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Sophia Thiel: Abgebrochen

#sweating beauties und Sophia ThielBei Sophia Thiel geht man durch 3 Phasen durch. Es steigert sich die Anzahl der Kohlenhydrate und es steigert sich die Intensität des Trainings. Alles halb so wild. Trotzdem habe ich aufgehört.

So ein Aufhör-Prozess ist ja schleichend. Zuerst hörten die Videos auf. Mir war das alles viel zu pink, viel zu Mädchen, viel zu lange. Zu Beginn jedes Videos wird erst minutenlang die Übung erklärt – mit neumodischen Elektrosound und Sophia Thiel in Großaufnahme. Das nervte mich am meisten. Anschalten, loslegen aber halt, erst warten, denn: zuerst ewige drei Minuten auf Sophia Thiel starren und warten. Bin ich eine Mimose? Keine Ahnung, aber ich glaube, dass mir Detlef D. Soost zwar nie sympathisch war, aber ich muss ihn doch gemocht haben. Vielleicht ist es auch eine Frage des Alters. Ich habe ihm irgendwie geglaubt. Sophia glaube ich kein bisschen. Ich denke, sie hat ungesund abgenommen und ist dann total auf Kraftsport hängengeblieben. Manchmal betont sie lange, wie schwer ihr jene Übung früher gefallen sei, aber ich rolle dabei mit den Augen. Sophia Thiel tut so, als ob sie exakt diesen Weg gegangen wäre – oder sich zumindest sehnlichst gewünscht hätte, diesen Weg zu gehen. Ihre Mit-mach-Slogans verhallen in meinem Wohnzimmer. Das ist irgendwie hohl alles.

Dabei steht natürlich außer Frage, dass es funktionieren würde. Ich glaube all den Vorher-Nachher-Fotos. Den Leggingsbeinen, den im Spiegel aufgenommenen Ärschen im Knackformat. Ich bin nur nicht der Markt. Sie hat mich nicht erreicht und vielleicht wollte ich es auch nicht. Ich dachte, es wäre mir völlig egal, zu welcher Musik ich in meinem Wohnzimmer herumhüpfe, aber das stimmt nicht. Das junge Mädchen, dass immer ihren Pferdeschwanz vor jeder Übung zurechtlegt, ging mir auf die Nerven. So was steht und fällt mit der Galionsfigur.

Danach endete die Ernährung. Es ging ewig ums Abwiegen von Lebensmitteln, aber niemals natürlich ums Kalorienzähler. Das war halt ein verstecktes Kalorienzählen. Ist halt nicht modern, wenn man sagt, so ein Stückle Fleisch und so a Kartoffel wären jetzt soundsoviel Kalorien. Nein, die moderne Frau ist beyond. Die hat genau 139g Putenfleisch und 20g Kartoffeln zu kochen. Ernsthaft? Das ist doch dasselbe wie Kalorienzählen. Ich kann mich noch gut an das erste Video von 10 weeks body change erinnern: da standen ein Haufen Lebensmitteln und dann wurde gesagt: das da. Iss davon so viel du willst. Egal wie, egal in welcher Zusammensetzung, aber halt nur davon. Gut, damit waren ja bekanntlich die Vegetariern und die Veganer draußen aus dem Spiel und die Fleischesser konnten ne flatrate bei ihrem Metzger vereinbaren, aber ich habe nirgends irgendwas von 139g Putenfleisch lesen müssen….

Öfters wird ja darauf verwiesen, dass so ein Programm vor allem community und support bietet, aber über die community habe ich ja schon geschrieben: eine Facebook-Gruppe mit 16000 Mitgliedern – völlig ohne professionelle Moderation. Manchmal taucht ein Video von Sophia Thiel auf, in dem sie Fragen beantwortet. Ansonsten hört man die Mitglieder klagen über wenig Feedback bei speziellen Fragen. Und ein pausenloses Geposte von Mädchen in Unterwäsche, die sich dann untereinander kommentierend applaudieren. Manchmal gibt es einen Tipp. Der wird dann diskutiert, ob das jetzt konform sei oder nicht. Eine Moderation greift da dann natürlich nicht ein. Es endet in keinerlei Aufklärung, ob jetzt ein Früchtetee erlaubt sei oder nicht. Hat doch keine Kalorien, sagen die einen. Hat doch Früchte, sagen die anderen. Geht doch nicht um Kalorienzählen, sagt die nächste. Sehr oft gab es auch Beef. Da wurden dann die Zicken ausgepackt und es gab ein wildes hin und her. Da fehlte es auch nicht an einer Reihe von deplatzierten Post. Eine hat mal gefragt, wie sie ihr Meerschweinchen nennen sollte. Oder allen einen positiven Schwangerschaftstest präsentiert. Uff.

Ich habe den Eindruck, dass man eine DVD und ein *Kochbuch* für 99€ kauft. Geht man einmal an der Kasse vorbei, dann wünscht einem die Verkäuferin noch nen schönen Tag und ja, dann ist man dann halt zu Hause mit seinem Kochbuch und seiner DVD. Bei vielen funktioniert das. Bei mir ja eigentlich auch, aber ich befürchte – sie ist bestimmt eigentlich eine ganz Nette – ich mag halt Sophia Thiel ned. Also das Produkt, dass sie verkörpern soll. Es ist einfach nicht echt.

Dieses Jahr hat die Frühlingsdiät also 2 kg gebracht und war teuer und ich habe es nicht zum Ende gebracht. Mal sehen, ob ich nicht mal was anderes ausprobiere und mir beim nächsten Hype nicht einfach ein Buch kaufe und es  mal ganz ohne moderne Technik versuche.

Kurz gesagt: Schade und adios.

Sophia Thiel und der Konzern im Hintergrund

#sweating beauties und Sophia ThielDer Markt für Online-Diäten ist in den letzen Jahren echt explodiert. Mit Online-Diät meine ich, dass man sich Zugang zu einem Programm kauft, dass eben online angeboten wird und bei dem Woche für Woche bestimmte Videos oder pdf-Dateien freigeschalten werden, die dir deinen Weg zum Abnehm-Erfolg bereiten sollten. Die Videos drehen sich um Ernährung und um Sport. Verkauft wird das Ganze unter dem Namen eines Prominenten.

Zuerst kam 10 weeks body change mit Detlef D. Soost. Sympathisch war mir an diesem ganzen Gedönse vor allem, auf welchem Mist es gewachsen ist. Ein junges Star-up in München, zwei Jungs, wenig Startkapital und dann Zack. Ab durch die Decke. Hier mein Artikel zu den Hintergründen. Ich lasse die nicht mehr funktionierenden Videos mal drin. Sieht man schön, dass alles seine Zeit hat.

Bei Sophia Thiel ist es anders herum. Das Mädel hat ihren eigenen youtube-Kanal und wollte damit vor allem junge Frauen ansprechen. Gleichzeitig hat sie sich Instagram-Fame aufgebaut. The star is born online. Als jemand, der sich explizit an eine bestimmte Gruppe richtet. Zu dieser Gruppe gehöre ich nicht. Ich bin niemand, der sich Fitness-Videos oder Instagram-Waschbrettbäuche anguckt.

Das jetzt angebotene Online-Programm wird von einem Ableger der ProSiebenSat1 Gruppe produziert. Kein Wunder, dass diese ihre Bekanntheit mit Berichten in diversen Fernsehsendungen puschen. Der Überbau, also die Produzenten der ganzen neuen Sophia Thiel- Sache sind also alte Business-Hasen, die eine junge youtuberin neben vielen anderen jetzt abgrasen. Sie bedient ein weibliches Publikum, während die andere Galionsfigur der Moderator Daniel Aminati mit dem Programm *Mach dich krass“ ist. Vergleicht man die Internetauftritt der Programme, erkennt man schnell, dass es hier um Mädels und hier um Jungs geht.

Genau das Gegenteil von 10 weeks, meiner Meinung nach. Da war der Prominente schon vorher prominent und dann kam das Start-up und zusammen haben sie (hoffentlich, verdient hätten sie´s) Millionen verdient. Bei Sophia Thiel kam sie als kleine Instagram-Maus ins Geschäft und zusammen mit dem großen Medienhaus versuchen sie jetzt genau das Gleiche. Oder eher: das große Medienhaus versucht durch sie genau das Gleiche. 

Doch wer macht so eine Online-Diät? 65 % der Nutzer sind wohl Frauen. Ich lese in einem Artikel, dass Harkort – einer der Gründerjungs von 10 weeks body change – seine durchschnittliche Kundin als Mitte 30, junge Mutter und Lehrerin beschrieb. Haha, also ich. Gut, Lehrerin bin ich nicht, aber ich glaube auch, dass das Format vor allem Frauen (und auch Männer) in den 30ern angesprochen hat. Generation Thermomix, sozusagen.

Sophia Thiel nennt ihre Follower sweating beauties und ich glaube, die sind durchweg jünger. Beim Anmelden wurde mir eine Einladung zu einer geschlossenen Facebook-Gruppe gesendet. Die konnte ich jetzt doch noch annehmen…(Leute, echt, glaubt ihr, der medial vernetzte Mensch hat nur EINE Emailadresse und kauft damit fröhlich im Netz ein und dann lädt er noch ein paar Fotos in Facebook hoch und dann …ach, geh) Die Facebook-gruppe wird von einer Lena geführt. Null Profilinformation,aber wohl eine offizielle Abgesandte des Medienimperiums. Jobbeschreibung: sweating beauties moderieren.

Moderiert wird hier nur überhaupt nichts. In der Gruppe sind an die 16000 Nutzer registriert und tauschen sich aus. Manchmal geht es darum, sich gegenseitig aufzubauen. Manchmal geht es um eine Frage zur Ernährung. Manchmal geht es um Kritik. Da sich das Programm hauptsächlich ein junge Frauen richtet, gibt es auch wenig Scham, seine Vorher/Nachher-Fotos in Unterwäsche und Socken zu teilen. So *unter Mädels*. Der Beef ist aber auch vorprogrammiert. Allgemeine Kritik wird manchmal so verstanden, als ob man sich gegenseitig Erfolge nicht gönnt.

Insgesamt bin ich von dem Forum mehr als enttäuscht, vor allem, weil es sich lediglich um eine *geheime* Facebook-Gruppe handelt. Ein so großes Medienhaus hätte schon ein besseres Forum programmieren können, so teuer ist das jetzt auch nicht und sie hätten das Personal bereitstellen sollen, dieses Forum auch zu moderieren. Was bei 10wbc noch ein Start-up-Problem war, kann man bei dem Hintergrund jetzt nicht als *Geldproblem* ausmachen. Hier wurden ganz klar Kosten eingespart.

Sophia Thiel bleibt als Vorbild zurück. Sie soll inspirieren aus der Ferne und ihr Körper soll ein Programm verkaufen, dass explizit als *Anfänger-Programm* betitelt wird. Das Programm hat wenig mit ihrem Waschbrett-Bauch zu tun. Der versprochene *Traumbody* lässt sich erreichen, wenn man seinen persönlichen *Traumbody* realistisch einschätzt. Man läuft aber in 12 Wochen bestimmt nicht als kleine Sophia Thiel über den Strand. Den meisten Nutzern wird das wohl auch klar sein, aber die Werbestrategie zielt darauf ab, dass du das Programm mit diesem Körper verbindest. Werbung übertreibt immer und bei Waschmittel, Zahnpasta und Haarshampoo wird es ja auch nicht anders gemacht. Die schönsten Haare fallen dem Model gekonnt ins Gesicht und im Kopf ist es allen klar, dass man mit dem Shampoo jetzt nicht genau diese Haare bekommt, aber das Bild wird ja in einem anderem Gehirnteil mit dem Produkt verbunden und damit: Voila, beim nächsten Drogeriemarktbesuch bleibt nur noch ein unscharfes Bauchgefühl zurück und man greift zum Shampoo der Träume. Wie der Tipp einer guten Freundin.

Making money is ja nicht mein Problem. Alle sollen viel Geld verdienen. Ich vergönne jedem seinen ehrlichen Erfolg. Und ich freue mich für Sophia Thiel, dass sie als Youtuberin hoffentlich einen so guten Vertrag mit ProSieben unterschrieben hat, dass sich das auch auszahlt für sie. Professionelle Trainer mit Trainerlizenz und Ausbildung hört man zwar schon arg schnaufen, aber that´s bloody business. Mir drängt sich aber der Eindruck grad mit der *Nachbetreuung* und dem großen Medienhaus auf, dass da dahintersteht, dass es sich bei dem Programm tatsächlich um ein *Aufspringen* auf den Zug der online-Diäten handelt, weil man damit zwar nicht sein Hauptgeld macht, aber dennoch ordentlich Kröten abfallen. Authentisch ist definitiv was anderes.

Kleiner Vorteil ist, dass die Videos professionell gemacht sind. Ausgeleuchtet, im Vorspann immer eine Erklärung, wie diese Übung jetzt zu machen ist. Aber wenig Aufwärmen und überhaupt keinen Cool-Down am Ende. Auch die sonstigen Informationen sind hübsch aufbereitet. Ob das jetzt alles so super-effektiv ist, kann ich zu diesem Bereich überhaupt nicht sagen, aber es macht Spaß und verkehrt ist es ja nicht. Es erinnert aber alles stark an die Pioniere auf dem deutschen Markt mit 10wbc. Kochvideos und so. Was neu ist, sind diese anatomischen Erklärungsvideos oder die inszenierten *Trainer*-Videos mit verschiedenen Informationen zur Ernährung. Ob das jetzt alles so richtig ist, bleibt offen. Vielleicht gibt es bei diesen Themen auch gar kein richtig, sondern nur Trends. Wie gesunde Ernährung definiert wird, ist ja häufig auch eine Modeerscheinung.

Meine Ergebnis nach 3 Wochen mit Sophia Thiel ist bei 2,5 kg. Ich habe mich bei den Rezepten aber nur mengenmäßig inspirieren lassen und vieles ersetzt. Inzwischen kann Mudda kochen. War mit Anfang 20 auch noch ned so. Die Rezepte richten sich aber auch eher an Kocheinsteiger.

Die Trainingseinheiten fallen mir schwer, weil ich da noch nicht so in den Tritt mit *festen Trainingstagen* gekommen bin. Lustig ist, dass ich vor allem den Tipp mit dem Vorkochen umsetze und viele Rezepte in Mengen koche und mir dann Portionen abfülle und sie für den Rest der Familie mit Kolenhydraten bereichert schnell zu Hand habe. So sind Hackfleischchillis bei mir auch Nudelsoßen oder Erdnusshühnchen auch Reissoßen…Im Prinzip esse ich aber immer Gemüse mit Eiweiß. Außer morgens, da gibt Porridge. Beim nächsten Bericht zum fetten Vogel nehme ich mir mal mehr die Küche vor und zeige so *typische* Gerichte aus dem Programm.

 

Der erste Eindruck einer Online-Diät: Sophia Thiel

#sweating beauties und Sophia ThielSo, wie angekündigt der erste Hintergrundbericht zu einer neuen Runde fetter Vogel macht seine Frühjahrkur.

Letztes Jahr habe ich bereits ein Online-Programm gemacht: 10 weeks body change mit Detlef D. Soost. Hier zum Bericht der damaligen *Ersten Woche*.

Grundsätzlich kann ich euch verraten, dass es keinen großen JoJo-effekt gegeben hat.
Yeah!
Die damaligen 6 kg wurden zu 10 kg, weil ich mich danach noch ein wenig daran gehalten habe und mit Gymondo (ein Internet-Fitnessstudio) den Sportteil auch weitergemacht habe.

Aber, dieses Leben schwappt halt auch mal weg, wenn man nicht so konsequent dabei bleibt. Da pendelt man sich dann so ein bei einer Zahl auf der Waage. Richtig unzufrieden bin ich allerdings nicht mehr. Die 6 kg bleiben konstant weg. Aber die 4 kg von danach fielen der Weihnachtsgans zum Opfer. Und jetzt ist auch wieder Frühling. Und ich mach so was ja gerne. Echt jetzt. Ich bin ein Spieler. Ich halte mich an so Online-Spielen, fülle brav meine Werte aus und gucke mir Tortengrafiken dazu an. Es musste also wieder etwas Ähnliches sein.

Hier ist es also. Das total gehypte Sophia Thiels Programm.

Ganz ehrlich gesagt, weiß ich noch gar nicht, ob mir Sophia Thiel nun sympathisch ist oder nicht. Sie ist halt auch sehr jung, Anfang 20 und ist durch und durch Bodybuilderin. Sie hat sich vom dicken Teenager zur Instagram-Bauchmuskelqueen entwickelt und das scheint eine Menge Mädchen zu inspirieren.

Ich wußte also schon irgendwie, auf was ich mich einlasse. Dachte ich. So viel neues Zauberpulver kann jetzt Sophia Thiel auch nicht raushauen.

Das Programm ist wie gesagt online. Man kauft sich einen Zugang für eine bestimmte Zeit und kriegt dann Woche für Woche Videos und pdfs freigeschalten. So weit so gut. Die Videos, die ich erwartet habe,kommen auch und drehen sich um Ernährung. Der Sport kam bei 10wbc allerdings erst ab Woche 3 dazu. Hier ist das nicht so. Weiter unten erscheinen schon meine ersten 3 Work-out Videos. Toll. Gleich m Wohnzimmer rumhampeln.

Die Webseite ist insgesamt unangenehm pink und überall springen mich Sophias Bauchmuskeln an. Erst kapier ich nicht ganz, welche Information zuerst kommen sollte, aber dann bin ich doch dabei. Ok. Sophia Thiel begrüßt mich erst mal. Dann folgen mehrere Videos zum Thema Ernährung, Kalorien und so. Ah, ok. Sophia Thiel steht neben einem Flippchart und malt in einer super schönen Mädchenschrift die wichtigsten Punkte für mich auf. Ich bin in meinem persönlichen Gender-alptraum gelandet. (Erst letztens kam eine Kleine im Kindergarten auf meinen Sohn zu und hat versucht, ihn zu hänseln, weil er eine Mädchenfarbe getragen hat.) Von so was kommt so was. Ach ja. (seufzend) Obwohl mir Detlef ja nie sympathisch war, aber er hat nie ein bestimmtes Geschlecht angesprochen.
Zurück zu Sophia. Das hier ist also für Mädchen gemacht.

Der Inhalt ist nicht so easy-peasy wie bei 10wbc. Es geht schon um Mengen, es ist viel individueller. Klar, es gibt ein Rezepteteil. Die üblichen Sachen sind erstmal verboten: Brot, Nudeln, Reis… die Kohlenhydrat-Fallen halt. Obwohl es nicht so offen gesagt wird, sind hier Milch und Milchprodukte auch nicht sooo gern gesehen. Das sieht man aber eher bei den Rezepten. Es ist aber für Vegetarier und Veganer auf jeden Fall einfacher umzusetzen. Die Vielfalt wird halt mit einem höheren Maß an Information und individueller Gestaltung bezahlt. Es gibt eine Tabelle, in der man Lebensmittel korrekt austauschen kann. Es wird auf so Eiweiß-Pulverzeug in den Rezepten verwiesen. Das Bodybuilder-Ding kommt deutlich durch.

Ein großes Plus ist das Frühstück. Keine Eier, Eier, Eier, sondern Haferflocken, Obst und Mandelmilch. Ahhhh, großes Sternchen.

Sophia erklärt mir, dass es in diesem Programm 3 Phasen gibt. In der ersten Phase sollte ein wenig strenger mit der Ernährung umgegangen werden. Keine bösen Kohlenhydrate außer dem Frühstück. Bohnen sind erlaubt. Anscheinend sind die Mengen auch anhand meines Lebenstils ausgewählt. Inzwischen konnte ich herausfinden, dass es wohl so 4 verschiedene Rezeptbücher gibt, von denen du dann das bekommst, was du halt als *Job* bei der Anmeldung anklickst. Ich könnte trotzdem kotzen. Mengen abwiegen. Steh ich ja gar nicht drauf. Nach meinem ersten sehr strengen Mengengekoche muss ich aber sagen, dass sie sich das auch hätten schenken können. Es geht vor allem darum, von den *guten* Sachen viiiiel zu essen. Vielleicht findet sie aber auch, dass ich mich eh viel bewege und deswegen viel essen darf.

In der ersten Phase gibt es nach 6-7 Tagen einen sogenannten Cheat-Day. Also der altbekannte Fresstag, an dem du alles essen kannst, was du willst. Es klingt aber schon durch, dass das mal in den anderen Phasen nur ein Chat-essen werden wird. Das finde ich schwierig, weil die *Pause* eigentlich immer total toll war. Ein Tag Schokoladenwahnsinn. Aber gut, ich werde mal sehen, ob ich nicht tatsächlich nur ein Chat-meal pro Woche mache, kann ja einen Tag mal nicht aufhören zu essen – des wär dann ja auch nur ein Essen…..:-)

Es gibt natürlich ein Profil zum Ausfüllen und die Tortengrafik, die mir zeigt, wie nah ich meinem Zielgewicht bin. Ausmessen und Foto-hochladen. Jaja, das mit dem Foto in Unterwäsche finde ich immer noch bedenklich. Und kurz stelle ich mir vor, was für eine Menge an Daten die da haben und wie sie in einer Marketing-Sitzung den *durchschnittlichen Kunden* ermitteln.

Grundsätzlich möchte ich euch raten, solche Programme erst zu kaufen, wenn ihr sie wirklich starten wollt. Die Wochen, die freigeschalten werden, orientieren sich am Kaufdatum. Hast du also das Ganze am Mittwoch gekauft, so endet deine erste Woche auch am nächsten Mittwoch. Klar, der Zugriff bleibt erhalten, aber ich mag den Effekt, dass man immer erst dann neue Sachen erfährt, wenn man wirklich an dem Punkt ist.

Nach der ersten Woche sind 1,5 kg runter.

Das dies nur der erste Wassereffekt ist, ist mir auch klar. Ganz so überzeugt bin ich noch nicht. Ich finde das Programm läuft ganz schön lange (12 Wochen!) und das Programm hat mit 99€ einen sehr sehr stolzen Preis. Kritische Stimmen behaupten ja, dass du dir dies einfacher und billiger auch selbst erarbeiten kannst und auf freie Online-Sport-Videos zurückgreifen solltest. Das ist sicherlich richtig. Aber: Wer ich ned faul, dann wär ich auch ned fett. Haha. Leben und leben lassen. Ich beschäftige mich jetzt also mal mit pink gewordenen Bauchmuskeln und der neuen Girlie-power im Kraftraum. In den nächsten Wochen werde ich euch mal ein Rezept vorstellen, den Machern im Hintergrund aufspüren und verraten, ob das alles was Nachhaltiges gebracht hat.

Zunächst interessiert mich, was ihr so von der neuen Online-Diäten Welle haltet oder ob euch überhaupt der Name Sophia Thiel was sagt. Und was verbindet ihr mit dem Namen?

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