Jahr: 2014 (Seite 1 von 12)

Die TV-Serie „Outlander“ bei amazon zu kaufen

SchneelandschaftVor einiger Zeit habe ich über die Highland-romane von Diana Gabaldon geschrieben –Klick– und in meinem Artikel erwähnt, dass ein amerikanischer Privatsender die Romanvorlage nun in einer Serie verarbeitet hat. Zuerst war ich sehr skeptisch und habe mich über das Verschwinden der You-tube-Fanvideos zu dem Roman in den hinteren Reihen der Suchergebnisse ein bisschen geärgert. Jetzt habe ich bei unserem Internetriesen amazon die Serie als Videostream entdeckt und konnte nicht widerstehen….

Man kann die 1.Staffel also jetzt in einzelnen Folgen bei amazon instand video unter dem Titel „Outlander“ für unter 3 € pro Folge kaufen. Die Handhabung ist denkbar einfach: das Wort OUTLANDER bei amazon suchen, draufklicken, kaufen, vielleicht irgendeine vorgeschlagene Software runterlasen und ansehen. Die erste Folge kann nicht schaden, der Recherche willen, dachte ich mir und habe meinen Weihnachtsgutschein für amazon gleich mal aktiviert. Bei Vox soll die Serie im Frühjahr laufen, aber die Übersetzung schreckt mich. Auch wenn ich nicht alles verstehe, der schottische Akzent ist schon irgendwie schön.

Welch wunderschönes Intro!

Die ganze Staffel hat nur 8 Folgen und erzählt die Geschichte langsam und detailliert. Ich erkenne das Buch in großen Teilen wieder. Da erst in Folge 7 geheiratet wird, ist wohl allen Kennen der Materie klar, dass es am eigentlichen Beginn der Romanze auch wieder aufhört. Viel wichtiger ist zu Serienstart erst einmal die Verzweiflung Claires über die ungewollte Zeitreise und ihr Versteckspiel in den Reihen des MacKanzie-Clans, ihr ständiges Anecken beim Dorfpfarrer und ihre Kenntnisse als Krankenschwester, die sie zur Heilerin werden läßt.

Die Bilder sind schön gemacht, pathetische Großaufnahmen, schottischer Akzent, matschige Straßen, authentische Kleider. Die Fernsehbilder wollen wie das Buch nur ein bisschen verzaubern – und das gelingt. Ich bin sprachlos und schaue mit meinem Kaffee heute zwischen den Jahren auf die verschneite Landschaft. Ideal für ein bisschen Highlandzauber.

Weihnachten..und weg…

Drück mal kurz auf PAUSE

Ganz im Sinne des non-digitalen Geist der Weihnacht drücke ich mal auf Pause im Blog und wünsche allen Lesern und Mitbloggern ein schönes Weihnachtsfest. Ich melde mich wieder. Bald.

{Brettspiele} Einfach genial – gerade auch für nur zwei Spieler

Einfach genial 2Unsere Nächte sind verrotzt, der Mittagsschlaf droht zu kippen, da unsere Jungs einfach nicht mehr so viel Schlaf brauchen und alles in allem ist die Vorweihnachtszeit immer wie eine Lunte, die in Wunderkerzenmanier einfach mal abbrennt und mich persönlich immer ausbrennt. Als ob die Welt am 24sten untergehen würde…

Deswegen freut es mich immer, wenn wir es doch schaffen, ein paar Stunden Ruhe und Zweisamkeit hier einkehren zu lassen.

Mitgebracht habe ich euch ein Spiel, das wir von der Stadtbibliothek ausgeliehen haben und das sich wirklich sehr gut auch zu zweit spielen läßt..grad wenn man auf abstrakte Spielvarianten steht.

Erschienen ist es bei Kosmos unter dem simplen Titel Einfach genial

Einfach genial 1Das Spielprinzip ist irgendwie bekannt, aber schön umgesetzt: Man hat verschiedene Farben und setzt diese im Spielbrett an. Setzt man ein Farbblättchen, so kann man den dazugehörigen Farbstein auf seinem Zählbrettchen weiterschieben. Wie viele Punkt man pro Zug erhält, kommt darauf an, ob man gleiche Felder trifft oder nicht und wenn ja, wie viele.

Ein hübsches Spielchen, um mal bisschen den Kopf durchzulüften.

{Samstagskaffee} Puppen für Jungs

Samstagskaffee mit der PuppenfrageIch habe Kinder. Diesen Kinder gebe ich Sachen in die Hand, mit denen sie spielen dürfen. Manchmal sind es Dinge, die mir gehören. Manchmal sind es Dinge, die die große weite Industrie für Kinder in ihrem Alter entwickelt hat. Spielzeug eben. Alle diese Dinge sollen zwei Sachen erfüllen:

1. Es soll ihnen Spaß machen.

2. Sie sollen irgendwas lernen.

Die meiste Zeit erkenne ich nicht, was sie jetzt genau lernen sollen, sprich, meine Geschenke folgen keinem Lern-masterplan. Ich sehe, was ihnen Spaß macht und dann gebe ich Ihnen Dinge, die dazu passen (oder sie suchen es sich selbst)

Wenn Kinder jünger sind, dann sind das für Mädchen und Jungs die gleichen Sachen. Steckwürfel, Mamas Schlüsselanhänger, Holzpuzzelspiele, Wasserfarben.

Jetzt langsam fängt es aber an, dass die Spielzeuge nach Geschlecht aufgeteilt werden. Dabei sind die Spielsachen für Jungs (Bagger, Autos, ect.) oft neutral in Farben und Formen. Ein Feuerwehrauto in klein sieht halt aus wie ein Feuerwehrauto in groß. Was soll man da auch rosa anmalen?

Was passiert aber mit speziellen Mädchenkram?

Aus meiner Kindheit sind noch Puppen übrig. Und Ja, Jungs spielen auch gerne mit Puppen. Meine Jungs machen das zumindest und füttern ihre Puppen, legen sie zum schlafen und versuchen sie zu wickeln…

Jetzt habe ich sie gefragt, ob ich dem Christkind fragen soll, ob es Puppen für sie bringen könnte….

Sie standen beide mit leuchtenden Augen da und haben „Jaaa!“ gerufen.

Also stöbere ich durch Online-händler und reale Spielzeugläden auf der Suche nach Puppen…eine rosa Glitzerwelt droht mich zu erschlagen. Spielen alle Mädchen wirklich nur mit Dingen aus Rüschen und rosafarbenen Plüsch?

Wo liegt meine persönliche Gender-Schmerzgrenze? Kaufe ich meinen Jungs rosafarbene Glitzerpuppen, die eigene Personalausweise haben, wo sich die „Puppenmama“ eintragen darf?

Bei einem bekannten Händler lese ich zum Thema „warum mit Puppen spielen?“ : …fördert die Fantasie und unterstützt nachweislich die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und Werte wie Verantwortung, Kommunikation und Einfühlungsvermögen. Quelle babyborn

Ja, das hätte ich auch gerne…ohne Glitzer…gibt es keine Puppenpapas da draußen? Wieso separiert die Spielzeugindustrie wie in den 50er Jahren noch Spielzeug so stark? Ist unsere Gesellschaft nicht längst wo anders angekommen?

Sollen Puppen für Jungs anders sein als Puppen für Mädchen?

Es gibt bei Jako-o den berühmten Krümel.

Es gibt auch von Haba Puppen, die mich nicht sofort an einen Kleinmädchentraum aus den 80er Jahren erinnern.

Ich muss ehrlich sein. Ich finde schon, dass Jungs mit Puppen spielen dürfen. Aber ich habe keine Lust, dass mein Kinderzimmer zu einem Politikum wird. Ich habe keine Lust, dass ich Rosa-Zeug anschaffe, nur um anderen Müttern zu beweisen, wie genderneutral ich meine Jungs doch erziehe. Wie modern das alles hier ist.

Einem Mädchen eine kleine Bohrmaschine zu kaufen, ist längst kein Thema mehr. Was ist aber mit den Jungs? Ist es auch kein Thema mehr, ihnen Puppen zu kaufen, die wirklich alles (vom Kinderwagen bis zur Windelhose) in rosa und pastell haben?

Versteht mich nicht falsch, ich habe nicht vor, alles rosa zu verbannen. Ich habe nur was gegen diese einseitige Farbgebung. Bin ich jetzt unmodern? Traditionell? Eine verkappte CSU-Wählerin, weil ich nach Puppen Ausschau halte, die blau, braun, grün, rot UND rosa tragen?

Zu den Puppen werde ich wohl dann doch die meiste Kleidung selbst herstellen, also nicht wundern, wenn hier mal ein kleiner Puppenpullover auftaucht…ich muss gestehen, ich habe bereits nach Strickmuster und Schnittmuster gegoogelt…

Strickkorb gender SpielzeugApropos gender-Spielzeug und stricken. Ich habe einen Strickkorb. Meinen Kindern ist es wirklich verboten, diesen Strickkorb auch nur nahe zu kommen. Deswegen haben sie jetzt auch einen eigenen Strickkorb und sitzen friedlich herum und zerwuseln Wolle. Gott sei Dank, ist das weder männlich noch weiblich, sondern bunt. Kinder ( Jungs wie Mädchen) wollen nämlich vor allem ihre Welt imitieren. Und wenn Mama strickt, dann wollen sie auch „stricken“. Wenn Papa kocht, wollen sie auch kochen. Soll ihnen doch ohne Farbschablone und Politikum einfach gewährt werden…

Strickkorb Gender Spielzeug 2

Diese Gedanken stelle ich samstags seufzend und unfertig zu Ninjas Samstagskaffee.

Gelöscht – der Auftakt einer dystopischen Trilogie von Teri Terry


Wie so oft, ist auch diese Geschichte in einer Trilogie untergebracht und ich bin gerade dabei, den zweiten Teil zu lesen. Die dystopische Netzgemeinschaft verspricht mir, dass in dieser Reihe alle Fragen beantwortet werden und die Geschichte ein nachvollziehbares Ende hat. Hoffen wir´s. Jetzt erst mal zum ersten Teil.

Teri Terry ist eine sympathische Autorin, in ihrem Internetprofil erinnert sie mich an eine meiner Kolleginnen – also ein girl next door? Würde ich schon sagen. Jeder kennt ihren Typ. Sie verschwindet in der Masse. Verschwindet auch ihr Buch?

Nicht ganz. Ich war doch beeindruckt, wobei man sagen muss, dass ich zunächst immer die grundlegende Idee eines Romanes bewerte – vor allem, wenn er sich an Jugendliche richtet.

In dieser Reihe spielt die Geschichte in England. Wir befinden uns weit im 21.Jahrhundert. Immer wieder werden geschichtliche Ereignisse aufgegriffen, die es für uns nicht gibt: einen Aufstand 2020, die Abspaltung Englands von Europa, neue militärische Regierungsformen. Kyla ist bereit, aus dem Krankenhaus entlassen zu werden und wird einer neuen Familie zugeteilt. Kyla hat in den letzten 7 Monaten sprechen, gehen und schreiben neu lernen müssen, denn sie wurde als verurteilte Jugendliche unter 16 Jahren geslated. Das bedeutet, ihr Gehirn wurde neu programmiert und alle ihre Erinnerungen wurden gelöscht. Das ist als eine Chance auf ein neues Leben zu verstehen. Doch sie muss sich gut in die Gesellschaft eingliedern lassen und in ihrer neuen Familie zurechtkommen, damit die Lorder (so nennt sich die Gestapo-ähnliche Organisation) sie in Ruhe lassen. Überwacht wird sie mit einem Gerät, dass als Armband an ihrem Handgelenk befestigt ist – das Levo. Wenn sie eine unerwünschte Stimmung hat – Wut, Trauer, Aggression – dann fällt ihr Levowert. Fällt er unter 4, so piepst das Gerät. Fällt er unter 3, wird sie wahrscheinlich ohnmächtig. Fällt er unter 2, so schaltet sich der Chip in ihrem Kopf aus und sie stirbt. Kyla versucht zurechtzukommen. Sie versucht es wirklich. Doch sie schafft es nicht. Denn etwas an ihr ist anders als bei anderen Geslateten – sie erinnert sich an früher.

Großartiger Plot für Teenager – ein Thema, das sie alle interessiert: Identität, Erinnerung, der Platz in der Gesellschaft. Wenn man 16 ist, dann betrachtet man ja die paar Jahre Leben als viel globaler als mit 30. Mit 30 hat sich die Welt schon ein paar Mal gedreht und man hat die ersten Sachen aus seiner Jugend schon wieder vergessen. Mit 16 erinnert man sich noch an alles. Und es ist wichtig. Jede Freundschaft wird seziert, jeder Blick eines anderen untersucht. In diesem Roman werden der Hauptfigur alle diese Erfahrungen genommen – auch für mich noch eine Horrorvorstellung. Die Frage nach dem „Wer bin ich ohne Erinnerung?“ wird aufgeworfen. Spannendes Konzept.

Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte. Ben, ein ebenfalls geslateter Junge und Kyla kommen sich näher. Aber da schwindet meine Begeisterung auch schon. Ein lahmer Part in dem Buch. Wie immer, wenn es nicht hauptsächlich um die Liebe geht, wird auch hier der Bogen nicht geschafft. Die Liebesgeschichte blubbert oberflächlich an der Geschichte herum.

Dennoch finde ich den Auftakt gelungen. Nicht alles macht Sinn, nicht jede Wendung gefällt mir und ich denke, dass es auch ein guter Roman in der Originalsprache wäre. Die Sprache ist nämlich sehr einfach und richtet sich an Jugendliche. Vielleicht mal eine gute Idee, sein Englisch aufzupolieren? Schon möglich. Ich habe das zu spät gemerkt und bin jetzt schon im deutschem Lesefluss.

Diese Dystopie wurde noch nicht von der Filmindustrie aufgegriffen, deswegen ist youtub und Co auch noch nicht zugefüllt mit Videos über den Film, sondern mit den Kreativen Auswüchsen der wahren Digital Natives. Süß.

Oder auch ihn hier:

Wie immer mein Hinweis zu dem amazon-link:

P.S. ich benutze einen Link zu amazon, um halbwegs legal das Cover auf meinem Blog zu zeigen. Ihr braucht diesen Link, der erscheint, wenn man die Maus über das Coverbild zieht, nicht benutzen. Er bringt mir auch finanziell eigentlich fast nichts. Also bis jetzt hat mir amazon noch 0.00 € ausgezahlt. Kauf das Buch also wo ihr wollt.

{Samstagskaffee} Unter Spielern

Unter Spielern_FotoIch bin mit einem Spieler verheiratet.

Mein Mann liebt Rollenspiele, Brettspiele, Computerspiele.

Am Anfang unserer Beziehung hatte er einen Schlüssel in der Hand und sperrte für mich die Welt der Spieler auf. Darin geht es die meiste Zeit zauberhaft zu. Es werden Schlachten auf offenen Feld geschlagen, mit Wikingertöchtern getrunken, Kleider von Hand genäht. Es gibt aber auch andere Spiele, mit Charakterbögen und regelmäßigen Treffen. Oder es werden riesige Brettspiele aufgebaut und bis tief in die Nacht hinein gezockt.

Alle halbe Jahr kommt eine Gruppe eines Spielerfreundeskreises zusammen, mieten eine Jugendherberge und spielen und feiern mit Kind und Kegel das ganze Wochenende lang. Sie feiern Geburtstage und ich habe das Glück, als loses Ende eines Beziehungsstranges auch dort zu sein. Aber auch als loses Ende bin ich fest verwoben. Unter Spielern ist es nicht wichtig, wie nah oder fern du jemandem bist. Man kennt sich eben. Als Freund eines Freundes bist du ein Freund. Dieser Samstagskaffee steht meine Kaffeetasse also auf einem Tisch in einer Jugendherberge. Unter Spielern. Unter Freunden.

Da wir unsere Kinder krankheitsbedingt zu Hause gelassen haben, kamen wir dieses Wochenende so richtig zum spielen. Wobei meine Definition von „richtig zum Spielen“ wohl nicht die in Spielerkreisen Übliche ist. Alle bringen Berge ihres Brettspielfundus mit, stapeln sie auf langen Tischen und man wählt sich eines aus und eröffnet eine Runde. Dabei wird meistens alles andere beiseite gelassen – Name und Beziehungsgrad, Statussymbole und Berufsgruppen, Alter und Geschlecht. Ein 14jähriger Spieler ist ein Spieler, wenn er ein Spieler ist. Genauso wie ein 40jähriger Spieler.

Packe ich an einem Tisch mein Strickzeug aus, so bleibe ich nicht alleine. Andere Frauen haben auch ihre Handarbeitsspiele dabei und nadeln mit. Wir sprechen und tauschen Geschichten, trinken oder trinken nicht. Die Welt der Spieler ist ungeschminkt und stets mit Hausschuhen zu betreten.

Dieses Jahr habe ich folgendes Spiel dort gefunden. Ein Klassiker, eigentlich. Ist mir schon begegnet, ich habe es aber noch nicht gespielt.

Das Spielprinzip ist einfach. Man hat einen Haufen kleiner einfarbiger Züge (im Sinne von Lokomotiven) und versucht, eine Strecke für sich in Anspruch zu nehmen. Die Strecken kauft man mit Farbkarten, die jede Runde nachgezogen werden. Simpel und Spannend. Ich liebe ja so was. Dieses Spiel gibt es in mehreren Versionen. Mit Deutschlandkarte oder auch als Original mit Amerikakarte. Ich fand die Version mit Europa sehr toll. Ich denke, dass man es auch gut mit Kindern spielen könnte. Eine Sache für eure Weihnachtsfeiertage? Bestimmt!

P.S. ich benutze einen Link zu amazon, um halbwegs legal das Cover auf meinem Blog zu zeigen. Ihr braucht diesen Link, der erscheint, wenn man die Maus über das Coverbild zieht, nicht benutzen. Er bringt mir auch finanziell eigentlich fast nichts. Also bis jetzt hat mir amazon noch 0.00 € ausgezahlt. Kauf das Spiel also wo ihr wollt.

{short stories} Mama

Mama WeihnachtenTraditionen – was darf im Dezember auf keinen Fall ausfallen….

Der Aufruf diesen Monat über die „short stories“ im Dezember fällt mir schwer. Ich weiß nicht, was nicht ausfallen darf. Weihnachten, nehme ich an. Weihnachten wäre schon blöd, wenn es ausfällt. Aber wie genau Weihnachten gefeiert wird, das ist zwar seit meiner Kindheit gleich, aber verändert sich trotzdem. Kinder werden geboren, andere Familienmitglieder sterben. Nie ist etwas genau gleich, aber vielleicht doch in jeder Familie eine feste Größe?

Meine Familie besteht aus vier Menschen: mein Mann, meine Kinder und ich. Wir verbringen Weihnachten auf jeden Fall zusammen.

Aber wo?

Die Familie meines Mannes ist zersplittert und ich wollte ihn nicht überfahren mit meiner kleinen heilen Welt aus meinen Eltern, meiner Oma und meinem Bruder in einem Haus auf dem Land.

Ich habe für uns nach anderen Formen gesucht, aber die stießen komischerweise auf taube Ohren.

Bis ich begriff: mein Mann wollte gar nirgend anders hin als zu meinen Eltern mit ihrem Baum, den sie von einem Bauern abkaufen und mit ihren Fonduetöpfen und den selbstgebackenen Plätzchen. Ich dachte, das kann auch alles bisschen heftig sein, schließlich kracht es zu Weihnachten auch mal im Landhäuschen…ok, es kracht selten, aber das ist ja vielleicht das Schlimme? Manchen Menschen wird von zu viel Zuckerguss schlecht…versteh ich, war ja auch mal gegen alles…Aber mein Mann findet das alles toll und jetzt mit Kindern? Ab zu Oma.

Meine Mama ist eine gute Gastgeberin, verplant und geplant, für jeden seine Extrawurst (Mein Mann hat mal erwähnt, dass er Anisplätzchen mag. Seither backt sie Anisplätzchen für ihn mit). Ich genieße die Zeit bei ihr und wer diesen Blog verfolgt, der weiß, dass ich sehr oft bei ihr bin.

Sie wäre eine gute Bloggerin, sie könnte genug Fotos mit Strickzeug und Nähsachen machen, schließlich näht sie fast die komplette Ausstattung meiner Kinder. Aber sie hat es nicht so mit dem Internet und auch eine gewisse Art der Selbstdarstellung fehlt ihr. Wer uns zusammen sieht, der denkt, wir sind uns sehr ähnlich, dabei ist das nur oberflächlich so. Wir sehen uns sehr ähnlich und wir beschäftigen uns mit den selben Dingen, aber in völlig unterschiedlichen Ausrichtungen. Wenn wir uns streiten, dann verdreht mein Bruder immer die Augen und sagt: „Oh Gott, ihr seid euch so ähnlich.“ und wir keifen dann, das wir auf keinen Fall so sind wie die jeweils andere. Meine Mutter sagt, ich habe ein Mundwerk wie ein Schwert, dabei finde ich, dass sie manchmal die heftigen Spitzen verteilt. Aber in was auch immer wir uns einig oder uneinig sind, es gibt etwas, was meine Mutter mir immer wieder sagt.

Sie sagt mir, dass ich eine gute Mutter bin.

Eine viel bessere, als sie je gewesen ist. Vor allem mit so kleinen Kindern. Sie hatte die Geduld nicht, sagt sie mir.

Und das meint sie ehrlich so.

Und das macht sie zur besten Mutter, die man haben kann.

Wenn es also eine Tradition gibt, die ich vermissen würde, dann wäre dies der Verlust meiner Mutter zu Weihnachten – egal ob in ihrem Haus oder in meinem. Ohne meine Mama wäre Weihnachten schwer wiederzukennen als Weihnachten.

Hier der Beitrag der short stories im September….

Butterplätzchen – Chaos, Husten, Kinderlachen

Hast du noch einen Schluck Bier für mich?

Die Worte sind an meinen Mann gerichtet. Ich sitze auf der Couch, es läuft ein Teil der Hobbits und Bilbo Beutlin sucht gerade den Arkenstein – und ich bin tiefgradig erschöpft. Meine Kinder sind krank – wie immer um diese Jahreszeit. Ein tiefer Husten sperrt uns ins Haus und weil bald Weihnachten ist, dachte ich mir – Plätzchen backen. Eine gute Idee.

Butterplätzchen ausstechen gehört doch zu einer Kindheit dazu. WAS das allerdings in Lebensmittelfarbe und Streusel getaucht für MICH als Servicepersonal bedeutet, habe ich in meinem Kopf mal wieder ausgelassen zu überlegen. Gut so, am Ende hätte ich es dann wegen der ganzen zusätzlichen Arbeit nicht getan.

Und es hat einen Heidenspaß gemacht.

500g Mehl
350g Butter
1 Ei
2 Eigelb
Vanillezucker

10 min backen bei 170 Grad

Adventskalender – warum nicht jedes Kind jeden Tag ein Geschenk bekommt

Adventskalender
Die Sache mit dem Adventskalender begleitet mich schon seit Jahren.
Ich suchte lange nach etwas Passendem. Meine Kindheit war oft von Überfluss gekennzeichnet.

Einen Schokoladenkalender für jedes Kind, einen mit Bildern, einen von Oma. Auch mein Mann erzählt mir von mehreren gekauften Adventskalendern hintereinander – ein Phänomen der 80er?

Wir heute machen das natürlich anders (minimalistischer,stylischer,lokaler) – der selbstgebastelte Adventskalender steht im Fokus und oft werden auch für Erwachsene teure Geschenke und liebevolle Kleinigkeiten ausgewählt, die dann in einer stressigen letzen Novemberwoche oder im Dezember peu à peu dazu gekauft werden. Der Höhepunkt der romantischen Paarbeziehung ist ja ein ausgeklügelter Adventskalender.

Als wir noch keine Kinder hatten, habe ich das auch gemacht, aber es war stressig – trotz großer Liebe. Was ist die Lösung? Back zum Schokoladenkalender von Milka&Co und gut is?

Jetzt habe ich doch noch eine Mischung aus dem selbstgebasteltem Kalender und einer bisschen reduzierteren Vorweihnachtszeit für uns gefunden.

Vor ein paar Jahren habe ich 24 kleine Säckchens genäht. Jetzt habe ich zwei Kinder, die als Zwilliche immer alles gleichzeitig bekommen. Aber geht es beim Advent nicht auch um das Warten und das Erwarten? Sagt ja der Name der ganzen Aktion schon…

Deswegen gibt es in diesen 24 kleinen Säckchens tatsächlich 24 Geschenke, aber nicht für jedes Kind jeden Tag. Heute war mein Erstgeborener (1 Minute Vorsprung, ha) dran. Der andere hat (bisschen heulend, bisschen erwartend und bisschen sauer) zugeguckt, wie das erste Säckchen aufgemacht wurde. Ich habe ihnen alle Säckchens gezeigt, sie hängen im Wohnzimmer und morgen ist der andere dran – dann kommt eines für Papa und dann darf die Mama eines aufmachen. Erst danach geht es wieder von vorne los. Erwarten halt. Und eine Familiensache draus machen – 6 Adventsgeschenke pro Kind reicht ja auch irgendwie, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind.

In dem ersten Säckchen war ein kleines Polizeiauto drin – mein zweiter Sohn erwartet jetzt – das habe ich ihm angemerkt – das in seinem Säckchen morgen auch ein Polizeiauto drin ist. Das ist es nicht – es wird eine Mundharmonika sein. Ich bin gespannt, wie diese Ungleichzeitigkeit und Ungleichheit ankommt. Natürlich kriegt er auch ein Polizeiauto am Ende des Kalenders. Aber bisschen durchgemischt habe ich schon.

Ich bin sehr zufrieden damit und hoffe, dass wir dieses Konzept so für unsere Familie etablieren können. (und ich hoffe, dass alle Omas und sonstige Querschießer, die es nicht gut aushalten, dass mal ein Kind heult, uns nicht mit neuen mitgebrachten Adventkalendern einen Strich durch die Rechnung machen) Ein bisschen Kindergeschenke, ein bisschen Paargeschenke und das Warten ist auch dabei.

Und ja, ich (Mama the great) besorge die Geschenke für die Kinder und für meinen Mann – seine Aufgabe sind meine 6 Geschenke zu finden. Vielleicht entwickelt er mit den Jahren daraus eine gemeinsame Sache mit den Kindern – fände ich auch schön. Wichteln mit dem Adventskalender. Hauptsache keiner ist gestresst – der Dezember ist nämlich an sich und ganz ohne Kalender schon stressig genug.

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