Gelöscht – der Auftakt einer dystopischen Trilogie von Teri Terry


Wie so oft, ist auch diese Geschichte in einer Trilogie untergebracht und ich bin gerade dabei, den zweiten Teil zu lesen. Die dystopische Netzgemeinschaft verspricht mir, dass in dieser Reihe alle Fragen beantwortet werden und die Geschichte ein nachvollziehbares Ende hat. Hoffen wir´s. Jetzt erst mal zum ersten Teil.

Teri Terry ist eine sympathische Autorin, in ihrem Internetprofil erinnert sie mich an eine meiner Kolleginnen – also ein girl next door? Würde ich schon sagen. Jeder kennt ihren Typ. Sie verschwindet in der Masse. Verschwindet auch ihr Buch?

Nicht ganz. Ich war doch beeindruckt, wobei man sagen muss, dass ich zunächst immer die grundlegende Idee eines Romanes bewerte – vor allem, wenn er sich an Jugendliche richtet.

In dieser Reihe spielt die Geschichte in England. Wir befinden uns weit im 21.Jahrhundert. Immer wieder werden geschichtliche Ereignisse aufgegriffen, die es für uns nicht gibt: einen Aufstand 2020, die Abspaltung Englands von Europa, neue militärische Regierungsformen. Kyla ist bereit, aus dem Krankenhaus entlassen zu werden und wird einer neuen Familie zugeteilt. Kyla hat in den letzten 7 Monaten sprechen, gehen und schreiben neu lernen müssen, denn sie wurde als verurteilte Jugendliche unter 16 Jahren geslated. Das bedeutet, ihr Gehirn wurde neu programmiert und alle ihre Erinnerungen wurden gelöscht. Das ist als eine Chance auf ein neues Leben zu verstehen. Doch sie muss sich gut in die Gesellschaft eingliedern lassen und in ihrer neuen Familie zurechtkommen, damit die Lorder (so nennt sich die Gestapo-ähnliche Organisation) sie in Ruhe lassen. Überwacht wird sie mit einem Gerät, dass als Armband an ihrem Handgelenk befestigt ist – das Levo. Wenn sie eine unerwünschte Stimmung hat – Wut, Trauer, Aggression – dann fällt ihr Levowert. Fällt er unter 4, so piepst das Gerät. Fällt er unter 3, wird sie wahrscheinlich ohnmächtig. Fällt er unter 2, so schaltet sich der Chip in ihrem Kopf aus und sie stirbt. Kyla versucht zurechtzukommen. Sie versucht es wirklich. Doch sie schafft es nicht. Denn etwas an ihr ist anders als bei anderen Geslateten – sie erinnert sich an früher.

Großartiger Plot für Teenager – ein Thema, das sie alle interessiert: Identität, Erinnerung, der Platz in der Gesellschaft. Wenn man 16 ist, dann betrachtet man ja die paar Jahre Leben als viel globaler als mit 30. Mit 30 hat sich die Welt schon ein paar Mal gedreht und man hat die ersten Sachen aus seiner Jugend schon wieder vergessen. Mit 16 erinnert man sich noch an alles. Und es ist wichtig. Jede Freundschaft wird seziert, jeder Blick eines anderen untersucht. In diesem Roman werden der Hauptfigur alle diese Erfahrungen genommen – auch für mich noch eine Horrorvorstellung. Die Frage nach dem „Wer bin ich ohne Erinnerung?“ wird aufgeworfen. Spannendes Konzept.

Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte. Ben, ein ebenfalls geslateter Junge und Kyla kommen sich näher. Aber da schwindet meine Begeisterung auch schon. Ein lahmer Part in dem Buch. Wie immer, wenn es nicht hauptsächlich um die Liebe geht, wird auch hier der Bogen nicht geschafft. Die Liebesgeschichte blubbert oberflächlich an der Geschichte herum.

Dennoch finde ich den Auftakt gelungen. Nicht alles macht Sinn, nicht jede Wendung gefällt mir und ich denke, dass es auch ein guter Roman in der Originalsprache wäre. Die Sprache ist nämlich sehr einfach und richtet sich an Jugendliche. Vielleicht mal eine gute Idee, sein Englisch aufzupolieren? Schon möglich. Ich habe das zu spät gemerkt und bin jetzt schon im deutschem Lesefluss.

Diese Dystopie wurde noch nicht von der Filmindustrie aufgegriffen, deswegen ist youtub und Co auch noch nicht zugefüllt mit Videos über den Film, sondern mit den Kreativen Auswüchsen der wahren Digital Natives. Süß.

Oder auch ihn hier:

Wie immer mein Hinweis zu dem amazon-link:

P.S. ich benutze einen Link zu amazon, um halbwegs legal das Cover auf meinem Blog zu zeigen. Ihr braucht diesen Link, der erscheint, wenn man die Maus über das Coverbild zieht, nicht benutzen. Er bringt mir auch finanziell eigentlich fast nichts. Also bis jetzt hat mir amazon noch 0.00 € ausgezahlt. Kauf das Buch also wo ihr wollt.

2 Kommentare

  1. Klingt nicht schlecht! Mich nervt ja, dass seit dem Panem-Erfolg jede Dystopie zwingend eine Liebesgeschichte enthalten muss, aber wenns nicht so im Vordergrund steht …
    Aber dann eher auf Englisch. Danke für den Tipp!
    (übrigens, da ist ein o zuviel im „Trilogie“ der Überschrift ;))

    • fadenvogel

      9. Dezember 2014 at 22:39

      Haha, ich habe mir das Wort angesehen und wußte, da stimmt was nicht, habe es aber nicht sagen können, was…;-)

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