• Tagebuch

    München ist ein Dorf

    Stellt euch vor, ihr seid ein Stadtmensch. Vielleicht müsste ihr euch das auch gar nicht vorstellen. Aber ich versuche mal, präziser zu sein: Stellt euch vor, in eurer Stadt gibt es ein Viertel,in dem ihr echt lange gelebt habt. Als Student irgendwann hingezogen, verliebt, verlobt, zusammengezogen, Kinder. Das erste Jahr mit Baby. Und dann stellt ihr fest, dass ihr noch an keinem Ort zuvor so lange gelebt habt wie dort. In jenem Viertel. Mir geht es so. Ich habe die größte Zeit meines bisherigen Lebens im Münchner Westend verbracht. Dann bin ich verschwunden. Aufs Land verzogen. Nach genau einem Jahr bin ich zum Sommerfest-Picknick unserer ehemaligen Krippe wieder dahin zurück…

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    Abschied von München

    Nun sind wir weg. Weg aus München, raus aus der Wohnung. Der Abschied war kurz. Mit sonnigem Wetter die Straße entlanggefahren und abgebogen. Mein Kiez mit der Stadtbibliothek und dem Verkehrsmuseum, der Westpark und der Grieche um die Ecke. Ich kannte die Menschen hier. Die Zufälligen. Und man hat mich gegrüßt, ein Pläuschchen gehalten, die Kinder zusammen spielen lassen. Ich mag München wirklich. [soundcloud url=“https://api.soundcloud.com/tracks/163278986″ params=“auto_play=false&hide_related=false&show_comments=true&show_user=true&show_reposts=false&visual=true“ width=“100%“ height=“450″ iframe=“true“ /] Aber mein Herz weint nicht. Die Anmeldung in Bad Tölz hat genau 10 Minuten gedauert. Da lacht man als Münchner bisschen, wenn man sich erinnert, dass man für die Abholung eines Reisepasses gerne mal einen Vormittag einplanen musste. Die Beamtin…

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    Die Dinge gehen lassen: umziehen und ausräumen

    Ich lebe schon lange in dieser Wohnung, ich erwähnte es bereits. Aber unsere Tage hier sind gezählt. 6 Wochen noch und es ist vorbei mit dem Münchner Leben. Wohin es geht, wird folgen. Nun kümmere ich mich erst einmal um das Ausräumen: Schicht um Schicht. Wahrscheinlich wird es in den nächsten Wochen hier viel um Vergangenes gehen, dass ich aus dieser Wohnung herauskrame. Mein Ziel, langsam mich von den Dingen, die um mich herumstehen, zu befreien, hat nicht geklappt. Wir haben immer noch viel zu viele Sachen, Gegenstände, Staubfänger, Vergessenes, Abgelegtes. Meine erste Aufgabe ist das Bücherregal. Lange schon schleiche ich da herum. Ich habe Bücher, die ich gesammelt habe.…

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    Seufzer über München

    Ach ja, mein München. Mit deinen italienischen Feinkostläden für den fetten Geldbeutel mit deinen Spielplatzmüttern in Bleistiftröcken mit deinen neu glänzenden U-Bahn-Höfen mit deinen überfüllten Biergärten mit deinen Kneipen nach Brauereien sortiert mit deinen Nix-is-umsonst-Blicken und deinen Gebäuden aus dem letzten Jahrhundert Ich liebe dich trotzdem. Oder deswegen.