Gute und schlechte Serien auf Amazon Prime

Amazon prime und ich – wir haben sowas wie eine Beziehung. Immer wieder blättere ich durch die Serienvorschläge und sehe mir das eine oder andere an.

Meine Ansprüche an Serien sind simpel. Ich mag SF, ich mag Endzeit, ich mag Zombies oder Geheimnisse. Oder beides. Ich mag aber auch FBI-Fälle mit Mord und Totschlag.
Soviel zum Inhalt.

Ich mag aber auch Serien, deren Folgen irgendwie abgeschlossen sind. Ein *Monster of the week*, sozusagen. Aber dabei ist es die große Kunst, doch einer übergeordneten Geschichte zu folgen.
Soviel zur Technik.

Einer der erfolgreichsten SF-Serien aller Zeiten ist gerade auf amazon prime zu sehen:

Supernatural erzählt die Geschichte zweier Brüder: Dean und Sam Winchester. Die beiden reisen durch die USA, um Dämonen, Vampire und Geister zu jagen. Geleitet werden sie dabei durch das Tagebuch ihres Vaters, der seitdem seine Frau einem Dämon zum Opfer gefallen ist, seine beiden Jungs zu Jägern ausgebildet und alles Wissenswerte in dieses Tagebuch geschrieben hat. Die übergeordnete Geschichte ist hier die Jagd auf den Dämon, der Mama Winchester einst ins Jenseits befördert hat. Dazwischen gibt es pro Folge immer eine in sich geschlossene Geschichte, die auch nie völlig platt daher kommt. Man bemüht sich, mehr als drei Wörter über den Hintergrund des Bösen zu verlieren. Dabei wird die Serie von Staffel zu Staffel immer komplexer, Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und das Übernatürliche bekommt immer mehr biblische Züge – was der Spannung keinen Abbruch tut.

Daneben ein ähnliches Serienkonzept: Grimm. Die Jäger hier sind die letzten der Familie, die einst als die Märchensammler berühmt geworden sind. Nur haben jene die Märchen nicht gesammelt aus reiner Freude an den Geschichten, sondern es ist eigentlich Recherche – man jagt hier nämlich Märchenwesen: der böse Wolf, Hexen, lauter so ein Kram. Auch hier gibt es ein *monster of the week*, aber leider sehr lieblos gestaltet. Die Spezialeffekte scheinen wichtiger als die Figuren zu sein. Das Übernatürliche hat von Beginn an keine Tiefe. Stirbt die einzige familiäre Bezugsperson der Hauptfigur in einer Folge, ist in der nächsten nichts mehr davon zu spüren. Man hechelt durch die folgen durch – unspannend und oberflächlich – absolut nicht sehenswert.

Die Serie *lie to me* umfasst nur 3 Staffeln, die leider kontinuierlich schlechter werden – trotzdem sollte man sich Staffel 1 unbedingt anschauen. Diesmal keine Monster, sondern ein sogenannter *Lügenexperte*. Dr. Lightman erkennt in den *Mikroausdrücken* seiner Gesprächspartner sofort, ob derjenige die Wahrheit sagt. Ein spannendes Konzept, das wirklich Spass macht. Lightman ist sich seiner Sache dabei auch noch so sicher, dass er selber ein großer sozialer Kotzbrocken sein kann. Zwischen Arroganz und Überheblichkeit löst er Fälle des FBI oder nimmt Anfragen privater Auftraggeber an. Unterstütz wird er dabei von einem interessanten Team. Allerdings übertreibt die zweite Staffel dann und überspannt den Bogen: Lightman gerät immer wieder in Todesgefahr, die Fälle werden unübersichtlich und es fehlt eine große Hintergrundstory. Es bleibt nichts an Spannung übrig – die großartige Idee zerfällt. Trotzdem. Staffel 1 ist toll.

Ein Klassiker unter den Serien ist Homeland. Nachdem man jetzt die Staffel 6 auf amazon kaufen kann, sind die ersten 5 Staffeln in prime enthalten und somit für Prime-Kunden kostenlos anzusehen. Ich finde, dass das Intro (so verspuhlt es zunächst ist) am besten die erste Staffel zusammen fasst: Im Zentrum steht die CIA-Agentin Carrie Mathison, die mit einer bipolaren Störung zu kämpfen hat und damit gleichzeitig verrückt und genial ist. Genial ist ihre Fähigkeit, Zusammenhänge zwischen Ereignissen zu erkennen, verrückt wirkt das auf ihre Umwelt, die sich oft von Klischees täuschen lässt. Die Geschichte geht kontinuierlich weiter und man kann wirklich kaum eine Folge verpassen – kein Monster der Woche. Die Geschichte sieht man auch andeutungsweise im Trailer: Im Labyrinth steht der Soldat Brody, der 8 Jahre lang im Irak verschollen war und schon längt für tot erklärt wurde. Als Heimkehrer wird er von der ganzen Nation als Held gefeiert – nur Carrie glaubt nicht an seine weiße Weste. Sie läßt ihn auf eigene Faust überwachen und fördert Dinge zutage, die jenseits von einem strikten Schwarz/weiß Denken liegen. Absolut sehenswert.

Unreal läßt uns hinter die Kulissen einer Dating/Bachelor- Fernsehproduktion schauen und damit wahre Abgründe. ich habe die erste Staffel echt gerne verfolgt, habe aber bei der zweiten die Lust verloren. Ich finde, man kann die erste Staffel gut mal anschauen. Sehenswert.

Mit dieser Serie tue ich mir echt schwer. Ich meine, schaut euch den Trailer an: tolle Effekte, eine mysteriöse Geschichte, nichts wirkt billig gemacht. Aber trotzdem verlor ich die Lust daran – bereits irgendwann in Staffel 1. Die Charaktere bleiben irgendwie formlos, Handlungen werden aufgebaut und verlieren sich dann im Nichts. ein Beispiel: Eine Kellnerin wird von ihrem Psycho-Ex tagelang in einen Bunker eingesperrt. Wir verfolgen es, und verfolgen es und dann – dann ändert es weder ihren Charakter, noch den Lauf der Geschichte, noch seinen Charakter, eigentlich bringt es serientechnisch überhaupt nichts….so geht das mit vielen Details. Und ich habe keine Lust mehr, zuzugucken. Ging es jemanden ähnlich?

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5 Kommentare

  1. Also das Zombie-Zeug ist nichts für mich – hab ich schließlich jeden Morgen, wenn ich in den Spiegel schaue. Homeland wurde mir schon öfter empfohlen und Unreal werde ich mir getrennt vom Mann anschauen (denke ich).

    Was mir total gut gefallen hat war Lillehammer (amerikanischer Mafioso kommt im Zeugenschutz-Programm nach Lillehammer, weil ihm damals die Aufnahmen von den olympischen Spielen so gefallen hat), My Name is Earl (kennst du?) und derzeit schauen wir Shameless (irgendwie maf ich diese Prols).
    glg

    1. Ja, Homeland ist echt spannend gewesen. Unreal habe ich mir auch ohne männliches Familienmitglied angeschaut….was in meinem Fall heißt: alleine. 🙂 Nein, deine Serienempfehlungen kenne ich nicht, ich werde sie mir mal bei Gelegenheit ansehen. Ich schaue gerade *the red road*, eine amerikanische Serie, die das Zusammenleben zwischen Ureinwohner und weißen Nachfahren von Siedlern problematisiert.

  2. Kennst du Scandal?
    Ich glaube nicht, dass es in Europa gesendet wurde, aber Netflix oder so hat es sicher. Ich hab damals die ersten beiden Staffeln geschaut, für den Rest hat auch noch die Zeit gefehlt. Dabei gehts um die Skandale rund um einen fiktiven amerikanischen Präsidenten und seine (Ex)Geliebte. – Allerdings mehr politisch als Herz-Schmerz-Romantik.
    Lg Carmen

    1. Nein, sagt mir jetzt erstmal nix. Aber ich habe grad online recherchiert, dass man diese Serie doch bekommen könnte! Danke für den Tipp!

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