Samstagskaffee

Zwischen 2014 und 2015 habe ich mal an einer wöchentlichen Blog-Plauderrunde teilgenommen. Jeden Samstag sollte man sein Getränk fotografieren und ein paar Gedanken zur Woche dalassen. Ich vermisse dieses Ritual immer noch.

Ohne Verlinkung und große Publikum ist jetzt mein neuer Samtagskaffee, denn keiner hält mich davon ab, dieses Ritual einfach wieder aufzunehmen.

Die Kinder dürfen Samstag morgen mit dem Ipad spielen, das Käferle knuddelt mit dem Papa und die Sonne schaut auch wieder raus. Zeit, über die Woche nachzudenken.

Ich bin für 4 Wochen Säugling ziemlich unterwegs: Spielnachmittag bei einer Freundin mit den Jungs, Abschiedsgottesdienst im Kindergarten, der Versuch, einkaufen zu gehen
Klar, ist auch nur ein Säugling zu wickeln und zu stillen und nicht zwei. Aber dafür ist er viel anspruchsvoller, was meine Zeit und Kapazitäten angeht. Ein Baby rumzutragen, ist schließlich möglich – bei Zwillingen stellen sich viele dieser Fragen gar nicht. Dennoch, trotz wenig Schlaf und vergessenen Pin-Nummern bin ich sehr zufrieden mit unserem Start.

Dabei vermisse ich auch meine Stadt. Kinder sollten ja auf dem Land aufwachsen, haha. Die Realität zeigt: Die ganze Zeit ist man im Auto unterwegs. Klar, ich fahre auch mal zum Tegernsee für einen Schwimmkurs, also der Radius der möglichen Aktionen ist viel größer und ich lebe praktisch mit Ersatzklamotten, Regenschirm und Flip-Flop-Ersatz in meinem Auto – aber manchmal vermisse ich es, einfach vor die Tür zu treten und zu Fuß einkaufen zu gehen – Ohne den ganzen Aufwand dazwischen. Mal schnell noch ein Brot besorgen oder eingelegte Oliven. Gut, dafür wachsen bei uns im Garten jetzt Gurken und ich schneide zum Abendessen oft eine ab, aber ich werde nie die Stadt in mir völlig verlieren. Bei allem Negativen fällt sie mir sofort wieder ein. Und ich bin mir fast sicher: Irgendwann einmal kehre ich in eine Stadt zurück.

Aber zurück zu unserem Start mit drei Kindern. Mittags hole ich die Zwillinge schon vom Kindergarten ab. Ich bin wie alle Mütter überall unzufrieden mit dem angebotenem Essen und dann, ja dann finde ich es auch schön, die beiden Nachmittags hier zu haben. Dabei ist das gar nicht ganz richtig. Ich schaffe es gar nicht, die Kinder abzuholen. Mein Mann macht das und arbeitet nach dem Mittagessen dann weiter. Die Kinder liegen halb auf dem Weg und halb ist es ein irrer Umstand, aber nach 4 Wochen lässt sich das Baby nicht so leicht in Zeitpläne pressen. Wie gesagt, es ist schon mit allen Sinnen und Bedürfnissen angekommen. Es braucht einfach Zeit.

Die beiden Großen spielen auch nach dem Kindergarten gut alleine. Manchmal gibt es doch ein Gesellschaftsspiel, aber meistens verziehen sie sich mit den Lego-Sachen in eine martial-arts-Ninjago-Welt. In drei Wochen hat auch der Kindergarten Ferien und damit sind sie nach dieser Zeit Vorschulkinder.

Da bin ich echt froh drum, dass die Vorschulkinder dieses Jahrgangs jetzt dann weg sind. Diese großen Jungs und Mädels sind am Ende des Frühlings immer so überreif für die Schule. Manchmal bedauere ich es, dass unser Schulsystem keine halbjährlichen Schul-Starts zulässt. Die hängen dann pöbelnd im Kindergarten rum und machen den Kleinen das Leben schwer. Ich glaube, meine werden nächstes Jahr genauso unmöglich sein, aber jedes Problem zu seiner Zeit.

Wenn ich das so durchlese, dann merke ich, wie sehr mein Fokus auf Kindern liegt. Geht es allen gut? Gibt es was zu tun? Was zu waschen? was zu kochen? Und noch mehr erstaunt es mich, dass mich diese Gedanken nicht unbedingt unglücklich machen. Im Gegenteil.

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2 Kommentare

  1. Schöne Idee! Und Glückwunsch zum Baby! Der Samstagmorgen ist so eine Art Niemandsland, den ich auch sehr schätze. Man könnte theoretisch losrennen zum Einkaufen und und und, muss aber nicht. Und irgendwann wird es noch besser: Die Kinder (altersmäßig im zweistelligen Bereich) schlafen dann noch. Ich freu mich auf weitere Kaffeefolgen!

  2. Es freut mich, von euch zu lesen. – Landleben findet sicher zu einem sehr großen Teil im Auto statt, aber nachdem ich erst vor kurzem nach langer Zeit wieder einmal bei knapp 40 Grad mit den Öffis durch Wien fahren durfte, genieße ich meine eigene Klimazone im Auto sehr. – Wenns stinkt, weiß ich wenigstens, woher es kommt.
    Lg Carmen

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