Erzähl mir von deinem Auszug von Zuhause

Alle wollen vorwärts kommen. Zukunft, Kind, Karriereplan. Immer geht es um das Morgen. Aber wie war dein Leben denn, als du ein Kind warst? Wie war es denn als Teenager? Erzähl mal.

Larissa vom No Robots Magazine, Roxana vom early birdy und Sabine vom fadenvogel tauschen jeden ersten Sonntag im Monat Erinnerungsstücke aus. Ein Thema – drei unterschiedliche Texte, drei unterschiedliche Frauen, drei unterschiedliche Leben.

Ich bin öfters von Zuhause ausgezogen. Das erste Mal mit 18 Jahren. Natürlich bin ich danach nicht mehr in mein Kinderzimmer eingezogen, aber ich hatte dann schon immer mal wieder in meinem Leben das Gefühl, ich würde von einem *Zuhause* ausziehen.

Aber die Frage ist ja hier eine andere. Das *Zuhause* ist das, dem wir als Teenager irgendwann entwachsen und unsere eigenen vier Wänden suchen wollen. Mit dem Ende der Schule und dem Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums. So genau war das bei mir nicht. Ich ging noch zur Schule als ich auszog. Von einem Kinderzimmer in eine Wohnung mit Küche und Bad in demselben Wohnblock wie meine Eltern. Ich war da eher passiv. Mein Vater wollte, dass ich ausziehe. Und meine Eltern fanden wohl, dass das weit genug weg, aber nicht zu weit weg war. Ein eher bizarre Situation.

Ich wohne aber nicht gerne alleine.

Diese Erfahrung habe ich da schon gemacht. Sonst war ich echt wenig dort. Ich war in einer Ganztagsschule und hatte einen Nebenjob. Manchmal hatte ich ein paar Freunde um meinen Tisch.

Danach zog ich in meine erste WG. Ein Herzensprojekt. Leider wurde es am Ende dort schwieriger als alleine. Aber das war am Anfang nicht absehbar. Wie bei allen Herzensprojekten sah es erst mal großartig aus.

Diese erste Wohnung war wie ein weit abgelegenes Zimmer. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, wie oft ich dann noch bei meinen Eltern war. Ich kann auch nicht mehr sagen, ob sie denn oft bei mir waren. Wir haben alle einfach viel gearbeitet. Es war ganz ohne Streit in meiner Erinnerung. Und ganz Unspektakulär.

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2 Kommentare

  1. Ich freu mich schon! – Ich bin vor fast 7 Jahren zum ersten Mal ausgezogen und zweieinhalb Jahre fort geblieben. Mit 19 gleich mal ganz weit weg. Dann bin ich Job-bedingt und aufgrund der unmöglichen Wohnungssuche am Land seit viereinhalb Jahren wieder zu Hause, aber jetzt ist das Ende schon absehbar.
    Ich glaube, ab einem gewissen Alter brauchen auch Eltern wieder ihr eigenes Leben.

    Liebe Grüße
    Carmen

  2. Liebe Sabine,
    da kommen Erinnerungen hoch… Ich konnte es damals kaum erwarten mit dem ausziehen. Sobald das ging, das war mit etwa 20, war ich in einer eigenen Wohnung und zwar allein, mit vielen die Wohnung teilen das hatte ich lang genug gehabt, ich wollte endlich mal ganz meins und meine Ruhe haben. Das war traumhaft und ich habe es genossen. Von meinen Eltern waren das etwa 500 km weg. Ich hatte wirklich meine Ruhe. (-;

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