Buchpreisbindung mit Rotwein_1Ich mag Messen. Wirklich, ich mag das Gewusel, die Stimmen, das geschäftige Treiben – eine Halle wie ein Marktplatz. Dieses Jahr erfüllt sich für mich ein lang gehegter Traum: die Frankfurter Buchmesse.

Ich bin schon ab und zu nach Frankfurt gefahren. Für Seminare. Eigentlich nur für Seminare. Einmal stahl ich mich weg, um die Paulskirche zu besuchen. Für mich ein historischer Schlüsselort. Mitten im 19. Jahrhundert ein Parlament auszurufen. Nun gut, nicht im heutigem Sinne demokratisch, aber dennoch ein Schritt in diese Richtung. Frankfurt ist also auch die Freiheitsstadt für mich. Bringt mich wieder zu den Helden.

Frankfurt ist die Stadt der Bücher und seiner kuriosen Händler und Verleger, die sich seit jeher an eine Preisbindung halten.

Die Buchpreisbindung ist einzigartig.

Jedes Buch hat seinen Preis – kein Internethändler, kein Kaufhaus kann das unterbieten, was man im Sortimentsbuchhandel mit seinem schrulligem Besitzer auch für dieses eine Buch zu zahlen hat. Seit über 100 Jahren.

Wohin geht die kindlemania? Was ist mit dem digitalem Buch? Wird das letztendlich den schrulligem Buchhändler den Garaus machen? Oder tummeln sich dort von Haus aus ganz andere Autoren und keinen stört´s? (Ich bin kindlemania, keine Frage, wobei man sagen muss, dass es historisch gesehen schon einige Totengräbergeschichten um das Buch gibt und alle geunkt haben, dass es nun so weit sei, aber das Buch doch überlebt hat.)

Bestellt man ein Buch in einem Laden, so ist es durch ein Netz an Buchversorgung am nächsten Tag da. Ich glaube, nur für Medikamente in Apotheken gilt eine ähnliche Geschwindigkeit. Das mag für Städte kein Kuriosum sein, aber das gilt auch fürs flache Land, so heißt es zumindest.

Ich und die Frankfurter Buchmesse, also. Samstag gegen 10 Uhr morgens, nach einer vierstündigen Zugfahrt. Menschen, Bücher, auch ein Bloggertreffen, Autoren (die ich nicht erkenne) und Autoren, die ich erkenne.

Es wird ein Meer werden – und mein ganz persönliches Fest.

Das Bloggertreffen #LBlesertreff ist organisiert von lovelybooks. Lovelybooks ist kein englisches Amazonforum, sondern eine aus Deutschland organisierte Plattform für Leser, Autoren und Bücher.

Man erstellt sich ein Profil und rezensiert die Bücher, die man gelesen hat…und liest sich durch hunderte Rezensionen (aus den eigenen Reihen der Leser sozusagen) durch.

Dazu kommt, dass virtuelle Leserunden stattfinden, die manchmal sogar von den Autoren selbst begleitet werden. Die Leserunde ist in Abschnitten zum Buch eingeteilt und alle lesen halt bis zu dem Abschnitt und diskutieren dann eine Frage oder zwei.

Sehr klassisch also, wir haben das früher mit Rotwein auf einem Sofa gemacht…aber was soll´s, den Rotwein gibt es immer noch. Die Leute von früher nicht mehr.

Die haben jetzt alle Kinder oder eine Karriere. Oder beides. wie ich ja auch. Also: Ich erhebe mein Rotweinglas auf die Buchpreisbindung, das freie Frankfurt und die virtuelle Leserschaft und freue mich auf die Frankfurter Buchmesse 2014!