Schlagwort: Overlock

Outdoorjacken selber nähen – cold stopper ottobre 4/2014

Ottorbe 4 2014 cold stopper headerEin großes Nähprojekt im November waren die Outdoorjacken der Jungs. Meine Kinder sind 3 Jahre alt und haben jetzt Größe 104. Eigentlich passen ihnen auch Sachen in kleineren Größen, aber ich kaufe nichts mehr unter 104.

Der Schnitt ist aus der Ottobre 4/2014. Diese Zeitschrift habe ich inzwischen abonniert, denn vor allem die Kinderschnitte sind sehr gut umzusetzen. Nach ein paar Ausgaben hat man ein schönes Sortiment an verschiedenen Möglichkeiten, die man eigentlich immer wieder verwenden kann.

Der Schnitt des sog. *cold stopper* ist eigentlich für Fleece gedacht, aber ich wollte eine regensichere Variante aus Softshell.

Ottobre 4 2014 cold stopper

Den Softshell habe ich bei extremtextil bestellt. Ein sehr gutes Material ist da gekommen. Gut zu verarbeiten und sehr schön zu tragen. Die Neonfarben finde ich toll, da im dunklen Nieselwetter jetzt die Kinder gut zu sehen sind.

ottobre 4 2014 cold stopper 3

Genäht wurde das Ganze mit einer Nähmaschine ( Elna 6600) und einer Overlock-maschine (babylock). Das Material verzieht sich aber gar nicht so schlimm, deswegen ist es wohl auch mit einer guten Nähmaschine zu nähen, ohne dass man wahnsinnig wird. Allerdings macht man ja *Löcher* in die Membranschicht, deswegen ist es zu empfehlen bei diesem Material auf alle Fälle eine Jersey-Nadel zu nehmen. Damit man nicht zu große Löcher sticht.

Ottorbe 4 2014 cold stopper 2

Da das Material wirklich toll ist, hat der Papa eine ähnliche Jacke bekommen – ohne Neon. Der Schnitt ist ein furchtbar konservativer, aber ich wollte eine Jacke, die ich ein bisschen ähnlich abwandeln konnte und man nicht auf den ersten Blick, aber auf einen zweiten sieht, dass die Jacken irgendwie zusammengehören.

kwik sew K4017

Schnitt ist Kiwi sew K4017.

Ab damit zu made for boys – eine schöne Zusammenstellung für Jungsklamotten.

 

Unter Frauen: Teure Nähmaschinen

Nähen_AngebereiIch blättere durch einschlägige Nähzeitschriften. Ein bisschen muss ich schmunzeln, denn die Sachen in Zeitschriften sehen immer so easypeasy aus, mit den perfekten Nähten. In den Beschreibungen wird dann vorsichtig auf spezielle Maschinen wie eine Overlock hingewiesen, aber im Prinzip kann man das alles natürlich auch mit einem elastischen Zickzackstich der Nähmaschine nähen. Theoretisch möglich, aber das Ergebnis wird nie nie so perfekt aussehen wie das Beispielsbild. Da wurden auch noch andere Maschinentypen zusätzlich herangezogen. Ich erkenne es an Stichen, die man so nicht hinkriegt. Eine Augenwischerei.

Aber die Herausgeber dieser Zeitschriften kennen ihr Publikum. Sie wissen ganz genau, dass es hauptsächlich Frauen sind, die diese Sachen nachnähen. Was wäre, wenn da stehen würde, dass man dieses Modell mit 3 verschiedenen Maschinentypen genäht hat, die alle mindestens bei 1000 € Verkaufspreis anfangen? Das würde beim Zielpublikum gar nicht gut ankommen, denn die meisten Frauen, die ich kenne, nähen mit nur einer Maschine, die meistens alt und vererbt oder neu und preisgünstig ist.

Klar, wer zu nähen anfängt, der benutzt keine teure neue Maschine. Ich selbst habe gut 5 Jahre mit einem vererbten Modell ganz gut gelebt, aber ich versuche mich mit einem Beispiel.

Stellt euch vor, das Nähen ist ein Berg und die Nähmaschine euer Mountainbike. Jetzt kommt ihr mit dem alten Fahrrad eurer Oma daher. Das kann ein Kraftaufwand werden. Manche Projekte sind auch eher kleine Hügel, aber wer mal echt in die Höhe will, der schafft das ohne richtiges Mountainbike nun mal nicht. Da hilft auch die beste Körperliche Fitness nichts mehr. Das Ding wird zusammenbrechen.(Nicht alle Oma-Fahrräder. Es gibt jene Glücklichen, die diese alten schweren Industriemaschinen geerbt bekommen und nur gerade oder Zickzack nähen können, aber dafür schnurrt dir das Ding selbst durch mehrere Stofflagen problemlos.) Das ist aber eher selten.Meistens ist es ein elegantes Stadtfahrrad mit einem Hauch Vintage. No chance to reach that mountain.

Aber die Frauen, die ich kenne, die zweifeln dann eher an ihrer Fitness. Ich kann nicht so gut nähen. 

Ich frage mich dann, wenn ich mir das alte klapprige Omafahrrad ansehe und das Zugspitzen-Nähprojekt, ob das echt ihr Ernst ist.

Unter Frauen ist es aber auch unschicklich, auf das verwendete Material hinzuweisen. Du wirst das auch nie nähen können, aber das hat nichts mit deinem persönlichen Können zu tun, sondern damit, in eine bessere Maschine zu investieren. NO GO. Geht mal gar nicht. Bei den nähenden Frauen kommt es nämlich auch darauf an, ob sich das alles lohnt. Da werden dann die Preise der industriell hergestellten Waren verglichen mit dem, was man so verbraucht, um etwas Ähnliches herzustellen. Irgendwie ist das Ziel nämlich, dass man beim Nähen weniger verbraucht. Dazu gehört Maschine, Stoff und Garn. Ihr wisst schon, unter welchen Umständen diese Shirts hergestellt werden?

Ein T-Shrit zu nähen, bei dem man einen Stoff verbraucht, der im laufenden Meter über 15 € kostet und dann dazu Maschinen verwendet, die teuer sind, da schütteln die meisten Frauen verständnislos den Kopf. Das lohnt sich doch nicht.

Kosten/Nutzen-Rechnungen sind beim Nähen äußerst bedeutsam. So, als ob man das nicht nur zum Spaß machen darf.

Ich frage mich, ob das auch so ein großes Thema wäre, wenn Nähen kein weiblich dominiertes Hobby wäre, sondern ein männlich dominiertes.

Ich überlege, ob ich ein Hobby kenne, dass bereits männlich dominiert ist und bei dem ich den Habitus dazu irgendwie kenne. Ich weiß, was für teuren Scheiß mein eigener Mann machmal anschleppt. Supergeile Bohrmaschine. Er hat dazu einen Handwerker ausgefragt, welche Marke denn nun die beste wäre. Seinen Schatz hat er dann stolz herumgezeigt. Anerkennendes Nicken war die meiste Antwort. Ich frage ihn dazu aus. Es guckt ein bisschen irritiert. Nein, eine geile Bohrmaschine heißt unter Männern eher, dass man ein Macher ist. Völlig egal, ob man auch tatsächlich was macht.

Ich erinnere mich an verschiedene Grillparties diesen Sommer über und die Gruppe Männer, die bewundernd vor dem einen oder anderen Grill stand.

Kaffeemaschinen! Ja, Kaffeemaschinen werden mir auch meist voller Stolz von Männern präsentiert. Dreifachschaum, Bohnenfach, Tassenvorwärmer. Die dazu gehörende Ehefrau rollt belustigt mit den Augen.

Flachbildschrime, Computerkram, Soundanlagen. Ok, ich höre auf.

Ich glaube, wenn Nähen ein männlich dominiertes Hobby wäre, so würden mir wohl in den von mir besuchten Nähkursen blinzelnd teure Maschinen entgegengrinsen. Schneider würden ausgefragt, welche die beste Maschine auf dem Markt sei und vielleicht würden in diesen Nähzeitschriften stehen, welche Naht tatsächlich mit welchem Maschinentyp genäht wurde.

Bei dem Text komme ich mir vor wie eine Verräterin. Eine Angeberin mit teuren Maschinen zu Hause, die auf Frauen herabblickt, die sich nicht das geeignete Material leisten können. Aber ich will gar nicht, dass es sich so anhört,aber ich weiß auch nicht, wie ich es anders sagen soll. Ich bin halt eine Frau. Ich komme nicht raus aus meiner Haut. Ich denke auch an die Kosten/Nutzen-Rechnung beim Nähen. Gleichzeitig denke ich, dass die Frauen mit den Kaffeemaschinen, den Flachbildschirmen, den teuren Bohrmaschinen schon auch die Asche für Maschinen hätten. Aber man will das gar nicht. Der Habitus unter den Nähenden ist stark. Was geht und was nicht geht. Männer mit teuren Bohrmaschinen sind die Macher. Frauen mit teuren Nähmaschinen sind halt die Angeberinnen, völlig egal, ob sie berufstätig sind und sich den teuren Scheiß selber kaufen können. Bilder sind stark. Ich will aber, dass Frauen einfach mal sagen, dass sich der ganze Nähkram nicht zu lohnen braucht. Dass es einfach Spaß macht. Dass man sich eine einfache Maschine gekauft hat, um damit in der Landschaft herumzuradeln. Dass man auf die Zugspitze möchte und deswegen eine teure Maschine gekauft hat. Und in der Gruppe der umstehenden Frauen kommt dann nur wohlwollendes Nicken. Eine Macherin. Toll.

Versteht irgendjemand, was ich meine?

Das Kleid meiner Träume: Nähen mit der Overlock

Burda 7148 der eine KleidDiesmal ist es so, wie ich es wollte. Ein Kleid, dass ich einfach gerne trage. Schlicht, modisch, schwerer Jersey, Kapuze und Taschen.

Burda 7148 Schnitt

Dabei habe ich mich an verschiedenen Verziehrungsstiche meiner Overlock versucht.

Flatlock

Burda 7148 Flatlock

Eine Flatlock verbindet zwei Stoffteile. Auf der einen Seite ist der Ober- und Unterfaden zu sehen, allerdings ist der Faden, der mit der Nadel genäht wird, so *locker* eingestellt, dass sich dieser beim Auseinanderziehen zu einer Art *Treppenmuster* entsteht. Man muss den Stoff also rechts auf rechts legen. Ich sehe den Stich oft bei industriell hergestellten Kinderkleidern.

Biesen

Burda 7148 Biesen

Biesen sind abgesteppte Falten, die meistens bei Blusen oder eben auch bei Trachten verwendet werden. In Jerseypullovern findet es sich selten. Schade, gibt einen ziemlich futuristischen Look. Diese Biesen habe ich ohne Messer mit einem 3-Faden-Rollsaum genäht.

Der Grundschnitt ist von Burda. Nr. 7148

Eine klare Buchempfehlung zu dem Thema *Overlock und Coverlock*

Anders als früher, benutze ich keine auffälligen Stoffe. Am Anfang habe ich mir gedacht, dass das Ganze wohl zu *langweilig* ist, um es zu nähen. Warum nähen, wenn man diese Art auch kaufen könnte? Aber ich nähe ja nicht, um aufzufallen, sondern um mich in den Klamotten wohlfühlen. Und irgendwie ist das der richtige Weg für mich. Keine super hippen auffälligen Klamotten, sondern einfarbige Stoffe mit kleinen Details versehen.

 

Burda 7148 Selfie

 

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Eine große Quelle für schöne Sachen ist RuMs: >klick< Diese Woche bin ich wieder dabei.

Burda 7148

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