Dezember, der perfekte

Zugegeben, ich war keine gute Blog-Tante in letzter Zeit. Wenn ich jetzt sage, mir ging es gesundheitlich jetzt ned rasend gut, dann ist das mehr als die Hälfte der Wahrheit. So ein Blog läßt sich mit flauem Magen und klitzekleinen Augen auch nicht gut voll schreiben.

Aber während andere ihren Blog mit Winterzauber und Weihnachtskeksen anfüllen, muss ich hier mal sagen:

Ich mag Weihnachten nicht besonders gerne.

Ok, jetzt ist es mal raus: Ich bin nicht der jingle-bells-Typ. Ich habe einen selbstgenähten Adventskalender, ich kümmere mich mindestens um eine Sorte beim Plätzchenbacken und ich dekoriere liebevoll den Weihnachtsbaum. Ich bin aber auch heilfroh, dass meine Mutter das Weihnachtsessen kocht und mein Mann in die Christmette geht. Ich glaube, es gibt halt einfach Menschen, denen das ganze Weihnachtszeug grundsätzlich zu viel ist. Ich gehöre dazu. Mir ist der Dezember zu rot und das *wir müssen uns noch unbedingt vor Weihnachten sehen* suspekt. Dabei läuft Weihnachten bei uns auch noch entspannt ab. Ich kenne Leute, die tingeln von einem Weihnachtsessen zum nächsten und können dazwischen nicht mal Luft holen.

Die Menschen machen das, weil Weihnachten das große Familiensymbol ist. In zig Filmen sieht man den verlorenen Sohn, der zurückkommt an Heiligabend. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Weihnachten grundsätzlich eigentlich die Zeit ist, wo sich Familien am meisten streiten, weil alle das Zusammensein so überladen. Mit Vorstellungen und Bildern überladen.

Ich finde es schon süß, wenn meine Kinder vor ihren Geschenken stehen und wild auspacken. Ich mag es, wenn sie sich freuen und spielen. Ich finde es gut, dass es was Leckeres zu essen gibt. Vielleicht geht es mir auch nicht um das Fest an sich, sondern um den elendigen Advent, der mich jedes Jahr aufs Neue stresst. Dieser Countdown der zu erledigenden Dinge, die man vorschiebt und rumschiebt und eigentlich nicht genau weiß, für wen oder was man das jetzt eigentlich macht.

Vielleicht erwischt mich der Dezember auch mit meinen überhöhten Vorstellungen selber schon. Dass ich nicht einfach den Milka-Adventskalender vom Penny für meine Kinder kaufen kann und gut ist, sondern ich muss natürlich einen selber nähen und den dann auch supergut und pädagogisch wertvoll füllen. Nachdem wir dieses Jahr dann mal nur zwei Luftballone reingetan haben und meine Kinder sich darüber gefreut haben wie die Schnitzel, da wurde mir klar, dass ich selbst schuld bin an meinem Weihnachtsfrust. Ich muss den Dezember für mich loslassen lernen.

Vielleicht mögen wir uns dann wieder.

Eines Tages.

2 Kommentare

  1. Wäre schön, wenn du es schaffst, etwas entspannter an den Advent ranzugehen!
    Ich bin zwar totaler Advents-Fan, die Weihnachtsfeier der Larp-Gruppe haben wir aber auch vor ein paar Jahren in eine Neujahrsfeier geändert und in den Januar verlegt – ist einfach für alle entspannter. Und sich einen Monat später zu treffen ist genauso schön …

  2. Hey, Lebenszeichen – ich freu mich… Naja zumindest nichts wirklich ernstes. Mein Vater hat mir unlängst das Phänomen der Weihnachtspanik erklärt, wobei es in erster Linie Männer betrifft… Man ist einfach total gestresst von diesem Aufgesetzten von aussen, auch wenn man selber recht relaxed an die Sache ran geht. Er hat dann ganz viele Kraftausdrücke für Medien, Wirtschaft, Konsumgeilheit usw verwendet, dass ich kaum mehr folgen könnte 😀 Dein Adventskalender ist total schön. Ich wünsche dir und deiner Familie einen guten Rutsch und das Allerbete für 2017. Glg Uli

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