Ein Stöckchen von Fragmentage

Es gibt ja in der Bloggerwelt gerne Kettenbriefe und wie jeder Kettenbrief finde ich es eigentlich blöd, da mitzumachen. Warum mitmachen? Vielleicht ist die Richtung, aus dem diese Kettensache kommt, dann doch entscheidend.

Ich habe meinen Magister in Deutscher Geschichte gemacht, Neuere (also grob post-Buchdruck) und Neueste (also grob the last century), Mittelalterliche (post Christianisierung) und Sozialpsychologie (Opa war kein Nazi) .

Wie jede Studentin dieser Fächerkombination habe ich einen Hang zum Judentum. Ungeachtet der Tatsache das der hübscheste Professor der Prof der jüdischen Geschichte in München ist, habe ich mich damals gerne mit der jüdischen Geschichte beschäftigt. Ich war im Laufe meines Studium natürlich in Auschwitz, war in Buchenwald, war in Wäldern um Krakau gestanden, war in Dachau…aber ich war auch in der jüdischen Küche (das Chilli-Huhn wird mir eines Tages wieder den Status als Vegetarierin rauben…), höre immer noch gerne eine bestimmte CD auf jiddisch, mag den Witz darin. Ich war auf den Spuren der Münchner Juden im 19. Jahrhundert und habe – denke ich- verstanden, warum es großartig war, dass in der Synagoge in München Instrumente spielten.

Okay, soviel zu meinem Hang. Ich habe keine Ahnung, ob die Frau hinter Fragmentage Jüdin wurde oder nicht. Ist auch unwichtig, ich denke, sie ist Christin (wegen dem Bloguntertitel). Geboren wurde sie zumindest in Deutschland und hat sich irgendwann ganz schön heftig in Israel verliebt. Sie hat dort geheiratet und dort eine Tochter bekommen und berichtet auf ihrem Blog von ihrem Alltag in Israel.

Hier meine Meinung zu ihrem Blog:

Ich mag deinen Blog, weil es den Alltag in Israel zeigt, die Kleinigkeiten wie einen Urlaub bei Kriegsausbruch, Whatsapp-rundmails bei Bombenangriffen und den Schulzettel, bei dem es um Kriegstraumata bei Kindern geht wie hierzulande um Zeckenimpfungen bei Bauerhofausflügen. Ich mag es, weil es mir zeigt, dass das Bild in meinem Kopf von Medien kreiert wurde und nicht von mir. Ich finde, dass du dich ganz schön heftig in dieses Land verknallt hast und wie jede Verrückt-Verliebte teile ich deinen Blick nicht immer, aber ich schüttle dann immer den Kopf und denk mir, man ist die In Love und das ist auch gut so.

Jetzt hat sie mir ein Stöckchen zugeworfen, d.h. sie hat mir Fragen an mich geschickt mit einem Bild…hmmm..hier ist das Bild:

best-blog.jpg

Okay, das freut mich schon….

Hier die Fragen:

Warum bloggt ihr?

Weil das die schnellste Version des Tagebuchschreibens ist, die mir zur Verfügung steht. Weil ich gerne mit anderen spreche. Weil es manchmal zu wenig Zeit gibt, um mit den „anderen“ zu sprechen und ich gerne an diese meine eigene Pinnwand Dinge hin pinne, die von anderen dann im Gespräch aufgegriffen werden.

Gibt es einem Anlass, der zu erstem Blogpost geführt hat, eine Geschichte, die Ihr mit ihm verbindet?

Meine erster Blog war eine wöchentliche Zusammenfassung von Spaziergangsthemen zwischen Zwillingsmüttern, die immer diejenigen unterrichten sollte, die grad mit ihren Kindern nicht teilnehmen konnte. Der Anlass war also Gruppenbildung.

Gebt Ihr Eure Texte vor der Veröffentlichung noch jemandem zu lesen?

Meistens, aber nur meistens meiner besseren Hälfte, damit er sagt, ob es zu persönlich ist.

Wie sieht das Zusammenspiel zwischen Eurem Blog und Euren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aus?

Ich hatte meinen privaten facbookaccount gelöscht gehabt, jetzt habe ich einen neuen aktiviert und es kommen immer mehr Freundschaftsanfragen…was mich eigentlich freut…die bekommen auch gleich eine Seiteneinladung zum fadenvogel. ich bin auf bloglovin, das mag ich auch…und auf lovelybooks…und ich verstehe zwar google+ noch nicht so ganz, aber ich veröffentliche dort auch.

Habt Ihr einen festen Kreis an Leserinnen und Lesern und kennt diese?

Ich weiß, dass drei meiner Freundinnen fest lesen (eine mit Kommentaren, eine ohne dafür mit whatsapp-Reaktionen und eine sehr sehr anonym, kommt nur im Gespräch doch raus…) mein Bruder liest mit, vielleicht doch ein paar andere Bloggerinnen auch…weiß man das alles immer so genau?

Gibt es ein Thema oder ein Anliegen, das Euch besonders am Herzen liegt und das Ihr mit Eurem Blog verfolgt?

Vielleicht Lokales. Irgendeinen Seitenblick in München oder im bayerischen Oberland, Bücher über die ich kein Wort verlieren könnte (Zeitmangel), wenn ich ihnen hier nicht Raum geben könnte, immer noch Handarbeitskram…ich verfolge eigentlich mich. Das Ich ohne Kinder, ohne Mann, ohne Haushalt, ohne Karriere. Das Ich, dass es immer noch gibt verschüttet unter Zeitdruck und Wäschebergen.

Wo schreibt Ihr Eure Texte? Im Büro, zuhause, am Schreibtisch, auf dem Sofa, im Café …?

Zwischendrin…mit dem Mac auf den Knien im Chaos.

Wie vernetzt Ihr Euch mit anderen Bloggerinnen und Bloggern?

Ich nehme am Samstagskaffee teil, bei Ninjassieben und ich und Larissa, wir haben ein Kommantarbloggerfreundschaftsgespräch am Laufen, würde ich sagen.

Was war das aufregendste Ereignis, das Ihr mit Eurem Blog verbindet?

Celeste hat auf meinem Blog kommentiert!!!! Hier das erste Mal, dann hier und hier. Ganz ehrlich, das war schon aufregend.
Romy Hausmann hat sich auch gemeldet. Hier

Ich finde es toll, wenn Autoren meine Rezension zu ihren Büchern lesen und was dazu sagen…

Was war Euer Medium, bevor Ihr anfingt zu bloggen? Das persönliche Gespräch, das Tagebuch, der Leserbrief, die Demo, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften?

Computerdateien, die in der Dokumentenablage verschollen sind.

Meint Ihr, dass es Euren Blog auch noch in 5 Jahren geben wird? Und wenn nicht, was sonst?

Der Mensch macht immer alles für die Ewigkeit. Dabei kennt er die gar nicht, die gute Ewigkeit.

 

Okay, das hat jetzt doch auch Spaß gemacht. Ich werfe das Stöckchen weiter, aber ich bin nur ein kleiner Wurm unter den Bloggern. Denen, zu denen ich es werfe, sind post-Stöckchen wahrscheinlich…Larissa, natürlich, Ninja, Thea und Frau Krähe (der ich auf diesem Weg etwas sagen möchte: ich würde mal was bei dir kommentieren, aber es geht nicht….siehe hier ….oder besser hier…)

 

2 Kommentare

  1. „Wir haben ein Kommantarbloggerfreundschaftsgespräch am Laufen, würde ich sagen.“ Würde ich auch sagen. :) Und natürlich nehme ich das Stöckchen gerne an! Es wird allerdings ein paar Tage dauern, bis es online gehen kann. :)
    Ich habe mich übrigens auf Kultur-Geschichte vom Mittelalter bis 1900 im Studium „spezialisiert“, aber mein Hang zum Judentum ging bisher nicht über generelles Interesse hinaus. Auf mich trifft deine Theorie wohl nicht zu (allerdings bin ich auch keine Soziologien). ;)

  2. Sooooo wenn auch mit einiger Verzögerung habe ich es jetzt auch mal geschafft, die Fragen zu beantworten und das Stöckchen weiterzugeben ;-) Danke für die „Nominierung“ und einen schönen Tag dir noch ! lg *thea

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