso aufbewahrt, wie die Skinny Jeans, die einem das letzte Mal um den eigenen Abiball herum gepasst hat: Des wird schon wieder. Eine Tages. Eines Tages mach ich das Scheiß-Teil fertig oder passe in diese verfluchte Hose auch wieder rein. So is es. Es ist die blanke Hoffnung. Und die Hoffnung stirbt bekanntermaßen ja zuletzt.

Welch Freude, dass es heute soweit ist. Nicht für die Jeans, die ich hinten in meinem Schrank schön zusammengefaltet aufbewahre, aber für einen Quilt.

CS Quilt Detail

Ein Quilt ist eine Decke, die aus drei Lagen besteht. Das Top, das man zuerst näht und das auch irgendwie kunstvoll oder aufwendig ist. Das Unterteil, dass aus einem Stoff oder aus großzügig Zusammengenähtem besteht und dazwischen ein Vlies. Nachdem man das Top beendet hat, steckt man die drei Lagen aufeinander und macht das, was einen Quilt zum Quilt werden läßt: man näht wieder irgendwie kunstvoll die drei Lagen zusammen. Das ist der Vorgang, der *quilten* heißt. Und dann, ja dann, näht man einen Rand hin. Meistens per Hand. Bei manchen Quilt habe ich auch die drei Lagen per Hand zusammengenäht. Aber das ist eine andere Geschichte. Ihr seht sofort, dass es bei diesen ganzen Zwischenschritten eine Menge Potential gibt, warum das Ding liegen bleibt und zum UFO wird: Nur das Top zu Ende genäht. Nur die Lagen aufeinander gequiltet, aber den Rand noch nicht. Blabla. Ein Trauerspiel.

Diese Mal habe ich den Quilt-Teil mit meiner Stickmaschine gemacht. Ein Ewigkeitswerk, aber gelohnt hat es ich schon.

Ich kann also total stolz berichten, dass dieser Quilt, erwähnt am 12. Juni 2016 und am 27.Juli 2014, begonnen vor über 5 Jahren seinen glorreichen Anschluss gefunden hat.

Wie ich schon erwähnt habe, ist es ein sogenannter Swap gewesen. Also aus irgendeinem Grund schließen sich Mehrere zusammen und tauschen vorgegebene Teile aus. Damit entsteht ein Top, dass nicht nur von dir selbst genäht wurde. Die Gruppe, die diesen Quilt mitgenäht hat, waren alles Leute, die ich von der Plattform couchsurfers kannte. Die Couchsurfer bieten Fremden Unterkünfte an oder zeigen ihnen ihre Heimat. Ich habe das vor mehreren Jahren sehr gerne gemacht. Als Gast und auch vor allem als Host. Ein Ehepaar aus Indien, ein U-Bahn-Zugführer aus Paris, eine alleinerziehende Mutter aus Kolumbien auf der Suche nach sich selbst.

I would like to thank Arika from Texas. I remember that you managed the whole exchange. Thank you.

Arika Texas

The only person I finally once met in real life was Linda Carrier. I remember your visit at my house and the family stories we shared. Now, as a mother, I understand how deep your love for your daughter is – and for all of your children. Thank you.

Linda Carrier Quilt

I would like to thank Sophie from Louveciennes, France.

Sophie France

I send my best wishes to Angela Eckert in Canada.

Angela Eckert Canada

 

And would like to thank Sandra from Massachusetts, USA.

Sandra Massachusetts

I hope that Carole Mosser from Hagenthal le Haut in France read this: Thank you. Carole Mosser CS Quilt

The finished quilt looks amazing and is now not a CS quilt for stranger. (I know that was the idea…) Life changed a lot and there are no CS visitors in my house anymore. I searched some of your profiles and think that some of you have left the Couchsurfing thing years ago. Like we did. The quilt is still here and I have good memories with couch surfing. The quilt is now loved by my little children and they use it for building caves in their room. Thank you all.

CS Quilt ganz

Elefantös – die Elefantenparade aus Stoff- DIY

Elefantös 1Diese Jahr war Babyalarm in unserem Freundeskreis. Also habe ich mich auf die Suche nach passenden Geschenken gemacht. Und bin auf einen Elefanten gestoßen.

Ursprünglich kommt die Idee daher, dass eine Freundin dieses Jahr ein Kind bekommen hat und sie in ihrer Schwangerschaft dünnhäutig wie ein Elefant war, ebenso hat sie dieses Kind gefühlte 20 Monate ausgetragen und ja, darauf passt auch du, Sandra, vor allem der Teil mit den 20 Monaten, aber keine Sorge, ich habe dich nicht für so dünnhäutig gehalten.

Ich habe dann aber auch Elefanten für meine Kinder machen müssen…und gleich für andere Zwillinge mit und dann war da noch das Lenalein, dass auch einen Elefanten zum Geburtstag bekommen hat…alles keine Babys, aber Kleinkinder….und als mein Bruder dann angefangen hat zu fragen, warum er keinen Elefanten bekommt. OK, es waren viele. Ich sehe meine Fotos durch und habe gar nicht von allen Varianten ein Foto gemacht vor dem Verschenken. Vielleicht lesen aber ein paar Beschenkte mit und senden mir auf info@fadenvogel.de ein Foto, dass ich später noch hier einfügen kann.

Hier die Elefanten-Eckdaten für die Inspiration im Netz:

Schnittmuster von farbenmix

Füllmaterial

Und mal sehen, was es alles sonst noch gibt an DIY beim creadienstag und den Dienstagsdinge.

T-Shirt-Quilt aus alten Kindersachen nähen

t-Shirt-Quilt Anleitung 11Juhu, ich habe hier ein Projekt, dass ich lange lange schon auf der Agenda hatte. Ich habe ja Zwillinge und diese besitzen einen Haufen Kleidung. Einen Teil der Kleidung habe ich gesammelt, um diese a) weiter zu verleihen b) ihn einer Freundin zum Verkaufen zu überlassen oder c) für eventuelle weitere Kinder zu haben.

Punkt c habe ich jetzt aufgegeben. Nicht, dass ich nicht glaube, dass ich Kinder haben werde, sondern, weil man ja nicht weiß, welches Wetter sie in welcher Größe haben werden….

Einige Shirts sind bei mir mit echten Erinnerungen verbunden. Das erste Mal am Strand, Urlaub, hundertmal in der Hand gehabt…usw. Deswegen fiel es mir schwer, sie einfach in die Kisten für a oder b zu packen…ein Quilt daraus zu machen schwebte mir schon lange vor..

Da eine Freundin jetzt auch Zwillinge bekommen hat, wurde aus den Shirts ein Quilt…

Wir haben 25 T-Shirts gehabt und sie mit einem Rollschneider in Quadrate geschnitten. Die Ärmel wurden auch abgeschnitten.

Danach habe ich die Quadrate zusammengenäht. Ich habe aus jedem Shirt 2 Teile herausbekommen, von Vorder- und Rückseite des T-Shirts.

Als Hintergrundstoff habe ich einen Cordstoff verwendet. Der ist nicht so flexibel wie der Jersey und deswegen dachte ich mir, dass damit die Sache mehr in Form bleibt.

Als Vlies habe ich ein dünnes Naturprodukt verwendet. Aus Soya, glaub ich. In gut sortierten Patchworkläden kann man sich das gut auswählen. Nicht zu dick kaufen! Der Quilt wird nicht klassisch gequiltet, sondern verstützt. Das bedeutet, dass man die drei Lagen zusammennähen muss und das ist nicht jeder Nähmaschine so klar…

Zum Fixieren habe ich Sprühstoffkleber verwendet, aber nur für den Teil, wo das Vlies auf der linken Seite des Oberstoffes liegt. Alle drei Lagen habe ich zusätzlich mit Sicherheitsnadeln zusammengehalten. Des Mix hat es ganz gut beim Nähen festgehalten, denn das größte Problem ist, dass die Stoffe anders als bei Baumwolle beweglich sind und ein so großes Teil sich gerne verzieht.

Für Jersey verwendet man am besten eine Overlock-Maschine. Wer viel Kinderkleidung näht, hat diese vielleicht auch – ansonsten habe ich schon gesehen, dass man sich einen Nähplatz an einer Overlock-Maschine mieten kann.

Am Rand bleibt ein Teil offen, der dann mit der Hand geschlossen wird. Nach dem Umstülpen….

Zur Zierde habe ich die Ärmel am Rand mit eingenäht. Das hat eigentlich ganz gut geklappt. Das nächste Mal verwende ich kleine Kindersocken für den Rand…

Dieser Beitrag geht zum Made for boys und Creadienstag.

Sonnenrad aus Jelly Rolls mit einem 9 degree ruler

Das war ein Spaß mit dem Ding. Ohne Ziel habe ich mal die Steifen aus einer sehr sehr dicken Jelly Roll zusammengenäht.

Danach wurden die zusammengenähten Steifen mit einem 9 degree ruler, eigentlich für einen Spicy Spiral table runner einst angeschafft, geschnitten und zwar so platzsparend wie möglich. Ein Tortenstück mit der breiten Seite ist neben einem Tortenstück genau umgekehrt geschnitten.

Dann habe ich mir mal angesehen, was daraus wird. Und es ist ein Kreis. Leider nicht ganz eben in der Mitte, daher habe ich eine Sonne darauf appliziert. Der absolute Applikationsguru ist Claudia Geiser, die in Münchner Westend einen netten kleinen Laden hat. Sie ist superpräzise und von ihr kann man echt was lernen. Vor allem Applikationen sind ihr Steckenpferd. Von ihr habe ich nun endlich die richtige Technik mit dem Bügelpapier und dem engen Zickzack – Stich gelernt und in in meinen Sonnenrad umgesetzt.

Machinengequiltet ganz nach dem Ratschlägen von Patricia Bussemeier, die einen Kurs auf den Patchworktagen in Rüdesheim 2011 gegeben hat. Alles, was man so vorzeichnen kann mit Papier und Bleistift, das kann man auch quilten. Transporter raus und einfach mal machen. Buchstaben wie Schreibschrift – l oder -e eignen sich gut. Das richtige Garn ist aber auch entscheidend. Dieses hier ist von Amann.

Der Rand mit Schrägband per Hand angenäht.

 

Patchworkdecke aus der Restekiste

Ich liebe japanisches Design: klar, rein und reduziert. Bei der Recherche zu der Kesa habe ich einiges gelernt. Ein Rahmen verbindet Stoffe, die nicht zusammenpassen. Wenn dieser Rahmen auch noch eine Ordnung wiedergibt – sieht es so aus, als ob nie was anderes geplant war. In Wahrheit war an diesem Quilt nichts geplant. Die Stoffe stammen ausschließlich aus Resten: Röcke, die sich meine Mama in ihrer Rockphase genäht hat. Andere Quilts, UFOs, nur der schwarze und der weiße Stoff sind gekauft. Bisschen gefüttert und ein Quilt kommt aus der Restesammlung. Ich finde Restequilts immer sehr ursprünglich. So war das ja mal am Anfang gedacht mit dem Patchwork.

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Haiku Quilt kesa

Haiku kesaEin Haiku ist eine japanische Gedichtform. Ziemlich streng, naturverbunden und kurz. Ein Freund hat einen geschrieben, über eine verlorene Liebesgeschichte. Man nehme daraus mal nur die Information,  dass es sich um einen Verlassenen handelt. Ich habe ihm daraufhin zu seinem 40. Geburtstag einen Quilt genäht. Die Form war nun das erste.  Ich habe eine kesa gewählt, ein grundsätzlich mal asiatisches Muster. Eigentlich ist es kein Muster, sondern ein Umhang für buddhistische Mönche. Die Grundform ist eine ungerade Zahl Streifen, die in Feldern gedrittelt werden. Sieht nicht zufällig Reisfeldern sehr ähnlich. Als nächstes habe ich die Blöcke ausgesucht. 1889 wurde in St. Louis die Zeitschrift The Ladies Art Company gegründet. Sie sammelte und veröffentlichte auf Grimms Weise Blockmuster. Noch heute werden bestimmte Muster the Ladies Art Company genannt. Ansonsten ist diese Zeitschrift fort. Es gibt keine Ausgaben auf ebay zu ersteigern, keine Hinweise in der Literatur, kein Wikipedia Eintrag. Außer Mrs. Chunn, die hartnäckig in St. Louis alte Ausgaben sammelt und Preisträgerin in Miniaturquilten ist. Ich habe diese Muster gewählt, weil manche von Ihnen eindeutige Geschichten haben, die sich traditionell oder neu interpretieren lassen. Links unten ist ein wedding ring, aber er liegt sprichwörtlich im Gras. In der Mitte ist eine Lady of the Lake als Sinnbild für die mysteriöse Frauenwelt. Rechts bahnt sich auf dem Bild der Liebenden ein Betrunkener den Weg auf the drunkard`s path. Auf den schmalen Bahnen ist das Log cabin Blockhaus zu sehen, dass als ein Grundmuster die dunkle und helle Seite des Lebens um das ewige Herdfeuer versammelt. Log cabin spricht für mich immer das Leben an sich an, the simple life, dann, wenn man weiß, woraus das Leben gemacht ist. In dem Gedicht kommt ein Säufermond vor, also ein roter Mond und es geht um eine Frostnacht, in der für den Liebenden alles endete.

 

Storm at sea

Sturm auf dem Meer – ein bekanntes und beliebtes Muster.

Alle Stoffe werden mit gerade Nähten zusammen gefügt und dennoch denkt das Auge, es ist eine Wellenbewegung. Irgendwie rund. Quilter greifen diese Runden oft nochmals auf. (Ich hier nicht) Es gibt ganze Bücher über dieses Muster. Und – vor allem – geschickte Cut-sew-cut Lineale . Das bedeutet, dass man ein Teil zusammen näht und dann erst schneidet…und dann wieder näht.

Hilft bei Perfektionismus-Wahn.

Das Muster hat auch mich wegen seiner optischen Täuschung gereizt, und auch wegen der Möglichkeit, durch andere Stoffe den Fluss zu unterbrechen…

Hier ist der Quilt für meine Mama zum 60. Unsere Beziehung ist manchmal wie ein Sturm auf dem Meer und dennoch ist sie für mich eine Orientierung. Ich habe einen Navigationsrose oder Kompassstern in das Muster mit eingefügt als Sinnbild dafür.

Quilter geben ja noch gerne technische Auskunft: Maschinengenäht und Handgequiltet.

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