Jahr: 2017 (Seite 3 von 5)

Wickelunterlage für unterwegs nähen 

Ich bin eine Pinterella – also jemand, der sich gerne mal bei Pinterest vom schönen Schein inspirieren lässt und gleichzeitig genau weiß, dass er nie und nimmer alles umsetzen kann, was auf seinen Pinnwänden mit schmucklosen Namen wie *Nähen*, *Garten* oder *Kindergeburtstag* so herumgepinnt wurde.

Ha, das habe ich schon umgesetzt: Eine Wickelunterlage.

Großartiges Teil, weil ich mein drittes Kind eh nur mit mir herumziehe und so die Wickelsachen kompakt verstaut habe.

Hauptsächlich habe ich mich an diesen Vorschlag gehalten. Der Baumwollstoff, den ich dazu benutzt habe, ist ein Dekostoff aus unserem allseits beliebten schwedischen DIY-Möbellager und dafür bestens geeignet. Sollte ja alles ein bisschen was aushalten können und sich auch problemlos waschen lassen.

Die Auflage habe ich aus einem Spucktuch genäht. Es sind mehrere, damit ich nicht immer die ganze Unterlage waschen muss, sondern nur den Stück Stoff, auf den das Baby wirklich drauflegt. Mit Snaps- Knöpfen habe ich die Unterlage mit der jeweiligen Auflage verbunden.

Wie das Original-Schnittmuster zeigt, kann man die Wickelunterlage zusammenfalten. Die verschiedenen Taschen sind  dazu da, um Windeln, Creme, Fruchttücher und Co. zu verstauen.

Zuerst die Taschen einklappen, dann unten und oben auch. 

Dann nochmal und mit einem Klett zugemacht. Genial.

Dieser Beitrag wird verlinkt mit Kiddikram im August 2017, Made for boys, Sew Mini  und dann noch zum Crafting Café.

Zu Hochzeiten wird Geld verschenkt

Das Baby hat dafür gesorgt, dass wir von den drei Hochzeitseinladungen diesen Sommer zwei sausen lassen mussten. Noch im Krankenhaus liegend, musste mein Mann zu der dritten alleine hingehen.

Was halt so alleine heißt bei uns die Tage.

Mit 2/3 der Kinder halt hingehen.

Hier am Land gibt es Frauen, denen sträuben sich die Nackenhaare bei Hochzeiten, weil *de so deier san* (weil die so teuer sind)

Versteh ich ja nicht. Obwohl Geldgeschenke jetzt auch bei modernen Stadt-Hochzeiten üblich sind, aber dann habe ich mir mal erzählen lassen, was an den großen Bauernhochzeiten im Voralpenland zwischen Bad Tölz, Bad Heilbrunn, Garmisch und Tegernsee so teuer sein soll.

Mahlgeld wird veranschlagt. Zu dem üblichen Geldgeschenk zwischen 50-100 € kommt das Mahlgeld, das schon auf der Einladungskarte steht. Der Gast zahlt seine Mahlzeit selber. Keine Ahnung, wie das taktvoll eingesammelt wird.

Irgendwann kommt das *Braut vaziang*. Ein kleinerer Brautraub also.

Ich selbst als Braut wurde auch geraubt und saß in der Pracht meines Hochzeitskleides unter einem Kastanienbaum auf dem Viktualienplatz. Schnaps wurde auch getrunken. Ein bisschen. Es war ein sonniger Tag. Ich erinnere mich gerne.Manchmal laufe ich über den Münchner Viktualienmarkt und denke daran.

Das *Braut vaziang* wird hier meiner Bauernhochzeit-Quelle nach mit Wein begossen und findet wohl eher in der Kegelbahn der Gaststätte statt. Der Wein dabei zahlen die Brautleute nicht. Das zahlen die Gäste selber und im dusligen Licht der Kegelbahn wird der Nachmittag schnell zu einem handfesten Saufgelager. Das kann wirklich schnell teuer kommen. Dazu kommen Trinklieder. *Wer im Januar geboren wurde…sauf aus sauf aus sauf aus* Glück, wer da im Dezember erst Geburtstag hat. Genug Zeit, um zu verschwinden.

Und dann, dann wird noch für eventuelle Kinderkleidung Geld eingesammelt.  Meine Quelle nannte das *Diachalgeld*. Das geht selbst mir zu weit. Aber mit einer Hochzeit sollte man Gewinn machen. Und mir wird klar, warum nicht alle über Hochzeitseinladungen glücklich sind. Allein die Tracht, die man zu tragen hat, kann einem teuer kommen.

Die dritte Hochzeit bei uns war keine Bauernhochzeit, sondern eine städtische. Zu der eine Aufmerksamkeit in Form von genügend Scheinen nötig war und kein Mahlgeld, Brautgeld, Weingeld oder Kinderkleidung.

Was für Bräuche rund ums liebe Geld kennt ihr auf Hochzeiten?

Dieser Beitrag wird verlinkt auf Creadienstag.

Samstagskaffee

Zwischen 2014 und 2015 habe ich mal an einer wöchentlichen Blog-Plauderrunde teilgenommen. Jeden Samstag sollte man sein Getränk fotografieren und ein paar Gedanken zur Woche dalassen. Ich vermisse dieses Ritual immer noch.

Ohne Verlinkung und große Publikum ist jetzt mein neuer Samtagskaffee, denn keiner hält mich davon ab, dieses Ritual einfach wieder aufzunehmen.

Die Kinder dürfen Samstag morgen mit dem Ipad spielen, das Käferle knuddelt mit dem Papa und die Sonne schaut auch wieder raus. Zeit, über die Woche nachzudenken.

Ich bin für 4 Wochen Säugling ziemlich unterwegs: Spielnachmittag bei einer Freundin mit den Jungs, Abschiedsgottesdienst im Kindergarten, der Versuch, einkaufen zu gehen
Klar, ist auch nur ein Säugling zu wickeln und zu stillen und nicht zwei. Aber dafür ist er viel anspruchsvoller, was meine Zeit und Kapazitäten angeht. Ein Baby rumzutragen, ist schließlich möglich – bei Zwillingen stellen sich viele dieser Fragen gar nicht. Dennoch, trotz wenig Schlaf und vergessenen Pin-Nummern bin ich sehr zufrieden mit unserem Start.

Dabei vermisse ich auch meine Stadt. Kinder sollten ja auf dem Land aufwachsen, haha. Die Realität zeigt: Die ganze Zeit ist man im Auto unterwegs. Klar, ich fahre auch mal zum Tegernsee für einen Schwimmkurs, also der Radius der möglichen Aktionen ist viel größer und ich lebe praktisch mit Ersatzklamotten, Regenschirm und Flip-Flop-Ersatz in meinem Auto – aber manchmal vermisse ich es, einfach vor die Tür zu treten und zu Fuß einkaufen zu gehen – Ohne den ganzen Aufwand dazwischen. Mal schnell noch ein Brot besorgen oder eingelegte Oliven. Gut, dafür wachsen bei uns im Garten jetzt Gurken und ich schneide zum Abendessen oft eine ab, aber ich werde nie die Stadt in mir völlig verlieren. Bei allem Negativen fällt sie mir sofort wieder ein. Und ich bin mir fast sicher: Irgendwann einmal kehre ich in eine Stadt zurück.

Aber zurück zu unserem Start mit drei Kindern. Mittags hole ich die Zwillinge schon vom Kindergarten ab. Ich bin wie alle Mütter überall unzufrieden mit dem angebotenem Essen und dann, ja dann finde ich es auch schön, die beiden Nachmittags hier zu haben. Dabei ist das gar nicht ganz richtig. Ich schaffe es gar nicht, die Kinder abzuholen. Mein Mann macht das und arbeitet nach dem Mittagessen dann weiter. Die Kinder liegen halb auf dem Weg und halb ist es ein irrer Umstand, aber nach 4 Wochen lässt sich das Baby nicht so leicht in Zeitpläne pressen. Wie gesagt, es ist schon mit allen Sinnen und Bedürfnissen angekommen. Es braucht einfach Zeit.

Die beiden Großen spielen auch nach dem Kindergarten gut alleine. Manchmal gibt es doch ein Gesellschaftsspiel, aber meistens verziehen sie sich mit den Lego-Sachen in eine martial-arts-Ninjago-Welt. In drei Wochen hat auch der Kindergarten Ferien und damit sind sie nach dieser Zeit Vorschulkinder.

Da bin ich echt froh drum, dass die Vorschulkinder dieses Jahrgangs jetzt dann weg sind. Diese großen Jungs und Mädels sind am Ende des Frühlings immer so überreif für die Schule. Manchmal bedauere ich es, dass unser Schulsystem keine halbjährlichen Schul-Starts zulässt. Die hängen dann pöbelnd im Kindergarten rum und machen den Kleinen das Leben schwer. Ich glaube, meine werden nächstes Jahr genauso unmöglich sein, aber jedes Problem zu seiner Zeit.

Wenn ich das so durchlese, dann merke ich, wie sehr mein Fokus auf Kindern liegt. Geht es allen gut? Gibt es was zu tun? Was zu waschen? was zu kochen? Und noch mehr erstaunt es mich, dass mich diese Gedanken nicht unbedingt unglücklich machen. Im Gegenteil.

Gute und schlechte Serien auf Amazon Prime

Amazon prime und ich – wir haben sowas wie eine Beziehung. Immer wieder blättere ich durch die Serienvorschläge und sehe mir das eine oder andere an.

Meine Ansprüche an Serien sind simpel. Ich mag SF, ich mag Endzeit, ich mag Zombies oder Geheimnisse. Oder beides. Ich mag aber auch FBI-Fälle mit Mord und Totschlag.
Soviel zum Inhalt.

Ich mag aber auch Serien, deren Folgen irgendwie abgeschlossen sind. Ein *Monster of the week*, sozusagen. Aber dabei ist es die große Kunst, doch einer übergeordneten Geschichte zu folgen.
Soviel zur Technik.

Einer der erfolgreichsten SF-Serien aller Zeiten ist gerade auf amazon prime zu sehen:

Supernatural erzählt die Geschichte zweier Brüder: Dean und Sam Winchester. Die beiden reisen durch die USA, um Dämonen, Vampire und Geister zu jagen. Geleitet werden sie dabei durch das Tagebuch ihres Vaters, der seitdem seine Frau einem Dämon zum Opfer gefallen ist, seine beiden Jungs zu Jägern ausgebildet und alles Wissenswerte in dieses Tagebuch geschrieben hat. Die übergeordnete Geschichte ist hier die Jagd auf den Dämon, der Mama Winchester einst ins Jenseits befördert hat. Dazwischen gibt es pro Folge immer eine in sich geschlossene Geschichte, die auch nie völlig platt daher kommt. Man bemüht sich, mehr als drei Wörter über den Hintergrund des Bösen zu verlieren. Dabei wird die Serie von Staffel zu Staffel immer komplexer, Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und das Übernatürliche bekommt immer mehr biblische Züge – was der Spannung keinen Abbruch tut.

Daneben ein ähnliches Serienkonzept: Grimm. Die Jäger hier sind die letzten der Familie, die einst als die Märchensammler berühmt geworden sind. Nur haben jene die Märchen nicht gesammelt aus reiner Freude an den Geschichten, sondern es ist eigentlich Recherche – man jagt hier nämlich Märchenwesen: der böse Wolf, Hexen, lauter so ein Kram. Auch hier gibt es ein *monster of the week*, aber leider sehr lieblos gestaltet. Die Spezialeffekte scheinen wichtiger als die Figuren zu sein. Das Übernatürliche hat von Beginn an keine Tiefe. Stirbt die einzige familiäre Bezugsperson der Hauptfigur in einer Folge, ist in der nächsten nichts mehr davon zu spüren. Man hechelt durch die folgen durch – unspannend und oberflächlich – absolut nicht sehenswert.

Die Serie *lie to me* umfasst nur 3 Staffeln, die leider kontinuierlich schlechter werden – trotzdem sollte man sich Staffel 1 unbedingt anschauen. Diesmal keine Monster, sondern ein sogenannter *Lügenexperte*. Dr. Lightman erkennt in den *Mikroausdrücken* seiner Gesprächspartner sofort, ob derjenige die Wahrheit sagt. Ein spannendes Konzept, das wirklich Spass macht. Lightman ist sich seiner Sache dabei auch noch so sicher, dass er selber ein großer sozialer Kotzbrocken sein kann. Zwischen Arroganz und Überheblichkeit löst er Fälle des FBI oder nimmt Anfragen privater Auftraggeber an. Unterstütz wird er dabei von einem interessanten Team. Allerdings übertreibt die zweite Staffel dann und überspannt den Bogen: Lightman gerät immer wieder in Todesgefahr, die Fälle werden unübersichtlich und es fehlt eine große Hintergrundstory. Es bleibt nichts an Spannung übrig – die großartige Idee zerfällt. Trotzdem. Staffel 1 ist toll.

Ein Klassiker unter den Serien ist Homeland. Nachdem man jetzt die Staffel 6 auf amazon kaufen kann, sind die ersten 5 Staffeln in prime enthalten und somit für Prime-Kunden kostenlos anzusehen. Ich finde, dass das Intro (so verspuhlt es zunächst ist) am besten die erste Staffel zusammen fasst: Im Zentrum steht die CIA-Agentin Carrie Mathison, die mit einer bipolaren Störung zu kämpfen hat und damit gleichzeitig verrückt und genial ist. Genial ist ihre Fähigkeit, Zusammenhänge zwischen Ereignissen zu erkennen, verrückt wirkt das auf ihre Umwelt, die sich oft von Klischees täuschen lässt. Die Geschichte geht kontinuierlich weiter und man kann wirklich kaum eine Folge verpassen – kein Monster der Woche. Die Geschichte sieht man auch andeutungsweise im Trailer: Im Labyrinth steht der Soldat Brody, der 8 Jahre lang im Irak verschollen war und schon längt für tot erklärt wurde. Als Heimkehrer wird er von der ganzen Nation als Held gefeiert – nur Carrie glaubt nicht an seine weiße Weste. Sie läßt ihn auf eigene Faust überwachen und fördert Dinge zutage, die jenseits von einem strikten Schwarz/weiß Denken liegen. Absolut sehenswert.

Unreal läßt uns hinter die Kulissen einer Dating/Bachelor- Fernsehproduktion schauen und damit wahre Abgründe. ich habe die erste Staffel echt gerne verfolgt, habe aber bei der zweiten die Lust verloren. Ich finde, man kann die erste Staffel gut mal anschauen. Sehenswert.

Mit dieser Serie tue ich mir echt schwer. Ich meine, schaut euch den Trailer an: tolle Effekte, eine mysteriöse Geschichte, nichts wirkt billig gemacht. Aber trotzdem verlor ich die Lust daran – bereits irgendwann in Staffel 1. Die Charaktere bleiben irgendwie formlos, Handlungen werden aufgebaut und verlieren sich dann im Nichts. ein Beispiel: Eine Kellnerin wird von ihrem Psycho-Ex tagelang in einen Bunker eingesperrt. Wir verfolgen es, und verfolgen es und dann – dann ändert es weder ihren Charakter, noch den Lauf der Geschichte, noch seinen Charakter, eigentlich bringt es serientechnisch überhaupt nichts….so geht das mit vielen Details. Und ich habe keine Lust mehr, zuzugucken. Ging es jemanden ähnlich?

Die Flut, die Alge und ein drittes Kind

Ja, das war eine lange Pause. Fast über einen Monat kein Wort ans weite weite Internet. Aber dafür gibt es natürlich wie immer gute Gründe.

Es wurde hier nämlich ein Baby geboren.

Ja, jetzt sind es drei Kinder. Zwillinge mit inzwischen stolzen 5 Jahren und ein kleiner Käfer, um die Crew komplett zu machen.

Wenn man den Partner für´s Leben gefunden hat, dann sind ja innerhalb so einer Partnerschaft bestenfalls zwei Menschen. Na ja, kommt wieder darauf an. Gibt auch Partnerschaften mit mehr als zwei Menschen, aber das führt jetzt zu weit. Kommt ein Kind dazu, wird es zu einer Familie – doch jetzt, und das merken wir hier sehr wohl – sind wir nicht mehr zwei und zwei, sondern die Kinder sind uns zahlenmäßig überlegen.

Kinder sind wie Wasser. Schlupfen durch alle Nischen, schäumen sich in Rage, plätschern vor sich hin, überwinden jedes Hindernis und sehen doch meistens völlig harmlos aus. Fast harmonisch still, wenn man sie photographiert. Drei Kinder können wie eine Flut sein. Zack und weg. Ertrunken im Chaos des Augenblicks.

Bist du wie ein störrischer alter Baum, der denkt, dass es immer schon so war und deswegen muss es jetzt auch so sein. Hast du richtig tiefe Wurzeln und glaubst nicht daran, dass diese Kinderflut dir irgendwas antun könnte – tja, dann knickst du um.

So einfach ist es.

Nichts läuft so, wie du dir das erdacht hast. Stur einem Plan zu folgen, das nützt gar nichts mehr. Klar, du kannst so grobe Eckpunkt haben – Essen, schlafen, duschen.

Ansonsten musst du dich den Elementen anpassen und eine kleine Alge im Wasser werden. Lass dich hin und hertreiben – reg dich nicht auf. Pass dich an – am Ende wirst du sowieso am Strand landen. Hauptsache, du stellst dich nicht gegen die Flut.

Gut, das ist natürlich übertrieben, aber ich stelle mir oft vor, eine Alge im Wasser zu sein. Ich versuche, mich nicht aufzuregen, wenn was nicht nach meinen Plan läuft. Ich versuche, keine Energie an Dinge zu verschwenden, die ich eh nicht ändern kann.

Das ist und war ein langer Weg bis dahin. Manchmal gelingt es mir nicht. Manchmal schon.

Ein Beispiel.

Heute war Musikschule. Einer meiner älteren Söhne möchte da immer ganz besonders pünktlich abgeholt werden. Die Kinder kommen vom Keller rauf und die meisten Mütter sitzen dann schon oben und warten. Mein Sohn wünscht sich auch, dass ich oben sitze und warte. Das gelingt mir nicht immer.

Heute hatte ich aber den Mega-Plan: ich wollte vorher mit dem Säugling zum Einkaufen fahren und dann – natürlich pünktlich – zur Musikschule zu kommen. Ich fuhr los – früh genug. Mein Baby wacht aber auf, als ich es vom Auto raushole. Aufwachen heißt noch essen. Also baue ich den ganzen Kinderwagen am Parkplatz des Supermarktes zusammen. Und setzte mich dann wieder auf den Beifahrersitz, um zu stillen.

Er schläft tatsächlich dann die ganze Penny-tour durch.  Am Kassenband habe ich – wichtig, weil ich nix gekocht habe – das Essen so schon hingelegt, dass ich die Dinge, die ich jetzt direkt zu den Großen mitnehme, bereits oben im Kinderwagen verstauen kann. Alles läuft. Hinter mir eine Riesenschlange. Die Kassiererin ist nicht die schnellste. Läuft trotzdem noch.

Ich verstaue alles, zücke meine Karte und  – gebe die Geheimzahl falsch ein. Ich muss mich konzentrieren, aber es wird nicht. Es wurde auch nix mehr. Mein permanenter Baby-Schlafmangel hat diese Information gelöscht. Ich fühle direkt das Loch in meinem Kopf. Ein Nebel aus Stilleinlagen, Kopfläusen und Geburtstagswünschen.

Meine Karte ist jetzt gesperrt. Normalerweise wimmelt es in diesem Kack-Dorf-Supermarkt immer von Müttern, die ich kenne und vielleicht anschnorren könnte, aber heut natürlich nicht. Ich gebe meinen kompletten Einkauf zurück – unter den zischenden Augen der Kassiererin. Die zischen wirklich. Sie rollt und rollt und ihre Kollegin rollt auch. Habe schließlich Sachen besorgt, bei dem die Kack-Kühlkette jetzt unterbrochen ist.

Aber ich bin fast erstaunt. Ich ärgere mich gar nicht. Weder über mich, noch über die zischenden Augen, noch über die wartende Schlange, die mich beobachtet. Das Baby schläft nämlich immer noch, mein Sohn wird pünktlich abgeholt. Ich bin eine Alge. Gut, das Chaos war total selbstgemacht. Das Chaos ist immer müttergemacht. Kinder machen kein Chaos. Sie haben nämlich keine Ahnung, wie es eigentlich sein sollte. Trotzdem hat es kein  Kind schließlich veranlasst, dass ich mich nicht mehr an meine Geheimzahl erinnere. Trotzdem ist es typisch für diese Tage. Wenn was klappen soll, klappt es nicht. Wie ein Gelassenheit-test…Neee, bringt mich nicht um. Next round.

Solange das Baby schläft, ist eh alles gut. Solange das Baby isst, ist alles gut. Solange die Zwillinge sich wegen was den Ast ablachen, ist alles gut.

Ich packe also mein Baby wieder in das Auto, klappe den Kinderwagen auseinander, zusammen, mache ihn klein, verstaue ihn auch und fahre zur Musikschule.

Jetzt muss ich essentechnisch improvisieren, was in modernen Haushalten ja Nudeln mit Butter bedeutet, aber es gab tatsächlich auch Tomaten – die Zwiebeln sind mir nur verbrannt, weil einer der Zwillinge nur unter heulenden Protest seine Kindergartentasche aus dem Auto holen wollte. Aber ich kann hier nicht alles machen. Irgendwann müssen halbe Vorschulkinder ihre Sachen auch selber tragen. Aber es war trotzdem kurz ein Drama deswegen ausgebrochen. So geht das ewig weiter. Und ich bin eine Alge.

Passt auch, hat schließlich auch die ganze Zeit geregnet.

Am Ende hat mein Mann nach seinem Termin noch einen Haufen Essen aus dem Supermarkt geholt. Ein Jäger. Das ist auch Liebe.

Joghurtbombe

Ganz ehrlich, ich mag die Frauen aus dem Alpenland. Im Prinzip schütteln die nämlich mit Thermomix und kitchen aid ausgestattet gerne mal eine Sonntagstorte aus dem Ärmel. Oder laden zum üppigen Frühstück ein. Man darf sich da nur nicht unter Druck setzen lassen. Tue ich auch nicht. Wer mich einlädt, der bekommt vielleicht ein besticktes Geschirrtuch oder mal nen Sandkuchen oder so. Ich bin nämlich weit entfernt von den Primabella-Köchinnen, aber noch ist das nicht so aufgefallen (hoffe ich). Ich schätze vor allem eine beliebte Frühstücksgabe hier: die Joghurtbombe. (an dieser Stelle möchte ich den italienisch-bayerischen Kaffeetisch, der Bad Heilbrunn für das letzte Kaff auf Gottes weiter Erde hält, ausdrücklich danken)

Und die ist so einfach zu machen, damit habe selbst ich schon Pfingstsonntag bei der Horde Besuchskinder geglänzt.

Joghurtbombe

500 g Joghurt

60g bis 120 g Zucker

Vanillezucker

2 Becher Sahne

Selbst wenn man beim Zucker deutlich variieren kann, das da bleibt eine Nachspeise…bisschen wie Schokolade zum Frühstück.

Am Abend schlägt man die Sahne steif und rührt sie unter den Joghurt mit dem Zucker. Man kann auch einen Spritzer Zitronensaft dazutun. Danach füllt man die Masse in ein mit einem Geschirrtuch ausgelegten Sieb und lässt die Flüssigkeit über Nacht im Kühlschrank abtropfen. Der Joghurt wird dann wie Fruchtzwerge steif und läßt sich am nächsten Tag *kippen*. Mit Früchten dekoriert ist man der Held am Kaffeetisch – oder am Kindertisch.

 

Medienkonsum bei Kindern: vielleicht mehr WAS als weniger WIE LANGE

Öfters schon habe ich hier über meine Kinder gesprochen. Über Schlafgewohnheiten oder Ipad-Nutzungen und Iphones. Dieser ganze Technikkram schient sowieso einer der Herausforderungen unserer Zeit zu sein. Vor allem, wenn es um Erziehung geht. Meine Kinder werden jetzt dann 5 Jahre. Wie viel Technik sollte ein 5jähriger kennen?

Ganz ehrlich – ich glaub, dass kommt auch auf das Kind drauf an. Es gibt Kinder, die sind vom Internet genauso beeindruckt wie unsere Generation von Flugzeugen  – mei, schon schön, aber war doch schon immer da. Schulterzucken. Und es gibt Kinder, die setzen sich vor Fernseher, Tablet oder Handy und sind total fixiert. Zombiebabys. Unansprechbar. Großes Geheule, wenn das Ding wegkommt.

Bei Zwillingen ist es ja das Schöne, dass man meistens verschiedene Varianten von Kindergehabe hat. Gleichzeitig. Ich hab einen kleinen Medienjunkie und eine gemütliche Hörbuch-Kinderbuch-Ausgabe.

Diese beiden zusammenzubringen, wird alle paar Monate mal ausdiskutiert. Es ging von totalem *Es gibt kein Ipad unter der Woche* bis zu *Spielen auf dem Ipad mit Papa abends*. Von *Ein Film am Sonntag* zu *mal abends vor dem Fernseher lümmeln*

Im Moment geht es mir immer weniger um das *Wie lange* sondern eher um das *Was*. Vor allem, weil sie bei schönem Wetter wirklich den ganzen Tag draußen sind. Und da ist es eher so, dass ich zusehe, dass sie dann gegessen haben und Zähne geputzt sind, bevor sie irgendwo in einer Couchecke einschlafen.

Jetzt gibt es natürlich viel Mist am Vorabend. Aber vielleicht sollte man mal auf die Nischenprogramme gucken. Arte, zum Beispiel. Arte zeigt gegen halb sieben meistens irgendeine Naturdokumentation. Große Walfische im tiefblauen Meer mit einer beruhigenden Erzählerstimme. Und zack, mein Hörspiel-Kind pennt schon.

Es gibt auch schöne Regionalsender. In Bayern den Bayerischen Rundfunk mit sehr gemütlichen Abendprogrammen. Da gehts dann um irgendwelche Marathonläufe oder so.

Ich wollte damit nicht sagen, dass meine Kinder jetzt nur naturnahe Dokus ansehen. Sie kennen den ganzen Kinderquatsch und natürlich sehen sie sich das an. Manchmal schnappen sie sich das Ipad und gucken am Samstag morgen. Gut, ist halt so. Passiert auch nicht immer. Passiert aber auch.

Vielleicht muss man als Eltern auch einsehen, dass es bei Thema Medien keinen Status quo gibt, sondern es immer im Fluss ist. Und vielleicht sollte man auch zulassen, dass man sich auch auf ne Couch kuscheln kann und einen Walfisch beobachtet. Auch wenn man lieber seine Crime-serie guckt. Kompromisse können vielfältig sein.

 

David Hunter Reihe: Totenfang von Simon Beckett

Reden wir über Bücher. Gute Bücher. Ich lese immer noch – doch immer seltener finden diese ihren Weg hierher. Doch das hier – das muss man mal erwähnen

David Hunters 5.Fall

Vor über 10 Jahren startete die Reihe um den britischen Forensiker Dr. David Hunter – eine Art Berater der Polizei, der als Rechtsmediziner und Experte für Verwesungsprozesse zu heiklen Mordfällen hinzugerufen wird. Dabei geht es sehr detailliert um Leichen und Leichenteile, Fliegen und Gase.

Diesmal also geht es um kalte Leichen im Wasser einer unwirklichen Küstengegend Großbritanniens, den sogenannten Backwaters. Die Stimmung ist modrig, kalt und manchmal stürmisch. David Hunter wird zu der Bergung einer Wasserleiche gerufen. Wer der Tote ist, scheint zunächst klar zu sein. Ein reicher Sohn hat sich umgebracht. Und seine Geliebte gleich mit. Hunter ist schon wieder auf dem Rückweg, da zwingt ihn eine Autopanne doch noch zum Bleiben. Gerade lange genug, um einen treibenden Fuß zu finden – der alles nochmal aufwirbelt. Und sehr langsam fügt sich das Bild um die Toten aus dem Wasser.

Oftmals habe ich in dieser oder jener Rezension gelesen, dass dieser neue Fall den Leser nicht so mitreißt wie die alten Fälle. Ich sehe das jetzt nicht unbedingt. Klar, es gibt Elemente, die sich in der Reihe wiederholen. Zum Beispiel, dass David Hunter es immer schafft, unbeteiligt sein zu wollen und sich dann doch mittendrin zu befinden. Er ist immer derjenige, der die Geschichte weiterbringt – wobei, das gehört sich doch wohl auch so für eine gute Hauptfigur. Natürlich ist das eine Geschichte. Eine, die man gut lesen kann.

Ich werde mich jetzt mal wieder an Band 1 machen. Ich möchte die Reihe sozusagen nochmal von vorne beginnen, um zu sehen, ob ich mich wieder daran erinnere oder nicht und ob die Kritik an diesem Band wirklich zutrifft. Ich habe die Bände nämlich vor wirklich vielen Jahren nur als Hörbuch gehört und entsinne mich nur wage.

Lesen gehört doch zum Sommer wie stricken zum Winter.

Löwenzahnsirup selber machen

Lange ist es still gewesen auf diesem Blog. Das hat natürlich Gründe – aber, ganz ehrlich, ist auch egal. Man darf sich von seinem eigenen Hobbys schließlich nicht unter Druck setzen. Die Welt setzt einen schon genug unter Druck – das kann man selber auch sein lassen.

Deswegen zum Wiedereinstieg mal was Leichtes für zwischendurch.

Der Löwenzahnsirup

Löwenzahnsirup ist sehr spannend – vor allem für Kinder. Dabei handelt es sich um Löwenzahnblüten, die man mit einem Liter Wasser zu einem Sud kocht. Wirklich nur die Blüten, sonst wird das eine bittere Angelegenheit.

Danach wird der Sud mit 1 kg Zucker und Zitrone geliert. Ich würde das nächste Mal mit 500g normalen Zucker und 500g Gelierzucker arbeiten. Die Zuckersoße muss nämlich extrem lange köcheln – so 5/6 Stunden, bis da mal was fester wird.

Jetzt haben wir einen schönen Honigersatz im Haus – wobei ich ihn am liebsten zum süßen von Tee verwende. Sommerlicher Eistee ist damit bestimmt eine Wucht.

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