Freitags-Füller

Ich warte auf das Ende der Eisheiligen. Jedes Jahr überraschen mich die kalten Tage im Mai immer wieder. Seitdem ich jetzt Ersatz-Grundschullehrerin bin, weiß ich auch, dass der heutige Tag „Sophie“ heißt. So fühle ich mich: Als hätte die kalte Sophie ein Auge auf mich geworfen. 

 Meine Kinder haben inzwischen sorgfältig Ordner gefüllt mit Arbeitsblätter aus der Hausschule. Ich frage mich, ob jemals Zeit ist, diese ganze Arbeit durchzusehen oder ob diese Arbeit einfach als bemalte Blätter in den Ordnern zurückbleibt. 

Drei Dinge auf meinem Tisch: die Holzkisten mit dem Schulmaterial, Blumen, die anfangen welk zu werden und eine Tasse Kaffee.

Mein kleiner Sohn sagt, er stelle sich Corona wie eine Welle vor. Wir haben eine Mauer gebaut und wenn sie über die Mauer schwappt, dann wird es schlimm. Er ist 7 Jahre alt und hat mehr begriffen als manch anderer. Der andere stimmt übermütig mit ein: Die Ärzte haben Schwerter und die Wissenschaftler Pfeile. Aber Corona ist so klein, deswegen ist es schwer, es mit einem Pfeil zu treffen. Das Bild hallt bisschen in mir nach. Mit Äxten und Keulen gegen einen unsichtbaren Feind. 

Während ich das schreibe, sitze ich am großen Küchentisch und meine Kinder sollen ihre Mathe-Aufgaben lösen. Immer wieder schaue ich auf, was sie eigentlich machen. Dem einem habe ich jetzt einen Abakus zum Rechnen vor die Nase gestellt. Die Zeit ist sowieso retro. wer weiß schon, was richtig ist. 

Keiner meiner Kinder mag Rhabarber. Letzte Woche gab trotzdem einen Kuchen davon. Wie ein Vorbote des Sommers. Nach den Eisheiligen fängt es an – so hoffe ich. 

Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Ruhe der Nacht. Ich mag Stille. Bei mir im Hintergrund läuft nie das Radio oder ein Fernseher.  Morgen habe ich geplant, mit den Kindern die Aufgaben fertig zu machen. Bei uns ist die Hausschule immer ein bisschen zeitversetzt. Arbeitsbedingt. Und Sonntag möchte ich das der Regen aufhört und die Eisheiligen verschwunden sind !

Dieser Text ist ein Textimpuls von Barbara. Das habe ich früher schon manchmal auf diesem Blog gemacht und möchte das im Zuge meiner erneuten Bloggerei wieder aufnehmen. Wie ich hier schon beschrieben habe, ist diese Zeit auch eine Zeit, mir anzuschauen, welche Dinge auf dem Weg so liegengeblieben sind. Der Blog ist eine Sache, die liegengeblieben ist. Vielleicht sollte man sich auch schriftlich wieder zusammen setzen. 

Bildquelle: Pixabay

Sabine Rest

Sabine Rest

schreibt auf diesem Blog seit 2014 mal mehr und mal weniger.
Sie lebt mit ihrer Familie zurückgezogen auf dem Land.
Sabine kann besser nähen als backen und wenn schon backen, dann nur Brot.

2 Antworten

  1. Hejhej Sabine!
    Retro finde ich echt klasse! Sobald wieder Flohmärkte stattfinden, möchte ich auch unbedingt einen für meine Enkeltochter kaufen. Ich fand es klasse damit zu rechnen!
    Ich mag die Stille auch! Hintergrundgeräusche von TV und/oder Radio finde ich sowas von doof. Da genieße ich lieber das Vogelgezwitscher und die Natur an sich. Wir wohnen direkt am Waldrand und da hört man das ganze Jahr über irgendwelche Tiere. Einfach nur klasse!
    Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende!
    Alles Liebe, Susana

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