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Die Alpträume der Neuen Digitalen Welt

Ganz ehrlich gesagt: Ich hasse manchmal das Internet. Kaum öffne ich lustlos Facebook und co., springen mich Videos von Kleinkindern an, die ins Affengehege fallen. Ich finde jeden Tag neue Alpträume. Das Netz ist machmal der Alp, der sich abends auf meinem Brustkorb setzt und mich schwerer atmen lässt. Einmal bin ich versehentlich auf die Seite einer Ärztin geraten, die zeigte, wie man einen Eiterpfropfen aus einem Kopf rausschneiden kann. Das Bild bleibt, Leute, das Bild bleibt.

Dabei bin ich sehr viel im Netz unterwegs. Ich lese Zeitungsartikel, Blogartikel, twitter-Halbsätze und Statusmeldungen von Bekannten. Ich sollte es besser wissen und meine eigene Nachrichtenblase besser beeinflussen können.

Das ist ja die neue Theorie des unendlichen Informationsflusses. Dass jeder selektiert und die dahinter liegenden Werbemechanismen nun automatisch die zuvor selektierten Informationswünsche weiter ausbauen. Auch was meine Freunde gut finden, wird mir angezeigt. Homogene Gedankenwelten. Keine Störfaktoren vorhanden. Die ständige Bestätigung der eigenen Meinung. So, als gäbe es keine anderen.

Doch die anderen tauchen doch auf. In Hasskommentaren und superschlauen Einwürfen unter Zeitungsartikeln. Wer muss diese Wortflut eigentlich in den Redaktionen verwalten? Kriegt derjenige oder diejenige mit ihrem morgendlichen Kaffee auch noch ein Stamperl Schnaps hingestellt?

Manchmal klicke ich mich durch die Profile der Kommentatoren. Einige zeigen Klischeebilder aus einem Mix von Hunden, Campingplätzen und Pfannkuchenselfies, andere bedienen sich eher dem Ghetto-Glam und posieren als Rapper, wieder andere sind offensichtlicher Fake und bemühen sich gar nicht, ihr Dasein als Troll zu verschleiern. Ich sehe nach, wer ihren Fotos ein Like  gibt und klicke mich weiter. Manchmal versuche ich mir vorzustellen, in welcher Nachrichtenblase sie herumsitzen. Wie werden zukünftige Forscher, die sich mit diesem Jahrhundert auseinandersetzen, diese einzelnen Blasen nennen? Wird es Muster geben? Wird es Namen geben? Was sind das für Menschen, die in den anderen Blasen sitzen?

Das Schöne an der Geschichte an sich ist ja, dass es nie so weiter geht. Es ändert sich immer alles und nichts. Oder anders: Alles findet nur andere Formen. Und wie immer, können sich die Lebenden nie vorstellen, was sich denn ändern wird.

Ich kann mich an meinen Uniabschluss erinnern, der ist grad mal 10 Jahre her. Da war es noch voll verpönt, einen Laptop mit an die Uni zu nehmen. Da schrieb mal auf Collegeblöcken. Laptops hatten nur irgendwelche Angeber-BWLer. Das gemeine Volk schrieb noch per Hand. Beim Abschlussgespräch über Zukunftchancen und Berufsvorstellungen hatte der Typ gesagt, dass wir uns in einer Revolution befänden. Einer digitalen Revolution, die ähnlich wie die Industrielle unser Leben beeinflussen wird. Damals habe ich höchstens 3 Stunden in der Woche im Netz verbracht und habe nur milde gelächelt. Was soll denn das Internet sein außer, dass man da ein Buch bestellen kann oder schneller zu nem Lexikonartikel kommt. Und zudem noch ärgerlicherweise die Telefonleitung blockiert.

Heute kriege ich minutenweise die Alpträume dieser Welt geliefert. Ein japanisches Paar setzt einen Jungen zur Strafe in einen Wald ab und fährt davon. Genau 500 Meter weit. Wie lange dauerte diese Bestrafung? 10 Minuten?  Als sie zurückkommen, ist er verschwunden. Der Sturm der Empörung bricht digital los. Bin ich die einzige, die weint, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich das nicht auch gemacht hätte? Kann sich jemand an die Szene aus Desperate Housewives erinnern, in der Lynette auch ihre vorlauten Zwillinge aus dem Auto geworfen hat und davon gefahren ist? Damals war es eine Komödie. Eltern machen solche Sachen. Total dumme Sachen. Gut, vielleicht würde ich sie nicht unbedingt wo zurücklassen, weil *verlassen werden* nicht zu meinen bevorzugten Erziehungsmethoden gehört, aber ich bin nicht frei von idiotischen Ideen. Vielleicht wäre das auch in meinem zukünftigen Fall eine hervorragende Idee und würde total fruchten, aber ich werde das jetzt nie machen. Der japanische Junge wird als Angstbild zurückbleiben.

Jetzt wird gegen die Eltern des getöteten Gorillas ermittelt. Warum ihr kleiner Junge überhaupt in das Affengehege klettern konnte. Und ich sehe Bilder von trauernden Menschen, die den Gorilla beweinen. Auch hier stelle ich mir vor, dass ich mich kurz weggedreht hätte. Ich hätte sie nicht eng umschlungen an der Hand gehalten. Jeder könnte diesen Fehler begehen.

Immer wieder tauchen also die digitalen Angstbilder auf und werden gefüttert. Was nicht alles immer geschehen kann. Wie soll man denn hier nicht zur Glucke mutieren? Wie soll man sich denn von den vielen Alpträumen befreien? So gesehen sitzen Eltern in der Falle. Wenn sie sich jeder Gefahr bewusst werden, so gelten sie als Helikopter und erziehen die nächste Generation Weicheier. Wenn sie die Kinder loslassen, dann muss man das fast schon aktiv machen – trotz der Bilder, die einem täglich begegnen.

So, manchmal hasse ich das Internet, weil es mir Alpträume zuflüstert, die mich nicht weiser machen, sondern nur ängstlicher. Vielleicht bin ich auch einfach zu sensibel für die Neue Welt. Vielleicht brauchen wir mehr Abstumpfung. Vielleicht werde ich als alte Frau dasitzen und meinen Enkeln von irgendwelchen Geisterbildern erzählen und meine Schwiegertochter wird augenrollend schweigen. Die Alten, wird es heißen. Die Alten und dieses ständige Identifizieren mit allem und jedem. Aber ich gehöre einer Generation an, die sich schwertut mit den Bildern der Alpträume. Die sich noch wiederfindet in den tausend Filmen und Fotos. Die an einem Strand sitzen und ihr Kind dabei zusehen, wie es dösend am Meer in der Sonne liegt und dabei unwillkürlich an das tote fremde Kind denken werden. Und jetzt sagt ihr nicht, ihr wisst nicht, welches Bild ich meine.

 

Bildquelle: pixabay

hello fresh: Erfahrung mit der Kochbox

hello fresh Erfahrung KinderDas Einkaufen am Land ist zäh. Für jede Flasche Milch fährt man hier erst mal ne Strecke. Kein Wunder, dass man mit Speisekammern und großen Gefrierschränken ausgestattet ist. Planung ist das Zauberwort – sich erst gegen 19 Uhr zu überlegen, was man denn kocht, um dann spontan noch um die Ecke einkaufen zu gehen. Geschichte für mich.

Da kamen mir die neumodischen Angebote für Kochboxen wie gerufen. Ich habe mich vor 3 Monaten für hello fresh entschieden und fasse euch mal hier meine Erfahrungen zusammen. Dieser Artikel ist keine Kooperation: Die wissen gar nix davon.

Zuerst einmal muss man sich klar machen, was man da einkauft. Es ist eine Kochbox, keine Gemüsekiste oder so. Eine Gemüsekiste liefert dir eine bestimmte Anzahl von Gemüsesorten, mit der du dann mache kannst, was du willst. Eine Kochbox liefert dir komplette Gerichte – mit Gewürzen, Milchprodukten und Sättigungsbeilage. Im Prinzip brauchst du nur noch Standardküchengeräte. Das ändert natürlich den Preis.

Wenn du eine Kochbox bestellst und dir die Lebensmittel mal auf den Tisch legst und dann denkst: Mann, für das habe ich jetzt diese ganzen Euronen ausgegeben, das lohnt sich doch nicht. Ja, dann ist das mit diesem Vergleich teuer. Aber: Na ja, du bezahlst auch die Idee, das Rezept. Und du bekommst bis zu den Gewürzen alles fertig nach Hause geliefert. Und von allem weder zu viel noch zu wenig. Ich habe eine Kochbox für 4 Personen bestellt und meistens hat mein Bruder mitgegessen, manchmal auch meine Eltern: Also 3-5 Erwachsene und 2 Kinder. Die Portionen sind schon variabel, aber es ist auch keinen Fall zu wenig.

Die Lebensmittel auf den Tisch auszulegen und dann nur deren Wert zu vergleichen mit dem, was du im Supermarkt bezahlt hättest, wären also Äpfel mit Birnen verglichen. Ich wollte mir doch keine Gedanken mehr machen müssen, was ich denn koche. Ich wollte grad die Idee.

hello fresh unboxing

Ich habe mich für die vegetarische Variante entschieden – vor allem deswegen, weil ich es echt komisch finde, mir Fleisch nach Hause liefern zu lassen. Mein Metzger vor Ort ist einfach zu gut und Fleisch im Supermarkt zu kaufen, das mag ich von Haus aus nicht. Jeden Tag Fleisch ist auch nicht mein Ding – also die vegetarische Box.

Schon ab der ersten Lieferung musste ich zugeben, dass die Box echt gut strukturiert ist. Die Rezepte sind schön aufbereitet – mit Bildern für den letzen Kochdeppen, aber für meinen Haushalt auch irgendwie süss, weil die Kinder mitmachen konnten und dabei selber das Gefühl hatten, sie hätten einen Plan. Mama, schau, da muss man die Paprika schneiden. Da schau, so.

hello fresh Rezeptkarten

Die Lieferung hat auch eine gute Recyclingoption für die Schafwolle und die Eisbeutel, die dabei waren zu kühlen. Die meisten Verpackungen sind aus Papier – man will sich da offensichtlich nicht den Vorwurf machen lassen, man würde Müllberge produzieren. Das war ja meine große Befürchtung: Da kommt dann ein riesiges Paket und ich wühle 3 Tomaten aus 5 Plastikschichten heraus. Nein, so ist es nicht.

hello fresh Kühlung 2

Die Gerichte sind überraschend gut. Echt jetzt. Wir haben lecker gegessen.

Die Zeitangabe auf dem Rezept: Ich brauche länger, aber ich bereite auch Dinge vor, weil es gegen Abend dann schon auch mal schnell gehen muss. Das ist schon eine Herausforderung machmal und ich überlege da, welches Gericht ich an welchem Tag den so hinbekomme – aber von nichts kommt nichts. Wer mit frischen Lebensmitteln kochen will, der schneidet erstmal viel Gemüse klein. Läßt sich so nicht verhindern.

Manchmal musste ich aber auch mit den Augen rollen. Hefeteig muss man doch nicht fertig kaufen, so tragisch ist es jetzt nicht Wasser, Hefe und Mehl zu mischen…oder bei plastikverpackten Semmeln. Hmmm.  Da gab es dann schon so Haken. Vor allem, wenn es um Teig ging. Der kommt dann aus der Plastiktüte. Aber die hello fresh-Kochbox ist auch nicht dazu da, das Kochen zu lernen oder irgendwie kulinarische Höchstleistungen zu vollbringen. Es geht eher darum, mit frischen Sachen und ein wenig unfrischen Sachen ein tolles Gericht zu zaubern. Und manchmal lassen sich auch unaufwendige Dinge gut in Szene setzen.

hello fresh Erfahrung

Die Box war immer zuverlässig da (bis auf den Wintereinbruch hier, aber da wurde nichts mehr geliefert von niemanden), allerdings fehlten machmal Inhalte. Das hat mich schon geärgert. Auch, wenn wir nur von nem Beutel Linsen sprechen. Der Kundenservice hat mir da konsequent 5 € gutgeschrieben. Die haben da auch keine Zicken gemacht. Bei 12 Kochboxen haben in meinem Fall bei 4 Boxen jeweils Kleinigkeiten gefehlt. Kann man mit leben, aber ich zahle ja den hohen Preis, um mir eben keine Gedanken mehr zu machen. Wenn ich jetzt dastehe, um den fehlenden zweiten Linsenbeutel mit Kartoffeln zu kompensieren, dann geht ja doch die ganze Grundidee flöten.

Der mit verkaufte Burner bei hello fresh sollen ja die Rezepte von Jamie Oliver sein. Die wähle ich immer konsequent ab. Jamies Rezepte sind meistens Burger (mein Unwillen Plastiksemmeln gegenüber habe ich ja schon angesprochen). Ich hoffe, dieser ganze Werbeunsinn mit Jamie Oliver hat den Preis nicht zu hoch getrieben. Ich finde das völlig unnötig. Positiv überrascht bin ich von den Currys.

hello fresh curry

Meiner Meinung nach gehöre ich mit meinen Anforderungen an Rezepten aber nicht unbedingt zur Zielgruppe. Ich habe schließlich kleine Kinder hier, die zwar alles essen, aber dann doch nicht immer. Zu abgefahren darf es nämlich auch nicht sein. Ich sehe mir die Gerichte schon an und mache dann eine Kinderversion aus manchen Sachen: bei zu scharf, bei Avocado und bei zu großem Gemische. Aber sie probieren meistens schon und bei manchen Sachen haben sie reingehauen (Currys…) das hat mich überrascht. Probieren geht eben doch über studieren. Kindern nur Pommes, Spaghetti und Fischstäbchen zu machen, is ja irgendwie nicht die Lösung. Und sich selber was zu suchen, da kommt man dann als Mutter schon ins Kopfkino und denkt: Nee, das essen sie doch bestimmt nicht. Die Kochbox hat mir da schon was gebracht. Einfach mal machen. Und machmal war es auch direkt was, was Kinderherzen höher schlagen läßt: Milchreis mit Kokosmilch und Früchten, zum Beispiel.

hello fresh Obst

Insgesamt hat es sich – trotz Abstriche – für mich gelohnt und ich kann die Kochbox ruhigen Gewissens weiterempfehlen. Vor allem, weil die vegetarische Variante nicht nur aus Nudeln mit Soße besteht. Die Rezepte waren eine Bereicherung. Und zu dem Preis? Für den Weg zum nächsten Supermarkt brauche ich mit dem Auto eine halbe Stunde, mit der Kochbox konnte ich den Großeinkauf (bei dem man ja auch immer Zeug einkauft, das man gar nicht braucht) reduzieren. Der Preis sollte im Kopf mit genau diesen Aspekten mitkalkuliert werden: Fahrtwege, Schrottzusatzkäufe und Rezepte.

Trotzdem werde ich die Kochbox jetzt erst mal pausieren (super einfach online zu machen) und mich einem anderen Plan widmen: der Frühjahrsdiät. Leute, die hier schon länger mitlesen, kennen vielleicht noch die wöchentlichen Erfahrungsberichte über 10 weeks body change – ja, Leute, das ist jetzt schon ein Jahr her. Dieses Mal bin ich mit dem Konkurrenzprodukt am Start. Ich sag nur Sophia Thiel! Ob es nach 10wbc einen JoJo-effekt gegeben hat, die Unterschiede zu Sophia Thiel und meine Erfahrungen allgemein mit Online-Diäten. Alles dazu bald hier lesen.

Ein T-Shirt zum Verlieben

likoli HeaderManchmal passieren einfach coole Sachen. So habe ich wie meine Bloggerkolleginnen Leah und Early Birdy auch Post von einem Kater bekommen.

Likoli, Kater Likoli ist mein Name!

Falls ich der erste Kater bin der dir eine Email schreibt, sei nicht überrascht, auch wir Katzen müssen mit der Zeit gehen. Ich habe sogar einen online Shop! Neu eröffnet, klein und voll bunter T-Shirts, mit dem Anspruch sich zwischen lustigen und stylischen Designs zu bewegen. Manchmal auch philosophisch, so sind wir Katzen halt!

Ich habe deinen Blog gesehen und würde mich freuen wenn du dir ein T-Shirt aussuchen würdest, eins das dir besonders gut gefällt und dir gut stehen wird. Und darüber einen Beitrag schreibst. So dass die ganze Welt erfährt, dass du nun ein tolles T-Shirt hast und ich ein Kater von Format bin. OK, ich gestehe, ich über-dramatisiere ein wenig! Katzen lieben Drama! Aber, auch ein ehrlicher Artikel über deine Erfahrung und ein Link auf meinen Shop werden mir schon helfen.

DAS ist süß, habe ich beschlossen und mir ein Shirt ausgesucht. (ich weiß, Early birdy, ich weiß…letztendlich dasselbe wie du…) Meine ganzen Zweifel über gesponserte Blog-post kurzerhand mal über den Haufen geworfen, denn irgendwie sprach mich auch der ganze Nerd-Shop mit seinen Shirts über Gameboys, Grafiken, Zombies und Sprüchen an.

www.likoli.de

Likoli 2Was mich ein bisschen nervte, ist, dass man nicht nach Designern oder Grundfarbe des Shirts (schwarz,blau,rot,usw.) sortieren kann. Der shop hat eine große Auswahl sehr unterschiedlicher Designs. Alles von einem bestimmten Designer zu sehen oder alle schwarzen Shirts hätten mir Spaß gemacht.

Likoli 3Der Preis ist absolut passabel und die Lieferzeit war kurz. Das Shirts kam mit der Post und war ganz gut verpackt. Passte in unseren Briefkasten – kein Paketversand, nur ein *Brief*.

Der Shop hat jedes Shirt für Frauen und Männer. Das ist in manchem Laden, der gerade mit nerdigen Motiven lockt, nicht unbedingt der Fall. Da gibt es dann so Einheitsschnitts, die nicht sehr modisch sind. Cool, dass es hier alles in unterschiedlichen Schnitten gibt.

When a bird meets a cat …würde ich sagen.

 

 

Welches Abo brauchst du? Ein Streifzug durch das Internet

konsum abos im InternetDas Internet ist für mich auch bisschen ein Tante-Emma-Laden ohne Ladenöffnungszeiten. Ich bestelle. I confess.

Meine Familie kommt aus dem Einzelhandel und wir haben einen Laden mehr oder weniger untergehen sehen. Mein Vater meint, dass dies auch am Billig-Angebot im Netz liegt. Billig? Nicht nur. Es gibt alles im Netz: madeinchina und handmade stuff. Die Gewohnheiten ändern sich. Man bestellt dawanda-produkte von irgendeiner nähbegeisterten Mutter, man liest sich amazon-Bewertungen durch, man kauft bei einem Laden in Niederdupfing, der einen online-shop hat. Ich habe mal Wolle aus Amerika bestellt, da es diese eine nicht in Europa gab. Verrückt, als ob wir keine Schafe hätten, aber is so. Ich sagte ja schon: I confess.

Interessant finde ich immer Netz-Dinge, die erfolgreich sind und ich mir denke: Hä? Wer braucht das? Internet-abos, zum Beispiel.

Ich muss gestehen, ich hasse Abos. Ich fühle mich verpflichtet und eingefangen mit einem Abo. Mein derzeitiges Abo beschränkt sich auf eine Fachzeitschrift, die ich wegen einer Fortbildung mehr oder weniger quälend lese. Manchmal liegt sie wie eine Warnung neben dem Klo: *Lies mich. Lies mich. Lies mich. Sonst mache ich dir mit meiner bloßen Anwesenheit ein schlechtes Gewissen.*

Halt, das stimmt nicht. Ich bin Mitglied der Büchergilde Gutenberg und habe mich somit verpflichtet, 4 mal im Jahr aus dem Sortiment dieses Verlages etwas zu kaufen. Wenn ich es versäume, schicken sie mir ein Buch zu. Auch irgendwie ein Abo. Manchmal nervt mich das….

Grüne Kiste

Ich hatte mal eine Grüne Kiste oder Ökokiste bestellt und war extrem enttäuscht von der Qualität der Sachen. In einem gewissen Zyklus kommt eine Warenlieferung mit Obst, Gemüse, aber auch Brot. Alles total bio. Direkt vom Bauernhof. Jetzt muss man aber wissen, dass ich eh ein halbes Landei bin und ich sehr sehr oft Bauernhöfe sehe und deswegen wohl nicht so beeindruckt bin, dass ich GEMÜSE von einem BAUERNHOF esse.

In einem Artikel einer Internet-Nerd-Fach-Zeitschrift wurden jetzt vier Abo-Konzepte vorgestellt.

Tollabox

Zum einen wurde Tollabox.de erwähnt. Jeden Monat bekommt man eine Kiste mit pädagogisch wertvollen Spielen für die glückliche moderne Familie für die vielbeachtete *Quality time* mit den eigenen Kindern.

Das Projekt ist gescheitert, eine halbe Million Verlust. Insolvenzantrag.

Was ist da denn passiert? Ich habe mir selbst solche Kisten mal angeguckt, meine Kinder sind aber noch zu klein dafür. Es gab dazu auch Fernsehwerbung. Hinter diesen Spieleboxen steht ein Berliner Start-up, dass sich modern finanziert und eigentlich alles richtig gemacht hat. Sie hätten aber eine durchschnittliche Abolänge von mind. 11 Monaten gebraucht, um die fixen Kosten zu decken und in die Gewinnzone zu kommen. In einem Interview mit einem der Gründer liest man seine Marktforschung-Ergebnisse über moderne Elternschaft:
Weil der Mangel an Zeit ungern zugegeben wird, glauben wir inzwischen, dass die Eltern nicht mit dem Spielen hinterher gekommen sind. In persönlichen Interviews erfuhren wir von vielen, dass sich ungespielte Tollaboxen zu Hause stapelten wie ein Mahnmal mit der Botschaft: „Wir spielen nicht genug mit unserem Kind!“ Quelle Zitat: Interview mit Oliver Beste

Ja, daran erinnere ich mich auch. Ich wollte die Box mal einem Kind zum Geburtstag schenken, aber bevor wir zu dem Punkt gekommen sind, ob das ein zu teures Geburtstagsgeschenk ist, haben wir uns dagegen entschieden, weil wir nicht wollten, dass die Eltern den Eindruck bekommen, wir würden denken, sie spielen nicht genug….

Schade. (wegen der Insolvenz, meine ich)

Glossybox

Als nächstes ist Glossybox dran…habe ich noch nie was davon gehört. Ein Abo für Kosmetik? Wat is denn das? Wer kauft so viel Make-up, dass es sich lohnen würde lieber auf so eine Box umzusteigen?

Glossybox schreibt extrem schwarze Zahlen. Jeden Monat erhält man ein Paket mit fünf Produkten, zum Verschenken kostet das kleine Paket 50 € für 3 Monate. Man kann auch Männer mit Beauty beglücken. Die bekommen aber nicht jeden Monat ein Paket. Der Mann von heute will wohl nicht so oft belästigt werden mit dem Thema *Schönheit*. Ich kann an der Webside nicht erkennen, was denn so eine Beispielbox wäre. Klar, ist auch alles *Super-individuell* und *an deinen Typ angepasst*.

So ein Käse, aber ich werde mir das mal vormerken, falls ich mal eine Freundin habe, die tatsächlich ein Make-up-Junkie wäre, die ich tatsächlich so toll fände, dass ich ihr mit anderen zusammen so ein teures Geschenk machen würde, dass ich so eine Box bestellt für 50 Eier….also irgendwie nie…

Hello fresh

Wieder ein Service, der an mir bis jetzt vorbeigegangen ist:  Hello fresh  Eine Kochbox. Man erhält mehrere Rezepte und die dazugehörigen Zutaten. Auch erfolgreich. Okay, das verstehe ich schon eher. Ein erweitertes Kochbuch, sozusagen. Man bestellt eine Veggie-box oder eine Fleisch,Fisch, Normal-Box und erhällt für 3 oder 5 Mahlzeiten mit 3 oder 5 Rezepten die Lösung für folgende Fragen: Was koche ich diese Woche? Wann kaufe ich ein? Wie viel brauche ich für uns?
Ich gebe die Outback-adresse meiner Eltern an und staune: auch diese Region wird beliefert. Okay,okay, ihr habt mich gleich…dieser Service kommt mal auf die Newsletter-liste. Wäre schon cool, wenn das auch im Preis (sieht so aus) und in der Qualität stimmt. Und der ganze Verpackungsmüll? Kann man zurücksenden und wird recycelt…und man schmeißt keine Lebensmittel mehr weg…sieht irgendwie interessant aus… Ich liebe Kochbücher.

Socken?

Der vierte Service ist Black socks. Man bekommt 3 Mal im Jahr schwarze Socken zugeschickt. Verstehe ich als männliches Problem…mal Socken waschen,Leute?…Das Unternehmen klagt auch bisschen darüber, dass langjährige Kunden abspringen..wegen zu vieler Socken im Schrank…*ich muss an dieser Stelle SEHR lachen, denn dieser Service wäre der Himmel für meinen Mann, aber er würde auch im Sockenmeer untergehen*

Windel-Abos

Ich habe mir für meine Zwillinge auch mal Windel-abos (ja, meine Nicht-mütter-leser, das gibt es auch) angeguckt, aber ich wollte das dann nicht, weil ich lieber für jede Packung das Haus verlasse und die Augen verschließe vor dem Berg Geld, dass man für Scheißerhosen ausgibt. Außerdem wechsel ich meine Windelmarke viel zu oft. Billig-windeln für den Tag, Markenprodukt für die Nacht usw.

Fazit

Meine Skepsis Abos gegenüber schwinden nach dieser kleinen Recherche. Ich finde es irgendwie spannend, aber ich muss sagen, dass mich nur Abos interessieren, wo ich neben einem Produkt auch irgendeinen Mehrwert habe wie die Rezepte. Eine reine Gemüse-kiste würde ich mir nicht mehr bestellen. Oder Socken… Im Laufe des Jahres wird die Zeit bestimmt für diese Kochkiste kommen, ich muss die Rezepte aber mal ne Zeit lang beobachten. Wenn ich mir öfters denke, dass das jetzt schon cool wäre, bestelle ich sie doch…ist das die Zukunft? Abos, die eine scheinbar individuelle Lösung bieten für ein Problem, dass zuerst gar kein Problem war? Massenprodukte, die Zeit und Geld sparen? Würden meine Kinder was lernen von der Welt, wenn der Postbote Papa schwarze Socken bringt? Oder wenn Mama eine Box mit Rezepten kriegt? Bedeutet modern leben auch, dass man widrige Entscheidungen und Aufgaben an Firmen dirigiert und dann mehr Zeit hat für….keine Ahnung… für Sielplätze und Bücher? Ist das ein Mehrwert oder ein Zwang? Wie bei tollabox? Fällt mir dann auf, dass ich zu wenig mit meinen Kindern spiele, wenn sich die Pädagogen-box stapelt? Was ist zu wenig? Kaufe ich zu wenig Make-up? Okay, ich kaufe fast nie Make-up…ich bin auch nicht die Zielgruppe..oder doch? Mal wieder nur Fragen und keine Antworten…Welches Abo hat sich für dich wirklich gelohnt? Schreib einen Kommentar, falls dir was einfällt….

Klarstellungen

*Dies ist mein erster Kauf-mich-Artikel, wobei ich mit keiner dieser Firmen in Kontakt stehe. Ich habe lediglich einen Artikel als Quelle benutzt und bisschen rumgesurft. Hier ist der Link für den Artikel, den ich gar mit euch gelesen habe.*

**Falls Firmen oder Personen trotz meiner bescheidenen Reichweite mit mir gerne Kauf-mich-Artikel verfassen wollen würden: Sorry, das geht mal gar nicht. Ich finde, dass ich hier kein Geld oder sonst was für meine Artikel bekommen sollte. Nicht mal ein ebook. Dies ist konsumfreier Konsum….und soll nur der Unterhaltung dienen, nicht der Werbung.**

***Nach längere Überlegung gilt dies nicht für die Gastronomie. Ich kaufe mir ein T-Shirt mit eurem Logo und poste jeden Tag ein Selfie auf twitter, falls ich dann einen Cocktail umsonst bekomme oder gleich eine ganze Reise.***

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