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5 Unterschiede zwischen digitalen Buch und dem Buch aus Papier

Wer hat Angst vorm digitalen BuchDie letzte Woche habe ich nach über einem Jahr digitalen Lesens wieder meinen ersten Roman in Papierform gelesen.

Jetzt war ich fast geneigt, zu schreibe: meinen ersten echten Roman seit einem Jahr…

Schnell sind wir geneigt, das Lesen in Papierform als irgendwie echter zu sehen als das digitale Lesen an einem Lesegerät. Mir fehlen ein wenig die Worte: echter, ursprünglicher, näher am Lesen selbst dran, etc.

Versteht ihr, was ich meine?

non-digitales Lesen 1

Das Rauschen des Papiers, sein Geruch, der Wert des Buches, das Stellen des Buches in ein Regal, das Cover…all dieses Drumherum ist ja beim digitalen Lesen völlig bedeutungslos. Man könnte es reduziert nennen: minimalistischer, futuristischer…

Wo gibt es aber noch Unterschiede?

digitales Lesen 1

Das Lesen des nicht-digitalen Wortes hat mich nach einem Jahr Abstinenz überrascht:

1. Der Orientierungssinn beim Lesen

Der Orientierungssinn beim Lesen ist eine erstaunliche Sache. Ich denke, das ich nicht die einige bin, die nicht ein Buch in einem Rutsch durchliest. Das ist ja auch nicht Zweck eines Buches. Man liest die Geschichte in Häppchen, hört auch, läßt das Buch liegen, fängt wieder an. Wie geht man nun in diesen beiden unterschiedlichen Leseformaten damit um?

Digital
äußerst einfach: das Gerät merkt sich die Stelle des letzten Lesens. Ich pflege mein kindle einfach zu zu klappen (die Schutzhülle zu zu klappen….) und das Gerät schalte sich aus und wenn ich es öffne, fährt es wieder hoch und ich lese an dieser Stelle weiter.

aber das ist noch nicht alles…
Die zu lesenden Worte sind nur auf einer Seite, die auch noch verstellbar wäre, zu sehen. Sprich, ich orientiere mich nur auf einer einzigen Seite beim Weiterlesen…die richtige Stelle in einem so begrenzten Raum ist schnell gefunden…ich lese weiter…

Papier
ich staune…ich lege beim Aufhören ein Lesezeichen zwischen zwei Seiten und klappe das Buch zu. Beim Wiederaufklappen suchen meine Augen die Doppelseiten ab und ich muss gestehen, ich habe den Suchlauf verlernt. Am Anfang stolpere ich öfter, ich brauche länger…wo war ich noch mal? Zwei Seiten abzusuchen überfordern mich, nach nur einem Jahr. Ich brauche 4 oder 5 Unterbrechungen bis ich wieder in meinen alten Rhythmus komme und nun werden Kapitel und die Setzung des Lesebildes wieder wichtig. Beim digitalen Lesen ist das sehr viel unwichtiger: Setzungen oder Kapitel verschwinden in ihrer Bedeutung…wie gesagt, ich staune, damit hätte ich nicht gerechnet.

2. Beim Lesen von Papier ist man technisch unabhängig

Pustekuchen, dass dachte ich auch immer, aber jetzt fällt mir auf, dass ich ja auf elektrisches LICHT zu achten habe beim Papierlesen. Im Schwimmbad lege ich mich mit meinem papierenen Buch in eine dunkle Ecke, klappe es auf und konzentriere mich…arg…da fällt mir auf, dass ich früher immer automatisch auf Lichtquellen beim Lesen geachtet habe. ich sehe mich um und suche mir einen anderen Platz mit einer Lichtquelle. So ist das mit dem Papierbuch ,man ist völlig unabhängig, jaja. Das digitale Lesegerät hat mir das mit dem Lichtsuchen abgewöhnt. Es kommt ja schon mit Licht. Ich habe heimlich unter dem Bettchen meines Kindes gelesen, mit dem blau schimmernden Licht des Kindles und habe mit einer Hand die Kinderhand gehalten mit der anderen das Kindle…mit dem großen dicken Buch geht das nicht mehr…ganz zu schweigen, dass mir unter dem Bett meines Kindes auch die Lichtquelle fehlt.

3. Lesen inkognito

Klar, das Lesen mit einem papierenen Buch ist auffällig. Meine Kinder erkennen, dass ich ein Buch lese. Die Frau in der U-Bahn mir gegenüber erkennt es auch. Sie weiß welches Buch und ich muss es umständlich halten, weil es so schwer und dick ist.

Ein Kindle klappst du auf und es ist da. Lesen wird zu einer viel größeren Häppchen-sache. Es lohnt sich immer und überall und keiner sieht, was du liest. Lesen inkognito.

Natürlich erkennen es auch meine Kinder nicht…und da ist die Frage, ob ich nicht im Sinne des „Vorlebens“ auch mal ein Papier-buch lesen sollte. Am Ende gucken sie, wenn sie älter sind, diesen Blog durch und schütteln bei den Rezensionen den Kopf: , wir wussten gar nicht, dass du so gerne Bücher liest…ja, das könnte passieren.

4. Die Chance der Geschichte

Das ist jetzt auch wieder so ein kleiner Unterschied, der wirklich komisch ist. Beim Lesen eines Papierbuches bin ich mir stehst bewußt, wie viel ich gelesen habe und wie viel noch kommt. Ich bereite mich innerlich auf das Ende vor. Ich gebe der Geschichte am Anfang eine Chance, sich zu entwickeln.

Diesen Aspekt gibt es beim digitalen Lesen nicht. Ein Buch muss mich schnell begeistern, am besten noch während einer kleinen kostenlosen Leseprobe und ich bin vom Ende überrascht, wenn es nicht inhaltlich vorbereitet wird. So kann es durchaus sein, dass ich ein Ende abrupt finde, wenn ich das Buch in digitaler Form lese, denn beim Papier-Buch sieht man es einfach schon kommen: Das gute Ende. Ob das das Schreiben verändern wird? Was, wenn Kapitel unwichtig werden und ein Ende auch inhaltlich gut vorbereitet sein will?

5. Wer weiß, was ein echtes Buch ist?

Ich streiche über die Seiten meines Papier-Buches. Es riecht nach Bibliothek. Ein bisschen muss ich seufzte, denn dieser Geruch ist klar für mich eine Kindheitserinnerung. Ich lese las früher viel aus öffentlichen Bibliotheken. Ich schätze aber auch den Geruch, den Bücher haben, wenn sie ganz druckfrisch neu sind. Herrlich.
Aber irgendwie finde ich das Buch auch gammelig. Ich finde auch, dass es eine Platzverschwendung ist und eine Angeberei, wenn man es als Trophäe im Bücherregal aufbewahrt. Dabei sind diese Bücher nicht besonders kostbar in ihrer Aufmachung.

Früher – und damit meine ich WIRKLICH früher – wurden Bücher von Hand in Klöster geschrieben. Die Anfangsbuchstaben waren Schnörkel und kleine Bildchen. Sie waren wirklich kostbar. Ob sich der alte Mönch, der sein Leben lang Bücher abgeschrieben hat in seiner kleinen Schreiberkammer dasselbe gedacht hat, wie manche Leute in unserer Zeit, wenn sie das digitale Buch verteufeln. Was dachte er, als die ersten Bücher gedruckt wurden? Hat er auch gesagt: Jetzt stirbt das echte Buch…

Was hätte er zu meinem „billigen“ Bibliotheksbuch gesagt? Hätte er es in die Hand genommen und gesagt: Himmel, das ist ja gar nicht Leder! was sind das für graue Seiten! Was ist das für eine hässliche Schrift!

Vielleicht hätte er mich angesehen und mir erklärt, dass ich wohl noch nie in meinem Leben ein wirklich echtes Buch in Händen gehalten habe…

So, wie die Papier-Bücher-Leser es den digitalen Lesern sagen…

Wer weiß…

Welche Erfahrungen habt ihr so gemacht? Welche Form bevorzugt Ihr? Ist euch noch was anderes aufgefallen? Sind euch meine Unterscheide gar nicht aufgefallen? I´m interested!

Ich bin das Ende von Celeste Ealain

Bei diesem Buch habe ich mich verklickt, das heißt nicht ICH habe mich verklickt, sondern kleine Menschen, die mit meinem kindle unbeaufsichtigt gespielt haben. Klick, klick, klick, vielen Dank für Ihren Einkauf. So ein Mist, dachte ich zuerst, und in meinem Wahn, alles aufzubrauchen und nichts zu verschwenden, habe ich es dann doch gelesen.

Celeste, Celeste, Celeste! Der Hinweis, dass dieses Buch nicht für unter 16jährige geeignet ist, sollte man ernst nehmen. Es hat mir bei einer ganz bestimmten Stelle wirklich die Schamesröte ins Gesicht getrieben. Aber, wenn man halt immer Teenagerliteratur gewöhnt ist, so wie ich, der ist bei erotischer Literatur echt aus der Fassung zu bringen. Allein das war es schon wert.

Die Geschichte ist futuristisch-dystopisch-keine Ahnung. Es gibt zumindest Vampire und Menschen, allerdings leben die Menschen versteckt in Höhlen, während die Vampire Blutbanken und Menschenfarmen betreiben. Edrian, der Vampir-Held, ist ein Jäger. Er stöbert Menschen in den entlegensten Winkeln auf und verkauft sie an einen großen Farmbesitzer. So stöbert er auch Sirena auf und verkauft sie. Doch vorher hat er ihr Blut dann doch probiert und er beginnt, danach süchtig zu werden. Da die Sucht ihn körperlich verändert und ihm andere Sinne zu geben scheint, wird auch der neue Besitzer von Sirena darauf aufmerksam und Testreihen werden veranstaltet. Der Farmbesitzer bringt auch edrian als Versuchsobjekt in seine Gewalt. Doch lange kann man ihn nicht aufhalten und er befreit sich – und nimmt Sirena mit. Seine anfängliche Abneigung Menschen gegenüber wandelt sich. Und er hat echte Schwierigkeiten, sich das einzugestehen.

Die Erzählperspektive wechselt in kurzen Abschnitten hin und her. Manchmal erfährt man, wie eine Situation von beiden Blickwinkeln gewirkt hat und die Sprache ist trotz des unliterarischen Anspruches wirklich gut. Celeste schreibt ja auch in deutsch und manchmal merkt man es so einem Buch schon an, ob es übersetzt worden ist oder nicht. Ich mochte es echt, obwohl es mir auch ein bisschen peinlich ist, dass ich es mochte. Noch peinblicher ist es mir, dass ich ein anderes Buch der Autorin grad lese. Eines mit Raumschiffen. Abgefahren, Raumschiffe kamen in meinem Leseleben noch nie vor….

„Zwischen ewig und jetzt“ von Marie Lucas

Ich kann jetzt eigentlich gar nichts dazu sagen. In dem Buch steht über die Autorin folgendes:“ Marie Lucas liebt Geheimnisse, Schlittschuhlaufen und ihren Hund. Sie lebt in Berlin und Hannover, schreibt ihre Bücher aber am liebst in einer kleinen Hütte irgendwo in den Bergen.“ ….während sie mit ihren Eltern in den Sommerferien ist. Marie Lucas ist nämlich 12 Jahre alt, so denke ich es mir zumindest. Und sie findet alles an Jungs und Mädchen wichtig, was Zwölfjährige wichtig finden. die Art, wie sie sich anziehen, wie viel Geld sie haben, wo sie wohnen und wie sie ihre Haare tragen. Dazwischen gibt es eine kleine Geistergeschichte, die sich absolut nicht hält. Wenn man über die Autorin bisschen recherchiert, dann sieht man, dass sie nicht 12 ist, dafür durchaus eine Tochter in dem Alter haben könnte. Vielleicht ist auch das der Fehler. Sie denkt, dass das Mädchen denken und wichtig finden – vielleicht tun sie das auch, keine Ahnung. Ich habe mich in meiner Pubertät durchaus für spannender gehalten.

Julia, die wunderschöne Hauptfigur….

…verliebt sich in den beliebten Jungen

…verliebt sich in den Außenseiter

…sucht den Mörder ihres Vaters

…sucht das Testament ihres Vaters

…kämpft gegen einen Dämon

Alles auf einmal und doch nichts richtig. Ich hätte mir so gewünscht, dass es mal eine Schattierung gibt oder dass das Ende bisschen spannend wird. War`s aber nicht. Gott sei dank war´s schnell vorbei. Wie Julias erstes Mal….

 

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